Die Erde im Jahr 2161. Mit Hilfe einer radikalen, von der Weltregierung eingeführten Geburtenkontrolle ist es gelungen, die Bevölkerungszahl auf etwa dreißig Millionen zu reduzieren. Zeitgleich wurden Programme entwickelt, die jedwede Form von Aggression unterbinden.
Und so führt auch Tristan Weiss ein Leben im Safe Space. Dann allerdings kommt es zu einer Kette von Ereignissen, in deren Folge sich Tristan unvermittelt einer wahren Gewaltlawine ausgesetzt sieht. Sich wehren zu können, wäre jetzt hilfreich. Aber genau diese Reflexe sind ihm fatalerweise abtrainiert worden.
„Cumulus“ ist eine klassische Dystopie. Jan Off greift in diesem Roman gesellschaftliche Entwicklungen auf, die Schlagworte wie „Safespace“ und „Mikroaggression“ hervorgebracht haben, und geht der Frage nach, ob der Glaube an die Erschaffung eines „besseren Menschen“ nicht mehr Gefahren als Chancen in sich birgt.
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Genauso wie es das Leben widerspiegelt, sehr schlau eingefädelt. Er hat den Ampuls der Zeit getroffen teilweise erkenne ich mich manchmal wieder darin ohne es zu wollen.
Zehn von Zehn.
Bewertung
5/5
31.01.2026
Buch (Taschenbuch)
Kreativ, spannend & gruselig
Absolut ratzfatz durchgelesen, aus der Hand lassen ging nicht.
Es zeigt es ein Leben in weiter Zukunft, dass ein bisschen gruselig ist und bitte nicht wirklich so wird
Aber toll, kreativ und richtig reinsaugend geschrieben.
MarcoL
aus Füssen
5/5
18.12.2025
Buch (Taschenbuch)
Intensive Dystopie wozu ein…
Intensive Dystopie wozu ein Mensch alles fähig sein kann. Im Jahr 2161 hat sich auf unserem Planeten so einiges geändert. Es leben nur mehr dreißig Millionen Menschen, es gibt eine rigorose Geburtenkontrolle, und die Kinder/Jugendliche wachsen in einem gesteuerten Umfeld, im Safe Space, auf. Es gibt keinen Besitz mehr, keine Aggressionen, Gewalt, Neid, Eifersucht, usw. Alles ist zum Wohle der Bewohner geregelt. Erst an der Schwelle zum Erwachsenenalter dürfen sie, sobald das System glaubt, sie sind reif dazu, ihr Camp verlassen und in einem benachbarten Ressort eine Familie zwecks Erhaltung der Spezies Mensch gründen. Die Schlafenszeiten sind fix geregelt, quasi auf „Knopfdruck“. Doch Tristan wacht eines Nachts unvermutet auf. Und nicht nur einmal. Er steht auf, obwohl er das nicht dürfte, und geht auf kleine Erkundungsreisen. Seine Neugier siegt über seine Furcht, entdeckt zu werden. Er schafft es über den Zaun in den Bereich der Familien – ein Ort, der wie ein Dauerparadies gehandelt wird. Doch drüben scheint es anders zu sein, wie erzählt wird. Viel anders. Und er wird entdeckt. Er kommt in ein neues Lager. Plötzlich muss er sich beweisen, zur Ergötzung anderer … und das Thema Gewalt bekommt ein neue Dimension. Mehr kann und will ich nicht verraten – denn das würde den Appetit auf das, was dann tatsächlich alles passiert, nehmen. Diese Dystopie zeigt unmissverständlich auf, zu was der Mensch alles fähig wird (oder sein muss), wenn es um die eigenen Vorteile geht. Wie schnell die indoktrinierten Verhaltensweisen und Denkmuster ad acta gelegt werden, Skrupel verschwinden, und die Macht über andere dominiert. Parallelen zu „Die Welle“ sind vorhanden – doch hier in diesem Roman wird noch ein Scherflein daraufgelegt – und entlässt die Leser*innen mit offenem Mund. Die Sprache ist direkt, knapp und treibt einen durch die Seiten – Pageturner ist da das richtige Wort. Ganz große Leseempfehlung für diesen dystopischen Ausflug in die Zukunft und in die psychologischen Grundsätze des Objekts Mensch.
MarcoL
aus Füssen
5/5
18.12.2025
Buch (Taschenbuch)
Intensive Dystopie wozu ein Mensch alles fähig sein kann.
Im Jahr 2161 hat sich auf unserem Planeten so einiges geändert. Es leben nur mehr dreißig Millionen Menschen, es gibt eine rigorose Geburtenkontrolle, und die Kinder/Jugendliche wachsen in einem gesteuerten Umfeld, im Safe Space, auf. Es gibt keinen Besitz mehr, keine Aggressionen, Gewalt, Neid, Eifersucht, usw. Alles ist zum Wohle der Bewohner geregelt. Erst an der Schwelle zum Erwachsenenalter dürfen sie, sobald das System glaubt, sie sind reif dazu, ihr Camp verlassen und in einem benachbarten Ressort eine Familie zwecks Erhaltung der Spezies Mensch gründen.
Die Schlafenszeiten sind fix geregelt, quasi auf „Knopfdruck“. Doch Tristan wacht eines Nachts unvermutet auf. Und nicht nur einmal. Er steht auf, obwohl er das nicht dürfte, und geht auf kleine Erkundungsreisen.
