Produktbild: Die Obstdiebin oder Einfache Fahrt ins Landesinnere
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Die Obstdiebin oder Einfache Fahrt ins Landesinnere

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Beschreibung

Produktdetails

Zustand

Gut

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

08.04.2019

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

559

Maße (L/B/H)

19,3/11,9/4,1 cm

Gewicht

507 g

Auflage

2. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

2710001274918

Beschreibung

Rezension

»Die Obstdiebin ist, wie jeder Handke, ein sehr seltsames Buch, eines das um seine Seltsamkeit weiß. Es gibt darin Wunderbares und Wunderliches und, wie bei einem modernen Parzival nicht anders zu erwarten, manche Wunde – die das Erzählen nicht heilen, sondern allenfalls bedecken kann.« ("DIE WELT")
»Dieser Roman ist hoch-politisch, subversiv, wenn man Politisches nicht auf platte Agitation und Darstellung sogenannter Realpolitik verkürzt und bereit ist, die im Roman erzählte humanere, warme Welt als politischen Gegenentwurf zur kaltgekachelten, inhumanen Welt zu lesen ...« ("der Freitag")
»Kurz, ein Geschenk ist dieses Buch, ein weiterer Meilenstein im Werk eines der großen Autoren unserer Zeit.« ("WDR")
»Peter Handke hat die Gabe, die Wirklichkeit wie ein paar gut eingelaufene Wanderschuhe sorgfältig zu putzen: eincremen, bürsten, polieren als Kunstwerk. Nicht um etwas zu beschönigen, sondern um dafür zu sorgen, dass man Lust hat, darin weiterzugehen.« ("NDR")
»Wer Handkes Heldin von Chaville ... auf ihrer Wanderung in die ferne, als Sehnsuchtsort ausgemacht Picardie folgt, den nimmt ihr Schöpfer einmal mehr mit auf eine Reise durch seinen eigenen Denk- und Fühlkosmos.« ("Berner Zeitung")
» ... man kann nicht anders, als dieses Buch als ein einziges großes Abenteuer zu empfinden ... « ("Stuttgarter Zeitung")
»Peter Handke nutzt die herzhafte Geschichte von der Obstdiebin immer wieder für aphoristische Einschübe zu Krieg und Frieden, zu Gesellschaft und ihren Verkommenheiten. Diese Einfälle geben dem einfachen Leben auf der Tour eine ernste Würde, die aus dem Roman großartige Literatur macht.« ("Frankfurter Neue Presse")
»Peter Handke zeigt sich einmal mehr als einer der kreativsten, unangepasstesten Dichter von heute.« ("Neue Presse")
»... Handke ist ein Wahrnehmungskünstler, der die unbeugsame Sprachensensibilität, mit der er zu Werke geht, offenlegt im Schreiben.« ("Augsburger Allgemeine")
»... es ist einmal mehr beneidenswert, mit welcher Geduld, mit welch sprachlicher, altmodischer Einfachheit und fast schon naiver Überraschung da einer die Welt sieht, wie sie vielleicht doch noch ertragbar sein kann.« ("Nürnberger Nachrichten")

Produktdetails

Zustand

Gut

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

08.04.2019

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

559

Maße (L/B/H)

