Sichtbare Gebrauchsspuren auf einigen Seiten z.B. leichte Knicke oder vereinzelte Markierungen möglich. Die gelieferte Auflage und das Cover können ggf. abweichen.
Ihre Mutter ist tot, und Blanca fährt nach Cadaqués, auf den Sommerfamiliensitz am Meer. Beide Exmänner sind da, die gemeinsamen Kinder, Freundinnen, der Geliebte, sie alle füllen das Haus mit Leben. Für Blanca beginnt eine entrückte Zeit: Stunden auf dem Boot, Frühstück unterm blauen Himmel, Gespräche bis tief in die Nacht, Alkohol, Sex. Und es wäre alles wie immer – würde die verstorbene Mutter ihr nicht auf Schritt und Tritt begegnen und Blanca dazu zwingen, sich zu einer folgenreichen Einsicht durchzuringen.
Auch das wird vergehen ist gravitätisch und leicht, melancholisch und komisch, sanft und heftig, es ist die ergreifende Geste eines langsamen Abschieds – ein wahrhaftiger Roman über Mütter und Töchter, über die Bodenlosigkeit der Trauer und die vertrackten Schönheiten des Lebens.
Ein neues Kapitel für Ihre Bücher
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Blanca nimmt auf ihre ganz eigene Weise Abschied von ihrer kürzlich verstorbenen Mutter. Mal liebevoll, mal wütend, mal philosophisch, mal traurig, mal laut, mal leise, mal mit einem Augenzwinkern, sehr ehrlich, ein Abschied in kleinen Schritten unter lieben Menschen (ihre Kinder, ihre beiden Exmänner, ihr Geliebter, ihre Freundinnen und das Kindermädchen). Dazu reist Blanca in das Sommerhaus ihrer Mutter in Cadaqués. Sie denkt an ihre Mutter und Erlebnisse mit ihr zurück und findet sie in jedem Winkel ihres Herzens. Durch Sex mit ihrem Exmann und ihrem Geliebten, dem Flirt mit einem Fremden und dem ein oder anderen Joint versucht sie sich von ihrer Trauer abzulenken. Körperkontakt scheint für sie die einzige Möglichkeit zu sein, für kurze Zeit den Tod ihrer Mutter zu vergessen.
Das Cover erschien mir anfangs wenig einfallsreich. Doch beim Lesen wurde mir klar, dass der Schatten zur Mutter passt, die die Tochter wie ein solcher auf Schritt und Tritt verfolgt. Unglaublich sinnige und feinfühlige Schachtelsätze die die sehr unterschiedlichen Gefühlsregungen von Blanca und auch ihren Charakter gut widerspiegeln - gelingen Milena Busquets genauso schön wie ein bisweilen herber Humor. Sie zeichnet das Bild einer Tochter, die sich durch den Tod ihrer Mutter selbst zu finden versucht. Blanca als Ich-Erzählerin spricht ihre Mutter direkt an, was das Buch sehr gefühlvoll und intim macht. In phantasievoller Sprache erzählt diese Geschichte von der Liebe einer Tochter zu ihrer Mutter. Wie alt wir schon sind! Nicht? Stell dir vor, wie das in zwanzig Jahren ist. Wir fangen ja gerade erst an, das Alter zu üben, aber noch ist es ein Witz, ein fernes Dunkel. bleibt mir in guter Erinnerung. Blancas ungewöhnliche, zeitweise sehr egoistische Lebensweise und ihre Sucht nach Bestätigung als Frau macht sie mir nicht besonders sympathisch. Dennoch kann ich mit ihr fühlen. Dieser Roman ist wahrlich Eine Liebeserklärung an die verstorbene Mutter und ein langsamer, aber keineswegs stiller Abschied.
