Amiens, 336 n. Chr. Ein junger römischer Soldat teilt seinen Mantel mit einem Bettler - eine Geste der Barmherzigkeit, die Geschichte schreibt. Doch für Martinus ist es nur der Anfang: Christus erscheint ihm im Traum und ruft ihn zu einer Bestimmung, die ihn alles kosten wird, ihn aber das Leben gewinnen lässt. Vom Krieger zum Mönch, vom Einsiedler zum legendären Bischof von Tours - Martin kämpft gegen Kaiser und Dämonen, opfert die Liebe zu einer Frau und trotzt dem Tod. Ein Mann zwischen zwei Welten, der zum größten Heiligen seiner Zeit wird. Martin von Tours, wie Sie ihn noch nie erlebt haben.
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In diesem Winter war es bitterkalt das die Vögel tot vom Himmel fielen. Die Armen litten am meisten, und schon einige Bettler waren erfroren.
Ein Reitertrupp nähert sich in der Kälte dem Stadttor. Aelia und ein alter Mann harrten unter dem Stadttor aus, um auf Almosen zu hoffen. Die Reiter scheinen der Bettelnden nicht recht interessiert. Bis auf einen, der auf dem schnaubenden Schimmel, hielt an. Aelia, nutzte ihre Chance und bettelte den jungen Soldaten an, der einen leuchtend roten, langen Wollmantel trug.
Dieser gab ihr eine Münze und wollte ihren Namen wissen. „Aelia“, heiße sie und „wie ist dein Name, Herr“? „Ich heiße Martin“
Aelia hatte mangelndes Augenlicht, doch seine Stimme hinter lies bei ihr milde, einfühlsam und gewaltige innere Stärke.
Aelia freute sich über die Münze, Martin wollte weiter reiten, da bat Aelia das er doch noch nach dem alten Mann schauen sollte. „Dieser trägt nur noch alte Lumpen und erfriert demnächst“.
„Das möge Gott verhindern“, entgegnete Martin, zog sein Schwert und zerschnitt seinen roten Wollmantel in zwei Teile und gab eine Hälfte dem alten Mann. Martin ritt weiter. Der alte Mann gab Aelia aus freien Stücken die Wollmantelhälfte, er bräuchte sie nicht. Aelia machte sich auf den Heimweg, den Mantel fest an den Leib gepresst, sie spürte kaum mehr die Kälte. Dieses Mantelstück sollte in die Geschichte gehen.
336 n Chr.
Das ist die Geschichte vom Heiligen Martin.
Martin, der zufällig bei einem Gottesdienst vorbei kam um einem Pfarrer zu lauschen, spürte ab da ein Verlangen nach Jesus, Glauben und Christ sein, das ihn nie mehr los lies!
Schon in der Soldatenzeit spürt Martin das ihm Barmherzigkeit gegenüber Menschen am Herzen liegt. Schon sein Diener Alaric genoss diese Art des Rollentausches. Doch unter der harten Riege des Soldatenlebens, bekam Martin oft Hohn und Spott zu spüren, wegen seiner christlichen Neigung. Martin fehlte noch die Taufe zum wahren Christen.
Martin musste die Soldatenlaufbahn auf Wunsch seines Vaters einschlagen. Martins Vater war nicht erfreut das Martin Christ sein wollte. Martin gehorchte seinem Vater und erträgt schmerzhaft diese Zeit. Wenn meine Dienstzeit zu Ende ist, werde ich nur noch Gott dienen. Martin war 20 Jahre Soldat.
Doch dann ging er seinen eigentlichen Weg um Gott zu dienen.
Martin bleibt in der Geschichte seinem Charakter treu und vergisst kaum einen Armen oder Bedürftigen zu helfen. Schlechten Menschen versucht er über Gott zu erzählen um sie umzustimmen. Oft unter Lebensgefahr begibt sich Martin auf dünnes Eis, doch das göttliche Schicksal zur guten Wendung einer Gefahr überrascht so manchen Feind oder Spötter. Dies bleibt nicht unbemerkt in der Bevölkerung um das Wirken, Helfen und Heilen vom Hl. Martinus.
