Der dritte Fall für Sebastian Buck und Maike Lange.
Bei einem Wohnungsbrand im Frankfurter Nordend kommt ein alter Mann ums Leben. War es ein tragischer Unfall oder steckt mehr dahinter? Für Kriminalhauptkommissar Sebastian Buck und seine Kollegin Maike Lange scheint der Fall schnell klar. Sie ahnen nicht, dass ein weiterer Mensch in Lebensgefahr schwebt.
Kein klassischer "Whodunit", sondern ein Kriminalroman der etwas anderen Art, bei dem die Suche nach Täter oder Täterin nicht unbedingt im Mittelpunkt steht.
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„Branderbe“ von Lou Sandberg ist bereits der dritte Band mit dem Ermittler-Duo Sebastian Buck und Maike Lange.
Das Cover mit den züngelnden Flammen unterstreicht den Titel und ist ein Eye-Catcher. Das Buch erschien 2025, die Handlung spielt in der Gegenwart. Die Kapitel haben eine angenehme Länge, sind lediglich nummeriert, es sind weder Zeit- noch Ortsangaben vorhanden. Der Schreibstil ist flüssig, gut beschreibend. Der Fall steht für sich alleine. Soweit erforderlich sind Hinweise auf die Vorgeschichte vorhanden.
Bereits durch den Prolog wird man sofort in die Handlung hineingezogen. Nur ein Zufall verhindert ein Unglück größeren Ausmaßes, dennoch kommt ein alter Mann bei dem Wohnungsbrand ums Leben. Für die Polizei stellt sich die Frage, ob es sich um ein reines Unglück handelt oder um einen Mordanschlag. Der Kreis der Verdächtigen scheint überschaubar. Einerseits versucht der Vermieter seit längerem, das alte Ehepaar aus der Wohnung zu vertreiben, andererseits versorgt eine Pflegerin die alten Leute, die sich ihr gegenüber sehr großzügig zeigen. Und last but not least könnte sich auch die alte Frau zu sehr überlastet gefühlt haben, litt der Verstorbene doch stark an Demenz.
Je intensiver Sebastian Buck und Maike Lange die Hintergründe und Lebensumstände der Verdächtigen durchleuchten, desto mehr stoßen sie auf sehr aktuelle gesellschaftliche Probleme, wie Pflegebedürftigkeit, Gewalt in der Ehe sowie Machenschaften skrupelloser Immobilienbesitzer. Dadurch ergeben sich immer wieder überraschende Gesichtspunkte, unvorhersehbare Wendungen, bedrohliche Situationen, aber auch ergreifende Szenen. Die Spannung ergibt sich nicht nur durch die Tätersuche, sondern auch durch die menschlichen Schicksale. Man fiebert mit, leidet mit, bis zum dramatischen Finale.
Die handelnden Personen sind charakterlich gut gezeichnet, zeigen Ecken und Kanten und Emotionen, wirken aus dem Leben gegriffen. Die Art und Weise, wie das alte Ehepaar Alma und Erich miteinander umgeht, ist berührend. Die Pflegerin Marina Novak hat ein gutes Herz, kümmert sich liebevoll um die alten Leute, leider ist sie zu gutgläubig und schwach ihrem brutalen Ehemann gegenüber. Der Vermieter ist ein fieser Geizkragen. Das Ermittler-Duo Buck und Lange ist zwar noch nicht ein Herz und eine Seele, sie sind des Öfteren nicht einer Meinung, arbeiten aber dennoch gut zusammen. Das Privatleben der beiden ist gut dosiert mit verwoben.
„Branderbe“ war mein erstes Buch dieser Autorin, aber sicher nicht mein letztes. Das Buch ist nicht nur sehr spannend, sondern besticht auch durch die zwischenmenschlichen Themen, die Tiefgang in die Handlung bringen. Abgesehen davon, dass ich die Vorgängerbände gerne nachlesen möchte, freue ich mich auf den nächsten Fall. Auch möchte ich gerne wissen, wie es privat mit den Ermittlern weitergeht.
