Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull entfaltet in der Form fingierter Memoiren die glänzend inszenierte Lebensbeichte eines charmanten Betrügers, der seine soziale Herkunft durch Rollenspiel, Verführungskunst und sprachliche Virtuosität überwindet. Thomas Mann verbindet den Schelmenroman mit moderner Künstler- und Identitätsproblematik: Felix' Hochstapelei erscheint zugleich als moralische Verfehlung, ästhetisches Talent und Diagnose einer Gesellschaft, in der Oberfläche, Herkunft und Begehren unauflöslich ineinandergreifen. Der elegante, ironisch gebrochene Stil parodiert Bildungsroman, Autobiographie und aristokratische Lebensform. Thomas Mann, 1875 in Lübeck geboren und 1955 in Zürich gestorben, schrieb an diesem Roman über Jahrzehnte hinweg; die endgültige Fassung blieb Fragment. Seine Erfahrungen mit bürgerlicher Repräsentation, Künstlertum, Exil und europäischer Kulturkrise prägen die Figur Felix Krulls. Wie in vielen seiner Werke untersucht Mann das Verhältnis von Kunst und Täuschung, Gesundheit und Dekadenz, gesellschaftlicher Maske und innerer Wahrheit. Dieses Buch empfiehlt sich Lesern, die literarische Raffinesse, psychologische Mehrdeutigkeit und gesellschaftliche Satire schätzen. Felix Krull ist nicht nur ein unterhaltsamer Schelm, sondern eine irritierend moderne Figur: ein Meister der Selbsterschaffung, dessen Erfolg die Fragwürdigkeit sozialer Ordnung bloßlegt.
Ein neues Kapitel für Ihre Bücher
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Schenken Sie Ihren alten Schätzen ein zweites Leben und erhalten dafür eine Thalia Geschenkkarte.
Eine eindrückliche Novelle in schöner Geschenkausgabe
Der Inhalt von Thomas Manns „Mario und der Zauberer – Ein tragisches Reiseerlebnis“ ist schnell erzählt: Der namenlos bleibende Ich-Erzähler verbringt – irgendwann in den 1920er Jahren – mit seiner Familie den Spätsommer am Tyrrhenischen Meer. Die Stimmung dort ist sichtlich aufgeheizt (was nicht nur an den sommerlichen Temperaturen liegt): Der Faschismus herrscht bereits in Italien; die Menschen sind nationalistisch gesinnt – ein Umstand, den auch die Familie des Ich-Erzählers zu spüren bekommt. Kernstück der Novelle ist eine Vorstellung des Zauberers Cavaliere Cipolla, die der Ich-Erzähler mit seiner Familie besucht – und diese hat es in sich. Ohne zu viel vorwegnehmen zu wollen: Thematisiert werden hier auf eine eindrückliche Art und Weise die hypnotischen Verführungskünste Cipollas, der immer wieder den Willen der Zuschauenden bricht (daher kann man „Mario und der Zauberer“ auch als Parabel für den (italienischen) Faschismus (und daran anschließend aus der Retrospektive: als Parabel für den Nationalsozialismus) lesen). Wer Mann kennt, weiß, dass er gerne verschachtelte Sätze nutzt. Dies ist auch in „Mario und der Zaubrer“ der Fall. Man braucht ein, zwei Seiten, um sich an diesen Schreibstil (neu) zu gewöhnen – danach ist er aber äußerst reizvoll und man kann das Buch kaum aus der Hand legen. Auch optisch hat mir die Geschenkausgabe des Fischer-Verlags sehr gut gefallen: Sie ist gebunden in Leinen, ausgestattet mit einer stimmigen Umschlaggestaltung und gedruckt mit kompakter, aber angenehm zu lesender Schrifttype (Die Aufmachung reiht sich perfekt in die bereits erschienenen Mann-Schmuckausgaben ein). Abgerundet wird die Neuausgabe außerdem durch eine Zeitleiste zu Leben und Werk von Thomas Mann und ein Nachwort des Germanisten Hans Rudolf Vaget, in dem dieser der Entstehungsgeschichte der Novelle nachspürt. Insgesamt ist „Mario und der Zauberer“ eine sprachgewaltige Novelle mit einer eindrücklichen politischen Botschaft, die auch heute noch eine Relevanz besitzt – gerade jetzt.