19,3/11,9/4,1 cm

Gewicht

507 g

Auflage

2. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

2710001274918

Herstelleradresse

Suhrkamp Verlag
Torstraße 44
10119 Berlin
DE

Email: info@suhrkamp.de

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  • Bewertung

    5/5

    16.01.2018

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Reise ins Innere

    "Was sie doch in den drei Tagen ihrer Fahrt ins Landesinnere alles erlebt hatte: seltsam. Oder auch nicht ? Nein, seltsam. Bleibend seltsam. Ewig seltsam." Handke ist anders. Denkt anders, schreibt anders. Erzählt seine Geschichten anders. Und doch, wenn man ganz genau hinschaut, wenn man sich einlässt, auf das Geschehen, auf die Figuren, auf das langsame Vorbeigleiten des alltäglichen Lebens, dann erkennt man sie ganz deutlich: die Gemeinsamkeiten, die kleinen, winzigen Details unseres Lebens, die wir, in unserer Hektik, in der Schnelllebigkeit der Gesellschaft, immer wieder übergehen, fast nicht mehr wahrnehmen, denen Handke aber Aufmerksamkeit schenkt, denen er Seite um Seite widmet und sie in den Glanz das Außergewöhnlichen rückt. "Die Obstdiebin" ist kein einfaches Buch, dessen muss man sich bewusst sein. Es ist kein Buch, dass man nebenher lesen kann, dass man sich zu Hand nimmt, um abzuschalten und sich für einem Moment aus dem Alltag zurückzuziehen. Stattdessen fordert sie ein, diese Obstdiebin. Sie verlangt all unsere Aufmerksamkeit, zwingt uns dazu Sätze wieder und wieder zu lesen, zwingt uns dazu, zurückzublättern, zu wiederholen. Vor allem aber zwingt sie uns Innezuhalten. Nachzudenken. Zu reflektieren. Wir begleiten sie auf ihrer Reise. Sie, die Obstdiebin, Alexa. Wir begleiten sie auf ihrer Reise ins Landesinnere, nehmen die Welt aus ihren Augen wahr, die kleinen Dinge, die wir doch so gerne übersehen. Und gleichzeitig begleiten wir auch ihn, unseren namenlosen Erzähler, Handke nicht unähnlich, der sich zu derselben Zeit auf den Weg macht. Wir reisen mit ihnen, treffen auf ungewöhnliche Weggefährten und treffen, vor allem und hauptsächlich, auf das Menschsein an sich. Denn während wir zusammen Kilometer um Kilometer zurücklegen, reisen wir weit hinein in unsere eigene Existenz. Denn es ist weniger das Geschehen an sich, dass in der "Obstdiebin" im Vordergrund steht. Es ist das Existieren als Tätigkeit, viel mehr als nur als bloßer Zustand, das das zentrale Element des Buches ausmacht. Wieso bin ich? Wer bin ich? Und vor allem wie bin ich? Wie nehme ich die Welt um mich herum wahr? Was nehme ich wahr? Handke reißt uns heraus aus der Schnelllebigkeit der Zeit, aus der Effektivität als permanentes Bestreben und dem Profit als Gewinn in Aussicht. Und so treffen während der Reise schließlich die äußeren Begebenheiten auf die Inneren, das Wahrnehmen der Außenwelt auf das Empfinden an sich und der Kontrast zwischen beiden Zuständen tritt grell stechend zu Tage. Handke spielt mit der Sprache, baut ungestüme Satzkonstruktion auf ungestüme Satzkonstruktion, spielt mit Rhythmus, Syntax und stellt die Pragmatik auf ein ganz eigenes Level. Und genau das ist es, was das Lesen stellenweise etwas anstrengend macht, was eine Genauigkeit erfordert, die mitunter mühsam ist. Durch seine ganz eigene Art zu Schreiben zwingt uns Handke uns einzig und allein der Obstdiebin zu zuwenden, zwingt uns, alles andere beiseite zu legen, weil es sonst gar nicht möglich ist, dem Inhalt des Buches zu folgen. Dieser Aspekt ist es, der dieses Buch so außergewöhnlich macht, der ihm einen ganz besonderen Reiz verleiht. Es ist dieser Zwang, alles andere stehen und liegen zu lassen, um Alexa durch die französische Landschaft folgen zu können. Es bleibt dem Leser überhaupt nichts anderes übrig, als der Gleichförmigkeit des Alltages zu entfliehen. Handkes Spiel mit den kleinen Dingen und seine Angewohnheit, das Alltägliche in ein besonderes Licht zu rücken machen dieses Buch so unfassbar lesenswert macht, obwohl es den Leser hin und wieder durchaus an seine Grenzen führt. Auf Handke muss man sich einlassen - dann kann nur belohnt werden.

