Eine Vampirgesellschaft im Stillstand und ein Vampir, der sich nach mehr sehnt. Könntest du den Geschmack von Freiheit zurückholen und gleichzeitig noch einen Krieg verhindern?
Einst war er stolzer Krieger, jetzt ist er Henker. In einer dystopischen Vampirwelt gibt es für Laith van Basten nur noch eine Herausforderung: den Blutrausch. Er glorifiziert die Vergangenheit und versinkt in düsteren Gedanken, die nicht einmal sein Freund Fei vertreiben kann. Damals, als es noch echtes Blut zu trinken gab, eine unvergleichliche Geschmacksvielfalt und den Nervenkitzel von Kämpfen auf Leben und Tod. Doch dann öffnen Laith und Fei die Tür zu einem Versteck, das in futuristischer Rüstung auf sie lauert. Während Feis Trauma aus seiner Zeit als Mensch aufreißt, muss Laith sich seinem Zorn auf die Vampirgesellschaft stellen. Können sie die Bedrohung abwenden, die das freie, aber zukunftslose Leben der Vampire in ihren Grundfesten erschüttert? Und wird aus dem Henker wieder ein Krieger?
Ein dystopischer Vampirroman mit queeren Figuren für alle, die mehr als Klischees erwarten.
Ein neues Kapitel für Ihre Bücher
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Wir kennen Vampire die in ihrer Raubtierrolle aufgehen. Vampire, die sich selbst widerlich finden und gegen ihre Natur kämpfen. Die klassischen allmächtigen, ach so schönen, reichen Schönlinge. Und die, die in der Sonne glitzern.;)
Zugegeben, in manchen Punkten fallen Laith und Fei unter die ersten beiden, aber dann auch wieder anders, als man es kennt. Und das ist das Tolle an diesem Buch. Es liefert uns mal eine ganz andere, neue Version von Vampiren und vor allem ihrer Welt.
Ich gebe zu, ich lese nicht gern Dystopien und Geschichten, die in Deutschland spielen, auch nicht, aber die Idee hat mich direkt angesprochen, und spätestens nachdem Laith seinen ersten Kampf ausfechten musste, hatte er mich fest an seiner Seite. :) Allein für diese gut geschriebene Kampfszene war es wert :D
Aber nicht nur ist die Idee mal was anderes, die Figuren sind gut ausgearbeitet, tiefgründig, vielschichtig, und man fühlt sich ihnen nah. Man lebt mit ihnen, leidet mit ihnen und wird immer wieder aufs Neue abgeholt. Die Entwicklung ist nachvollziehbar und genau im richtigen Tempo.
Und dann diese Wendung. Plötzlich hat man eine Geschichte in der Geschichte, die alles andere beeinflusst und einen mitfiebern lässt.
Absolut spannend und voller Emotionen, die einen erreichen. Eine absolute Empfehlung für alle, die Vampire lieben, aber den alten Trott und die Klischees leid sind. Die Dystopien mögen, die vom Standard abweichen. Und für alle, die einfach ein gutes Buch wollen.
Bewertung
aus Magdeburg
5/5
18.05.2026
Buch (Taschenbuch)
„Van Basten“ von Aria Rauh – Ein düsteres Meisterwerk, das Genregrenzen sprengt
Eine Welt voller Vampire, aber komplett ohne Menschen, weil diese bereits ausgerottet sind. Allein diese Prämisse hat mich sofort fasziniert, als ich auf der Leipziger Buchmesse über das Buch gestolpert bin. Es wirft schließlich sofort extrem spannende Fragen auf: Wovon ernähren sich Vampire, wenn ihre primäre Nahrungsquelle weg ist? Und wie sieht eine Gesellschaft aus, die nur aus Raubtieren besteht? Ich musste es einfach mitnehmen – und ich wurde nicht enttäuscht.
*Ein packender Einstieg in eine völlig andere Welt*
Was mich von der ersten Seite an begeistert hat, ist das world-building. Aria Rauh bricht komplett mit dem klassischen Vampir-Klischee, bei dem sich die Blutsauger im Verborgenen vor den Menschen verstecken müssen. Stattdessen landen wir in einer völlig eigenständigen, düsteren Zivilisation. Der Schreibstil der Autorin ist dabei so einnehmend und flüssig, dass ich regelrecht durch die Seiten geflogen bin und das Buch kaum noch aus der Hand legen konnte.
Die Handlung wird durch den Protagonisten Laith van Basten getragen – ein alter, vom Leben gezeichneter Vampir mit echten Ecken und Kanten. Er arbeitet in einem Sonderkommando, das Vampire im Blutrausch stoppen muss, bevor sie eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Laith ist ein unglaublich greifbarer Charakter, aber mein heimlicher Favorit war schnell sein Mitbewohner Fei. Die Dynamik und die Geheimnisse um ihn haben der Geschichte für mich noch mal eine ganz besondere Würze gegeben. Wer wissen will, warum, muss das Buch allerdings selbst lesen!
