Sie wollte nur Gerechtigkeit für ihre Familie - doch dann wurde sie Chefin eines Mafia-Imperiums.
Waterville, Maine: In einem heruntergekommenen Viertel namens 'Little Canada' herrscht Babs Dionne - Großmutter, Franko-Amerikanerin, Drogenbaronin. Mit eiserner Hand und einem großen Herzen kontrolliert sie den Rauschgifthandel der Region, zusammen mit ihren trinkfesten Jugendfreundinnen, die ihr Tag und Nacht zur Seite stehen. Als ihre jüngste Tochter Sis spurlos verschwindet und alle vermuten, dass ihr etwas angetan wurde, beginnt für Babs ein gnadenloser Rachefeldzug. Doch Babs muss sich nicht nur mit allen Mitteln gegen äußere Feinde wehren, sie kämpft auch gegen den Zerfall ihrer eigenen Familie. Ron Currie erzählt mit schwarzem Humor, Verve und unerschrockener Klarheit. 'Die Patin von Maine' ist Familienepos, Gesellschaftsporträt und Thriller gleichzeitig - mit einer toughen Heldin, die man so schnell nicht vergisst.
Kundinnen und Kunden meinen
3.0/5.0
Bewertung
5/5
29.08.2026
Buch (Taschenbuch)
Absolut genial!
Mein Lesehighlight 2026.
Die Geschichte kommt mit einer Wucht daher, die einen geradezu wegfegt.
Sowohl inhaltlich als auch sprachlich ein ungeheures Lesevergnügen. Wenn man denn bei dem Inhalt von Vergnügen reden kann. Auch wenn der Witz immer wieder durchscheint.
Soziale und kulturelle Unterdrückung, Sucht, Kriegstraumata, Bigotterie und eine kleine Gemeinschaft, die sich zur Wehr setzt. Eine Familie, die an der einmal entfesselten Gewalt zu zerbrechen droht. Die Charaktere sind in ihrer Zerbrochenheit so lebendig. Mit all ihren Facetten - mal tiefdunkel und abgründig, dann wieder funkelnd und berührend. Niemand erscheint nur sympathisch aber es gibt Momente, da möchte man jeden einzelnen tröstend in den Arm nehmen.
Glanzlichter des Romans sind die Dialoge - rasiermesserscharf, klug, fast schon philosophisch und voller Sarkasmus.
Ich freue mich auf die weiteren Bücher von Ron Currie !
Sue
aus Uelzen
3/5
06.09.2026
Buch (Taschenbuch)
Schwarzhumoriger, sarkastischer Thriller
"Wenn Sie mich anschauen und eine weiße Frau sehen, dann ist das ihr Fehler. Hängen Sie die Sünden der Weißen nicht mir an, egal welche, denn wie die meisten Menschen auf diesem Planeten bin ich mein ganzes Leben vor den Weißen davongerannt."
Der Klappentext von Ron Curries Thriller "Die Patin von Maine" hat mich sehr neugierig gemacht. Jedoch hat es sich der Verlag mit dem Vergleich der THE TIMES, die es als "großherzige Variante des Paten" auszeichnete, nicht leicht gemacht. Denn diese Aussage hebt das Buch auf einen Sockel, auf dem es sich ziemlich wackelig sitzt.
(Übersetzt aus dem Englischen von Stephan Glietsch.)
"Du denkst, ihre Macht rührt daher, dass sie die Leute herumschubst. Aber das stimmt nicht. Ihre Macht ist hier drinnen. Sie ist voller Liebe - für ihren Enkel, für ihre Töchter, für uns, für dieses Quartier."
In "Little Canada", einem schäbigen Viertel in Waterville im Bundesstaat Maine, leben seit Generationen franko-amerikanische Familien. Darunter auch die Dionnes. Heute ist Babs Dionne die Matriarchin der Familie. Aber nicht nur das ... sie ist nicht nur Mutter und Großmutter, nein, Babs ist die Herrscherin und Drogenbaronin des Viertels. Mit ihren Freundinnen kontrolliert sie den Rauschgifthandel der Region. Doch dann verschwindet plötzlich ihre jüngste Tochter Sis, und Babs begibt sich auf einen gnadenlosen Rachefeldzug, der nicht nur das Little Canada zerstören wird - auch der Frieden innerhalb ihrer Familie hängt an einem seidenen Faden.
