Graue Nashörner sind Risiken, die Unternehmen kennen - oder zumindest kennen sollten. Sie tauchen nicht plötzlich auf wie schwarze Schwäne, sondern sind vorhersehbar. Und doch handeln viele Unternehmen nicht. Gerade auf geopolitischer Ebene schlägt für die europäischen Unternehmen nun die Stunde der Nashörner. Die Vereinigten Staaten und China kämpfen um die globale Vorherrschaft: mit Zöllen und Exportkontrollen, künstlicher Verknappung von Rohstoffen oder technischen Standards. Trumps und Xis Nashörner sind brandgefährlich - und wenn sich Unternehmen nicht wappnen, drohen sie in diesem Kräftespiel zermalmt zu werden. Der Geopolitikexperte Ansgar Baums und der Spiegel-Bestsellerautor und Technikexperte Thomas Ramge fordern deshalb intelligentes, geopolitisches Risikomanagement in einer umkämpften, ungeordneten Welt. Und sie zeigen, wie das geht.
Kompetent und praxisnah beschreiben sie in ihrem Buch die neue Kampfzone, in der sich Europas Unternehmen bewähren müssen. Drei Fragen stehen im Fokus: Was sind die Mechanismen dieses digitalen Kalten Krieges? Welche Risiken ergeben sich aus der neuen geopolitischen Machtordnung für Unternehmen? Und mit welchen Managementstrategien lassen sich diese Geotech-Risiken minimieren?
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Interessanter Einblick in die Welt der Unternehmer
Rosi aus Neuendettelsau am 01.10.2025
Bewertungsnummer: 2613175
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
MEINE MEINUNG
Dieses Buch behandelt ein Thema, das nicht ganz uninteressant ist, aber wenn man ein Neuling auf diesem Gebiet ist, dann tut man sich schon etwas schwer.
Es sind sehr viele Fachbegriffe darin, die ich leider nur per Google verstanden habe. Das macht das lesen dann hier etwas schwierig.
Ich wollte mich dennoch mit dem Thema befassen um besser zu verstehen, was es mit den geopolitischen Risiken so auf sich hat.
Auch wenn man ein Neuling auf diesem Gebiet ist, so ist es doch sehr interessant zu lesen, auch wenn man manche Stellen vielleicht öfters lesen muss um es besser zu verstehen.
Das Buch enthält auch viele Grafiken, die uns bildlich verdeutlichen, was damit gemeint ist.
Es lohnt sich auf jeden Fall in dieses Thema einzutauchen, denn dann versteht man das ein oder andere vielleicht auch besser.
Nicht ist wichtiger als sich mit der Politik zu befassen, so wie es im Moment bei uns abgeht.
Es ist wohl aber eher für Leute gedacht, die sich intensiv mit diesem Thema beschäftigen, denn die Fachbegriffe sind hier schon heftig für einen Menschen, der nicht studiert hat.
Aber was ich als Nicht Profi sagen kann; es scheint hier wirklich sehr relevant zu sein, was wir hier alles lesen, denn es befasst sich ja auch mit aktuellen Themen.
Das ist auf jeden Fall kein Buch, das man mal eben so nebenbei lesen kann, man muss sich hier schon sehr konzentrieren.
Ich denke mal die Zielgruppe ist hier eine andere, als wie mich.
Dennoch will ich das hier nicht in die Bewertung einfließen lassen, das ich nicht viel davon verstehe. Die Zielgruppe sind hier wohl eher Unternehmer, die mit der Materie konfrontiert sind. Aber hier denke ich, ist sehr viel Potenzial vorhanden. Und deshalb vergebe ich hier auch gerne die vollen 5 Sterne, denn einem Menschen der mit der Sache zu tun hat, wird es viel weiter helfen als mir.
Risikofaktor Geopolitik
Bewertung am 27.09.2025
Bewertungsnummer: 2608854
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
“Die Stunde der Nashörner” ist ein von zwei renommierten Fachleuten geschriebenes Sachbuch, das graue Nashörner identifiziert, also Probleme, die in Unternehmen sichtbar sein sollten und diese nachhaltig beeinflussen. Eine entscheidende Rolle kommt dabei der Geopolitik zu.
Ansgar Baums hat Management Funktionen bei erfolgreichen Unternehmen inne und verfügt im Bereich Government Relations über langfristige Erfahrung aus der Praxis, Spiegel- Bestseller- Autor Thomas Ramge ist ein vielfach preisgekrönter Wirtschaftsjournalist und Buchautor.
