Produktbild: Karlsbrücke, Kleinseite, Kafka

Karlsbrücke, Kleinseite, Kafka Der Prag-Guide (nicht nur) für Jurist:innen

2

29,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

47855

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

20.11.2025

Abbildungen

Mit Lesebändchen

Verlag

C.H. Beck

Seitenzahl

160

Maße (L/B/H)

18,7/12,1/2 cm

Gewicht

307 g

Farbe

Ozeanblau / Seidengrau

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-406-83562-9

Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

47855

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

20.11.2025

Abbildungen

Mit Lesebändchen

Verlag

C.H. Beck

Seitenzahl

160

Maße (L/B/H)

18,7/12,1/2 cm

Gewicht

307 g

Farbe

Ozeanblau / Seidengrau

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-406-83562-9

Herstelleradresse

C.H. Beck
Wilhelmstrasse 9
80801 München
DE

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  • Alrik Gerlach

    Thalia Book Circle Community

    5/5

    15.12.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Prag zwischen Gesetz und Geheimnis

    Prag kann ja vieles sein: romantisch, düster, touristisch überlaufen. Dieses Buch zeigt eine andere Stadt. Eine, die nach Aktenstaub, Machtspielen und stiller Rebellion riecht. Schon nach den ersten Seiten entsteht dieses Gefühl, als würde man über die Karlsbrücke gehen und unter jedem Pflasterstein ein Urteil, ein Aufstand oder ein menschliches Schicksal vermuten. Barbara Sternthal schreibt keinen Reiseführer im klassischen Sinn. Keine Restauranttipps, keine Hotelsterne. Stattdessen Geschichten über Recht, Unrecht und alles dazwischen. Kaiser, Könige, Rebellen, Kriminelle – sie alle bekommen Raum, ohne dass es trocken oder belehrend wird. Genau das macht den Reiz aus: Wissen, das sich anfühlt wie Erzählen bei einem langen Spaziergang durch die Kleinseite. Besonders stark ist der Ton. Klug, zugänglich, mit Sinn für Dramaturgie. Juristische Zusammenhänge werden verständlich erklärt, ohne den Leser zu unterschätzen. Immer wieder dieser Moment: kurz innehalten, hochschauen, denken „Verdammt, so habe ich Prag noch nie gesehen“. Und dann ist da natürlich Kafka – nicht als Denkmal, sondern als Mensch zwischen Akten, Ängsten und Sprache. Dieses Buch funktioniert auf zwei Ebenen. Zuhause auf dem Sofa als gedankliche Reise durch Jahrhunderte. Und in Prag selbst als stiller Begleiter, der Mauern zum Sprechen bringt. Kleine Schwäche: Manchmal wünscht man sich noch eine Spur mehr Tiefe an einzelnen Stationen. Aber das ist Jammern auf sehr hohem Niveau. Am Ende bleibt das Gefühl, Prag nicht nur besucht, sondern verstanden zu haben. Zumindest ein Stück mehr als vorher. Und genau dafür liest man solche Bücher.

  • Peter Krackowizer

    aus Neumarkt am Wallersee

    4/5

    03.12.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein Streifzug durch Geschichte, die Leiden der Bevölkerung und jüdisches Erbe

    Die Autorin schildert auf 160 Seiten eigentlich nur die Geschichte der vier Städte, die heute Prag bilden. Diese Geschichte wurde nicht nur von den Tschechen geprägt, sondern auch maßgeblich von der jüdischen Bevölkerung beeinflusst. Darüber hinaus stehen Willkür und Herrschaft von Königen und Kaisern im Mittelpunkt von Sternthals Ausführungen, und im 20. Jahrhundert werden die Greueltaten des nationalsozialistischen Regimes thematisiert – an einer besonders grausamen Stelle habe ich das Lesen unterbrochen (beim Servieren des Kopfes der Mutter eines Mitwissers eines Attentats). Das jüdische Prag, eine der größten jüdischen Gemeinden Mitteleuropas, wird im Kapitel „Vom Ghetto bis zur Josefsstadt und darüber hinaus“ auf rund 30 Seiten ausführlich beleuchtet. Unter anderem sind das Recht von außen und das Recht von innen sowie die Tosaphisten, Sprachverordnung und Normalschule Themen in diesem Abschnitt. Dem Leben von Franz Kafka widmet Sternthal ein eigenes, sehr interessantes Kapitel. Es wird empfohlen, für die Besichtigung sämtlicher Wohnorte, Museen und Kaffeehäuser, die eine bedeutende Rolle im Leben Kafkas gespielt haben, einen ganzen Tag einzuplanen. Im Abschnitt „Prager Heldinnen & Helden. Im Widerstand gegen Macht und Unrecht“ ab Seite 113 (bis fast zum Ende des Buches) wurde das Lesen für mich zunehmend bedrückender. Es entsteht der Eindruck, dass das tschechische Volk und die jüdische Bevölkerung Prags über weite Strecken ihrer Geschichte nur gelitten haben. Die einzelnen Kapitel bieten auch spannende Einblicke in Gebäude wie das Altstädter Rathaus, berichten von mehreren Fensterstürzen (nicht nur dem aus dem Geschichtsunterricht bekannten), erläutern die Landtafeln (Ständetafeln), stellen Meisterfälscher, Institutionen und Verfassungen sowie viele weitere rechtliche und bauliche Aspekte vor. Die Geschichte des heiligen Nepomuks sowie von Jan Hus und der Hussitenkriege wird anschaulich vermittelt. Das Personenregister umfasst fast fünf Seiten in zweispaltigem Layout – ein Hinweis auf den sehr geschichtlichen Charakter des Buches. Zwar sind aktuelle Lokalitäten, Gebäude und Straßen mit einem roten Handpfeil als Sehenswürdigkeiten gekennzeichnet, jedoch fehlt ein Übersichtsplan. Angesichts der Fülle an geschichtlichen Informationen tritt der „Guide“-Charakter des Titels für mich in den Hintergrund. Das Buch ist hervorragend recherchiert, aber als Stadtführer würde ich es nicht bezeichnen.

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