Martin wird Mönch, dann zum Einsiedler und zum Schluss der legendäre Bischof von Tours. Eine kurze Freundschaft zu einer Frau, opferte er seiner weiteren Bestimmung Gott zu dienen. Spannende Szenen mit mutigen Kämpfen gegen den Kaiser, große enttäuschende Momente gab es von diesem. Auch Martin musste ab und an aus der Haut fahren und kämpfen. Seine christliche Überzeugung, und das Bekenntnis auch er sei nicht vollkommen, sprach positives. Interessanter Einblick in das Wirken und Leben von Martin. Lustig das Gänse schuld waren, daß er Bischof von Tours wurde. Martin wird Älter und seine Kräfte sind nicht mehr die gleichen.
Seine Einstellung Gott wirkt Wunder und alle Menschen sind Sünder, hatten eine Ehrlichkeit.
Ich bin bestens, lehrreich in diesem christliche, historischen Roman unterhalten worden.
5 Punkte
Bewertung
aus Magdeburg
5/5
04.10.2025
Buch (Taschenbuch)
Vom Soldaten zum Bischof
Ein junger römischer Soldat teilt seinen Mantel mit einem Bettler – der Moment, der Geschichte schreibt und Martin zum Heiligen macht.
Günter Krieger hat daraus einen historischen Roman gemacht. Grundlage waren u.a. die Aufzeichnungen von Sulpicius Serverus, der diese bereits zu Lebzeiten Martins gemacht hat.
Martin dient als treuer Soldat dem Kaiser, wie lange genau, muss offen bleiben, da es unterschiedliche Angaben gibt. Während dieser Zeit lebt er seinen christlichen Glauben, sehnt aber das Ende seines Kriegsdienstes herbei. Danach lebt er seinen Traum als Mönch und Einsiedler, bevor er mit einer List zum Bischof von Tours ernannt wird. Der Autor unterteilt seinen Roman dann auch folgerichtig in diese drei Lebensabschnitt und stellt Martin in seinen unterschiedlichen Facetten vor. Vieles war mir unbekannt oder ich habe es nicht mit Martin in Verbindung gebracht. Sehr schön eingebettet ist die Legende mit den Gänsen.
Neben Martin, der ein gesegnetes Alter erreicht, treffen wir fiktive und historische Persönlichkeiten, die entsprechend ihrer „Rollen“ beschrieben werden.
Der Stil ist flüssig und gut lesbar und wird durch zahlreiche Legenden angereichert. Ein Nachwort gibt ergänzende Erläuterungen. Natürlich dürfen Lebenslauf und Literaturverzeichnis nicht fehlen.
Fazit: ein christlich-historischer Roman über Martin von Tours, auch für nicht christliche Leser
Bewertung
4/5
18.10.2025
Buch (Taschenbuch)
Sankt Martin....
....den meisten sollte dieser Heilige durch die Erzählung vom geteilten Mantel, dessen Hälfte er einem Bettler gab, bekannt sein oder aber auch durch die Tradition der Kinder mit Laternen von Haus zu Haus zu ziehen.
Dieses Buch nun erzählt in Form eines historischen Romans von seinem Leben und Wirken. Von seiner Zeit als Soldat, als Eremit, als Bischof bis hin zu seinem Tod. Es ist sehr gut recherchiert und hält sich - wie im Nachwort erklärt - zu großen Teilen an bekannten Überlieferungen aus seinem Leben. Hier und da wurde ein wenig dazu erfunden um der Geschichte besser folgen zu können.
Der Schreibstil gefiel mir sehr gut und die Aufteilung des Romans in verschiedene Episoden des Lebens Sankt Martins sowie die darin nochmal unterteilten relativ kurzen Kapitel sind gut gewählt. So kann man bei wenig Zeit auch einfach mal ein Kapitel dazwischen schieben.