Ste
5/5
17.01.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eine eindrückliche Novelle in…
Eine eindrückliche Novelle in schöner Geschenkausgabe Der Inhalt von Thomas Manns „Mario und der Zauberer – Ein tragisches Reiseerlebnis“ ist schnell erzählt: Der namenlos bleibende Ich-Erzähler verbringt – irgendwann in den 1920er Jahren – mit seiner Familie den Spätsommer am Tyrrhenischen Meer. Die Stimmung dort ist sichtlich aufgeheizt (was nicht nur an den sommerlichen Temperaturen liegt): Der Faschismus herrscht bereits in Italien; die Menschen sind nationalistisch gesinnt – ein Umstand, den auch die Familie des Ich-Erzählers zu spüren bekommt. Kernstück der Novelle ist eine Vorstellung des Zauberers Cavaliere Cipolla, die der Ich-Erzähler mit seiner Familie besucht – und diese hat es in sich. Ohne zu viel vorwegnehmen zu wollen: Thematisiert werden hier auf eine eindrückliche Art und Weise die hypnotischen Verführungskünste Cipollas, der immer wieder den Willen der Zuschauenden bricht (daher kann man „Mario und der Zauberer“ auch als Parabel für den (italienischen) Faschismus (und daran anschließend aus der Retrospektive: als Parabel für den Nationalsozialismus) lesen). Wer Mann kennt, weiß, dass er gerne verschachtelte Sätze nutzt. Dies ist auch in „Mario und der Zaubrer“ der Fall. Man braucht ein, zwei Seiten, um sich an diesen Schreibstil (neu) zu gewöhnen – danach ist er aber äußerst reizvoll und man kann das Buch kaum aus der Hand legen. Auch optisch hat mir die Geschenkausgabe des Fischer-Verlags sehr gut gefallen: Sie ist gebunden in Leinen, ausgestattet mit einer stimmigen Umschlaggestaltung und gedruckt mit kompakter, aber angenehm zu lesender Schrifttype (Die Aufmachung reiht sich perfekt in die bereits erschienenen Mann-Schmuckausgaben ein). Abgerundet wird die Neuausgabe außerdem durch eine Zeitleiste zu Leben und Werk von Thomas Mann und ein Nachwort des Germanisten Hans Rudolf Vaget, in dem dieser der Entstehungsgeschichte der Novelle nachspürt. Insgesamt ist „Mario und der Zauberer“ eine sprachgewaltige Novelle mit einer eindrücklichen politischen Botschaft, die auch heute noch eine Relevanz besitzt – gerade jetzt.
Bewertung
5/5
18.10.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Wieviel Demütigung, wenn auch...
Wieviel Demütigung, wenn auch nur im "Scherz" gemeint, verträgt ein Mensch? Und wieviel ist die überall so gepredigte Würde des Menschen tatsächlich wert? Eine recht kurze Geschichte, die es aber in sich hat.
derreimfetischist
4/5
02.01.2023
Buch (Taschenbuch)
Eine wahrlich meisterhafte Erzählung
Ich bin ziemlich begeistert von der Erzähltechnik, von den Bildern, von den Kontrasten,
derer sich Thomas Mann bedient. Auch wenn ich teilweise etwas verwundert reagiert hatte,
als ich erfuhr, dass das Ganze sich um zwei Männer in der Novelle dreht. Aber der Inhalt hat
sich mit dem Lesefortschritt als interessant ergeben; dass Liebe und Bedürfnis auch diese Form
annehmen können. Mich mögen nur die zahlreichen Bezüge auf das Mittelalter ‚gestört‘ haben, wobei es nicht so wäre, wenn ich mich da gut auskennen würde.
Zitronenblau
4/5
22.06.2008
Buch (Taschenbuch)
Stilistisch höchste deutsche Literatur!
"Der Tod in Venedig" gehört zu bekanntesten Werken Th. Manns. Die Novelle ist für mich persönlich weniger aufgrund der Geschichte per se als vielmehr durch das stilistische Schaffen des Literaten eine unbedingte Notwendigkeit, falls jemand frage, ob dieses Buch gelesen werden sollte. Ich glaube, man könnte gut und gerne von einer literarischen Perfektion sprechen. Mutig ist der homoerotische Inhalt, der somit noch einmal dem Ganzen einen "draufsetzt". Ein wahrer Hochgenuss und ein literaturgeschichtlicher novellistischer Meilenstein - wie ich denke. Sehr empfehlenswert!
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5/5
13.04.2026
Buch (Taschenbuch)
Ein Plädoyer zur Verteidigung dieses Klassikers!
