Produktbild: Wir waren eine gute Erfindung
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Wir waren eine gute Erfindung

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Beschreibung

Produktdetails

Zustand

Sehr gut

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

28.08.2019

Verlag

Kunstmann, A

Seitenzahl

144

Maße (L/B/H)

19,5/13,1/1,7 cm

Gewicht

232 g

Originaltitel

Cette Nuit

Übersetzt von

Nicola Denis

Sprache

Deutsch

EAN

2710002361914

Beschreibung

Produktdetails

Zustand

Sehr gut

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

28.08.2019

Verlag

Kunstmann, A

Seitenzahl

144

Maße (L/B/H)

19,5/13,1/1,7 cm

Gewicht

232 g

Originaltitel

Cette Nuit

Übersetzt von

Nicola Denis

Sprache

Deutsch

EAN

2710002361914

Herstelleradresse

Kunstmann Antje GmbH
Zweigstrasse 10
80336 München
DE

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  • Bewertung

    5/5

    08.10.2019

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    "Und wie jede Nacht seit Sarahs Tod werde ich noch ein bisschen warten, ..."

    "...in der heimlichen Hoffnung, dass mir jemand Gutenachtsagen kommt." Die Feiertage im Kreise der Familie bauen sich immer sehr ähnlich auf. Man hat die gleichen Diskussionen wie jedes Jahr, sammelt neue Anekdoten für das Absurditätenalbum, man lacht und man streitet. So auch beim Sederabend der Familie von Salomon. Zwischen den traditionellen Liedern, dem Auszug aus Ägypten und der Suche nach der versteckten Matze wird fleißig erzählt, gelacht und gestritten. Doch dieses Jahr ist alles anders, denn der Platz von Salomons Frau Sarah wird zum ersten Mal leer bleiben. Nach ihrem Tod obliegt es nun ihm allein, den Sederabend mit der Familie gut über die Bühne zu bekommen… Joachim Schnerf beweist absolut eindrucksvoll, wie viel Gefühl man auf nicht einmal 150 Seiten pressen kann! Dieser Roman rührt zu Tränen, bringt einen zum Lachen und schafft manchmal sogar beides gleichzeitig. Die Liebe von Salomon und Sarah wird so einfühlsam geschildert, dass es beim Lesen schmerzt, wenn Salomon anfängt über das Leben nachzudenken, das nun ohne Sarah vor ihm liegt und wenn er von der Angst vor einem möglichen Vergessen berichtet, die ihn immer wieder einholt: „Ich sehe ihre Bewegungen, ihre ersten morgendlichen Gesten, ich habe die Gewissheit der Erinnerung, die allerdings die Angst, ihr Gesicht zu vergessen, nicht eindämmen kann. Eine Angst, die mich seit der Beerdigung verfolgt.“ Aber nicht nur diese Angst quält Salomon. Als KZ-Überlebender hat er Nachts immer noch Albträume und flüchtet sich tagsüber in Sarkasmus und KZ-Witze, die außer ihm niemand aus der Familie lustig findet. Sonst war Sarah immer da, um ihm den nötigen Halt zu geben, selbst wenn er sich mal wieder einen verbalen Ausrutscher geleistet hatte: „Sarah hätte ihr Leben für mein Glück gegeben, bereit, alle meine Ausrutscher zu verzeihen und sich nur an jene Glücksmomente zu erinnern, die mein Gesicht leuchten ließen. Wir liebten uns, und vielleicht tun wir das noch immer, obwohl sie nicht mehr lebt.“ Doch nun ist er allein dafür verantwortlich die Familie am Sedarabend zusammen zu halten. Als Leser verbringen wir die letzten Stunden vor diesem Fest mit ihm und seinen Gedanken, die sich darum drehen, ob er seine Erinnerungen an die Vergangenheit bewahren und der Familie, mit all den dazugehörigen Neurosen, als Familienoberhaupt noch gerecht werden kann. Ein wirklich wunderschönes, einfühlsames, manchmal schwarzhumoriges Buch, das jene Leser zu Tränen rühren wird, die sich in diese Geschichte fallen lassen. Ich bin einfach nur absolut beeindruckt davon, wie viel Gefühl der Autor auf so wenigen Seiten unterbringen konnte, wie warmherzig und einfühlsam er diese Geschichte schildert und finde, dass 5 Sterne viel zu wenig sind!

