Die Judenprivilegien der Gemeinden Speyer und Worms. Boten sie Schutz vor den Judenpogromen 1096?
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- Deutsch ausgewählt
11,95 €
inkl. gesetzl. MwSt.,
Beschreibung
Produktdetails
Einband
Taschenbuch
Erscheinungsdatum
16.12.2025
Verlag
GRINSeitenzahl
20
Maße (L/B/H)
21/14,8/0,2 cm
Gewicht
45 g
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
ISBN
978-3-389-17360-2
Studienarbeit aus dem Jahr 2014 im Fachbereich Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit, Note: 1,0, Universität Kassel (Fachbereich Gesellschaftswissenschaften), Veranstaltung: Städte im Mittelalter, Sprache: Deutsch, Abstract: Der Rahmen dieser Arbeit ist grob eingegrenzt auf die letzten dreißig Jahre des 11. Jahrhunderts, wobei vor allem auf die Zeit der Privilegienerteilungen und der Kreuzzüge eingegangen wird. So sollen zunächst die Vorbedingungen in den beiden Städten geklärt werden, sodass die möglichen Gründe für die spätere Privilegierung 1090 plausibel erscheinen. Nachdem die Umstände geklärt wurden, unter denen diese zustande kamen, werden sodann die nachfolgenden Pogrome geschildert. Hierbei sollen bereits Diskrepanzen offengelegt werden, die schließlich den Blick auf die Schlüsselfiguren des Königs und der Bischöfe werfen lassen. Zweifelsohne lebten in den von Handel geprägten Städten am Rhein bereits im Hochmittelalter Menschen jüdischen Glaubens. Die im 10. und 11. Jahrhundert entstandenen "SchUM-Gemeinden" waren Zentren des jüdischen Glaubens im deutschsprachigen Raum. Das Akronym "SchUM" setzt sich zusammen aus den drei hebräischen Anfangsbuchstaben der so ausgesprochenen Gemeinden "Schpira" (Speyer), "Warmaisa" (Worms) und "Magenza" (Mainz). Zwei dieser Gemeinden bilden die Basis dieser Untersuchung, denn die 1090 gleichermaßen stattgefundene Privilegisierung der Juden in Speyer und Worms führte nicht zur gleichen Entwicklung ihrer Gemeinden in den Folgejahren. Obwohl sich die Städte in ihrer Art sehr ähnelten, wurde das jüdische Leben in Worms im Gegensatz zum Speyerer durch die 1096 stattgefundenen Kreuzzugs-Pogrome beinahe ausgelöscht. Diese Ausschreitungen können als tiefgreifende Zäsur, wenn nicht gar als Geburtsstunde des (gewalttätigen) Antijudaismus auf deutschem Boden verstanden werden; Deshalb stellt sich die zentrale Frage, inwiefern die Privilegien der jeweiligen Gemeinden diese Ausschreitungen jeweils beeinflussten bzw. verhindern konnten. Die unter Historikern äußerst häufig herangezogene Urkunde des Bischofs Rüdiger Hutzmann, durch die Juden in Speyer 1084 erstmals privilegisiert wurden, steht repräsentativ für die geschichtswissenschaftliche Brisanz der ersten Judengemeinden. Vor allem die Eingebundenheit der Privilegien in eine Zeit, die geprägt war von Investiturstreit, dem ersten Kreuzzug und den damit verbundenen gesellschaftlichen Veränderungen im Abendland bildet einen nahrhaften Boden für die Betrachtung komplexer, multivariater Zusammenhänge in der Sozialgeschichte.
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