Die Fähigkeit, ein Naturprinzip mit dem Geist zu erfassen und in eine mit diesem Prinzip assoziierte Kraft umzuwandeln, wird auch als "sechster Sinn" bezeichnet. Tief unter der Erdoberfläche, in der Unterwelt der "Hinabgestoßenen", die über keinen sechsten Sinn verfügen und als Taugenichtse gelten, macht der Junge Ruo einen Fund, der sein Leben verändert ...
Kundinnen und Kunden meinen
4.6/5.0
Comic-nerd92
aus Neuried
5/5
06.10.2025
Buch (Taschenbuch)
Guter erster Band
Ruo und Nikola leben in der Unterwelt und handeln mit Eisenrelikten. Als Ruo ein besonderes Stück behält, entdeckt es der Oberweltler Ibus und will ihn mit seinem „sechsten Sinn“ verbrennen.
Ein düsteres Fundament
Mit Man of Rust legt Kei Urushiro ein Debüt vor, das sich wie ein Schlag mit einem rostigen Eisenrohr anfühlt roh, schmutzig und zugleich faszinierend. Schon die ersten Seiten machen klar: Hier gibt es keine glänzenden Helden oder fröhliche Abenteuer, sondern eine trostlose Welt, in der Menschen unter der Erde schuften, um zu überleben. Der Manga spielt in einer Schichtengesellschaft, die wortwörtlich geteilt ist: Oben die „Erleuchteten“ mit ihrem „sechsten Sinn“, unten die „Hinabgestoßenen“, die ohne übernatürliche Kräfte dahinvegetieren.
Ruo, der Junge, der den Rost überlebt
Protagonist Ruo ist ein typischer Vertreter der Unterweltbewohner: arm, erschöpft, aber nicht ohne Hoffnung. Er und sein Freund Nikola graben nach Kohle und alten Metallresten, um sie gegen Essen einzutauschen. Was Ruo dabei antreibt, ist keine Rebellion oder ein Traum von Ruhm – es ist pure Überlebenslust. Doch als er auf ein geheimnisvolles Eisenrelikt stößt, nimmt das Schicksal eine Wendung, die man so schnell nicht vergisst.
Feuer, Blut und Asche
Der Konflikt zwischen Ober- und Unterwelt kulminiert, als der Bischof Ibus auftaucht ein arroganter Vertreter der oberen Gesellschaft, der den Unterdrückten seine Macht demonstrieren will. Mit seinem „sechsten Sinn“ entfacht er buchstäblich die Hölle auf Erden. Die Szene, in der Nikola Ruo vor den Flammen, gehört zu den emotional intensivsten Momenten des Bandes. Kei Urushiro versteht es sehr gut, Verzweiflung und Gewalt in schmutzig-detaillierte Panels zu packen.
Zwischen Tod und Transformation
Nachdem Ruo selbst von den Flammen verschlungen und dann auch noch lebendig begraben wird, scheint sein Schicksal besiegelt. Doch Man of Rust spielt mit der Idee des physischen und geistigen Verfalls und der Wiedergeburt daraus. Als Ruo vom Tetsujin, einer furchterregenden Kreatur aus der Oberwelt, gefressen wird und danach mit einer metallischen Kraft wiederkehrt, beginnt der eigentliche Kern der Geschichte: die Verwandlung eines gebrochenen Jungen in ein Wesen aus Fleisch und Eisen.
Die Macht des Rosts
Was Urushiro hier erschafft, ist kein klassisches Shōnen-Motiv von Power-ups und Training, sondern eine groteske Symbiose aus Mensch und Maschine. Der Rost, der im Titel steckt, ist mehr als nur eine Metapher für Zerfall er wird zur Quelle der Stärke. Ruo wird zum Man of Rust, einem Überlebenden, der seine eigene Zerstörung in Macht umwandelt. Das erinnert an Serien wie Blame! oder Dorohedoro, aber mit einem ganz eigenen, fast poetischen Nihilismus.
Zeichenstil und Atmosphäre
Visuell ist der Manga eine Wucht. Die Unterwelt ist düster, beklemmend und voller Textur man kann den Staub fast riechen. Urushiros Linienführung ist kantig, roh und voller Energie, was perfekt zum Thema passt. Besonders beeindruckend ist, wie Licht und Schatten eingesetzt werden: Die Flammen von Ibus wirken wie göttliche Strafe, während die Dunkelheit der Höhle sich wie ein zweites Gefängnis um Ruo legt. Der Stil erinnert ein wenig an Tsutomu Nihei, ist aber emotionaler und greifbarer.
Themen und Symbolik
Unter der rostigen Oberfläche steckt eine klare Botschaft: gesellschaftliche Ungleichheit, die Grenzen zwischen „oben“ und unten, und die Frage, was Menschlichkeit eigentlich bedeutet. Ruo wird zum Sinnbild derer, die von der Welt vergessen wurden –und die dennoch einen Weg finden, weiterzuleben. Der sechste Sinn der Oberweltler steht sinnbildlich für Privilegien, die den anderen verwehrt bleiben. Und Ruo? Er erschafft sich seinen eigenen Sinn – aus Schmerz, Wut und Überleben.