Gerne empfehle ich diesen Krimi weiter und vergebe 5 Punkte.
Martin Schult
aus Borken
5/5
10.02.2026
Buch (Taschenbuch)
Ergreifender Kriminalroman
Im Frankfurter Nordend kommt ein alter Mann bei einem Wohnungsbrand ums Leben, während seine Frau knapp überlebt. Was zunächst wie ein tragischer Unfall wirkt, entpuppt sich nach und nach als ein mögliches Verbrechen. Das Ermittler-Duo Maike Lange und Sebastian Buck ermitteln im engeren Umfeld und stoßen zunehmend auf Ungereimtheiten, die den scheinbar gewollten Tod des vermögenden Mannes als immer wahrscheinlicher erscheinen lassen. Zudem entsteht durch die Ermittlungen ein neues Spannungsfeld, welches große Gefahren für die beteiligten Personen hervorrufen...
"Branderbe" ist mittlerweile der dritte Fall des Frankfurter Ermittlerduos Sebastian Buck und Maike Lange. Ich bin mit dem aktuellen Fall in die Reihe gestartet und hatte zu keiner Zeit Verständnisprobleme. Die Autorin Lou Sandberg erzählt die Geschichte in einem ruhigen und sehr flüssig zu lesenden Schreibstil, der mich schnell in den Bann ziehen konnte. Der Spannungsbogen wird mit dem tragischen Brand zu Beginn des Buches gut aufgebaut und über die Ermittlungen, sowie die interessant gezeichneten Protagonisten auf einem aus meiner Sicht hohen Niveau gehalten. Es entwickelt sich eine ergreifende Geschichte, bei der nicht primär die Tätersuche, sondern die Aufarbeitung der Hintergründe und die emotional wie gesellschaftlich relevante Thematik im Vordergrund steht. Es gelingt Lou Sandberg dabei sehr gut, die ganze Szenerie als auch die Polizeiarbeit sehr authentisch wiederzugeben und sorgt damit für viel Tiefgang in diesem berührenden Kriminalroman.
Insgesamt ist "Branderbe" ein für mich mehr als gelungener Kriminalroman, der sich aus der Masse des Genres hervorhebt, indem er auf Themen wie Pflegekräftemangel und Überlastung im sozialen Bereich, sowie Gewalt gegen Frauen mit ausgeprägten Abhängigkeitsdynamiken würdevoll eingeht und so den Leser auch emotional gefangen nimmt. Ich empfehle das Buch daher sehr gerne weiter und bewerte es folgerichtig mit den vollen fünf von fünf Sternen.
Bewertung
Thalia Book Circle Community
5/5
06.02.2026
Buch (Taschenbuch)
Ein atemberaubender Krimi mit reichlich Tiefgang
In einem Frankfurter Mehrfamilienhaus kommt es beinahe zu einer furchtbaren Katastrophe. Gerade noch rechtzeitig kann ein Jugendlicher verhindern, dass ein Großbrand ausbricht, und doch kommt ein alter Mann ums Leben. Unfall oder Brandstiftung? Kriminalhauptkommissar Sebastian Buck und Kollegin Maike Lange stehen zunächst vor einem Rätsel.
Angesengte Bruchstücke eines Testaments, flammendes Feuer und ein geheimnisvoller Tresorschlüssel ziehen sofort den Blick auf den Titel, der ganz hervorragend zum Inhalt passt.
Lou Sandberg versteht es, ihre Leserschaft vom ersten Moment an zu fesseln. Ich finde, sie schreibt so lebendig, realitätsnah und detailreich, dass nicht nur umgehend das Kopfkino anspringt, sondern auch die Umstände und die sich langsam offenbarenden Ermittlungsergebnisse sehr bewegen und berühren. Ihre Protagonisten sind aus dem Leben gegriffen, ihre Eigenheiten sind echt und ihre Aktionen und Überlegungen sehr gut geschildert und perfekt nachzuvollziehen.
