Als Simone Jaan von einem Abfalleimer voller menschlicher Überreste am Rande des Akademieparks erfährt, steckt sie mitten in
ihren Hochzeitsvorbereitungen.
Erst durch Luise Winklers Charme, der einer Abrissbirne gleicht, schlittert Simone in ihren fünften und wohl letzten Kriminalfall.
Der »Sternderl-Mörder« treibt in Wiener Neustadt und Umgebung sein Unwesen und hinterlässt eine Spur des Schreckens.
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Es handelt sich um einen Regionalkrimi aus Wiener Neustadt. Am Rande des Akademiepark werden menschliche Überreste gefunden. Für mich gleich doppelt spannend und gruselig, da sich im Akademiepark die Österreichische Militärakademie befindet, an der - als ich das Buch gelesen habe - meine Tochter noch zum Bundesheeroffizier ausgebildet wurde. Aber zurück zum Buch.
Da es für mich der erste Band dieser Serie war, habe ich mir mit den vielen Personen schwer getan. Auch hier wäre ein Personenverzeichnis (da gibt es wohl bei den Vorgängerbänden) hilfreich gewesen, vor allem, wenn man sich mit verschiedenen Personen, der Verhältnisse zueinander usw. etwas schwer tut. Aber ich habe es dann halt für mich einfach mitgeschrieben. Es hat meinem Interesse an diesem Buch auf alle Fälle keinen Abbruch getan. Man kann sich die Personen trotzdem gut vorstellen und kommt gut in der Handlung mit.
Anfangs interessieren sich die beiden Privatdetektivinnen gar nicht soooo stark für den Funk der menschlichen Überreste. Vr allem da Simone natürlich in erster Linie mit ihrer bevorstehenden Hochzeit beschäftigt ist, blendet sie die Vorfällt anfangs gut aus, doch es bleibt nicht bei einer Leiche und der Täter, die Täterin oder sind es mehrere (?) hat dann irgendwann sogar die beiden Privatdetektivinnen im Visier. Was mir hier auch gut gefällt ist die Tatsache, dass die ErmittlerInnen auch quasi "Menschen wie du und ich sind", also keine unfehlbaren Superhelden, die eh immer alles wissen und alles vorausahnen und unverwundbar sind. So wird das Ganze gleich viel realistischer.
Der Krimi bleibt eigentlich immer sehr spannend, wird durch überraschende Wendungen nie langweilig und man wird immer wieder auf die Probe gestellt bzw. angeregt, seine eigenen Schlüsse noch einmal zu überdenken. Auch gibt es keine Stellen an denen man sich denkt, dass die jetzt nur Platzhalter sind, d.h. es wird nie langatmig, man weiß immer - zumindest hinterher - wozu man die eine oder andere Info brauchen kann.
Da ich ja die ersten Fälle noch nicht kenne, kann ich gleich weiter lesen und muss nicht auf eine etwaige Fortsetzung warten, falls die denn überhaupt geplant ist. Diesen Band kann ich auf alle Fälle weiterempfehlen!
haberlei
aus Wien
5/5
01.02.2026
Buch (Taschenbuch)
Krimi als Mordvorlage
„Sternderl-Mörder“ von Katharina Durrani ist der fünfte Band mit den Hobbydetektivinnen Simone Jaan und Luise Winkler, ein spannender Regionalkrimi.
Das Cover mit dem blutigen Stern passt optimal zum Buchtitel. Das Buch erschien 2025, die Handlung spielt in der Gegenwart in und um Wiener Neustadt. Der Schreibstil ist flüssig, dialogreich. Die kurzen, mit Orts- und Zeitangaben versehenen Kapitel zeichnen sich durch wechselnde Perspektiven aus, was die Handlung abwechslungs- und temporeich gestaltet. Die speziellen Schauplätze bringen interessantes Lokalkolorit ins Geschehen, machen auf Sehenswertes in Niederösterreich aufmerksam.