Thomas Mann verdient es, nicht in Vergessenheit zu geraten. Zweifelsohne war er einer der bedeutendsten Epiker des 20. Jahrhunderts. Oft unverstanden, oft polarisierend, aber nie zögerlich, schwierige Themen und unerlaubte Gefühle anzupacken. Er selbst begründete diese Novelle mit der Leidenschaft, die zur Verwirrung gelangt und ursprünglich nicht von homoerotischem Inhalt sein sollte, sondern eher angelehnt an Goethes Marienbader Elegie zu verstehen sei. Für mich ist er einer der Schriftsteller, die Gefühle durch die Tinte der Feder, mikroskopisch zerlegt und detailliert, auszudrücken im Stande ist. Der alternde Schriftsteller und Dichter Gustav von Aschenbach reist nach Venedig. Verweilt in einem vornehmen Hotel. Unzufrieden und eigentlich schon mit Abreisevorbereitungen beschäftigt, zwingt ihn der Umstand, seinen Aufenthalt zu verlängern. Als er unter den anderen Gästen des jungen Knabens Tadzio ansichtig wird, verändert sich seine Gefühlslage schlagartig und er entwickelt ein obsessives Verlangen, diesen gottgleichen, hellenisch anmutenden Jungen, dessen liebliches Gesicht von honigblonden Locken umrahmt ist, durch stete Beobachtung zu huldigen. Angstvoll folgt er heimlich dem vollkommenen, zur Wohlgelungenheit gereiften Kind und hadert, angesichts seines fortschreitenden Alters, mit dem eigenen körperlichen Verfall. Die Vielseitigkeit des Wortschatzes muss man würdigen, unabhängig davon, ob man den Inhalt mag oder nicht. Und hier breche ich auch gleich die Lanze für Mann - man liest und genießt ihn genau deshalb, weil er ein Wortakrobat war. Einer, der verschachtelte Sätze kultiviert und (seiner Zeit gemäß) zur Hochblüte der Literatur stilisiert hat. Wir befinden uns in einem schnelllebigen, digitalen Zeitalter, in dem sich Abkürzungen, Emojis und grammatikalisch ungeprüfte Sätze wie selbstverständlich etabliert haben. Wer Mann liest, inhaliert Poesie. Eine kurze Novelle, die man sich erarbeiten muss, doch wer durchhält, wird feststellen, dass die ellenlangen Beschreibungen ihren Reichtum an Inhalt schon bald in voller Klarheit präsentieren. Der Tod in Venedig ist das ideale Einfallstor zur Eroberung weitere Werke dieses großartigen Schriftstellers und ein Klassiker, der die deutsche Sprache in all ihrer Kompliziertheit und Vielfalt aufs Beste würdigt!
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4/5
08.04.2025
Buch (Taschenbuch)
Der Tod in Venedig
Eine Novelle, die auf wenigen Seiten viel Tiefgang aufweist. Es ist mein erstes Buch von Thomas Mann (passend zum 150. Geburtstag 2025) und es konnte mich inhaltlich, aber vor allem sprachlich überzeugen. Er bedient sich einer sehr detailreichen, metaphorischen und gefühlvollen Sprache und findet dabei immer wieder Bezüge zur griechischen Mythologie. Die Motive (die z.T. auch autobiographisch gedeutet werden) sind sehr interessant und bieten heute noch Diskussionsstoff. An der Stelle möchte ich sagen, dass ich es keineswegs als "queeren Klassiker" einstufen möchte, so wie es oftmals verkauft wird, da es sich nunmal um eine Liebe zu einem 14-jährigen Jungen handelt und somit m.M.n. nicht viel mit homosexueller Liebe zutun hat. Aber abgesehen davon, wie man diesen Aspekt nun interpretieren mag, hat das Buch noch viele weitere Themen zu bieten: Kunst, Ästhetik, moralischer Verfall, Tod, Leidenschaft, Jugend,...
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4/5
07.02.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Sehr schön ausgestattete Geschenkausgabe in Leinen
In Thomas Manns berühmter Novelle "Der Tod in Venedig" verflechten sich Leidenschaft und Vergänglichkeit im malerischen Venedig. Der alternde Schriftsteller Gustav Aschenbach erliegt einer verbotenen Liebe zum jungen Tadzio, während eine Cholera-Epidemie die Stadt heimsucht. Diese Geschichte verwebt meisterhaft die Themen von Begehren, Schönheit und Tod, die in Aschenbachs tragischem Schicksal gipfeln.
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2/5
29.09.2025
Buch (Taschenbuch)
Der Wille war da...
Auf knappen 144 Seiten wurde niedergeschrieben, was sonst nicht mehr als drei Seiten beansprucht hätte. Eine kurze, in der Theorie ganz spannende Erzählung, durch tausende nicht notwendige Worte in die Länge gezogen. Das muss man wohl mögen, um darin einen Klassiker zu sehen. Der Wille war da, aber meins war es leider nicht.
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2/5
26.07.2024
eBook (ePUB 3)
Sperriger Klassiker der deutschen Literatur
Ich kann schon verstehen, warum das Werk so hoch gelobt wird - der Inhalt ist für die damalige Zeit sehr mutig. Vielleicht bin ich einfach nicht intellektuell genug aber der Schreibstil war dafür überhaupt nicht meins. Derart verschachtelte Sätze, die sich über eine ganze Seite ziehen, lassen mich zwischendurch schlicht und ergreifend vergessen, worum es eigentlich geht. Nennt mich einen Banausen aber ich finde "Der Tod in Venedig" sehr anstengend zu lesen und hatte so leider keinen Spaß daran.
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