*Spiegelbild unserer Gesellschaft: Düster, queer und ungeschönt*
Die Story ist von Anfang bis Ende extrem tight konstruiert. Die verschiedenen Handlungsstränge greifen perfekt ineinander, und ein genialer Plottwist in der Mitte hat mich völlig unvorbereitet erwischt und mit offenem Mund zurückgelassen.
Was „Van Basten“ für mich aber zu einem echten Highlight macht, ist die emotionale und gesellschaftliche Tiefe. Die Welt ist voller vielschichtiger, queerer Figuren, und die Autorin scheut sich nicht, unbequeme und harte Themen anzusprechen. Ob traumatische Kriegsfolgen, Herkunftsunterschiede, Zwang oder Verblendung – das Leben dieser Vampire ist kein Ponyhof, und man braucht an manchen Stellen durchaus stärkere Nerven.
Besonders faszinierend fand ich, wie viel das Buch über unsere eigene Realität aussagt. Obwohl es Fantasy ist, spiegeln sich die Ängste vor Krieg und Ausgrenzung perfekt darin wider. Sogar die Tatsache, dass die Vampire in manchen Ansichten trotz ihrer Langlebigkeit noch genauso festgefahren und verkniffen sind wie vor Jahrhunderten, wirkt erschreckend real. (Ein dickes Lob übrigens auch für das Glossar am Ende, das der Welt noch mal zusätzliche Tiefe verleiht!)
Fazit:
„Van Basten“ hat mich komplett in seinen Bann gezogen. Es ist eine erfrischend andere, düstere und hochaktuelle Vampirgeschichte, die mich emotional voll gepackt hat. Wer nach einem Fantasy-Buch sucht, das einen nicht mehr loslässt und noch lange im Kopf bleibt, sollte hier unbedingt zugreifen. Für mich ein absolutes Jahreshighlight! 5 von 5 Sternen.
Bewertung
Thalia Book Circle Community
4/5
21.05.2026
Buch (Taschenbuch)
Hebt sich von anderen Fantasyromanen ab
Van Basten hat mich nach langer Zeit wieder in eine Vampirwelt gezogen. Allerdings in eine völlig andere, als man sie sonst kennt. Hier sind Vampire keine unterdrückte Spezies, sondern die herrschende. Vor Jahrhunderten löschte ein Vampirvirus die Menschheit aus und zurück blieb eine Gesellschaft, die stagniert und einen Ausweg sucht.
Diese Leere erleben wir durch Protagonist Leith van Basten. Bereits zu Beginn greift das Buch durch ihn Themen wie Depression auf und geht darüber hinaus. Aria Rauh verarbeitet im Verlauf religiösen Fanatismus, Ausbeutung, Wissenschaft, Machtstrukturen und Massenverfolgungen. Trotz dieser Themenfülle wirkt der Roman nie überladen. Stattdessen fügt sich alles passend in die Welt ein und eröffnet immer wieder Parallelen zu unserer eigenen Gesellschaft.
Besonders gefallen hat mir Leith als Charakter. Er besitzt eine starke moralische Haltung, ohne perfekt oder belehrend zu wirken. Gerade dadurch zeigt das Buch, dass Mitgefühl und Menschlichkeit keine Schwäche sein müssen. Auch die queeren Figuren und Beziehungen sind selbstverständlich in die Welt eingebunden, ohne künstlich hervorgehoben zu werden.
Spannend fand ich außerdem die umgekehrten Rollenbilder der Vampirwelt. Wie würde eine Gesellschaft funktionieren, die fast ausschließlich nachts lebt? Würde eine andere intelligente Spezies dieselben Fehler machen wie wir? Der Roman verbindet klassische Vampirelemente mit futuristischen Ideen und zeichnet dabei das Bild einer technologisch fortschrittlichen, aber gedanklich rückschrittlichen Welt.
Der Schreibstil hat mich sofort gepackt. Ich bin förmlich durch die Seiten geflogen und konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Zwar zogen sich manche Passagen etwas und nicht jede Handlung war für mich komplett nachvollziehbar, dennoch konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen, sobald ich dran war.
Das Ende ist rund und macht Lust auf weitere Geschichten aus Rauhs Feder. Vor allem die moralischen Konflikte, die ausgearbeiteten Systeme und die Mischung aus Dystopie, Vampirroman und Gesellschaftskritik heben Van Basten für mich deutlich von anderen Fantasybüchern ab.
Hannah
4/5
23.04.2026
Buch (Taschenbuch)
Dunkle Vampirdystopie mit gesellschaftskritischen Themen
Das Buch hat mir die Autorin zur Verfügung gestellt. Meine Meinung beeinflusst das allerdings nicht!
