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Der Hilfsprediger Roman

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Beschreibung

Produktdetails

Zustand

Sehr gut

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

13.09.2018

Verlag

DuMont Buchverlag

Seitenzahl

208

Maße (L/B/H)

19,1/12,6/2 cm

Gewicht

233 g

Auflage

1. Auflage

Originaltitel

Fludd

Übersetzt von

Werner Löcher-Lawrence

Sprache

Deutsch

EAN

2710002834272

Beschreibung

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Zustand

Sehr gut

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

13.09.2018

Verlag

DuMont Buchverlag

Seitenzahl

208

Maße (L/B/H)

19,1/12,6/2 cm

Gewicht

233 g

Auflage

1. Auflage

Originaltitel

Fludd

Übersetzt von

Werner Löcher-Lawrence

Sprache

Deutsch

EAN

2710002834272

Herstelleradresse

DuMont Buchverlag GmbH
Amsterdamer Strasse 192
50735 Köln
DE

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"Es gibt Dinge in einem selbst, die man töten muss"

Dr_ M aus Sachsen am 22.10.2018

Bewertungsnummer: 1141380

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Als Schwester Philomena diesen Satz von Vater Fludd hört, denkt sie gleich an fleischliche Genüsse. Doch Fludd wollte auf etwas anderes hinweisen: "Ich meine, dass es Zeiten im Leben gibt, da man die Vergangenheit töten muss. Mit einer Axt auf das losgehen muss, was man einmal war, die vertraute Welt niederstrecken muss. Das ist schwer und schmerzvoll, aber besser, als die Seele in Umständen gefangen zu halten, die sie nicht länger erträgt." Das bringt die Essenz dieses Buches gut zum Ausdruck. Allerdings erschien es bereits vor etwa 30 Jahren und war damals schon etwas aus der Zeit gefallen. Warum man es heute erstmals ins Deutsche übertragen hat, bleibt ein Rätsel. Man merkt an den ganz unterschiedlichen Reaktionen von Kulturmedien und einfachen Lesern, dass dieses Buch am Nerv unserer Zeit völlig vorbeischrammt. Der einfache Leser begreift nicht, worum es geht, und der Experte sieht die kulturgeschichtliche und literarische Bedeutung dieses Werkes. Auf der Rückseite wird Deutschlandfunk Kultur zitiert: "Eine böse Komödie der Hartherzigkeit". Ja, irgendwie kommen aus heutiger Sicht komische Vögel in ihm vor. Und es geht auch um Hartherzigkeit. Und zwar um die in der katholischen Kirche so um 1956 vorherrschende Brutalität, die sich so gar nicht mit der frohen Botschaft Jesu zusammenfügen will. In dieser Zeit wurden die Messen noch in Latein gelesen, die Kirche hatte sich über die Jahrhunderte in Machtpolitik und Gier festgefahren und ihren spirituellen Glanz schon lange verloren. In der Erkenntnis dieser Lage wurde das Zweite Vatikanische Konzil von Johannes XXIII. einberufen. Es führte ab 1965 zu einschneidenden Veränderungen im Stil und der Herangehensweise der katholischen Kirche. Wer die Lage davor nicht kennt und von diesem Konzil noch nie etwas gehört hat, wird mit diesem Buch nicht viel anfangen können. Ein Lesevergnügen wird es jedoch selbst dann nicht, wenn man diese Bildungslücken nicht beklagen muss. Gewiss schreibt Hilary Mantel originell. Und vielleicht kann man sich am Anfang sogar gelegentlich über ihre Schilderungen des Milieus amüsieren. Aber dann zieht sich die Geschichte etwas in die Länge und wird den Ankündigungen auf dem Klappentext nicht gerecht. Schon deshalb nicht, weil man ohne Kenntnis der historischen Zusammenhänge eine falsche Erwartungshaltung aus diesen Ankündigungen aufbauen wird. Im Grunde handelt es sich bei diesem Roman auch um eine Abrechnung Mantels mit ihrer eigenen Vergangenheit, die jedoch kaum jemand ohne Vorkenntnisse wirklich verstehen kann. Wie man dieses Buch bewerten soll, ist mir ein Rätsel. Ich fand es zugleich langweilig und interessant. Immerhin schildert diese Geschichte auch historische Zustände. Mantels Schreibkunst verdient einen zusätzlichen Sympathiepunkt.

