Drei Schicksale, ein Tresen, hundert Geschichten: Die legendäre Kneipe Haus Himmelreich, eine der letzten ihrer Art im ganzen Ruhrgebiet, soll schließen! Der Erzähler nimmt das zum Anlass, sich die Gaststätte genauer anzusehen. Bei seiner Recherche für einen Artikel begegnet er skurrilen Stammgästen wie dem Käpt'n, dem Langen, Faris, dem Comedian oder der Wacholder-Anni, die so einiges zu erzählen haben. Der wahre Geist der Kneipe ist allerdings Wirtin Rita Urbaniak. Sie übernahm die Kneipe schon in den 1970ern, obwohl sie eigentlich was ganz anderes machen wollte. Doch dann kam das Leben dazwischen, und Rita nahm ihre kleine Nichte bei sich auf, weil ihre Schwester Chris in der weiten Welt das große Glück suchte. In Lovely Rita machen wir eine Reise durch die Lebensgeschichten dreier bemerkenswerter Frauen und kehren doch immer wieder an den Tresen zurück.
Kundinnen und Kunden meinen
4.6/5.0
Bewertung
Thalia Book Circle Community
5/5
14.05.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Sehr berührende Geschichte
In der Geschichte geht es um Rita Urbaniak. Sie hat über Jahrzehnte die Kneipe “Haus Himmelreich” geführt, die für viele Leute eine zweite Heimat geworden ist. Nur soll Haus Himmelreich bald für immer schließen. Unser Ich-Erzähler ist ein Journalist, der die letzten zwei Abende in der Kneipe verbringt und von den Stammgästen so einige Geschichten erzählt bekommt. Rita hat auch die Tochter ihrer Schwester Chris großgezogen, da sich diese in die große Weite Welt verabschiedet hatte. Rita taucht allerdings an den beiden Abenden überhaupt nicht auf und alle fragen sich, wo sie steckt.
Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen. Das war die erste Geschichte von Frank Goosen, die ich gelesen habe, aber es wird sicher nicht die letzte sein und vor allem war es eine sehr musikalische Geschichte, wo ich neben dem Lesen immer wieder mitsingen musste. Von mir gibt es sehr gerne 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung.
Bewertung
5/5
26.03.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Kneipenkultur pur
Die letzten Öffnungstage einer Kneipe und alle versammeln sich. Erzählt wird das Leben der Anwesenden mit Höhen und Tiefen, aber vor allem mit einem liebevollen Blick auf die Eigenarten des Menschen.
Jürg K.
5/5
18.02.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Herzliche Geschichte
Das Buch hat mich sofort in diese besondere, leicht melancholische Welt hineingezogen, in der eine Kneipe mehr ist als ein Ort sie ist ein Gedächtnis. Das Haus Himmelreich wirkt wie ein lebendiger Organismus, ein Raum voller Geschichten, die sich an den Tresen klammern, an die Wände, an die Menschen, die dort seit Jahrzehnten ein- und ausgehen. Bewegt hat mich die Art, wie Frank Goosen die drei Frauenfiguren miteinander verwebt. Rita, die Wirtin, ist zwar abwesend, aber gleichzeitig überall. Sie ist wie ein Herzschlag, den man hört, obwohl man ihn nicht sieht. Ihre Lebensgeschichte voller Umwege, Verantwortung, verpasster Chancen und stiller Stärke schwingt in jeder Begegnung, in jedem Satz der Stammgäste mit. Beim Lesen spürt man fast körperlich, dass sie gleich durch die Tür kommen müsste. Auch Chris und ihre Tochter tragen diese Mischung aus Freiheit und Verletzlichkeit in sich. Die Art, wie ihre Wege sich kreuzen, trennen und wiederfinden, hat mich an die komplizierten Familienbande erinnert, die uns prägen, ob wir wollen oder nicht. Und dann dieser Erzähler, der durch die letzten Stunden der Kneipe streift, mit einem liebevollen Blick für das Schräge, das Zarte, das Unbequeme. Ich habe oft gelächelt, manchmal geschluckt, und am Ende war ich ein bisschen wehmütig. Man liest ein warmes, humorvolles, tief menschliches Buch über Abschied, Erinnerung und die Orte, die uns zu dem machen, was wir sind. Sehr zu empfehlen.
