Produktbild: Dynamiken rechter Radikalisierung

Dynamiken rechter Radikalisierung Ideologische Verflechtungen und historische Kontinuitäten

Aus der Reihe Psyche und Gesellschaft
1

44,90 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

01.06.2026

Herausgeber

Yassir Jakani + weitere

Verlag

Psychosozial

Seitenzahl

0

Maße (L/B/H)

14,7/20,6/2,1 cm

Gewicht

426 g

Auflage

1. Auflage 2025

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-8379-3479-3

Beschreibung

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Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

01.06.2026

Herausgeber

Verlag

Psychosozial

Seitenzahl

0

Maße (L/B/H)

14,7/20,6/2,1 cm

Gewicht

426 g

Auflage

1. Auflage 2025

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-8379-3479-3

Herstelleradresse

Psychosozial Verlag GbR
Walltorstraße 10
35390 Gießen
DE

Email: GPSR Kontakt

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  • Bewertung

    5/5

    18.08.2026

    Buch (Taschenbuch)

    Die Herangehensweise einer disziplinübergreifenden Analyse ist gelungen

    Im Fokus dieses inter- und transdisziplinären Sammelbands stehen die ideologischen Fundamente des Rechtsextremismus, rechtsterroristische Radikalisierungsprozesse sowie subjektive und gesellschaftliche Umgangsweisen mit rechtsextremer Ideologie und Gewalt. Dabei werden historische Tiefenschichten ebenso sichtbar wie aktuelle Dynamiken rechter Radikalisierung. Ziel der Beiträger*innen ist es, gängige Forschungsparadigmen kritisch zu hinterfragen, Begriffs- und Analyseinstrumente weiterzuentwickeln und Impulse für eine disziplinübergreifende Forschung zu setzen. Sie fordern zu einer differenzierten Auseinandersetzung auf, die über einfache Kategorisierungen hinausgeht und die Komplexität rechtsextremer Ideologien und Gewaltformen in ihrer ganzen Bandbreite sichtbar macht. Nach einer Einführung wird die „Völkische Bewegung“ um 1900 als ideologischer Ausgangspunkt der modernen extremen Rechten im deutschsprachigen Raum dargestellt. Daran anknüpfend folgt eine diskursanalytische Problemstellung, die die Judenfeindlichkeit der AfD in den historischen Linien der deutschen Sprach- und Kulturgeschichte verortet. Ein Beitrag über den Erfolg des Rechtspopulismus in Argentinien folgt danach. Anschließend wird der Fokus auf individuelle biografische Verläufe gelegt und die psychosozialen Mechanismen, die Jugendliche in extrem rechte Szenen hinein und auch wieder hinaus befördern können, offen gelegt. Ferner wird Antifeminismus als eine Brückenideologie in (extrem) rechte Diskurse untersucht und gezeigt, wie geschlechtspolitische Ressentiments die verbindenden Elemente heterogener rechten Stimmungen wirksam werden. Weiterhin wird die fundamentale Bedeutung von „Kameradschaftlichkeit“ als zentrales Ordnungsprinzip extrem rechter Homosexualität und die die damit verbundene Reproduktion spezifischer Männlichkeitsentwürfe skizziert. Eine Analyse misogynen und antifeministischen Ideologien extrem rechter Täter folgt danach. Danach wird die Auseinandersetzung mit psychosozialen Dynamiken rechter Radikalisierung und Gewalt vertieft, indem die gesellschaftlichen Aushandlungsprozesse im Kontext des NSU aus einer psychoanalytischen-sozialpsychologischen Perspektive untersucht wird. In diesem Zusammenhang wird danach aus Opfer- und Betroffenenperspektive die diskursiv dominante staatliche Anerkennungspraxis extrem rechter Todesopfer in der BRD untersucht. Die mediale Berichterstattung und die öffentlichen Diskurse über die Anschläge auf das Münchener Oktoberfest und das Olympia-Einkaufszentrum steht dann im Mittelpunkt. Abschließend steht am Beispiel der extrem rechten Anschläge in Halle und Wiedersdorf 2019 die Frage im Vordergrund, warum mediale und gesellschaftliche Reaktionen nach wie vor ein stärkeres Interesse an Täter*innen als an Betroffene haben. Die Herangehensweise einer disziplinübergreifenden Analyse ist gelungen, so werden die jeweiligen Schwerpunkte aus verschiedenen Perspektiven analysiert und miteinander verbunden. Nicht nur wegen des Anschlages auf den Berliner CSD wäre ein queerfeindlicher Beitrag wünschenswert gewesen. Sonst gibt es aber zum Teil sehr interessante Beiträge vor allem zum Rechtsterrorismus und damit verbundenen den gesellschaftlich-medialen Reaktionen und Narrativen.

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