  • Juti

    aus HD

    4/5

    13.03.2018

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Modernes meditatives Buch,…

    Modernes meditatives Buch, das durch außergewöhliche Naturbeschreibungen besticht Es ist das erste Buch, dass ich von Peter Handke gelesen habe. Und ich kann verstehen, dass dieser Autor seine Leserschaft spaltet. Mich hat er überwiegend begeistert. Bei Handke ist der Inhalt schnell erzählt. Zunächst reist der Ich-Erzähler aus der Niemandsbucht, gemeint ist Paris, in die Picardie, dann wechselt die Perspektive und wir begleiten die Obstdiebin auf eine Wanderung von den Paris Vorstädten in die Picardie, wo sie zu guter Letzt einen Familien­feier besucht. Doch viel wichtiger als die Handlung ist die Beschreibung der Natur dessen, was dem jeweiligen Hauptdarsteller so alles begegnet und was er denkt. Ich habe dieses Buch als eine Sammlung lauter Kurzgeschichten, mitunter einfach kurz und wunderbar. So als die Obstdiebin einer Freiluftmesse begegnet. Wie die Überalterung der Teilnehmer beschrieben wird, das habe ich so nie zuvor gelesen. Thomas Gottschalk konnte im Literarischen Quartett aufzählen, wieviel Obst die Obstdiebin tatsächlich geklaut hat. Alle Achtung! Ein Wermutstropfen muss dennoch loswerden. Ich habe das Ende, insbesondere den Sinn der Rede des Vaters nicht verstanden. Will er die Heilige Ehe retten? Ich weiß es einfach nicht. Auch ist mir nicht klar geworden, warum die Erzählperspektive auf S.137 vom Ich-Erzähler zur Obstdiebin wechselt. Ist vielleicht der Ich-Erzähler der Vater der Obstdiebin? Dennoch 4 Sterne. Mindestens.

  • Bewertung

    aus Bern

    3/5

    14.04.2021

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Gemischte Gefühle

    Es braucht schon einige Geduld, um diese Erzählung zu lesen. Jenseits allen Mediengeschreis beschreibt der Autor romantisierend und ziemlich entschleunigend seinen Aufbruch zur Suche nach der Obstdiebin und deren Geschichte. Mir wurde es nach rund 100 Seiten doch etwas zu verträumt langweilig und zusehends befremdlich. Vielleicht eher für Leser mit einer Sehnsucht nach traditionellem Landleben? Bin schon etwas enttäuscht, kann mir aber einige Leser vorstellen, denen solch sisyphusartigen Texte zusagen.

  • Bories vom Berg

    aus München

    3/5

    15.02.2018

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Poetologischer Obstklau Als…