"Es gibt Dinge in einem selbst, die man töten muss"

Dr_ M aus Sachsen am 22.10.2018
Bewertungsnummer: 1141380
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Als Schwester Philomena diesen Satz von Vater Fludd hört, denkt sie gleich an fleischliche Genüsse. Doch Fludd wollte auf etwas anderes hinweisen: "Ich meine, dass es Zeiten im Leben gibt, da man die Vergangenheit töten muss. Mit einer Axt auf das losgehen muss, was man einmal war, die vertraute Welt niederstrecken muss. Das ist schwer und schmerzvoll, aber besser, als die Seele in Umständen gefangen zu halten, die sie nicht länger erträgt." Das bringt die Essenz dieses Buches gut zum Ausdruck. Allerdings erschien es bereits vor etwa 30 Jahren und war damals schon etwas aus der Zeit gefallen. Warum man es heute erstmals ins Deutsche übertragen hat, bleibt ein Rätsel. Man merkt an den ganz unterschiedlichen Reaktionen von Kulturmedien und einfachen Lesern, dass dieses Buch am Nerv unserer Zeit völlig vorbeischrammt. Der einfache Leser begreift nicht, worum es geht, und der Experte sieht die kulturgeschichtliche und literarische Bedeutung dieses Werkes. Auf der Rückseite wird Deutschlandfunk Kultur zitiert: "Eine böse Komödie der Hartherzigkeit". Ja, irgendwie kommen aus heutiger Sicht komische Vögel in ihm vor. Und es geht auch um Hartherzigkeit. Und zwar um die in der katholischen Kirche so um 1956 vorherrschende Brutalität, die sich so gar nicht mit der frohen Botschaft Jesu zusammenfügen will. In dieser Zeit wurden die Messen noch in Latein gelesen, die Kirche hatte sich über die Jahrhunderte in Machtpolitik und Gier festgefahren und ihren spirituellen Glanz schon lange verloren. In der Erkenntnis dieser Lage wurde das Zweite Vatikanische Konzil von Johannes XXIII. einberufen. Es führte ab 1965 zu einschneidenden Veränderungen im Stil und der Herangehensweise der katholischen Kirche. Wer die Lage davor nicht kennt und von diesem Konzil noch nie etwas gehört hat, wird mit diesem Buch nicht viel anfangen können. Ein Lesevergnügen wird es jedoch selbst dann nicht, wenn man diese Bildungslücken nicht beklagen muss. Gewiss schreibt Hilary Mantel originell. Und vielleicht kann man sich am Anfang sogar gelegentlich über ihre Schilderungen des Milieus amüsieren. Aber dann zieht sich die Geschichte etwas in die Länge und wird den Ankündigungen auf dem Klappentext nicht gerecht. Schon deshalb nicht, weil man ohne Kenntnis der historischen Zusammenhänge eine falsche Erwartungshaltung aus diesen Ankündigungen aufbauen wird. Im Grunde handelt es sich bei diesem Roman auch um eine Abrechnung Mantels mit ihrer eigenen Vergangenheit, die jedoch kaum jemand ohne Vorkenntnisse wirklich verstehen kann. Wie man dieses Buch bewerten soll, ist mir ein Rätsel. Ich fand es zugleich langweilig und interessant. Immerhin schildert diese Geschichte auch historische Zustände. Mantels Schreibkunst verdient einen zusätzlichen Sympathiepunkt.

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von Hilary Mantel

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