  • Nele33

    4/5

    02.09.2019

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Joachim Schnerfs Roman „Wir…

    Joachim Schnerfs Roman „Wir waren eine gute Erfindung“, erschienen im Verlag Antje Kunstmann, vereint alles, was ein guter Roman bieten muss. Salomon ist Witwer. Sein gesamtes Leben hat er mit Sarah, seiner großen Liebe, verbracht. Sarah war der Mittelpunkt einer Familie, wie es sie hundertfach gibt und immer wieder geben wird. Jedes Jahr trifft sich die gesamte Familie bei Sarah und Salomon zum Sederabend, jedes Jahr die gleichen Rituale, Geschichten und Unstimmigkeiten. Doch dieses Jahr ist alles anders : Sarah fehlt, ihr Stuhl und ihr Glas bleiben leer. Der Leser begleitet Salomon in den letzten Stunden vor dem Eintreffen seiner Familie, seiner zwei Töchter, den Schwiegersöhnen und den zwei pubertierenden Enkeln. Seine Ängste vor der Verantwortung, dieses Fest zum ersten Mal allein zu organisieren, werden genauso thematisiert wie seine unendliche Trauer um den Verlust seine Frau. Selten haben ich ein so tiefgründiges und nachhallendes Werk auf so wenigen Seiten gelesen, und bekam das Gefühl, am Leben von Sarah, Salomon und der Familie teilgenommen zu haben. Die Protagonisten sind bis ins kleinste charakterisiert, jeder mit seinen Eigenheiten liebenswert und nachvollziehbar in ihren Handlungen. Die Vergangenheit verwebt sich mit der Gegenwart, und der Leser erfährt viel aus dem Leben Salomons, der als Kind als einziger seiner Familie Auschwitz überlebt hat und den Rest seines Lebens diesen Umstand durch Lager-Witze zu verarbeiten versucht. Trotz oder gerade deshalb ist das ganze Buch eine Liebeserklärung an das Leben und an Sarah. Für mich noch äußerst erwähnenswert wäre, dass ich als Leserin viel über das Passahfest und dessen Bedeutung für die einzelnen Generationen erfahren konnte. Joachim Schnerf ist es gelungen, Poesie, Sarkasmus, schwarzen Humor und eine bildgewaltige sowie detailreiche Sprache auf höchstem Niveau zu kombinieren. - Erstickt zwischen der Vergangenheit und dem Leben - ist nur einer von unzähligen Sätzen , die mich innehalten ließen. Dieses kleine Buch ist ein Juwel unter den Büchern, und ich kann es Lesern, die anspruchsvollen und zwischen den Zeilen liegenden Sarkasmus lieben, sehr empfehlen.

  • Nele33

    4/5

    02.09.2019

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein Juwel

    Joachim Schnerfs Roman „Wir waren eine gute Erfindung“, erschienen im Verlag Antje Kunstmann, vereint alles, was ein guter Roman bieten muss. Salomon ist Witwer. Sein gesamtes Leben hat er mit Sarah, seiner großen Liebe, verbracht. Sarah war der Mittelpunkt einer Familie, wie es sie hundertfach gibt und immer wieder geben wird. Jedes Jahr trifft sich die gesamte Familie bei Sarah und Salomon zum Sederabend, jedes Jahr die gleichen Rituale, Geschichten und Unstimmigkeiten. Doch dieses Jahr ist alles anders : Sarah fehlt, ihr Stuhl und ihr Glas bleiben leer. Der Leser begleitet Salomon in den letzten Stunden vor dem Eintreffen seiner Familie, seiner zwei Töchter, den Schwiegersöhnen und den zwei pubertierenden Enkeln. Seine Ängste vor der Verantwortung, dieses Fest zum ersten Mal allein zu organisieren, werden genauso thematisiert wie seine unendliche Trauer um den Verlust seine Frau. Selten haben ich ein so tiefgründiges und nachhallendes Werk auf so wenigen Seiten gelesen, und bekam das Gefühl, am Leben von Sarah, Salomon und der Familie teilgenommen zu haben. Die Protagonisten sind bis ins kleinste charakterisiert, jeder mit seinen Eigenheiten liebenswert und nachvollziehbar in ihren Handlungen. Die Vergangenheit verwebt sich mit der Gegenwart, und der Leser erfährt viel aus dem Leben Salomons, der als Kind als einziger seiner Familie Auschwitz überlebt hat und den Rest seines Lebens diesen Umstand durch Lager-Witze zu verarbeiten versucht. Trotz oder gerade deshalb ist das ganze Buch eine Liebeserklärung an das Leben und an Sarah. Für mich noch äußerst erwähnenswert wäre, dass ich als Leserin viel über das Passahfest und dessen Bedeutung für die einzelnen Generationen erfahren konnte. Joachim Schnerf ist es gelungen, Poesie, Sarkasmus, schwarzen Humor und eine bildgewaltige sowie detailreiche Sprache auf höchstem Niveau zu kombinieren. - Erstickt zwischen der Vergangenheit und dem Leben - ist nur einer von unzähligen Sätzen , die mich innehalten ließen. Dieses kleine Buch ist ein Juwel unter den Büchern, und ich kann es Lesern, die anspruchsvollen und zwischen den Zeilen liegenden Sarkasmus lieben, sehr empfehlen.

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