Produktbild: Eisen

Eisen Roman

3

32,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

18.02.2026

Verlag

Kanon Verlag Berlin

Seitenzahl

576

Maße (L/B/H)

21,8/14,7/4,9 cm

Gewicht

771 g

Farbe

Messing / Anthrazit

Auflage

1

Übersetzt von

Helmut Ettinger

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-9856820-2-7

Beschreibung

Rezension

»Eine Tour de Force durch ein wahnwitziges Leben und Arbeiten.« Konrad Holzer, BuchKultur

»Romanbiografie mit sarkastischem Witz.« Enno Stahl, Deutschlandfunk

»Zeitpanorama und Psychogramm« GONG

»Eine wortgewaltige, mitreißend und leidenschaftlich geschriebene Biografie des russischen Filmregisseurs Sergej Eisenstein. Von expressionistischen Überhöhungen, ungelöster Mutterbindung bis zur Filmgeschichte - ein ›Sahnestück‹ für Historiker, Cineasten und Freunde herausragender Literatur. Wie Massenpsychosen und Propaganda funktionieren wird hier mit betörender stilistischer Eleganz vorgeführt.« Annemarie Stoltenberg 

»Ein abgründiges und hochspannendes Buch über eine ambivalente Künstlergestalt.« Kirstin Breitenfellner, Falter

»Ihr Roman wagt den Spagat, sowohl Psychogramm als auch Dokumentation zu sein, sowohl tragische als auch humorvolle Töne zusammenzubringen.« CulturMag

»Gusel Jachina ist mit ihrem neuen Roman ein großer Wurf gelungen, der nicht nur eine der großen Gestalten des 20. Jahrhunderts porträtiert, sondern auch von der Tyrannei Stalins erzählt und sich mit der Frage nach der Freiheit der Kunst und dem idealen Kunstwerk auseinandersetzt.« CulturMag

»Film ist hier nicht nur Kunst, sondern auch Machtinstrument und Propaganda.« Literaturinitiative

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

18.02.2026

Verlag

Kanon Verlag Berlin

Seitenzahl

576

Maße (L/B/H)

21,8/14,7/4,9 cm

Gewicht

771 g

Farbe

Messing / Anthrazit

Auflage

1

Übersetzt von

Helmut Ettinger

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-9856820-2-7

Herstelleradresse

Kanon Verlag Berlin GmbH
Belziger Straße 35
10823 Berlin
DE

Email: info@kanon-verlag.de

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  • Manfred Orlick

    aus Halle (Saale)

    5/5

    08.03.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Biografie in Romanform

    Der russische Regisseur Sergej Eisenstein (1898-1948) gilt als einer der einflussreichsten Filmregisseure und Filmtheoretiker der Filmgeschichte. Mit seiner bahnbrechenden Montage- und Schnitttechnik zwischen Film und Theater, angewandt auf den Stummfilm „Panzerkreuzer Potemkin“ (1925), revolutionierte er das Kino. Am Beispiel eines historischen Matrosenaufstandes in der Stadt Odessa im Jahr 1905 verdeutlicht der zwanzig Jahre später in Moskau uraufgeführte Film die aggressive Dynamik revolutionärer Bewegungen. Die Biografie von Eisenstein selbst war von Widersprüchen, künstlerischen Visionen und politischen Zwängen geprägt. Die russische Schriftstellerin und Filmemacherin Gusel Jachina porträtiert in ihrem neuen Roman „Eisen“ den widersprüchlichen Künstler. Sie zeichnet seinen Weg vom jungen Filmemacher im revolutionären Russland Anfang der 1920er Jahre über die Beendigung der sowjetischen Montage-Experimente und die Ablehnung seiner Filme durch Stalin bis zur Dreherlaubnis zum Film „Alexander Newski“ und Eisensteins frühen Tod, der seine Karriere jäh unterbrach. Jachina, die selbst Putins Russland verlassen hat und in Kasachstan lebt, beleuchtet eindrucksvoll Eisensteins Dilemma zwischen künstlerischer Freiheit und notwendiger Anpassung. Sie entlässt ihn aber nicht aus der persönlichen Verantwortung. Neben den ausführlichen Beschreibungen der filmischen Arbeiten breitet sie ein historisches und gesellschaftliches Panorama der frühen Sowjetunion aus. Fazit: Die Biografie in Romanform ist eine absolute Leseempfehlung.

