Mysteriöse Dinge passieren auf dem von Wanderern und Mountainbikern hochgeschätzten Kandelhöhenweg im Schwarzwald. Erst stürzt eine Mountainbikerin schwer über einen gespannten Draht und fällt ins Koma. Dann wird eine junge Wanderin von einem Ast erschlagen. Und schließlich wird auch noch ein Wanderer erschossen aufgefunden. Die erfahrene Kriminaloberrätin Merle Trautmann und ihr Team stehen vor einem Rätsel, denn der Täter wechselt seine Methoden wie ein Chamäleon die Farbe. Nur eines scheint klar: Alle Wege führen über den Kandelhöhenweg. Und der Täter ist noch nicht am Ende angelangt.
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Mit „Kandelhöllenweg" legt Walter Roth mit dem Gmeiner Verlag einen Kriminalroman vor, der besonders durch seine regionale Verankerung und die düstere Grundstimmung auffällt. Schon der Titel weckt Neugier und trägt eine gewisse Rauheit in sich, die gut zu einem spannungsgeladenen Krimi passt. Das Buch verbindet kriminalistische Elemente mit einer starken atmosphärischen Wirkung und richtet sich an Leserinnen und Leser, die Geschichten mit Lokalkolorit und ernster Unterströmung schätzen.
Im Zentrum steht eine Handlung, die von einem rätselhaften oder bedrohlichen Geschehen geprägt ist. Der Kandelhöllenweg, schon als Ortsname geheimnisvoll und unheilvoll klingend, wird dabei zum Schauplatz von Konflikten, Verdachtsmomenten und möglicherweise auch von Ereignissen, die in die Vergangenheit zurückreichen. Stück für Stück entfaltet sich eine Geschichte, in der nicht nur ein Verbrechen oder ein Rätsel aufgelöst werden muss, sondern auch menschliche Abgründe sichtbar werden.
Walter Roth setzt dabei auf eine klassische Krimistruktur, verknüpft sie aber mit einer intensiven Ortsbeschreibung und einem Gespür für Spannungen zwischen Menschen, die sich nicht sofort offenbaren. Dadurch entsteht ein Roman, der weniger auf reine Action als auf langsame Verdichtung setzt.
Stil und Sprache
Der Stil ist bodenständig und direkt, zugleich aber atmosphärisch genug, um den Schauplatz lebendig werden zu lassen. Roth schreibt so, dass man sich gut in die Umgebung hineinversetzen kann. Besonders wichtig ist dabei die Verknüpfung von Landschaft und Handlung: Der Ort wirkt nicht wie eine bloße Kulisse, sondern fast wie ein Mitspieler der Geschichte.
Die Sprache unterstützt die Spannung, ohne überladen zu wirken. Das macht den Roman zugänglich und gleichzeitig wirkungsvoll. Leserinnen und Leser, die klare Erzählweisen bevorzugen, kommen hier vermutlich besonders auf ihre Kosten.
Figuren
Ein Krimi lebt nicht nur vom Fall, sondern auch von den Menschen, die ihn tragen. Auch in „Kandelhöllenweg" spielen die Figuren eine zentrale Rolle. Sie wirken nicht auf Hochglanz poliert, sondern eher echt, mit Ecken, Zweifeln und persönlichen Motiven. Gerade das macht sie interessant.
Spannend ist dabei vor allem, wie sich Beziehungen und Verdachtsmomente entwickeln. Oft entsteht die eigentliche Spannung nicht allein durch äußere Ereignisse, sondern durch das, was zwischen den Figuren unausgesprochen bleibt. Walter Roth nutzt dieses Potenzial geschickt und baut so ein glaubwürdiges Netz aus Misstrauen und Unsicherheit auf.
Atmosphäre
Die Atmosphäre gehört eindeutig zu den Stärken des Romans. Der Titel verspricht bereits etwas Unheimliches, und genau diese Erwartung wird im Buch aufgenommen. Der Roman lebt von einer rauen, leicht beklemmenden Stimmung, die gut zu einem Krimi mit regionalem Bezug passt. Wer gerne Bücher liest, bei denen nicht nur der Fall, sondern auch der Ort selbst Eindruck hinterlässt, wird hier fündig.
Kritik
Je nach Erwartungshaltung kann der Roman unterschiedlich wirken. Wer einen sehr modernen, hochgetakteten Thriller mit schnellen Wendungen sucht, könnte den Aufbau vielleicht als eher traditionell empfinden. Gerade darin liegt aber auch eine Stärke: „Kandelhöllenweg" nimmt sich Zeit für seine Figuren und seine Umgebung.
Für manche Leserinnen und Leser wäre eventuell noch etwas mehr Dynamik wünschenswert gewesen, doch insgesamt überzeugt das Buch vor allem durch seine geschlossene Atmosphäre und die konsequente Ausrichtung auf Spannung durch Verdichtung.
Fazit
„Kandelhöllenweg" von Walter Roth ist ein solider, atmosphärischer Kriminalroman mit starkem Lokalkolorit und glaubwürdigen Figuren. Das Buch punktet vor allem mit seiner dunklen Stimmung, seinem klaren Stil und der Art, wie es Spannung aus Ort, Menschen und Vergangenheit entwickelt.
Wer gerne klassische Krimis mit regionalem Bezug liest und Wert auf Atmosphäre legt, wird mit diesem Roman gut bedient.
Text: Pressebüro WIWI-Express
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