Sichtbare Gebrauchsspuren auf einigen Seiten z.B. leichte Knicke oder vereinzelte Markierungen möglich. Die gelieferte Auflage und das Cover können ggf. abweichen.
In ihrem unbändigen Hunger nach Freiheit bricht Mia Kankimäki aus ihrem Leben aus und beginnt ein riesiges Abenteuer: Sie reist nach Kyōto, lässt sich einfangen von Tempeln, Kirschblüten, Kabuki-Theater, Zen-Meditation und Teezeremonien. Und von einer faszinierenden Frau, die ihr zur feinsinnigen und gewitzten Seelenschwester wird: Sei Shōnagon, der Hofdame, die vor mehr als 1000 Jahren am japanischen Kaiserhof Kaiserin Teishi diente, eine so selbstbewusste wie raffiniert-ironische Schriftstellerin war und deren »Kopfkissenbuch« heute zu den Klassikern der Weltliteratur gehört. Geleitet von den Spuren der Seelenverwandten entdeckt Mia Kankimäki die subversive Kraft, die in der Liebe liegt, Listen von Dingen zu erstellen, die charmant, delikat, nervig oder elegant sind – und die das Herz höher schlagen lassen...
Ein neues Kapitel für Ihre Bücher
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Außergewöhnlich und unterhaltsam! Mehr als 5 Sterne!
In diesem Buch schreibt Mia Kankimäki über ihre Reise nach Kyoto. Dafür macht sie ein ganzes Jahr Pause von ihrem Job und widmet sich ganz der Suche nach Freiheit und Glück. Seit Jahren ist sie fasziniert von der japanischen Kultur. Besonders eine Hofdame namens Sei Shonagon, die vor rund 1000 Jahren Gedichte und Texte geschrieben hat, hat es Mia angetan und so begibt sie sich auf die Spuren!
Der Schreibstil hat mir ab der ersten Seite gefallen. Ihre Erzählung über ihr derzeitiges Leben mit langweiligem Alltag hat mich direkt abgeholt. Ich denke, die meisten Menschen sehnen sich manchmal nach einem Ausbruch aus dem Alltag. So kam ich schnell rein und konnte kaum aufhören zu lesen. Es ist wie ein Tagebuch von Mia mit abwechselnden derzeitigen Gedanken von Mia oder Erzählungen aus der Vergangenheit. Abwechslung haben auch Sei Shonagons Gedichte, Texte und Listen zwischendurch gebracht. Außerderm spricht Mia immer Sei Shonagan persönlich an. Dies kam mir am Anfang etwas ungewöhnlich vor, jedoch konnte ich es schnell nachvollziehen, da sie Sei als ihre Seelenschwester beschreibt.
Es war sehr spannend, als Mia nach Kyoto gereist ist. Ich wollte alles wissen und sie hat sehr detailliert über die Erlebnisse geschrieben. Man erfährt über ihre Zeit in einer WG, über die japanische Lebensweise, über das Wetter und die Umgebung und über die japanische Kultur zur jetzigen und zur damaligen Zeit, als Sei Shonagon gelebt hat. Dabei schreibt sie sehr unterhaltsam, spannend, ironisch, humorvoll und gefühlvoll. Ich konnte mich in sie hineinversetzen, da sie ihre Gefühle sehr gut rübergebracht hat.
Das Buch hat mich sofort gefesselt und ich war traurig, als ich am Ende ankam. Natürlich muss man auch etwas Interesse an Japan haben, um auch die längeren Beschreibungen über die japanische Kultur gut zu finden. Dennoch hat Mia eine außergewöhnliche Erzählweise und für mich persönlich ist es definitiv eins der besten Bücher, die ich je gelesen habe! Ein must-read und ich werde es sicher nochmal lesen!
YukBook
aus München
5/5
01.05.2021
Buch (Taschenbuch)
Ich habe schon oft erlebt,…
Ich habe schon oft erlebt, dass ich mich mit einer Schriftstellerin stark verbunden fühle. Ähnlich ergeht es Mia Kankimäki, wie wir in diesem Buch erfahren. Ihre Faszination gilt allerdings einer Hofdame, die vor mehr als 1000 Jahren am japanischen Kaiserhof diente und und sich mit ihrem "Kopfkissenbuch“ einen Platz in der Weltliteratur verschaffte: Sei Shônagon. Ihres Lebens überdrüssig, entscheidet sich die Texterin für eine einjährige Auszeit und begibt sich nach Kyôto, um über ihre Seelenschwester zu forschen und zu schreiben. Sie schätzt nicht nur ihren Feinsinn, Humor und ihre Selbstsicherheit, sondern auch die damals bedeutende Rolle der Frauen in der Literatur und den großen Stellenwert der Schönheit, Kunst und Dichtung. Ihr Vorhaben entpuppt sich jedoch als äußerst schwierig, da so wenig über sie überliefert ist. Eine Sache macht Sei Shônagon auch für mich sehr sympathisch, denn mit ihren tagebuchartigen Notizen wirkt sie wie eine Bloggerin, und sie liebte es, Listen zu schreiben. Auch die Autorin greift diese Form auf, stellt ihre eigenen Eindrücke, Vorlieben und Beobachtungen Zitaten aus Sei’s Werk gegenüber und findet erstaunlich viele Gemeinsamkeiten. Mit viel Witz und Ironie erzählt Mia Kankimäki von ihrer beengten Unterkunft und ihren Multikulti-Mitbewohnern, von Ausflügen quer durch Japan und von mühsamen Recherchen, die bis nach London führen. Es macht großen Spaß, sie dabei zu begleiten und nebenbei viele Einzelheiten über das höfische Leben und die Sitten in der Heian-Zeit zu erfahren. Man sollte Lust haben, sich ähnlich wie sie treiben zu lassen und sich auf ein Abenteuer mit vielen unvorhergesehenen Ereignissen und zu guter Letzt eine Reise zu sich selbst einzulassen.
