Leilas Herz will nur eines: frei sein und selbst bestimmen dürfen!
Völlig entzückt malt sich Leila aus, sie dürfte so viele Männer begehren, wie sie wollte. Als gäbe es in all den Liebesdingen und Facetten der Lust keinerlei Auflagen. Als könnte sie ganz und gar losgelöst ihrem Herzen folgen, wann immer es zu hüpfen beginnt.
Nur, was würde passieren, wenn sie es einfach täte? Wäre ihr Mann noch ihr Mann? Würde er bei ihr bleiben? Sie weiterhin lieben? Mit ihr gemeinsam diesen Weg gehen? Oder würde ihr diese Sehnsucht am Ende zum Verhängnis werden?
»Ungebunden« ist eine Reise mitten ins Herz, in eine Welt voller Möglichkeiten. Mutig, sinnlich und unverblümt verführt die Autorin ihre Leserschaft dazu, wieder der eigenen inneren Stimme lauschen zu wollen, um in den intimsten Winkeln nach versteckten Sehnsüchten und verlorengegangenen Träumen zu forschen.
Ein neues Kapitel für Ihre Bücher
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Die Autorin hat sich auf den Zettel geschrieben eine „Rebellin, Pionierin und Quertreiberin in Sachen Liebe“ zu sein. Dass das nicht einfach sein kann in einer Gesellschaft, die Monogamie und Ehe zum gültigen Ethos erhoben hat, ist naheliegend.
Kathrin Wilsmann glaubt, die Welt brauche Mut zum Umdenken und zu authentischeren, unkonventionelleren Beziehungsformen. Das trifft bei mir auf jeden Fall auf einen Nerv.
Ich tauche also sehr gespannt ein in die Geschichte der Protagonistin Leila, die sich Hals über Kopf in eine Liebesbeziehung wirft, aber immer weniger an ihre persönliche Erfüllung in einer romantische Zweierbeziehung glaubt.
Zwar fühlt sie eine Verpflichtung dem Vater ihrer Kinder gegenüber, aber sobald eine gewisse Routine einkehrt, das erste Kind zwei Jahre alt ist, hat sie den Drang davonzulaufen. Der Reiz des Neuen, Prickelnden, Fremden ist größer als Vertrautes, Gewohntes, Sicherheit. Es fehlt ihr einfach Etwas und sie kann einfach nicht bleiben. Sie muss Neues wagen sich verlieben, „fremd“ gehen.
So mäandert sie von Begegnung zu Begegnung, erlebt Enttäuschungen, flüchtiges Glück, Ekstase und jähes Erwachen, hat Erkenntnisse über sich und ihre Bedürfnisse und kehrt doch immer wieder an die Seite ihres Mannes zurück. Sie bekommt zwei weitere Kinder mit ihm, verlässt aber immer wieder die Beziehung, um sich auszuleben.
Leila hält wenig von ihrem Mann, sie bezeichnet ihn wiederholt als schwach, als nicht mit ihr mithalten könnend in seiner Entwicklung, als emotional von ihr abhängig. Und sie ist immer weniger bereit, ihn mitzunehmen, wie sie es nennt. Mag ihn nicht länger inspirieren, über sich hinauszuwachsen, Neues zu probieren.
Was sie lebt, ihre Suche nach kompromissloser Ehrlichkeit, einem Erfüllen all ihrer Bedürfnisse, kommt mir immer egozentrischer und getriebener vor. Ich spüre hinter all dem auch Leid und Getrennt-Sein. Dessen scheint sich die Figur der Leila aber nicht bewusst zu sein.
Ihr scheinbar wildes Leben ist nicht begehrenswerter oder schöner und schon gar nicht leicht. Es wirkt auf mich seltsam leer.
Der Kern der Idee der freien Liebe ist, wenn ich es richtig verstanden habe, eine Öffnung zum Fluss des Lebens, anstatt dem Festhalten am vermeintlich Sicheren,Vertrauten.Vor allem dann wenn es zu Lasten von Ehrlichkeit und Authentizität geht.
Dies sollte im Idealfall zu einer offeneren Liebe für mehr Menschen als für „den Einen“ führen. Also letztlich zu mehr Liebe für sich selbst und dadurch auch zu mehr Liebe für die Welt.
Bei Leila entdecke ich jedoch wenig, das mir liebevoll vorkommt.
Das kann an der Art des Erzählens liegen. Leila spricht nicht, es wird über sie geprochen. Ihre Geschichte kommentiert immer wieder eine Art Über-Ich, das für mein Empfinden unangenehm belehrend wirkt . Das hinterlässt mich als Leserin distanziert.
Ich kann und will mich nicht mit dieser Leila identifizieren, die außer sexuellem Begehren wenig Gefühlstiefe zu kennen scheint.