Bewertung
5/5
15.02.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
eine wunderschöne, robust-herzliche Geschichte
Lovely Rita / Frank Goosen
„Eines Abends ist die Kneipe gerammelt voll, der VfL hat ein Spiel gewonnen oder verloren, Rita kann nicht auseinanderhalten, wann die Leute sich über diesen Verein freuen und wann sie sich ärgern.“ (S.167)
Die Kneipe „Haus Himmelreich“ befindet sich auf den letzten Metern bevor der Zapfhahn zum letzten Mal zugedreht wird. Der Erzähler der Geschichte recherchiert für einen Artikel über diese Institution und möchte die kleinen und großen Geschichten wiedergeben. Dafür trifft er auf urige Gesellen wie den Käpt’n, Elvis, den Langen und Willi Trommer, die als Stammgäste zum Inventar gehören, auf Wacholder-Anni und die Gräfin und Dieter, dem die Welt die einwandfreien Montagen von Automaten aller Art zu verdanken hat. Hinterm Tresen behält Giesela den Überblick:
„...und weil sie eine weiße Bluse trägt, nenne ich sie White Blues Woman. Mit meinem Humor bin ich manchmal sehr einsam.“ (S.6)
Aber die schillernden Gäste allein machen den Laden nicht aus, da sind auch noch Rita und Christa, die Nichten des ehemaligen Inhabers, die nach dessen Tod das Lokal übernommen haben - und nun beide auf ein erzählenswertes Leben zurückblicken. Chris, rastlos, ausbrechend und suchend und Rita, (vermeintlich) solide, bodenständig, die sich um ihre Nichte Verena kümmert, nachdem Chris abgehauen ist. Wie war das denn so, in ihrem Leben, in der Kneipe und überhaupt?
Ach, wie schön ist bitte dieser Ausflug nach Bochum – aber es ist nicht nur ein Besuch in einer kultigen Kneipe, es ist auch eine Zeitreise, denn der Autor erzählt die Geschichte zum einen im Hier und Jetzt, am Vortag und Tag der Schließung der Gaststätte und in Rückblenden aus den Leben der Schwestern.
Diese zeitlichen Sprünge bedeuten jedoch nicht nur eine Zeitreise im Leben der beiden Frauen, sondern es finden sich auch immer wieder Hinweise auf Momente des Zeitgeschehens; und es gibt viel Musik. Ja, Katze Stevens … es ist eine wilde Welt, Moondance und Depeche Mode. Das Buch hat einen Soundtrack und ich habe laut mitgesungen.
„Ich bin überzeugt, dass ich hier eine Räuberpistole aufgetischt bekomme, denn sie erzählt mir den Inhalt des Songs ‘Where do you go to my lovely‘ von Peter Sarstedt, 1969 erschienen.“ (S.33)
Die Geschichte wird so lebhaft erzählt, ich habe das Geklimper des Spielautomaten hören können, sehe die Nebelschwaden vor mir, als in der Kneipe noch kein Rauchverbot war und glaube sogar die Konsistenz von dem Schlach Kartoffelsalat zu wissen.
„Ich habe einen Schlach mehr drauf getan, sagte sie. Schlach, denke ich, die korrekte Maßeinheit für Kartoffel- oder Nudelsalat. Und für Mayo. Currywurst-Pommes mit einem Schlach Mayo obendrauf.“ (S.58)
Herzlichkeit, Ehrlichkeit, ein mitunter gediegener Humor und die großartige Individualität der Menschen, die ich mit der Region verbinde finde ich in dieser Geschichte wieder – und das ist einfach schön. Eine Geschichte über Liebe und Freundschaft, verpackt in einer mitunter rauhen Schale und doch spürt man den liebevollen Kern.
Frank Goosen erzählt in seinem neuen Buch eine wunderbare Geschichte. Ich erlebe die Menschen im „Haus Himmelreich“, höre sie reden und lachen und sehe sie weinen – und lache und weine mit ihnen.
Wie schön kann eine Geschichte erzählt werden?
Frank Goosen: ja!
Ganz große Leseempfehlung!
S.
aus Berlin
5/5
13.02.2026
eBook (ePUB 3)
Das Himmelreich im Ruhrgebiet
Wirtin Rita Urbaniak betreibt seit 1970 die Kneipe „Himmelreich“. Die wird morgen geschlossen. Der Erzähler soll dazu einen Artikel schreiben, besucht den Laden und sieht sich gründlich um. Im Gespräch mit den Stamm- und anderen Kunden erfährt er Interessantes, Originelles, Alltägliches. Durch genaues Beobachten entdeckt er Dinge, die leicht übersehen werden, aber dennoch die Atmosphäre ausmachen. Er hat einen Blick für Details, die die Personen lebendig, gut vorstellbar machen. Er wertet nicht, hört sich die abenteuerlichsten Stories und Anekdoten an - spannend und gut erzählt. Nur die Hauptperson - Rita- ist nicht hier. Aber eigentlich … ist es Ritas Geschichte. Und die hat es in sich, denn Rita ist die Seele des Lokals.