Eine rostige Perle im Manga-Regal
Man of Rust ist kein Wohlfühlmanga. Er ist rau, brutal und stellenweise auch hart, doch genau das macht ihn so stark. Die Geschichte zieht einen in eine Welt, die so trostlos ist, dass jeder Funke Hoffnung doppelt hell leuchtet. Wer düstere Erzählungen mit Tiefgang mag, wird hier bestens bedient. Es geht weniger darum, was Ruo kann, sondern darum, warum er weiterkämpft. Diese Balance zwischen Action und Philosophie gelingt erstaunlich gut – und macht Lust auf mehr. Dialoge sind knapp, aber wirkungsvoll. Viele Szenen leben von der Mimik, den Gesten und der bedrückenden Stille. Gerade dadurch entfaltet sich eine rohe Emotionalität, die abliefern besonders Nikolas Tod und Ruos Transformation. Man of Rust hat einen Mix aus Hoffnungslosigkeit und bizarrer Schönheit. Es ist kein Mainstream-Titel, sondern ein kleiner Geheimtipp. Man of Rust Band 1 ist wie ein Stück kaltes Metall: hart, schwer und voller Narben aber auch faszinierend in seiner Struktur. Kei Urushiro hat mit diesem Auftakt etwas geschaffen, das sich was traut. Wer bereit ist, sich auf die raue Welt von Ruo einzulassen, wird mit einer Mischung aus Verzweiflung, Stärke und Symbolik belohnt. Ein Manga, der nicht glänzt sondern rostet. Und genau das ist seine Schönheit.
steffi_heavy_fun
aus Pasching
5/5
25.09.2025
Buch (Taschenbuch)
Starker Auftakt der Lust auf mehr macht....
Dieser Auftakt zur Reihe hat mich sehr positiv überrascht und ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Die Geschichte beginnt genauso tragisch wie actiongeladen und ich fand es richtig krass, dass wir das Schicksal unseres Protagonisten gleich in dieser Intensität miterleben durften. Obendrauf kommt noch ein unglaubliches Setting, welches jede Menge Stoff für Rätsel liefert und zugleich wahnsinnig erdrückend sowie bedrohlich wirkt. Ich bin schon sehr gespannt, was in dieser Welt tatsächlich abgeht, wer hinter diesem System steckt und warum das Ganze so gelebt wird wie es hier nun einmal der Fall ist. Kurzum gesagt der Band liefert genauso viele Antworten wie Fragezeichen und in meinen Augen hätte man den Leser nicht neugieriger machen können, zumindest ich kann es kaum erwarten den nächsten Band in Händen zu halten. Die Zeichnungen passten in meinen Augen sehr gut zur Handlung, auch wenn diese stellenweise auf mich etwas zu finster wirkten, das ist aber ,,jammern“ auf hohem Niveau und grundsätzlich wurde die vorliegende Atmosphäre sehr gut durch den vorherrschenden Zeichenstil unterstützt. Wo zu Beginn noch alles voller negativer Gefühle war, wird dieser Eindruck besonders in den letzten Kapiteln durch leichte Witze und Sarkasmus aufgelockert, was ich sehr angenehm fand. Die Kampf- und Actionszenen waren in meinen Augen der absolute Hammer und diese sind mitunter die Stärke des ersten Bandes. In meinen Augen hat die Reihe definitiv großes Potential und ich bin schon sehr gespannt was daraus gemacht wird. Wem würde ich die Reihe empfehlen? Allen Fans von Protagonisten, die ein tragisches Schicksal ereilt, die aber aller Widerstände zum Trotz ihre innere Stärke finden und sich von nichts und niemanden unterkriegen lassen. Klingt nach einem altbekannten Konzept? Das kann man sicher nicht abstreiten, aber dennoch gibt es einige kreative Einfälle die ihr sicher genauso wenig wie ich kommen sehen werdet und die dadurch immer wieder für eine Überraschung gut sind. Das Setting ist wie bereits erwähnt in meinen Augen auch definitiv was Neues/interessant und ich kann euch den Band daher bedenkenlos weiterempfehlen. In diesem Sinne wünsche ich euch eine ebenso spannende und aufregende Lesezeit wie ich sie hatte und bin gespannt, inwiefern ihr euren Lesegeschmack für den Band stählen müsst ;)
Bewertung
5/5
26.08.2025
Buch (Taschenbuch)
Action Kracher
Der Action- Kracher wirft uns in die Unterwelt wo wir auf Ruo treffen. Einem kleinen Jungen der in der Mine nach Steinkohle und Eisen Relikten schürfen muss um zu überleben. Den in dieser Welt regieren die, die über die Macht des sechsten Sinns verfügen. Diese leben in der Oberwelt. Menschen wie Ruo sind nichts wert. Wer nicht liefert, erhält auch nix von den sehr spärlichen Essensrationen.