Blancas Mutter ist verstorben,…
Xirxe aus Hannover am 16.02.2016
Bewertungsnummer: 2705089
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Blancas Mutter ist verstorben, die wohl der wichtigste Mensch in ihrem Leben war und Blanca zu dem Menschen 'machte', der sie heute ist. Nicht immer entwickeln sich aus solchen Erkenntnissen positive Gefühle, doch in diesem Fall entstand eine große Liebe. Blanca liebt ihre Mutter über alles und in den Tagen nach deren Tod ist sie ihr fast immer gegenwärtig, bei den unterschiedlichsten Gelegenheiten. Die Ich-Erzählung aus Blancas Perspektive habe ich wie einen Brief an die Mutter empfunden: Sie erzählt ihr von den Tagen nach der Beerdigung, wie sie sich versucht abzulenken und dennoch stets auf's Neue ihre Mutter in den Vordergrund rückt. Menschen, Orte, Gesten, Gefühle - immer wieder werden dadurch Erinnerungen hervorgerufen, denen Blanca sich hingibt. Voller Wehmut und Schmerz, aber auch mit Zärtlichkeit, Freude und voller Liebe. Dies mag nun Manchen allzu sehr nach Rosarot klingen, doch es gibt auch Rückblicke, die deutlich machen, dass die Mutter-Tochter-Beziehung nicht nur harmonisch war. Doch die Liebe überwiegt... In diesem Buch gibt es so viele wunderbare und schöne Sätze, dass ich vermutlich ganze Wände damit tapezieren könnte ;-) Beispiele gefällig? Also: "Du hast mich so rigoros und nachhaltig gegen jede nicht spielerische Form von Unterwerfung erzogen, dass ich noch nicht einmal Feministin werden musste." oder "In deinen Augen rechtfertigte die Liebe eigentümliche Verhaltensweisen, die du unter allen anderen Umständen verurteilt hättest. Wenn ein Kellner ... dir die Suppe über's Kleid schüttete und du, eben dabei, dich zu beschweren, vom Maître erfuhrst, er sei verliebt ..., sahst du ihn wohlwollend an und sagtest: "Ach so, na dann..." Und aßest seelenruhig weiter in deinem suppendurchtränkten Rock." oder ""Leichtigkeit ist eine Form von Eleganz", sage ich, "leicht und fröhlich zu leben ist sauschwer." "Du verwechselst Leichtigkeit mit Schlendrian, Blanquita."" Vielleicht ist es das, was das Leben von Blanca und ihrer Familie ausmacht: Die Leichtigkeit und die Liebe, was sich auch in den noch immer sehr guten Beziehungen zu ihren Ex-Ehemännern zeigt, den Vätern ihrer beiden Söhne. Doch es ist nicht nur die Liebe zum andern Geschlecht, sondern ganz allgemein die Liebe zum Leben, die Liebe an sich. Deutlich wird das besonders auf den letzten Seiten, wo Blanca ihrer Mutter eine wundervolle Dankesrede und Liebeserklärung schreibt, die alleine schon das ganze Buch lohnt. "Von dir habe ich die Liebe auf den ersten Blick als einzig mögliche Form, sich zu verlieben (du hattest recht), die Liebe zur Kunst, zu den Büchern, den Museen, zum Ballett, die Freigiebigkeit in Gelddingen, die großen Gesten in den passenden Momenten, die Rigorosität im Handeln und im Reden. Das völlige Fehlen von Schuldgefühlen und die Freiheit und die Verantwortlichkeit, die damit verbunden sind.... Du hast mir auch das irre Lachen geschenkt, die Freude am Leben, die völlige Hingabe, den Spaß an jedem Spiel, die Abneigung gegen alles, was in deinen Augen das Leben kleiner machte und einem die Luft nahm: Knauserigkeit, Mangel an Loyalität, Neid, Angst, Dummheit und Grausamkeit. Und den Sinn für Gerechtigkeit. Die Aufsässigkeit. Das überwältigende Erkennen von Glück in den Momenten, wenn man es in Händen hält und ehe es wieder davon fliegt.... Und die Grandezza, eine Fähigkeit, die Dinge zu benennen, sie zu sehen, eine aufrichtige Toleranz den Schwächen und Unzulänglichkeiten anderer Menschen gegenüber...". Auch wenn das Hauptthema dieses Buches der Tod eines Menschen sein mag, ist es für mich viel mehr eine Hommage an das Leben und die Liebe.
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