Selbst als Kennerin der Vorgängerbände überblickte ich nicht sofort wieder den doch sehr umfangreichen familiären Personenkreis rund um Simone und Luise. Leider verfügt dieser Band nicht mehr über eine Personenliste, die für Quereinsteiger sicher sehr hilfreich wäre. Grundsätzlich steht der Fall für sich, der rote Faden der Reihe ist für das Verständnis der Handlung nicht ausschlaggebend. Soweit nötig, gibt es erklärende Hinweise zu früheren Ereignissen.
Nach einem mysteriösen Vorfall lernt man so nach und nach die Protagonisten und Simones Umfeld kennen. Der erste Leichenfund lässt nicht lange auf sich warten. Anfangs kümmert sich Simone auch gar nicht wirklich um den Fall, zu sehr beschäftigt sie ihre nahe Hochzeit. Im Gegensatz zu Luise, die es fasziniert, dass die von ihr so bewunderte Autorin Anita Schönreich in den Mordfall verwickelt zu sein scheint. Denn mittlerweile hat ein weiterer Leichenfund bestätigt, dass als Vorlage für die Morde Krimis dieser Autorin dienten. Somit zählt sie mit zu den Verdächtigen. Luises detektivischer Spürsinn ist geweckt. Wieder zieht sie Simone mit hinein in die zusehends gefährlicher werdenden Recherchen. Denn der Mörder ist weiterhin tätig und hat die beiden Privatdetektivinnen nun auch im Visier, als sie ihm zu nahe kommen. Lange Zeit tappt man im Dunkeln, wird auch geschickt in die Irre geführt, und schließlich, als in einem dramatischen Finale dem mörderischen Treiben ein Ende gesetzt wird, vom Motiv und der Identität des Täters überrascht.
Die maßgeblichen Charaktere sind gut vorstellbar, authentisch und lebendig beschrieben. Simone und Luise, die im Mittelpunkt der Handlung stehen, zeigen Ecken und Kanten, Ängste und Sehnsüchte. Luise ist die treibende Kraft. Zielstrebig, ja regelrecht fanatisch stürzt sie sich in die Ermittlungen. Leider lässt sich Simone, die vernünftigere der beiden, von der selbstbewussten Luise, nach deren Kopf immer alles gehen muss, etwas zu leicht manipulieren und zu Aktionen verleiten, die sie eigentlich nicht möchte, was beide immer wieder in prekäre Situationen bringt.
Der Krimi war durchgehend spannend, überraschte mit unerwarteten Wendungen und hat zum Miträtseln angeregt. Hat mir somit packende Lesestunden beschert. Gerne würde ich noch weitere Fälle mit den beiden lesen, doch das Ende des Krimis lässt auch ein Ende der Reihe vermuten. Wie auch immer, ich freue mich auf jeden Fall auf das nächste Buch dieser Autorin.
Leseempfehlung mit 5 Sternen.
Bewertung
5/5
13.01.2026
Buch (Taschenbuch)
Sehr spannend
Katharina Durrani gelingt mit „Der Sternderl-Mörder“ ein Kriminalroman, der weit mehr ist als die klassische Suche nach einem Täter. Das Buch entfaltet seine Spannung nicht allein durch Mord und Ermittlungsarbeit, sondern vor allem durch Atmosphäre, Figurenzeichnung und einen leisen, aber nachhaltigen psychologischen Unterton.
Besonders eindrucksvoll ist das Setting: Der regionale Bezug wirkt nicht wie bloße Kulisse, sondern wird zu einem aktiven Bestandteil der Handlung. Orte, Dialektfärbungen und kulturelle Eigenheiten schaffen Authentizität und lassen die Geschichte glaubwürdig und nah wirken. Der Titel, zunächst rätselhaft, erhält im Verlauf der Handlung eine symbolische Tiefe, die lange nachhallt.