  • Sursulapitschi

    Thalia Book Circle Community

    3/5

    25.03.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Brillant erzählt aber unfassbar kleinteilig

    Ich bin großer Fan von Gusel Jachina und lese alle ihre Bücher. Die meisten davon liebe ich sogar, nur dieses hier macht es einem etwas schwer. In ihrem Vorwort sagt sie, sie möchte einen Roman schreiben, der sich zwischen Fiktion und Sachbuch bewegt, der sich der Figur des Sergej Eisensteins respektvoll annähert, Fakten darlegt und fantasievoll ergänzt. Das tut sie in ihrem gewohnt wunderbaren Erzählstil, aber auch mit vielen Gedankensprüngen und Einschüben, die einem die Orientierung sehr schwer machen. Am Anfang kam mir das Buch vor wie ein großes Durcheinander, mit der Zeit gewöhnt man sich dann ein bisschen daran. Sergei Michailowitsch Eisenstein, von seinen Freunden kurz „Eisen“ genannt, wurde 1898 in Riga geboren. Er hat Propagandafilme für die neu entstandene Russische Sowjetrepublik gemacht und wurde weltberühmt durch den Film „Panzerkreuzer Potemkin“, der noch heute zu den Klassikern der Filmgeschichte zählt. Grundsätzlich erleben wir hier mit, wie Eisensteins Filme entstanden sind, einer nach dem anderen, vom Auftrag bis zum Kinostart. Dazwischen wird in kleinen Schlenkern das politische Umfeld sowie Eisensteins Kindheit und Privatleben eingeflochten. Eisenstein hatte einen ganz eigenen künstlerischen Anspruch, wollte Realität zeigen, Realität überzeichnen, echte Gefühle einfangen, lieber Charaktere zeigen als gefällige Schönheit, wollte schockieren, Hässlichkeit zelebrieren, in Kämpfen das Blut fließen sehen. Das erreichte er durch unglaublich aufwändige Filmaufnahmen und seine innovative Montagetechnik. Er war ein Meister im Schneideraum, wo er wochenlang in Klausur ging, um seine Filme zu gestalten. Gusel Jachina malt ihn als einen Getriebenen, eine tragische Gestalt zwischen Genie und Wahnsinn, exzentrisch, narzisstisch, genial und größenwahnsinnig, jemand der sich aufreibt zwischen Arbeit und Anstalt. Das ist sehr eindrucksvoll, toll erzählt, aber auch wirklich anstrengend zu lesen. Durch dieses Buch musst ich mich kämpfen. Es erzählt brillant und unfassbar kleinteilig die Geschichte eines sehr komplizierten Menschen. Ja, man bekommt ein plastisches Bild davon, wie sich Eisenstein gefühlt haben mag, nur ein Spaß ist das nicht. Es ist ein anstrengendes Buch über einen anstrengenden Menschen, das mir zwar diesen Ausnahmekünstler nahegebracht hat, das mir aber insgesamt viel zu ausführlich war. Immerhin bin ich jetzt klüger.

  • esque

    aus Darmstadt

    3/5

    11.03.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein Roman über Sergej Eisenstein, die Kunst der Propaganda und die innere Zerrissenheit des Genies unter der Diktatur