Trotz aller Spannung, die bis zum atemberaubenden Showdown konstant bleibt, versteht es die Autorin, gleich mit mehreren Themen Tiefgang zu erzeugen. Es geht um alte Menschen, den Pflegekräftemangel, aber auch um Gewalt gegen Frauen, die sich aus der Spirale nicht befreien können. Hier sind wahrlich viele Brennpunkte in einem absolut fesselnden Krimi vereint, der sehr schnell einen Sog entwickelt! Unbedingt lesen!
Streiflicht
Thalia Book Circle Community
5/5
27.01.2026
Buch (Taschenbuch)
Bester Teil der Reihe
Schon vom ersten Band an verfolge ich diese Reihe um die beiden so unterschiedlichen Ermittler Sebastian Buck und Maike Lange. Ich mochte Strohtod sehr, Mainblüte fand ich persönlich etwas schwieriger, was aber am traurigen Thema lag, und nun ist mit Branderbe meiner Meinung nach der beste Teil der Reihe erschienen. Ich hatte das Buch recht flott gelesen und es hat mich gut unterhalten.
Ich fand die Geschichte an manchen Stellen ein bisschen vorhersehbar(oder ich hab gut geraten), aber trotzdem war sie gut geschrieben und war spannend. Man kann richtig gut mitfühlen und gerade im zweiten Teil habe ich auch viel mitgelitten. Die Witwe des alten Mannes tat mir wirklich leid, das war traurig. Autorin Lou Sandberg hat es richtig drauf, dass man sich als Leserin den Figuren nahefühlt und daher auch mitfiebert. Das macht das Lesen umso schöner! Mit dem Epilog bin ich umso gespannter auf einen vierten Band, der hoffentlich bald kommt!
Toll finde ich, dass das Cover, der Titel und der Inhalt so gut zusammenpassen. Wenn man das Buch fertiggelesen hat, sollte man unbedingt nochmal einen Blick vorne aufs Buch werfen. Schöne Komposition!
Israelfreund
5/5
17.01.2026
Buch (Taschenbuch)
Leise aber richtig spannend…
Leise aber richtig spannend Für mich ein Buch, das zeigt, dass Spannung nicht immer mit Knalleffekten kommen muss. Es hat mich überrascht, weil es kein klassischer Krimi ist, der mit Tempo, Blut und eindrucksvollen Wendungen punkten will. Stattdessen arbeitet der Roman viel subtiler und genau das hat mich abgeholt. Der Wohnungsbrand im Frankfurter Nordend ist der Auslöser, aber nicht der eigentliche Kern. Viel spannender ist, was dahinter liegt: alte Verletzungen, Familiengeheimnisse und die Frage, wie viel Schuld ein Leben tragen kann. Ich mochte die Art, wie Lou Sandberg erzählt. Diese ist ruhig, klar und ohne Effekthascherei. Man hat das Gefühl, sehr nah an den Figuren zu sitzen, ohne dass einem alles erklärt wird. Vor allem hat mir gefallen, dass die Ermittlungsarbeit nicht wie aus dem Fernsehen wirkt, sondern bodenständig, manchmal mühsam und sehr menschlich. Buck und Lange funktionieren gerade deswegen so gut als Duo. Besonders berührt hat mich, wie leise der Roman eigentlich ist und wie sehr er trotzdem unter die Haut geht. Der Brand zerstört nicht nur eine Wohnung, sondern reißt Dinge an die Oberfläche, die eigentlich längst vergraben schienen. Diese psychologische Komponente fand ich stärker als die Frage nach Täter oder Motiv. Es ist ein Kriminalroman, der nachklingt. Nicht laut, nicht reißerisch, aber genau deshalb intensiv und authentisch.
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