Wie gefiel mir - als jemand der historisch zwar sehr interessiert aber selber nicht wirklich gläubig ist - der Roman? Ich für meinen Teil fühlte mich gut unterhalten und habe so manch neuen Einblick in das Leben der Zeit Sankt Martins bekommen. Wer historische Romane mit Bezug auf bekannte Persönlichkeiten vergangener Zeiten mag sollte definitiv einen Blick in das Buch riskieren
Bewertung
aus Moosburg
4/5
26.09.2025
Buch (Taschenbuch)
Sankt Martin näher gebracht
Eine bitterkalte Winternacht. Ein römischer Soldat. Ein frierender Bettler. Und eine Entscheidung, die die Geschichte des Christentums prägte. Was bringt einen Elitesoldaten der kaiserlichen Garde dazu, seinen wertvollen Militärmantel zu zerteilen und die Hälfte einem Bettler zu schenken? Diese bewegende Szene markiert den Wendepunkt im Leben des Martin von Tours und den Beginn eines außergewöhnlichen spirituellen Weges, der bis heute Millionen Menschen inspiriert. In diesem fesselnden christlich-historischen Roman erwacht eine der bedeutendsten Gestalten des frühen Christentums zum Leben. Begleiten Sie Martinus auf seinem erschütternden Weg vom gehorsamen Soldaten zum furchtlosen Bekenner, der sogar dem mächtigen Caesar die Stirn bietet: „Bis heute habe ich dir gedient, Caesar. Erlaube mir, jetzt in den Dienst Gottes zu treten.“ Der Roman zeichnet authentisch das Ringen eines Mannes zwischen weltlicher Pflicht und göttlicher Berufung. In einer Zeit, als das Christentum um seine Identität kämpft und Glaubenskriege die junge Kirche zu zerreißen drohen, wird Martin zur Stimme der Demut und Nächstenliebe. Seine Wundertaten – von Heilungen bis zu Totenerweckungen – sind eingebettet in eine tiefgründige Erzählung über wahre Größe, die sich in Bescheidenheit zeigt. (Klappentext)
Was für ein historischer Roman. Schon nach wenigen Seiten konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. So war ich in der Handlung gefangen und wollte nur noch weiterlesen, um zu erfahren, wie sich alles weiterentwickelt. Ich wurde nicht enttäuscht. Der Schreibstil ist gut lesbar, spannend, bildgewaltig und das Kopfkino bekommt so einiges zu tun. Die Handlung ist nachvollziehbar, vorstellbar und klingt authentisch. Schnell unternimmt man eine Zeitreise und kann sich alles sehr gut vorstellen. Fast so als ob man selbst dabei wäre. Die verschiedenen Charaktere sind real vorstellbar und entwickeln sich auch entsprechend weiter. Der Autor vermittelt durch seinen Schreibstil und durch seine Erzählung den Eindruck, dass sich alles wirklich so zugetragen haben könnte. Eine gelungene Gratwanderung zwischen Fiktion und Wirklichkeit. Ein lesenswertes Buch
Bewertung
aus Glauchau
5/5
04.10.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein Leben für den Glauben
„...Es war der härteste Winter seit Menschengedenken. Die Sonne gefror zu Eis, Vögel fielen tot vom Himmel, und die gesamte Provinz Belgica lag unter einem frostigen Zelt schneidender Kälte...“
Mit diesen Zeilen beginnt die Erzählung über Martin von Tours. Wir schreiben das Jahr 336.
Der Autor hat eine abwechslungsreiche Romanbiografie geschrieben.. Der Schriftstil lässt sich flott lesen. Gekonnt werden Legenden in das Geschehen mit eingeflochten. Das Buch zeugt von exakter Recherche.
Am nördlichen Stadttor von Amiens hoffen das Mädchen Aelia und ein Bettler auf milde Gaben. Das Mädchen hat zumindest ein Zuhause und lädt den Bettler ein, sie zu begleiten. Da reiten fünf Soldaten durch das Tor. Einer von ihnen hält an und gibt dem Mädchen eine Münze und den Bettler seinen halben Mantel. So beginnt die Geschichte des Martinus von Tours. Übrigens beantwortet der Autor in seinem Buch auch die Frage, warum Martin nur den halben Mantel weggegeben hat. Das Geschehen spricht sich herum.
Martin absolviert seine geforderte Zeit als Soldat. Immer wieder erzählt er einen Kameraden vom Glauben.
Nach seiner Entlassung wendet er sich an den Bischof von Trier.
„...Ich besitze nicht die Gabe der heiligen Apostel. Nach einem ruhelosen Soldatenleben sehne ich mich nur danach, Gott in Stille zu preisen, im einsamen Gebet...“
Doch seine Bestimmung ist eine andere. Immer wieder fällt seine Demut und Bescheidenheit auf. Er hat einen Blick für die Nöte der Menschen, findet die richtigen Worte und erzeigt ihnen Barmherzigkeit. Natürlich kann er den theologischen Streitigkeiten seiner Zeit nicht ausweichen. Besonders die Lehre über die Dreifaltigkeit sorgt für Unfrieden.
Martin wird Mönch und Eremit, bevor er auf ungewöhnliche At zum Bischof von Tours berufen wird. Auch hier bleibt er bescheiden. Er sieht sich als Diener und Helfer, nie als Herrscher. Trotzdem vertritt er selbst gegenüber Königen seine Meinung.
Im Anhang befindet sich der Lebenslauf des Martin von Tours.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen.
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