Was machen Vampire, wenn es keine Menschen mehr gibt? Die Frage klingt fast schon philosophisch, und Aria Rauh bietet in “Van Basten” (was nichts mit dem niederländischen Fußballspieler zu tun hat) eine spannende Lösung: Statt von Menschenblut ernähren sich die Vampire von geklontem Blut aus der Konserve. Und das schmeckt, wenn man Protagonist Laith Van Basten, glauben kann, nicht ansatzweise gut. Und Laith macht ohne die Menschen noch etwas anderes: Sich langweilen. Seinen einzigen Kick bekommt der Polizeibeamte nur im Einsatz der Bloodrage Force, deren Job es ist, Vampire im Blutrausch zu stoppen. Seine Langeweile sorgt dafür, dass Laith sich immer weiter distanziert: von seinen Kolleg:innen, aber auch seinem Mitbewohner und gelegentlichem Geliebten Fei. Als dieser versucht Laith mithilfe seiner Wandlerin Vecha aufzumuntern, stürzt Laiths Flugzeug mitten im Nichts ab. Auf der Suche nach anderen Vampiren, findet er etwas, dass er seit 300 Jahren nicht mehr gesehen hat: Menschen - oder, um genauer zu sein: Mary. Diese rettet den Vampir und bringt ihm im Versteck der Menschen unter, doch Laiths Anwesenheit bleibt nicht lange ein Geheimnis. Außerdem vermissen Fei und Vecha Vampir der dritten Generation.
Für mich besteht das Buch aus zwei Teilen: Zuerst Laiths Leben als Vampir, indem der Fokus vor allem auf ihm, seiner Vergangenheit und der vampirischen Gesellschaft liegt. In diesem Teil werden Fei und Vecha durch ihre Relation zu Laith vorgestellt, einige Kapitel widmen sich aber auch Mary und den Menschen. Der zweite Teil des Buchs beschäftigt sich mit der Beziehung zwischen Menschen und Vampiren - Laith wird im Versteck der Menschen mit ihren Ängsten vor Vampiren konfrontiert (immerhin existieren seit dem letzten Vampirkrieg offiziell keine Menschen mehr), er erklärt aber auch gern, wie die Menschen gegen die Vampire vorgegangen sind. Gemeinsam mit Vecha und Fei setzt sich Laith ein Ziel: Die Vampire und die Menschen koexistieren zu lassen. Ein reichlich schweres unterfangen, immerhin haben beide Seiten (mehrfach) versucht einander auszulöschen.
Dabei wird auch ein sehr krasser Unterschied der beiden Gesellschaften klar: Die Vampire leben in einem konservativen Status Quo, dadurch dass sie nicht sterben und keine Nachfahren haben, scheint die Gesellschaft stillzustehen. Im Kontrast dazu stehen die Menschen. Ich würde sagen, dass die menschliche Gesellschaft in eine Tech-faschistische Richtung mit religiösen Einflüssen geht. Die menschliche Kirche diktiert die Moral und ohne gewisse technische Ausstattung (die ausgenutzt werden kann), ist ein teilnehmen an der Gesellschaft unmöglich. Dazu kommt eine starke Geburtenregulierung. Ich sehe hier (mit Schrecken) einige parallelen zu politischen Entwicklungen der aktuellen Zeit und würde als komplett zusammenhanglosen Fakt in den Raum werfen, dass sich das Versteck der Menschen in einem US-Südstaat befindet.
Die Autorin hat kein Problem damit, schwierige Themen anzusprechen: egal ob religiöser Fanatismus, sexistische Gesetzgebungen, Kriegsfolgen, Genozid oder die Ausbeutung von (menschlichen) Ressourcen.
Letzteres zeigt sich vor allem durch das Thema der Blutfarmen, dem sich Rauh im Prequel ausführlicher widmet. Dabei geht sie auch darauf ein, dass negative und moralisch sehr schwierige Ereignisse in einer Gesellschaft sehr gerne verschwiegen werden.
Bei all dem Lob für die Geschichte, muss ich aber auch eine kleine Kritik loswerden: Für mich haben sich einige Passagen (im zweiten Teil gerade einige von Vecha und Fei und am Anfang einige von Laith) gezogen. Und so kam es, dass ich für das Buch mehr als 2 Wochen gebraucht habe und es (leider) echt ein paar Tage habe liegen lassen, was ich echt schade fand. Ab etwas mehr als der Hälfte hat mich die Geschichte aber richtig gecatcht und ich habe es in kürzester Zeit beendet. Falls ihr mit diesem Pacing kein Problem habt, kann ich euch “Van Basten - Blut & Freiheit” ans Herz legen!
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