Die Figuren sind sorgfältig gezeichnet und frei von eindimensionalen Klischees. Ermittlerinnen und Ermittler erscheinen nicht als unfehlbare Helden, sondern als Menschen mit Brüchen, Zweifeln und persönlichen Grenzen. Gerade diese menschliche Unvollkommenheit verleiht der Geschichte emotionale Glaubwürdigkeit. Auch die Nebenfiguren sind mehr als bloßes Beiwerk – sie tragen zur Verdichtung der Handlung bei und eröffnen immer wieder neue Perspektiven.
Durranis Sprache ist klar, präzise und dennoch atmosphärisch. Sie verzichtet auf übertriebene Effekthascherei und vertraut stattdessen auf ruhige Spannung, die sich langsam aufbaut. Das Tempo ist ausgewogen: nie hastig, aber auch nie langatmig. Besonders stark sind die Passagen, in denen innere Konflikte und moralische Grauzonen thematisiert werden – hier zeigt sich die erzählerische Reife der Autorin.
„Der Sternderl-Mörder“ ist ein Kriminalroman für Leserinnen und Leser, die mehr suchen als bloße Unterhaltung. Wer psychologisch dichte Geschichten, glaubwürdige Figuren und eine fein ausgearbeitete Atmosphäre schätzt, wird dieses Buch mit Gewinn lesen. Ein stiller, eindringlicher Krimi, der nicht laut sein muss, um Wirkung zu entfalten.
Ich kann es jedem weiterempfehlen.
Bewertung
5/5
27.12.2025
Buch (Taschenbuch)
So stelle ich mir einen guten Krimi vor
Es ist ein klassischer, stimmungsvoller Regionalkrimi, der zeigt, dass Spannung nicht laut sein muss, um unter die Haut zu gehen.
Dieser Regionalkrimi hat mich sofort gepackt. Vielleicht auch, weil das Grauen hier nicht irgendwo, sondern mitten im Alltag beginnt. Während Simone Jaan eigentlich mit Hochzeitsvorbereitungen beschäftigt ist, reißt sie ein makabrer Fund abrupt in ihren wohl persönlichsten und letzten Fall. Genau dieser Kontrast aus Privatleben und brutaler Realität macht die Geschichte so eindringlich. Katharina Durrani erzählt spannend, bodenständig und mit einem klaren Gespür für Tempo. Wiener Neustadt und Umgebung wirken nicht wie bloße Kulisse, sondern wie ein lebendiger Schauplatz, an dem das Verbrechen besonders nah rückt. Simone Jaan ist eine Ermittlerin mit Ecken, Kanten und Herz. Ich folgte ihr gern, gerade weil sie nicht perfekt ist.
Israelfreund
5/5
27.12.2025
Buch (Taschenbuch)
So stelle ich mir einen guten…
So stelle ich mir einen guten Krimi vor Es ist ein klassischer, stimmungsvoller Regionalkrimi, der zeigt, dass Spannung nicht laut sein muss, um unter die Haut zu gehen. Dieser Regionalkrimi hat mich sofort gepackt. Vielleicht auch, weil das Grauen hier nicht irgendwo, sondern mitten im Alltag beginnt. Während Simone Jaan eigentlich mit Hochzeitsvorbereitungen beschäftigt ist, reißt sie ein makabrer Fund abrupt in ihren wohl persönlichsten und letzten Fall. Genau dieser Kontrast aus Privatleben und brutaler Realität macht die Geschichte so eindringlich. Katharina Durrani erzählt spannend, bodenständig und mit einem klaren Gespür für Tempo. Wiener Neustadt und Umgebung wirken nicht wie bloße Kulisse, sondern wie ein lebendiger Schauplatz, an dem das Verbrechen besonders nah rückt. Simone Jaan ist eine Ermittlerin mit Ecken, Kanten und Herz. Ich folgte ihr gern, gerade weil sie nicht perfekt ist.
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