2083. Die Welt liegt in Trümmern - Klimakatastrophen, Grenzkriege, eine tödliche Pandemie. Zivilisation ist nur noch ein fernes Echo. Es herrscht das Recht des Stärkeren.Clint war Soldat, jetzt ist er Auftragskiller. Als er ein Mädchen mit biomechanischen Prothesen entführt, will er sie eigentlich nur zu Geld machen. Doch in ihr verbirgt sich etwas Unfassbares: eine Technologie, die die Welt verändern könnte. Vielleicht sogar retten.Der Preis? Ihr Leben.Clint steht vor einer Entscheidung: Was wiegt schwerer? Das Leben eines einzigen Mädchens oder das Schicksal der Menschheit?
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Wieder einmal kam ich in den Genuss ein weiteres Buch von Jan A. Bassler lesen und jetzt auch bewerten zu dürfen. Sein neuestes Werk lässt den Leser auf knappen 70 Seiten einen Blick in unsere düstere Zukunft werfen und ist damit dem Sci-Fi-Genre zuordnen. Die Geschichte erzählt in oftmals schonungsloser Weise, wie roh das Leben auf unserem Planeten in einer Zukunft aussehen könnte, in der die schwerwiegenden Umweltprobleme bis zum Ende ignoriert wurden.
Umweltkatastrophen an der Tagesordnung, Teile der Welt unbewohnbar, massenhaft Klimaflüchtlinge, erbarmungsloser Sklavenhandel und keine Hoffnung auf Besserung. Die Geschichte dreht sich um Clint, einen Gewissenlosen Auftragskiller, der in dieser rauen Welt, dank seinen düsteren Talenten, überlebt. Zumindest scheint er gewissenlos, bis er auf dem Sklavenmarkt, während eines Auftrages ein besonderes Mädchen findet und sie entgegen aller Erwartungen rettet. Ins Rollen gerät das Abenteuer der Beiden und eine Reise, bei der Clint versucht, sie, trotz allen Widrigkeiten, nach Hause zu bringen. Denn in ihr schlummert ein Geheimnis für das viele Menschen morden würden um es zu besitzen und eine Gefährliche Frau ist ihnen dicht auf den Versen.
Jan Bassler hat seine Geschichte in der personalen Erzählperspektive, aus der Sicht von Clint geschrieben. Die gewählte Zeitform des Präsens lässt die einzelnen Szenen schnell, direkt und visuell erscheinen, fast wie eine Kameraperspektive und ziehen den Leser damit effektiv in die Spannungsgeladene Geschichte. Jan Basslers Schreibstil macht es unfassbar einfach direkt unterzutauchen, Bilder in den Gedanken entstehen zu lassen und Teil dieser Welt und ihrer Charaktere zu werden. Er hat ein großes Talent dafür seine Szenen genau so detailreich zu beschreiben, dass man leicht und flüssig in seine Geschichten eintauchen kann, jedoch ohne jemals überladen zu wirken.
Seine Figuren sind glaubhaft und verhalten, fühlen und denken so, wie man es unter ihren umständen erwarten würde. Seine Hauptfigur Clint ist effizient, brutal und unbarmherzig und man versteht ihn, denn er tut, was er tut, um in einer Welt zu überleben, in der man sich Empathie nicht leisten kann (wortwörtlich). Umso überraschender ist es also, als unter dieser rauen Schale ein Mensch mit Prinzipien und den Anfängen von Mitgefühl zum Vorschein kommt (vermutlich am überraschendsten für Clint selbst). Ausgelöst von Ysra, die sich ihm zunächst mutig entgegenstellt und nicht klein beigibt. Gemeinsam schaffen die beiden es dann, ein ganz zartes Band zu formen. Ähnlich das, dem Leser zu diesen Figuren, die man im Laufe der Geschichte lieb gewinnt und mit ihnen mit fiebert.
Leider muss dieses Band ein zartes bleiben, denn auf nur ca. 70 Seiten bleibt nicht genug Platz um den Charakteren die Tiefe zu geben, die sie eigentlich verdient hätten. Auch die Story selbst wirkt zusammengezogen und eilig, was aber nicht Jan Basslers Talent zum Schreiben geschuldet ist, sondern vielmehr den Auflagen des Storyteller Awards. Trotz dieser Einschränkungen ist es Jan Bassler aber gelungen, eine spannende, immersive Geschichte zu schreiben, mit tiefgründigen Charakteren, die zum Mitfühlen einladen. Obwohl die Grundidee der mürrischen, scheinbar kaltherzigen Vaterfigur und dem sein Herz erwichenden Schützling nicht unbedingt neu ist (siehe "Mandalorian", "The last of us" oder "the Witcher"), ist sie doch ein Fan Favorite (bei mir auf jeden Fall!) und Jan Bassler schafft es geschickt neue Elemente einfließen zu lassen, die die Geschichte neu und erfrischend machen. Da die kurze Geschichte auch in sich abgeschlossen ist, ist ein Auftakt zu einer mehrbändigen Reihe leider ausgeschlossen (denn diese hätte seine Idee definitiv verdient (und ich würde sie alle lesen)).
Alles in Allem kann ich abschließend sagen, dass Projekt Papilio eine absolute Leseempfehlung ist. Wenn auch kurz, ist es doch eine spannende Geschichte, die zum mit fiebern und mitfühlen anregt. Und einem außerdem mit subtiler (oder auch nicht) Gesellschaftskritik einen a****-tritt verpasst und die Befürchtungen über die Folgen menschlichen Handelns schonungslos in Szene setzt. Wer kurzes, zum Nachdenken anregendes Lesevergnügen sucht, ist hier definitiv an der richtigen Stelle!
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