Teilnehmend, sensibel und ungeschönt beschreibt Frank Goosen ein nicht immer bequemes, dennoch erfülltes und Anerkennung verdienendes Leben.
Herzerwärmend, angenehm zu lesen.
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5/5
19.06.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Tolles Buch mit typischem Ruhrpotthumor
Frank Goosen hat es wieder geschafft, einfache Menschen so interessant zu portraitieren, dass man unbedingt wissen möchte, wer sie waren und sind. Warum der Lange der einzige Fliesenleger ohne kaputte Knie ist. Was es mit den Spiegelfliesen beim Brücken-Werner auf sich hat und was die drei Frauen, unter anderem Giesela, mit ihnen und der Kneipe Haus Himmelreich zu tun haben.
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5/5
07.05.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Kneipenkult im Pott
Ich habe mich so amüsiert, habe gelacht, die Augen verdreht und mich an meine eigene Kneipenzeit liebevoll erinnert. Ein herzlicher, lustiger, bisschen bitterer Roman über eine Kultkneipe im Pott mit all den Gestalten, die am Tresen sitzen und der Wirtin, die alles - fast alles - über ihre Gäste weiß.
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5/5
06.05.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Wie eine große Ersatzfamilie
In der Ruhrpott-Kultkneipe "Himmmelreich" sollen endgültig die Lichter ausgehen. Der Erzähler nutzt die letzten Stunden für Gespräche mit den Stammgästen am Tresen, um sich die Geschichten der legendären Wirtin Rita, ihrer Schwester Christa und deren Tochter Verena erzählen zu lassen. Mit viel Dialogwitz lernt der Leser die Lebensgeschichten der drei ungewöhnlichen Frauen und diverser andere Originale kennen. Macht Spaß, hat viel Atmosphäre und zeigt nebenbei noch starke Frauen, die in jeder Lage zusammenhalten. Leseempfehlung!
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5/5
30.04.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ode auf die Kneipenkultur
Welcher Ruhri kennt sie nicht, die Kneipen in der Nachbarschaft, in denen es neben lekka Pilsken, Herrengedeck, Spielautomat, Jukebox und Knobelbecher auch all die Typen gab, die (zugegeben) manchmal mit ihrem Geschwätz nervten.
Frank Goosen nimmt uns mit auf eine amüsante Reise in eine Welt voller Storys rund um Menschen zum Niederknien: direkt, manchmal derb und mit dem Herzen auf dem richtigen Fleck. "Das Wichtige an so einer Kneipe, das sind ja immer die Menschen”. Und das gilt nicht nur im Ruhrgebiet.
Ich habe mich selten bei einer Lektüre so daheim gefühlt. Aber wie Heiner sagt: “Komplimente! Wo sind wir denn hier?”
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5/5
19.04.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Musik ist auch drin
Das Haus Himmelreich, eine Kneipe im Ruhrpott, schließt. Aus diesem Anlass soll der Erzähler (“ich”) eine Reportage über den Mikrokosmos Kneipe und vor allem über die legendäre Wirtin Rita schreiben.
Dort angekommen, trifft er nicht nur auf das typische Personal: den Käpt’n, den Langen, die Wacholder-Anni, die Gräfin..., vor allem aber erfährt er so einiges über Rita, die seit den 70ern nicht nur den Zapfhahn fest im Griff hat.
Eigentlich wollte sie studieren, übernimmt dann aber doch das Haus Himmelreich. Ihre ältere Schwester Chris führt so eine Art Rockstarleben, da ist kein Platz für ein Kind. Und deshalb lädt sie eines Tages ihre Tochter Verena bei ihrer Schwester ab.
Rita zieht nicht nur ihre Nichte groß, sie ist auch immer für die Sorgen und Nöte Ihrer Gäste da, bietet nicht nur dem Kegelverein, sondern auch der Frauengruppe einen Platz. Aber wo bleibt Rita eigentlich?
Frank Goosen hat nicht nur der Ruhrpottkneipe ein Denkmal gesetzt, sondern eine wunderbare Liebeserklärung an Frauen wie Rita geschrieben.
Zugewandt, tough, pragmatisch, zupackend, weltoffen – kurz: diese Frauen halten nicht nur die Kneipe, möglicherweise nicht weniger als die ganze Welt am Laufen.
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