    Poetologischer Obstklau Als «Letztes Epos» hat Peter Handke sein neuestes Werk «Die Obstdiebin» bezeichnet, darauf anspielend, dass seine Geschichte mit dem Untertitel «Einfache Fahrt ins Landesinnere» kein Roman sei, auch der Verlag meidet konsequent diesen Gattungsbegriff. Als Merkmale des Epos gelten in der Wissenschaft der für alle Leser gleichermaßen verbindliche Sinnhorizont, ein allgemeingültiges Weltverständnis also, sowie als literarische Themen Verlust des Naturzustands und Selbstfindung. Es geht mithin um das innerste Menschsein in dieser Geschichte, wobei Handke sich auch hier, wie üblich bei ihm, radikal von allen narrativen Konventionen gelöst hat. «Diese Geschichte hat begonnen an einem jener Mittsommertage, da man beim Barfußgehen im Gras zum ersten Mal im Jahr von einer Biene gestochen wird», heißt es im ersten Satz. Ein Zeichen, wie es der Autor als Ich-Erzähler deutet, für Aufbruch, in seinem Fall dafür, sich auf den Weg zu machen aus seiner Niemandsbucht, mit unklarem Ziel. Ins Landesinnere vielleicht, der «Obstdiebin» folgend, die er von Ferne gesehen hat. Eine dreißigjährige Frau, die dort herumstreift auf ihrer dreitägigen Reise, unstet, zu Fuß zumeist, von Paris aus in die Picardie, der Region nördlich von Paris. Sie will, erfahren wir dann ziemlich spät, zu einem kleinen Familientreffen, und in gottverlassener Gegend, auf der Hochebene des Vexin trifft sie schließlich die Eltern und den Bruder in einem bescheidenen Cateringzelt. Es ist, wie man sehen kann, nicht leicht, so etwas wie eine Handlung aus den 559 Buchseiten heraus zu destillieren, die im Zeichen des Eskapismus stehen. Die Anklänge an Parzival sind unübersehbar, Wolfram von Eschenbach wird öfter zitiert, und so kann man die seltsame Geschichte der Obstdiebin am treffendsten denn auch als eine abenteuerliche Reiseerzählung bezeichnen, wundersam und mythisch, ein stiller Lobgesang auf das einfache, naturverbundene, arglose Leben. Und im letzten Absatz der immer wieder wundersam schwebend erscheinenden Geschichte steht geschrieben: «Was sie doch auf ihrer Fahrt ins Landesinnere alles erlebt hat, und wie jede Stunde dramatisch gewesen war, auch wenn sich nichts ereignete, und wie in jedem Augenblick etwas auf dem Spiel gestanden hatte … Nein seltsam. Bleibend seltsam. Ewig seltsam.» Und in der Tat, Handkes poetische Erzählung einer surrealen Tour lebt von der Magie des Augenblicks, vom Zauber zufälliger Geschehnisse, von der Unbestimmtheit ihrer Figuren, von den Wundern der Natur. Zu denen leitmotivisch natürlich das Obst gehört, welches die mystische Heldin aber nur dann begehrt, wenn es fast unerreichbar ist, am besten als Zufallsfund auf einem bereits abgeernteten Baum oder als erste reife Frucht, immer aber als Mundraub in freier Natur. Handke benutzt diese Wanderung durch die Picardie, diese Landschaft seiner Sehnsucht, um sinnierend und reflektierend seinen ureigenen Gedankenkosmos vor dem Leser auszubreiten, um aphoristisch gekonnt und sprachmächtig ein Weltbild der Erleuchtung zu entwickeln. Ein Dichter, der behutsam gegen ein ungutes Weltgeschehen anschreibt, so als wollte er die Zeit anhalten. Was sind denn nun die Lesefrüchte in einem Epos ohne Plot, in dem nichts erklärt wird, dessen Figuren keine Psyche zu haben scheinen, die der Rede wert wäre? Sprachlich hat Handke seinen ureigenen Stil gefunden, benutzt altmodische Wendungen in langen Satzgebilden, lässt, wenn überhaupt mal, seine wundersamen Figuren eher kryptische Sätze sprechen oder, wie am Ende der Vater bei seiner Festrede, überlange pathetische Monologe. Zur Höchstform läuft der Autor auf, wenn er detailliert und wunderbar anschaulich die Natur beschreibt oder seine lebensechten, sympathischen Figuren. Es sind die kleinen Dinge mithin, und die kleinen Leute auch, die im Fokus stehen, die hier zu Literatur werden, wenn man die unbedingt erforderliche Geduld mitbringt beim Lesen und den Sinn für die erzählerischen Flickflacks eines originären Schriftstellers.

  • Bewertung

    aus Bludenz

    2/5

    14.04.2021

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Mühsam

    Ich habe das Buch gekauft, weil Handke den Nobelpreis 2019 erhalten hat. Ich versuche, jedes Jahr ein Werk des aktuellen Nobelpreisträgers zu lesen. Mich interessiert, was das Besondere dieser Autoren ausmacht. Mit der Obstdiebin habe ich wohl einen Fehlgriff getan? Meine erste Frage: Wo ist die Handlung? Mir hat sich keine erschlossen! Das Lesen, überhaupt, bereitet ausgesprochen große Mühe! Satzkonstruktionen, die durchaus eine halbe Seite umfassen .... Meine zweite Frage: Warum soll man das Buch lesen? Mir fehlt die Antwort

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