Der erste Abschnitt das Buches -betitelt Wandel- beschäftigt sich mit den veränderten geopolitischen Verhältnissen, geprägt von den Hauptakteuren USA und China. Globalisierte Lieferketten und Exportzuwächse zu Beginn des Jahrtausends wurden zunehmend abgelöst durch Unternehmenspatriotismus und Protektionismus in beiden Staaten. Damit verbunden sind diverse Markteintrittsbarrieren, Regularien und Handelshemmnisse, die die Unternehmen zwingen, vertikale Wertschöpfungsketten in den jeweiligen Märkten aufzubauen und ihre geopolitische Resilienz für jede Produktkomponente kritisch zu hinterfragen. Damit verbunden muss das Risiko bis zum n-ten Subunternehmer analysiert werden. Zudem gehen die beiden Staaten auch im Bereich der IT-Stacks getrennte Wege und zwingen damit Unternehmen, sich für ein One-Stack oder Two-Stack Szenario zu entscheiden. Zudem verfolgen die USA und China neben strategischen Sicherheitskonzepten extrem unterschiedliche weltanschauliche Modelle, gemeinsam ist ihnen aber, möglichst alle Vorteile für das eigene Land zu generieren und sich auf der Weltbühne nachhaltig Einfluss zu verschaffen. Dazu kommt vor allem bei den USA die veränderte Einstellung zu Europa, das durch die Struktur der EU wesentlich schwerfälliger auf geopolitische Risiken reagieren kann als Amerika. Besonders die erratische Zollpolitik des Präsidenten bringt Unsicherheit in Unternehmen und Märkte. Polykrisen wie Corona, die Finanzkrise, der Krieg in der Ukraine wie der Streit um Taiwan haben dazu beigetragen die Lieferkettenproblematik extrem zu verschärfen.
Im zweiten Abschnitt des Buches werden Unternehmen auf geopolitische Risikofaktoren hingewiesen. Das können unter anderen “schwarze Listen” sein, die den Unternehmen den Marktzugang erschweren oder unmöglich machen, unterschiedliche Industriestandards und Inkompatibilität der IT-Stacks. Damit sind Unternehmen zur Anpassung gezwungen, wenn sie weiterhin am Markt präsent sein wollen. Selbstverständlich ist das eine Kostenfrage, aber auch eine Frage der Wettbewerbsfähigkeit auf dem Weltmarkt. Gerade sehen wir bei den USA und schon länger bei China, dass EU- Unternehmen in den jeweiligen Ländern nicht nur produzieren müssen, sondern auch die Verlagerung vor allem der F&E Abteilungen verlangt wird. Die Krise in der Industrie und der Verlust von europäischen Arbeitsplätzen ist jeden Tag Thema in den Wirtschaftsnachrichten.
Der dritte Teil des Buches schlägt Unternehmen vor, was sie unternehmen können, um die geopolitische Resilienz zu stärken. Dabei wird klar, dass die jeweiligen Entscheidungen zwar Top-Down fallen müssen, jedoch jedes Unternehmensdepartment betroffen ist. HR-Abteilungen müssen überlegen, in welcher Form sie ausländische Mitarbeiter beschäftigen, das Finanzmanagement ist betroffen, da es oft nur möglich ist, im Land erwirtschaftete Gewinne auch nur dort zu reinvestieren. Ebenso muss sich das Marketing und die Markenpolitik an die Wirtschaftsräume anpassen. Letztlich geht es im Buch um das Risikomanagement für Hardware- Lieferketten, das nicht nur die jeweiligen Firmen, sondern die Gesamtwirtschaft eines Wirtschaftsraumes betreffen kann.
Mein Fazit:
Zu Beginn möchte ich anmerken, dass mir zwar die Lieferkettenproblematik bewusst war, ich mich jedoch nie mit dem Thema über seine Grundzüge hinaus beschäftigt habe. Beim ersten Lesen des Buches war ich verwundert, dass makroökonomischen Parametern wenig Beachtung geschenkt wird. Allerdings hat mich eine Risikomanagerin darauf hingewiesen, dass das die Komplexität der Prognosemodelle über Gebühr erhöhen würde. Das Buch fokussiert sich stark auf die Halbleiterindustrie, jedoch sind die Risiken branchenweise ganz unterschiedlich. Zudem meine ich, dass es bei der Modellierung darauf ankommt, dynamische Zugänge zu denken.
Die Stunde der Nashörner ist ein äußert empfehlenswertes Fachbuch für Entscheider, im Unternehmen Betroffene und Interessierte, die jedoch etwas wirtschaftliche Vorbildung haben sollten. Das Buch ist sehr aktuell und hervorragend recherchiert, am Ende das Buches findet sich ein ausführliches Quellenverzeichnis. Wer die Auseinandersetzung mit dem komplexen Thema der Geopolitik und ihrer Verwerfungen nicht scheut, findet hier eine interessante, von Experten geschriebene Zusammenschau.
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