Ruo findet eines Tages ein Eisenrelikt, ein Bruchstück eines alten Monsters namens Tetsujin, von dem Ruo durch seinen Freund Nikola erfährt. Ruo beschließt das Stück zu behalten und eines Tages mit Nikola zur Oberfläche zu gehen. Die Träume der Jungen werden schnell im Keim erstickt, da Ruos Diebstahl sofort auffliegt. Und nicht nur er von Ibus dem Bischof der Oberwelt eine Brutale Strafe erhält. Durch den sechsten Sinn Feuer. Im Anschluss auch von den Unterweltbewohnern, die wegen ihm Hungern müssen. Lebendig begraben, schafft er es aber trotzdem zu überleben und sich einen sechsten Sinn anzueignen. Um dann die Regel der Welt zu ändern.
Man merkt hier sehr schnell, in dieser Welt läuft gehörig was schief, aber so richtig. Da ist noch einiges mehr als nur das Schicksal der Unterweltbewohner was geklärt werden will. Und das ziemlich brutal, schonungslos und Action geladen. Mit zwar recht groben aber sehr Dynamischen Artworks, die zur düstern Grundstimming des Titels unterstreichen. Bin sehr gespannt ob er es schafft bei der Länge, das Potential auszuschöpfen. Zumindest erleben wir hier schon schon ein wenig Charakter Entwicklung bei Ruo.
Die Reihe erfindet wie die Meisten Shonen Titel das Rad natürlich nicht neu. Hat aber mit seinem Ahnungslosen aber Starken Protagonisten, einer wenig bekannten Lage der Welt und vermutlich recht interessanten Support Charakteren, alles was es braucht.
Shiritaku
4/5
25.10.2025
Buch (Taschenbuch)
Auftakt schonmal sehr cool
Das verspricht sehr cool zu werden!
Ruo wächst in einer Welt auf, in der Menschen einen “sechsten Sinn” haben - die Fähigkeit, ein Naturprinzip mit dem Geist zu erfassen und in eine Kraft umzuwandeln. Wer keinen solchen Sinn hat, der wird in die Unterwelt hinabgestoßen und leben dort in Armut. Zusammen mit seinem Freund Nikola fasst er den Entschluss, irgendwann an die Erdoberfläche empor zu steigen. Doch dann kommt alles anders …
Der Auftakt ist schonmal sehr spannend und actiongeladen! Der Zeichenstil ist teils ein wenig kantig, bietet aber viele Details und auch ein paar “ugly Panels”. Gefällt mir sehr gut und passt super zum Plot. Der baut sich langsam auf und bekommt immer mehr Struktur. Die Charaktere sind sehr unterschiedlich und individuell, sodass man sie gut auseinanderhalten kann. Auch die Charakterdesigns gefallen mir sehr gut. Es gibt einen roten Faden und es wird immer mehr von der Welt und dem Machtgefälle enthüllt. Ebenso bekommt man ein paar sechste Sinne zu Gesicht. Ich find das Konzept sehr spannend und freu mich auf weitere Bände! ❤️
Yoshiko_neko_77
4/5
06.10.2025
Buch (Taschenbuch)
Ein vielversprechender Start
Ein Neustart, der teilweise wirklich was auf dem Kasten hat und neugierig macht, aber andererseits auch ein paar kleine Schwächen aufweist. Die Story beginnt direkt in den unterirdischen Minen, wo die niederen Unterweltbewohner für die Oberweltler Steinkohle und andere Bodenschätze abbauen, die sie gegen kärgliche Nahrung eintauschen können. Der kleine Junge Ruo ist einer von ihnen und findet eines Tages etwas Besonderes, das er heimlich an sich nimmt. Das bleibt den Oberweltbewohnern jedoch nicht verborgen, und so wird Ruo von einem der Bischöfe, die – wie alle Oberweltler – über spezielle Fähigkeiten verfügen, bestraft. Mit seiner Feuerkraft verbrennt er Ruo und dessen besten Freund Nikola. Ruo wird zum Sterben in einem Stollen verschüttet. Dort geschehen – ihr ahnt es schon – besondere Dinge, und sieben Jahre später taucht Ruo wieder auf.
Die Story ist definitiv interessant, und die Naturkräfte, die über den „sechsten Sinn“ genutzt werden, klingen spannend und werden teilweise erklärt. Da hat mir allerdings noch etwas Tiefe gefehlt – genau wie bei den Tetsujin, über die man bisher nur wenig erfährt, die aber offenbar noch eine wichtige Rolle spielen werden. Der Zeichenstil war mir gerade in den Kampfszenen und wichtigen Momenten zu dunkel und unübersichtlich. Das hat mir das Lesen etwas erschwert, und ich musste teilweise raten, was da eigentlich passiert.
Ruo ist der typische, leicht begriffsstutzige Held, der seinen besten Freund finden will und natürlich den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht . Ich bin gespannt, was in der Oberwelt so abgeht – die ist nämlich ganz anders als erwartet. Sehr seltsam, was dort vor sich geht! Und natürlich muss ich wissen, was mit Nikola passiert ist – und wie er bitte schön an Smokers Teufelsfrucht gekommen ist .
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