Die Sex- Szenen des Romanes ( ist es ein Roman? Ich weiß es nicht) sind wohltuend unpornographisch. Ich verstehe die sinnliche Anziehung, kann sie gut nachvollziehen. Hier lebt Leila auf, wird fassbar. Ausserhalb ihrer Sexualität kann ich sie kaum wahrnehmen.
Dass fast nur Beziehungen zu Männern thematisiert werden, Kinder, Freundinnen oder Familie spielen keine Rolle, machen dieses Leben zu einem Ausschnitt, der vielleicht genau deshalb so unvollkommen, so aus dem wirklichen Leben gefallen wirkt.
Mein Fazit ist also: ein interessanter Versuch, die polyamore Sehnsucht zu beschreiben.
Bei mir ist nicht so viel angekommen, wie ich mir gewünscht hätte, weil mir die Figur der Leila und vor allem der „Seelenstimme“ ( ich nenne sie mal so) zu fremd blieben.
Trotzdem finde ich es schön, dass sie Autorin sich so offen zeigt und bewundere sehr, dass sie mit ihrem Buch ein Plädoyer für mehr Wahrhaftigkeit in Beziehungen halten möchte.
Lesenswert ist das allemal.
Verschwurbelter esoterischer Selbstfindungstrip
Bewertung am 21.02.2019
Bewertungsnummer: 1174778
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Als ehemaliger Mitschüler von Kathrin Wilsmann war ich sehr gespannt auf deren Erstlingswerk - vor allem da die Geschichte von Leila offensichtlich von Ihren eigenen Erlebnissen und Erfahrungen erzählt (zumindest interpretiere ich das aus dem Vorwort - in Verbindung mit der Geschichte von Leila - entsprechend). Der gewählte Erzählstil ist mir allerdings durch die Aufteilung in zwei Ebenen zu holprig/anstrengend: vor allem die damit einhergehenden Unterbrechungen durch "Weisheiten" der Seele empfand ich als lästig und mitunter belehrend. Einerseits wird Toleranz gegenüber dem Modell der "Freien Liebe" eingefordert, andererseits wird Menschen welche dem Modell der "Freien Liebe" skeptisch oder ablehnend gegenüber stehen der Vorwurf gemacht "Ihr Potential" nicht zu nutzen. Als selbsternannte "Neuzeit-Liebes-Missionarin" erweckt die Protagonistin tatsächlich den Eindruck sich überwiegend sexuell verwirklichen zu wollen (selbst innerhalb der platonischen Beziehung zu Mats scheiterte der obligatorische Geschlechtsverkehr nur mangels der notwendigen Verhütungsmittel...) und dabei Schäden an den anderen Verbindungen Ihres Lebens (z. B. zu Ihren Kindern und Ihrem Mann) billigend in Kauf zu nehmen. Die in Kursiv gedruckten Einlassungen von Leilas Seele sind gespickt mit esoterischen Wohlfühlbotschaften die eine Rechtfertigung für alle "Entwicklungs"-Phasen bereithalten - so wurde auch ein Bibelzitat (Matthäus 7,7-8) herangezogen um das "Anklopfen" von Leila an andere "Türen" zu legitimieren, obwohl die Bibel mit Sicherheit keine "versteckten" Botschaften der Zustimmung für den Lebensstil/-wandel von Leila bereit hält. Der im Buch beschriebene "Basis"-Mann wird offenbar durch Leilas Ehemann verkörpert ("Auf den ersten Blick... ein bisschen langweilig") da er den "größtmöglichen übereinstimmenden Bereich abdeckt" (Verantwortungsbewusstsein, Beständigkeit, Sicherheit, Halt und Wärme, spätere Familientauglichkeit und Versorgerqualitäten"). Es ist bemerkenswert, das er nicht nur versucht die ihm zugedachte Rolle zu erfüllen sondern auch bemüht ist die fehlenden 30% (die "Seele" beschreibt den Basis-Mann als eine Art 70%-Mann) für seine Frau zu erreichen: immerhin geht er brav mit in den Swinger-Club, lässt sich auf ein Selbstfindungsseminar schicken und ermöglicht seiner Frau Urlaube/Auszeiten um sich mit anderen Männern zu vergnügen. Allerdings ist Leila das immer noch zu wenig (Stichwort "ungenutztes Potential") und so erhärtet sich der Eindruck, dass der arme Kerl aus Loyalität und Liebe zu seinen Kindern bei Leila bleibt und sein Dasein auf unbestimmte Zeit als "Basis"-Mann in Leilas Leben fristet.
Positiv aufgefallen ist mir die Haptik von dem Buchumschlag: ein anschmiegsames Material!
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