    Es gibt Künstler, deren Werk so tief in die Widersprüche ihrer Zeit eingelassen ist, dass man sie nicht loben kann, ohne gleichzeitig anzuklagen. Sergej Eisenstein gehört zweifellos dazu. Der Mann, der mit dem Panzerkreuzer Potemkin das Kino als politisches Instrument neu erfand und mit seinen Montage-Theorien die Filmsprache des 20. Jahrhunderts prägte, war zugleich ein Diener Stalins – ein Künstler, der furchtbare Propagandawerke schuf und dabei wusste, was er tat. Genau diese schwindelerregende Ambivalenz hat Gusel Jachina, 1977 in Kasan geborene Autorin tatarischer Abstammung und selbst Absolventin der Moskauer Filmhochschule, in ihrem Roman „Eisen" in den Mittelpunkt gestellt. „Eisen" funktioniert als Doppelroman. Auf der einen Ebene steht die literarische Biografie Eisensteins: von 1924, als er zum ersten Mal einen Schneideraum betritt, bis in die Stalinzeit, in der die Frage nicht mehr lautet, ob man sich anpassen soll, sondern ob man überleben kann, ohne dabei die eigene Seele vollständig zu verspielen. Auf der anderen Ebene entwirft Jachina ein breites historisches Panorama der frühen Sowjetunion – jene Jahre, in denen das kulturelle Aufbruchsgefühl der Avantgarde allmählich in den Schrecken des Stalinismus umkippt. Der Titel „Eisen" trägt diese Doppelbödigkeit bereits in sich: Eisen ist das Material der Industrie, der Propaganda, des „Eisernen Vorhangs“. Aber Eisenstein trägt den Namen auch buchstäblich in sich, ist selbst aus diesem Stoff gemacht. Zugleich verweist Eisen auf Unnachgiebigkeit und innere Zerrissenheit; das Material, das am härtesten erscheint, bricht unter bestimmten Bedingungen am brutalsten. Jachinas bevorzugtes erzählerisches Mittel ist die Ironie. Eine Ironie, die Distanz schafft, ohne Empathie zu tilgen. Jachina zeigt einen Menschen, der die Mittel des Films sehr gut durchschaut. Was gezeigt wird, wird geglaubt und damit zur Wahrheit. Eisenstein nutzt diese Erkenntnis, um sowohl Meisterwerke zu schaffen als auch die Ideologie zu bedienen, die ihn letztlich bedroht. Jachina urteilt hier nicht, sie denunziert auch nicht, sie schaut hin. Und was sie sieht, ist furchtbar. Aber: Jachina hat auch ein Problem. Sie weiß nicht, wann die Szene zu Ende ist. Insbesondere die ausführlichen Beschreibungen von Eisensteins filmischen Arbeiten – formal zwingend, weil das Kino das zentrale Sujet ist – geraten stellenweise zu ausgedehnt, als würde die Autorin in filmtheoretische Exkurse gleiten. Das bremst das Lesevergnügen, ohne den Erkenntnisgewinn zu steigern. Jachina liebt das Detail zu sehr. Bei knapp 600 Seiten ist diese Neigung zum Exkurs riskant. Man hätte hundert Seiten streichen können! Mindestens! Und doch: Dass Jachina diesen Roman aus dem Exil heraus geschrieben hat, in einer Zeit, in der russische Kulturfiguren erneut vor der Frage stehen, wie weit man sich dem Staat beugt, verleiht dem Werk eine Dringlichkeit, die über das Historische hinausgeht. „Eisen" ist nicht zuletzt eine Parabel über die Gegenwart – über jeden Künstler, der in einem System lebt, das seine Mitarbeit fordert und seine Unabhängigkeit bestraft. Trotz der Längen, trotz der Opulenz, die manchmal in Geschwätzigkeit ausartet. Man muss Gusel Jachinas Buch „Eisen“ lesen, wenn man verstehen will, wie die Kunst unter den Stiefel der Macht gerät.

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    Dagmar Klein

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    5/5

    06.04.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Kopfkino

    Eigentlich habe ich das Buch vor allem wegen des historischen Hintergrunds angefangen zu lesen. Doch dann war ich sofort überwältigt von dem Bilderrausch, dem Kopfkino und der großartigen Sprache. Ich werde heuer hoffentlich noch viele gute Bücher lesen, aber "Eisen" ist da sicher schwer zu toppen. Ich bin völlig begeistert, Jachina ist eine echte Entdeckung!

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