JJs_Welt
aus Nürnberg
4/5
02.06.2021
eBook (ePUB)
Moderner Einblick in japanische Kultur und Geschichte
Wer Listen liebt und sie im Alltag gerne anwendet, der wird dieses Buch charmant finden. Mia erzählt von ihrem Abenteuer in Japan, bei dem sie auf den Spuren ihrer Lieblingsautorin Sei Shonagon wandelt und sie gleichzeitig uns Lesern näherbringt. Ganz nebenbei erfahren wir einiges über die japanische Kultur, von damals wie auch heute.
Sei Shonagon lebte vor rund 1000 Jahren am kaiserlichen Hof Japans und liebte es damals schon, alles Erdenkliche aufzulisten. Dinge, die angenehm sind, peinliche Dinge, abscheuliche Dinge uvm. Diese Listen lässt Mia in ihr Buch mit einfließen und sie geben einen Einblick in das höfische Leben von damals, machen aber auch klar, dass sich viele Dinge auch über das Jahrtausend hinweg nicht groß geändert haben.
Wir begleiten Mia, wie sie den Absprung schafft und sich auf ein großes Abenteuer wagt, um ein Buch über Sei zu schreiben. Ganz nebenbei wird diese Reise das Buch, somit ist hier der Weg das Ziel geworden und das auf recht charmante Weise.
Zwischendurch hat das Buch seine Längen, wenn man als Leser denkt, das sind jetzt vielleicht doch etwas zu viele Details und Namen auf einmal, aber im Großen und Ganzen ist es so geschrieben, dass man quasi ohne Aufwand einiges Geschichtliches und Kulturelles aufschnappt. Dieser Balanceakt zwischen Sachbuch und Roman gelingt der Autorin meines Erachtens ziemlich gut.
Bewertung
4/5
02.06.2021
eBook (ePUB)
Spannende Reise durch Raum und Zeit
Mia erträgt ihren vom Kapitalismus geprägten banalen Werbetexter Job nicht mehr. Während des Studiums hatte sie in einem Seminar über japanische Literatur Sei Shōnagon kennengelernt, die mit ihrem „Kopfkissenbuch“ Literaturgeschichte geschrieben hat, und fortan nicht mehr aus den Gedanken verloren. Sie findet eine Möglichkeit und den Mut, aus ihrem verhassten Alltag in Helsinki auszubrechen. Diese gewonnene Freiheit nutzt sie, um sich auf die Suche nach Sei zu machen. Sie reist auf deren Spuren nach Kyoto und nach London, um ihr näher zu kommen, versucht ihr Geheimnis zu ergründen.
Aus ihren Notizen, festgehalten während dieser Auslandsaufenthalte, sich an den Stil des Kopfkissenbuches anlehnend, erstellt Mia Kankimäki nicht nur eine wissenschaftliche Abhandlung über die Hofdame Sei und ihre Zeit am japanischen Hof des 10./11. Jahrhunderts, sondern auch einen veritablen Reiseführer für Kyoto und für Teile Londons, eine umfangreiche Einführung in die japanische Kultur einst und jetzt, und, nicht zu vergessen, sehr offene Einblicke in ihre eigene Gedanken- und Gefühlswelt. Es ist das erste Buch in westlicher Sprache über Sei Shōnagon.
Diese Hommage an Sei Shōnagon ist wunderbar gelungen, sie ist wahrlich okashi.
Mit Sei führt sie wie mit einer Freundin einen beständigen Dialog über diese 1000 Jahre hinweg, versucht sich in ihre Welt hineinzuversetzen. Sie gibt uns in diesen Dialogen auch ungewohnte Einblicke in die japanische Geschichte. Ein zentraler Punkt ist dabei die Situation der Schriftstellerinnen damals im Fernen Osten und in der jüngeren westlichen Geschichte, sie zitiert immer wieder Virginia Woolf.