Seine Neugier siegt über seine Furcht, entdeckt zu werden. Er schafft es über den Zaun in den Bereich der Familien – ein Ort, der wie ein Dauerparadies gehandelt wird. Doch drüben scheint es anders zu sein, wie erzählt wird. Viel anders. Und er wird entdeckt.
Er kommt in ein neues Lager. Plötzlich muss er sich beweisen, zur Ergötzung anderer … und das Thema Gewalt bekommt ein neue Dimension.
Mehr kann und will ich nicht verraten – denn das würde den Appetit auf das, was dann tatsächlich alles passiert, nehmen.
Diese Dystopie zeigt unmissverständlich auf, zu was der Mensch alles fähig wird (oder sein muss), wenn es um die eigenen Vorteile geht. Wie schnell die indoktrinierten Verhaltensweisen und Denkmuster ad acta gelegt werden, Skrupel verschwinden, und die Macht über andere dominiert.
Parallelen zu „Die Welle“ sind vorhanden – doch hier in diesem Roman wird noch ein Scherflein daraufgelegt – und entlässt die Leser*innen mit offenem Mund.
Die Sprache ist direkt, knapp und treibt einen durch die Seiten – Pageturner ist da das richtige Wort.
Ganz große Leseempfehlung für diesen dystopischen Ausflug in die Zukunft und in die psychologischen Grundsätze des Objekts Mensch.
Klaus
Thalia Book Circle Community
3/5
29.04.2026
Buch (Taschenbuch)
Schöne neue Welt
Tristan lebt in einer Welt, in der man keinerlei Agressionen kennt, die Menschen, sogenannte Mitverschmutzer, leben harmonisch in kleinen Gruppen, erledigen ebenso harmonisch ihre täglichen Aufgaben, reflektieren regelmäßig ihre Gefühle und Emotionen, Paarbeziehungen im klassischen Sinne gibt es nicht mehr, sexuelle Kontakte werden unkompliziert nach Bedarf verabredet und im Vorfeld bis ins Detail den persönlichen Vorlieben angepasst, um so ein optimales Ergebnis für alle Beteiligten zu erzielen. Das tägliche Leben verläuft eher ereignislos, bis zu der Nacht, in der Tristan plötzlich unplanmäßig aufwacht, etwas, das eigentlich gar nicht möglich sein sollte, wird der Schlaf doch von der Hüterin herbeigeführt und überwacht.
Ich habe das Buch von Autor Jan Off auf der Leipziger Buchmesse entdeckt und war als allererstes erstmal vom etwas ungewöhnlichen Format angetan, in zweiter Linie dann natürlich aber auch von der futuristischen Geschichte. Der Autor nimmt den Leser mit ins Jahr 2161, die Erde hat offenbar einen klimatischen Kollaps hinter sich und das Überleben der Menschheit konnte nur durch eine radikale Geburtenkontrolle gesichert werden. Die jungen Leute in Tristans Alter leben in kleinen Gruppen in einer Colonia zusammen und können sich durch eine entsprechende Lebensweise für den Umzug in die Family-Zone qualifizieren, in der eine Familie gegründet werden kann, alles natürlich streng reguliert und überwacht.
Mich hat das Setting ein wenig an “Die Insel” erinnert, gerade zu Beginn gibt es hier viele Parallelen. Später nimmt die Geschichte dann aber einen gänzlich anderen Verlauf, einen, mit dem ich so nicht gerechnet habe und von dem ich ehrlicherweise auch etwas schockiert bin. Jan Off lässt seine Hauptfigur Tristan erkennen, dass seine Welt ganz anders ist als gedacht und die vermeintliche Harmonie verwandelt sich unvermittelt in Gewalt und Brutalität, hier sehe ich dann eher Parallelen zu “The Purge”, oder aber ansatzweise auch zu “Tribute von Panem”. Was mich dabei am meisten schockiert hat war dabei nichteinmal die Gewalt an sich, ich lese seit vielen Jahren Horror und auch harte Krimis und Thriller, damit kann ich im allgemeinen eigentlich umgehen, was mich schockiert hat war tatsächlich die Art und Weise wir der Autor das Ganze beschreibt, so absolut emotionslos, kalt, steril und gleichgültig, dass es mir eine Gänsehaut verpasst hat. Und nicht nur das, auch Tristans Umgang mit dieser, ihm vorher absolut unbekannten Verhaltensweise ist schockierend, sein sich so schnell in die Situation fügen, sein nicht Hinterfragen, aber am Meisten seine so schnelle Bereitschaft zur Ausübung von Gewalt, ohne groß erkennbare persönliche Konflikte. Seine Figur hadert nur ganz, ganz kurz, erwägt nur den Bruchteil einer Sekunde eine Verweigerung, um sich dieser neuen, berauschenden Macht dann einfach so hinzugeben. Das macht mir ehrlicherweise Angst.
Tatsächlich habe ich etwas mit mir gehadert, was die Bewertung des Buches angeht. Die Art und Weise wie der Autor seine Geschichte erzählt kann man fast als Verherrlichung interpretieren, eben auf Grund dieser absoluten Neutralität und Gleichgültigkeit. Im Nachgang denke ich allerdings, dass er diese Erzählweise bewusst als Stilmittel eingesetzt hat um damit eine Intensität zu erzeugen, die den Leser nicht kalt lässt. Mich hat er damit emotional ziemlich negativ getriggert, aber letztlich muss sich hier jeder seine eigene Meinung bilden. “Cumulus” ist eine Dystopie die von einer Welt nach einem globalen Kollaps erzählt, einer Welt, in der ich nicht leben möchte.
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