Totaliter ruinieret Die Belagerung von Kaiserswerth 1702
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Sprache:Deutsch
24,00 €
inkl. gesetzl. MwSt.,
Beschreibung
Produktdetails
Einband
Taschenbuch
Erscheinungsdatum
07.10.2025
Verlag
BoD – Books on DemandSeitenzahl
98
Maße (L/B/H)
29,7/21/0,7 cm
Gewicht
402 g
Farbe
Lichtgrau
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
ISBN
978-3-695-19998-3
Die Belagerung von Kaiserswerth 1702 wird hier zum ersten Mal aus militärhistorischer Sicht im Detail aufgearbeitet. Hierbei werden besonders die bau- und ingenieurtechnischen Aspekte der verbissen geführten Belagerung hervorgehoben, die in der völligen Zerstörung der Stadt und Festung endeten.
Kaiserswerth war, neben Bonn-Beuel, ein französischer Brückenkopf auf dem unteren rechten Rheinufer. Der Angriff unter Fürst Walrad von Nassau-Usingen war im April 1702 die erste Operation der alliierten Preußen, Reichstruppen und Niederländer im Spanischen Erbfolgekrieg gegen das mit Frankreich verbündete Kurköln. Die 5.000 Mann starke französische und kurkölnische Besatzung unter Marquis Blainville verteidigte sich zäh und geschickt. Sie erhielt im Mai Verstärkungen, Material und Proviant von der auf dem linken Rheinufer stehenden französischen Armee unter General Tallard. Der förmliche Angriff zog sich über 59 Tage offene Laufgräben hin und der Sturmangriff auf die Kontereskarpe am 9. Juni kostete hohe Verluste. Erst jetzt konnten die Breschbatterien gegen die Ostfront (am heutigen Klemensplatz) wirken, so dass die Festung am 15. Juni zu sehr günstigen Bedingungen kapitulieren musste.
Die Genauigkeit der überlieferten gedruckten und gezeichneten Belagerungspläne wird verglichen und für den vermutlich vertrauenswürdigsten Plan eine Georeferenzierung durchgeführt, anhand derer sich die Belagerungsarbeiten im heutigen Gelände lokalisieren lassen. Es konnte gezeigt werden, dass Konstruktionsfehler in der Wasserhaltung der Gräben, die zum Ende der Belagerung teilweise trockenfielen, die Abwehrkraft der Festung schwächten. Die in manchen Veröffentlichungen postulierte Beteiligung des berühmten niederländischen Ingenieurs Coehorn wurde widerlegt. Es werden die verschiedenen Angriffsweisen in der letzten Phase der Belagerung, nämlich der direkte Sturmangriff à la Coehorn und der ingenieurtechnische Angriff nach Vauban - Mehr Pulver, weniger Blut - verglichen und bewertet. Der Autor analysiert auch, warum sich die Belagerung Kaiserwerth nicht als nationaler Mythos etablieren konnte.
Die Anhänge umfassen die Kriegsgliederungen, die artilleristische Bewaffnung, Vorräte, Verlustlisten, ein Glossar, Kurzbiographien, Bauwerke, archäologische Befunde, Auszüge von Dokumenten, Pläne sowie ein ausführliches Literatur-, Abbildungen- und Quellenverzeichnis. Drei vorgeschlagene Rundgänge machen den Besucher mit den Relikten und Erinnerungsstätten der Belagerung bekannt.
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