Durch ihre Präsenz an den Orten, an denen Sei gelebt hat, erfährt man auf sehr unterhaltsame Weise vieles über das Leben in Japan heute, die Dos and Don’ts, selbst bei Naturkatastrophen. Ihre Begeisterung für Kyoto und die japanische Kultur ist dabei sehr ansteckend, sei es die Stadt selbst und die sie umgebende Landschaft, sei es Pflaumenblüte, Kalligraphie, das Festival der Zeiten (Jidai Matsuri), um nur einige wenige Beispiele zu nennen. Diese Beschreibungen sind so lebendig, man möchte sofort los und all das selbst erleben. Der eigentliche Punkt ist aber ein anderer.
Mia Kankimäki schreibt von Beginn ihres Projektes Tagebuch. Der Leser erfährt dadurch hautnah, wie es ihr während der Arbeit geht, wie sie sich fühlt, wie sie neue Freunde findet und sich wieder von ihnen verabschieden muss, wie sie sich in diese östliche Kultur einlebt, nicht zuletzt, was ihr Projekt mit ihr macht. Immer wieder verweist sie dabei auf Philosophen, Autoren, Filme, Musiker, und verleiht ihren Wahrnehmungen und Gefühlen einen anderen Kontext, eine andere Perspektive. Sie steigt hinab in philosophische Tiefen und stellt Fragen, die die Philosophie seit Jahrtausenden beschäftigen. Durch diese Einblicke in ihr Seelenleben nimmt sie den Leser ganz unmittelbar mit auf ihrer Reise durch Raum und Zeit.
Wunderschön zu lesen, wie sie mit den neuen Freunden durch die Stadt streift, von Butoh-Aufführungen durch die Parks und Gärten in die Teehäuser und -stuben und auch mal nächtelang durch die Bars, die man nicht findet, auch wenn man weiß, wo sie sind. Mia Kankimäki zeigt hier herrlich gemischt einerseits die Charaktere ihrer Freunde aus aller Welt, wie sie sie wertschätzt, anderseits die kulturelle Vielfalt der japanischen Freizeitgestaltung.
Man könnte, ja müsste, noch eine Fülle von anderen Themen ansprechen, um diesem Buch gerecht zu werden.
Dieses ineinander Verflechten der Zitate Seis, der japanischen Geschichte, der Reisebeschreibungen, der Kulturvergleiche und ihrer persönlichen Erlebnisse und Erkenntnisse, machen das Buch trotz gelegentlicher Längen zu einem abwechslungsreichen Werk, das man nicht nur einmal durchliest und dann weglegt, man wird sich immer wieder abschnittsweise darin vertiefen.
Will man nach der Lektüre von „Dinge, die das Herz höher schlagen lassen“ auch das Kopfkissenbuch lesen? Keine Frage! In kleinen Dosen genossen wird es für lange Zeit Freude bereiten!
Ein anderes Phänomen des Kopfkissenbuches darf in Mias Buch nicht fehlen: die Listen, die Sei sehr feinfühlig und elegant führt, die sich andererseits heutzutage wachsender Beliebtheit erfreuen; das Thema einer dieser Listen ist zum Titel des Buches geworden. Kein Zweifel, es ist eine wunderschöne Rekursion: das Buch, das diesen Titel einer Liste trägt, muss auch in dieser Liste aufgeführt sein!
Buchstabenfestival
aus Deutschland
4/5
31.05.2021
Buch (Taschenbuch)
Wer sich an dieses Buch wagt,…
Wer sich an dieses Buch wagt, sollte eine Affinität zu Japan oder zu Sei Shōnagon haben, um die vielen Details und vorallem die eingefügten Texte von Sei zu verstehen. Auch die leicht verrückte Verehrung von der Autorin gegenüber der Hofdame Sei muss man mit einem Augenzwinkern zu nehmen wissen. Ich habe vor fast 10 Jahren das Kopfkissenbuch gelesen und zugegebenermaßen auch nicht alles verstanden. Mia Kankimäki gab mir nun die Möglichkeit, die Zusammenhänge besser zu verstehen, denn sie reist nach Kyoto und will Sei erforschen und ihrer Geschichte auf den Grund gehen. Vielleicht will sie aber auch einfach nur vor ihrem eigenen Leben flüchten, weil es gerade nicht so läuft, wie sie es sich erhofft hat. Die Finnin hat einen leichten und gut zu lesenden Schreibstil, dazu noch eine gute Portion Humor und Selbstironie. Ich mochte ihre Art der Beschreibungen ganz gern. Manches Zwiegespräch mit Sei hat mich zwar ab und an die Augen rollen lassen, aber insgesamt fand ich die vielen Fakten, Daten und Geschichten aus Kyoto und von der Hofdame Sei interessant. Man lernt einiges über die japanischen Traditionen, die Tempel und die Kultur in Japan kennen. Es braucht einen langen Atem, um mit Mia Kyoto zu erkunden, aber aus meiner Sicht lohnt es sich.
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4/5
20.06.2021
Buch (Taschenbuch)
Eine Finnin in Japan auf den Spuren...
Eine Finnin in Japan auf den Spuren des berühmten "Kopfkissenbuchs" - amüsanter Kulturschock im aktuellen und vergangenen Japan. Ob ich mir daraufhin das "Kopfkissenbuch" von Sei Shonagon bestellt habe? Selbstverständlich!
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