Sichtbare Gebrauchsspuren auf einigen Seiten z.B. leichte Knicke oder vereinzelte Markierungen möglich. Die gelieferte Auflage und das Cover können ggf. abweichen.
Tabor Süden, der vielerfahrene und vielerleidende Spezialist für Vermisstenfälle, wollte seine Ermittlertätigkeit nie wieder aufgreifen, nachdem beim letzten Fall ein Mitarbeiter der Detektei das Leben verloren hatte. Doch seine ehemalige Chefin überredet ihn nun dazu, sich zum allerallerletzten Mal auf Personensuche zu machen. Er soll Cornelius Hallig auftreiben. Als Autor von Kriminalromanen war Hallig eine Zeitlang eine Berühmtheit, lebte mit seiner Mutter in einem Münchner Hotel und verschwand von einem Tag auf den anderen.
Friedrich Ani lässt seinen Ur-Ermittler Tabor Süden wiederauferstehen und bringt ihn auf die Spur des Autors Cornelius Hallig. Schon bald wird Süden sich der Parallelen zwischen seinem Leben und dem des Autors bewusst. Und so gerät die Suche nach Hallig letztlich zu einer Suche nach sich selbst.
Ein neues Kapitel für Ihre Bücher
Ein neues Kapitel für Ihre Bücher
Schenken Sie Ihren alten Schätzen ein zweites Leben: Einfach Barcode scannen, Versandetikett ausdrucken, Bücher verschicken und Thalia Geschenkkarte erhalten.
Der Roman „Der Narr und seine Maschine“ vom bekanntesten deutschsprachigen Kriminalschriftsteller Friedrich Ani ist der neuste Fall um den sehr eigenwilligen Vermisstenfahnder Tabor Süden.
Wie schon das dem Roman vorangestellte Zitat andeutet stellt Anis Geschichte eine Hommage an den amerikanischen Autoren Cornell Woolrich dar, der zahlreiche düstere Kriminalgeschichten in den 1940er und 50er Jahren schrieb und als einer der Väter der Noir-Literatur angesehen wird. Obwohl die meisten seiner Bücher verfilmt oder für das Radio vertont wurden, blieb ihm der große Ruhm verwehrt. 1968 starb er einsam und verbittert in einem schäbigen New Yorker Hotel. Ani hat viele biografische Details Woolrichs auf seine Romanfigur, den vermissten, früher einmal bekannten Krimiautor Cornelius Hallig, übertragen und mit ihm eine anrührende, tragische Figur geschaffen.
Der neue Fall für Tabor Süden ist kein Krimi im herkömmlichen Sinne, sondern ein beklemmender, düsterer Roman über die Einsamkeit, Selbstzweifel, Verzweiflung und Todessehnsucht.
Ani hat einen sehr außergewöhnlichen, pointierten Erzählstil, der sicherlich nicht jedem Leser liegen wird, mich aber sehr überzeugen konnte. Er versteht es, Stimmungen und Bilder mit viel Feingefühl einzufangen und sehr gefühlvoll zu beschreiben. Schon recht schnell verbreitet sich eine dunkle, fatalistische Atmosphäre.
Im Mittelpunkt seiner intelligenten, berührenden Geschichte stehen zwei alte Männer, die sich desillusioniert und aus der Bahn geworfen am Ende ihres Lebenswegs zu befinden scheinen: zum einen der spurlos verschwundene Autor Cornelius Hallig und zum anderen der Vermisstensucher Tibor Süden, der seine Ermittlertätigkeit eigentlich nie mehr aufnehmen wollte und kurz davor stand, sich auf Nimmerwiedersehen davonzustehlen. Sehr vielschichtig und faszinierend zeichnet Ani seine beiden bemerkenswerten Protagonisten – verschrobene Einzelgänger, die seltsam verloren wirken. Seinen Ermittler Süden erleben wir dennoch als ausgezeichneten Beobachter und Zuhörer, der Äußerungen und Umfeld perfekt analysieren und daraus messerscharfe Schlüsse ziehen kann. Mit seiner speziellen Intuition und großen Empathie gelingt es Süden schon bald, den Vermissten aufzuspüren. Hervorragend ist Ani vor allem die bewegende Schilderung der persönlichen Begegnung dieser zwei seelenverwandten Menschen gelungen, die sich für einen kurzen Moment öffnen und die Finsternis, ihre bitteren Enttäuschungen und Schicksalsschläge hinter sich lassen können.
Der Ausklang des Romans knüpft an den Beginn an und macht neugierig auf Südens persönliche und berufliche Zukunft.
FAZIT
Ein beklemmender, düsterer Roman mit einer bemerkenswerten, sehr berührenden Geschichte, die noch lange in einem nachklingt! Ein Muss für alle Tabor-Süden-Fans, aber auch empfehlenswert für alle neugierigen Neueinsteiger!
Dunkel
Pedi am 26.11.2018
Bewertungsnummer: 1150756
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Nach langen Jahren, in denen er Menschen aufzuspüren versuchte, die spurlos verschwunden waren, möchte Tabor Süden jetzt selbst einfach verschwinden. Er hat seine Wohnung aufgelöst, das Handy zurückgelassen.
Seine langjährige Chefin in der Detektei Liebergesell hat aber den richtigen Riecher und passt ihn am Bahnhof ab, ja, kann ihn sogar für einen neuen Fall, den sie übernommen hat, zurückgewinnen.
Es geht um den ehemals sehr bekannten Kriminalschriftsteller Georg Ulrich, einen Meister des Crime Noir, etliche Male verfilmt, prämiert, übersetzt, um den es aber seit vielen Jahren sehr still geworden ist. Zu Beginn seines Ruhms ist er mit seiner Mutter, die ihn als einfache Schneiderin allein und unter erheblichen finanziellen Mühen großgezogen hat, in ein Hotel gezogen. Hier lebte er bis zuletzt, ruhig und völlig zurückgezogen nach dem Tod der Mutter. Seine Biografie wurde unlängst geschrieben und nun ist der Autor verschwunden. Der Hotelbesitzer und seine Angestellten, die sich Cornelius Hallig, so der wahre Name des Autors, freundschaftlich verbunden fühlen und sich sorgen, haben Liebergesell mit der Suche nach ihm beauftragt. Nicht unbegründet befürchten sie, dass hier ein Suizid geplant sein könnte.
Tabor Süden fühlt sich von Beginn an verwandt mit Hallig und der absoluten Dunkelheit, die ihn zu umgeben scheint. Beide sind Menschen, die irgendwie nicht wissen, wohin mit sich in dieser Welt, beide schwer erschüttert, beide ohne enge Bindungen. „Rabenschwarz“ könnte man die Stimmung im Buch nennen und ein wenig bangt man sogleich auch um sie Seelenlage des Autors Ani, der hier ja immerhin von einem Schriftsteller-Kollegen erzählt.
Gewohnt intuitiv lässt sich Tabor Süden durch seine Ermittlungen, falls man das überhaupt so nennen kann, treiben. Es wird sehr viel geraucht und getrunken und man verrät kein Geheimnis, wenn man erzählt, dass die beiden Männer sich am Ende tatsächlich begegnen. Auch wenn es natürlich kein Happy-End gibt. Das gibt es bei Ani in diesem Sinne nie.
Eine absolut dunkle, bedrückende Stimmung herrscht, eine tiefe existenziellen Erschütterung bleibt auch beim Lesen.
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.