" 'Fairness' ist ein Haufen Mist, den sie Patrioten und braven Bürgern verkaufen, den ehrbaren Geschäftsleuten in der Handelskammer, den netten College-Kids oben auf dem Hügel. Wir hier unten wussten immer schon, dass es so was wie 'Fairness' nicht gibt."
Die Geschichte beginnt zu einer Zeit, als Babs Dionne noch ein junges Mädchen ist, und einem Ereignis, dass die Weichen für ihr Leben stellt, und uns vor die Frage: Ob es Ereignisse in unserem Leben gibt, die unseren Weg von da an ganz klar aufzeichnen. Oder gibt es vielleicht eine Möglichkeit die Weichen neu zu stellen? Ron Currie zeichnet hier ein Bild voller Dunkelheit und voller Abgründe, in die wir nicht gerne blicken. Vor denen wir gerne die Augen verschließen und auf deren Menschen wir gerne mit dem Finger zeigen. Aber wenn eine Gemeinschaft, eine Gruppe von Menschen, in einem Sumpf von Gewalt und Illegalität versinkt, haben dann nicht wir als Gesellschaft versagt?
"Drei Jahre, Ma, und ich habe dort genau e i n e Sache gelernt, etwas, dass d u immer noch nicht begriffen hast: dass Gewalt nur zu Gewalt führt. Vielleicht nicht heute, vielleicht nicht nächsten Monat. Aber sie kommt immer wieder zurück."
Doch in Curries Thriller geht es nicht nur um Drogen, Sucht, Gewalt und Traumata, es geht auch um die Identität eines entwurzelten Volkes. Dabei begegnet der Autor den ernsten und harten Themen der Story mit viel Schwarzem Humor und einer gehörigen Portion Sarkasmus. Die Figuren selbst sind interessant und lassen uns an ihren Gedanken, ihren Ängsten und Überzeugungen teilhaben. Dabei hat es mir Lori ganz besonders angetan. Als Kriegsveteranin hat sie einiges erlebt und so ist es kein Wunder, dass manchmal nicht zwischen Realität und Imagination unterscheiden kann.
Trotzdem hatte ich so meine Schwierigkeiten mit dem Buch. Ich brauchte lange, fast die Hälfte des Buches, bis ich annähernd in der Story angekommen bin. Auch konnte ich der Geschichte nicht immer ganz folgen, was sicher auch an den vielen Personen lag, in die ich mich erst einmal reinfinden und -denken musste.
"Ihr dagegen werdet lernen, lange und gründlich nachzudenken. Ich bringe euch bei, euren eigenen Kopf zu benutzen, weil ein eigener, unabhängiger Kopf eine mächtige und gefährliche Waffe sein kann."
(3⭐️ von 5⭐️)
⚠️ Meine Rezensionen entstehen grundsätzlich ohne Hilfe von KI und geben immer meine ganz persönliche Meinung wieder.
Klaudia K.
aus Emden
1/5
19.08.2026
Hörbuch-Download (MP3)
Sorry, hat mich nicht überzeugt
„Die Patin von Maine“ von Ron Currie
Leider konnte mich dieses Hörbuch nicht überzeugen. Die Geschichte klang für mich zunächst interessant, doch beim Hören hatte ich zunehmend Schwierigkeiten, der Handlung zu folgen.
Für meinen Geschmack war die Geschichte zu zerrissen und durch die vielen Personen und Namen fiel es mir schwer, den Überblick zu behalten. Dadurch konnte ich keinen richtigen Zugang zu den Figuren finden und die Handlung hat mich leider nicht gefesselt.
Normalerweise höre ich ein Hörbuch gerne bis zum Ende, doch bei „Die Patin von Maine“ habe ich mich schließlich entschieden, es vorzeitig abzubrechen.
Sicherlich wird es Hörerinnen und Hörer geben, die gerade diese ungewöhnliche Erzählweise mögen. Für mich persönlich war die Geschichte jedoch zu unübersichtlich und konnte mich deshalb leider nicht erreichen.
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