»Was haben Sie am 7. Oktober 2023 gemacht?« Diese Frage stellte die Autorin und Journalistin Samar Yazbek in Katar Hunderten von Geflüchteten aus dem Gazastreifen. Während mehrerer Monate im Jahr 2024 erzählen ihr Männer, Frauen und Kinder zwischen 13 und 65, was sie in diesem Krieg erlebt haben. Ihre Geschichten wirken wie Albträume über unvorstellbare Verluste von Leben, Familie, Heimat und elementarer Würde.
Die Überlebenden sind entschlossen, ihre Geschichte und die Schicksale ihrer Angehörigen mit der Welt zu teilen. Samar Yazbek hat siebenundzwanzig ihrer Berichte ausgewählt und zu einem Band vereint.
»Manchmal denke ich, dass jetzt nicht die Zeit ist, um über Hoffnung oder Trauer zu sprechen. Aber ich will erzählen, was ich gesehen habe.« Buschra Al-Ghulban Abu Sabih, 42 Jahre
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Ist Gott stärker als Spiderman? Warum erlaubt er ihnen, uns zu töten? fragt der 4 jährige Uday
Almut Scheller-Mahmoud aus 21109 Hamburg am 04.05.2026
Bewertungsnummer: 3128599
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Die preiskregrönte (u.a. mit dem Tucholsky-Preis) ) syrische Schriftstellerin Samar Yazbek begibt sich in ein ein Rehazentrum in Qatar, in dem über 2500 schwer verstümmelte Palästinenser mit ihren Angehörigen Hilfe und Heilung finden sollen. In dem vorgelegten Buch kommen 27 Menschen zu Wort, Frauen, Männer, Jugendliche, die ihren Schmerz, ihre Trauer mit ihr teilen.
Es ist eine Reise ins Herz der Finsternis, aber nicht dem aus dem „wilden primitiven afrikanischen Busch.“ Die Politik ist nur eine Randfigur. Es geht hier um den Menschen und seine Leidens-fähigkeit, seinen Schmerz, seine Trauer. Um Entmenschlichung, aber auch um Hoffnung.
Es geht um eine automatisierte Tötungsmaschinerie, um Kollektivbestrafung, um Vernichtung und Auslöschung. Denn was hier beschrieben wird, sind nicht die Szenarien eines „normalen“ Krieges. Es ist ein moderner Kreuzzug.
„Man möchte in den Herzen der großen Demokratien lesen können „(Thomas Mann).
Wir werden konfrontiert mit Leichenhaufen, mit zerfetzten Körperteilen, die aus den Trümmern der zerbombten Häuser herausragen. Mit Menschen auf der Flucht von A nach B, die dann ganz bewusst bombardiert werden, mit Aerosolbomben und hocheffizienten Drohnen, den Zannana, mit Phosphor und Gas. Panzer, die über die Leichen fahren, mit Bombardements der Trauenden auf dem Friedhof, mit Verschwinden von Leichen aus den Gräbern (Frage: warum, für welchen Zweck?) Mit Gefolterten, denen Morphium verabreicht wird, damit “es“ weitergeht im Programm.
Es kostet Überwindung und Kraft, weiterzulesen. Aber was ist schon unsere Lektüre auf dem Sofa gegen die tatsächlichen Leiden der portraitierten Menschen? Da treffen Welten aufeinander. Aber man kann Samar Yazbek nur danken, dass sie die Kraft und den Mut hatte, diese Gespräche zu führen und sie in Worte zu kleiden, um sie mit uns zu teilen. Beeindruckend in all dem Leid ist der familiäre Zusammenhalt der Menschen. Und immer wieder der Wille, zurückzukehren.
Nach dem Talmud gilt: "Wer ein Leben rettet, rettet die ganze Welt“. Und in der Bibel wird gefragt: „Kain, wo ist dein Bruder Abel?“ Der Aufruf„Nie wieder“! sollte für alle Menschen gelten.
Mehr ist kaum zu sagen. Denn jeder weitere Satz würde den Rahmen sprengen.
Heftig
Bewertung am 04.02.2026
Bewertungsnummer: 3036262
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch umfasst 27 Erfahrungsberichte von ganz unterschiedlichen Menschen. Frauen, Kinder und Männer zwischen 13 und 65 Jahren wurden befragt: „Was haben sie am 07. Oktober 2024 gemacht?“ Das war der Tag, an dem die islamistische Terrororganisation Hamas Israel angegriffen hat.
Dieses Buch konnte ich nicht am Stück lesen. Ich hab immer wieder ein paar Berichte gelesen, mehr ging einfach nicht. Zu groß und realistisch ist dieses Leid, dass für uns Europäer kaum vorstellbar ist. Menschen berichten von unerträglichen Verlusten und wüster Zerstörung. Menschenwürde gibt es hier kaum noch. Die Texte sind alle gut lesbar aber nur schwer zu verarbeiten. Hier geht es auch nicht um politische Hintergründe. Die können wir wahrscheinlich eh nicht komplett nachvollziehen. Die Menschen stehen im Vordergrund. Ich finde es so wichtig den Menschen eine Stimme zu geben und zu zeigen was sie ertragen müssen. Ein sehr eindringliches und wichtiges Buch. Es wird mich noch sehr lange beschäftigen.
Ich empfehle dieses Buch allen Lesern, die das aushalten können. Es ist hart aber leider auch die Realitä
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