Sichtbare Gebrauchsspuren auf einigen Seiten z.B. leichte Knicke oder vereinzelte Markierungen möglich. Die gelieferte Auflage und das Cover können ggf. abweichen.
Vietnamesen, die Zuwanderern Deutsch beibringen, Türken, die auf die Mittagsruhe pochen, Iraner, die ihre Gartenzwerge bemalen, oder ein Politiker mit palästinensischen Wurzeln, der dem Stammtisch erklärt, was Deutschsein heute bedeutet. Lucas Vogelsang fährt vom Berliner Wedding aus quer durch die Bundesrepublik und trifft Menschen, die von Herkunft und Identität erzählen. In Pforzheim, Rostock-Lichtenhagen oder Castrop-Rauxel. So reist er hinein in die Gegenwart unseres Landes – „Heimaterde“ stellt sich der großen Frage, wer wir sind.
»Lucas Vogelsang ist ein sensibler Beobachter und ein wuchtiger Erzähler. Seine Geschichten sind mal rau, mal anrührend, aber immer zutiefst menschlich.« Benedict Wells
»Lucas Vogelsang könnte über einen Stromkasten in der Uckermark schreiben – es wäre lesenswert.« Micky Beisenherz
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Eine Reise durch Deutschland auf der Suche nach der Heimat
Bewertung aus Berlin am 02.02.2021
Bewertungsnummer: 1008889
Bewertet: eBook (ePUB)
Das Buch, auf das ich mich beziehe, wurde mir als eBook geliefert.
Das Buch Heimaterde: Eine Weltreise durch Deutschland ist ein Buch, welches Mitte März 2017 erschienen ist und vom Aufbau-Verlag herausgegeben wurde. Bislang war Lucas Vogelsang in dem Bereich Bücher lediglich als Mitautor bekannt.
Als Journalist arbeitet er für verschiedene Verlage. Dieses Buchprojekt ist sein erstes Projekt, welches er allein zu verantworten hat.
Das Buch enthält verschiedene Geschichten, welche Vogelsang in eigener Recherche ausfindig machen konnte. Die Geschichten werden von Menschen erzählt, die über ihr eigenes Leben berichten. Er hört genau zu und versteht, das Wesen des Menschen und den Inhalt der Geschichten genau und lebendig zu skizzieren. Dementsprechend handelt es sich um ein zeitgenössisches Buch.
Vogelsang hat mit diesem Buch einen großartigen Geschichtenband geflochten.
Die Auswahl der Protagonisten erfolgte sehr sorgfältig.Künstler, Politiker und auch die Nachbarn von nebenan. Jeder hat seine erzählbare Lebensgeschichte und nimmt dazu Stellung, was für Ihn eigentlich eine Heimat ist. Jeder hat hier seine eigene Interpretation. Letztendlich hat für alle jedoch Heimat mit etwas zu tun, wo man sich wohl fühlt, woher man kommt. Wo seine Freunde und die Familie ist.
Das Buch ist für viele Personen lesenswert. Anlass könnte eine längere Bahnfahrt sein. Oder ein Urlaub. Oder auch als Gute-Nacht-Lektüre. Die Geschichten sind positiv interpretiert. Manchmal brachten mich Erzählweise und Spitzfindigkeiten dazu, laut zu lachen.
Wo es nicht anders ging, verwendet Vogelsang auch die harte Sprache, wo man auch mal das Buch beiseite legen muss, um die Stelle zu verdauen. Eine sehr bildhafte und lebendige Sprache, der er sich bedient.
Das Buch könnte problemlos auch in einem Unterrichtsfach in der Schule behandelt werden. Gerade Kurzgeschichten von im Schnitt etwas über 20 Seiten bieten sich an, in der heutigen Zeit auch mal über das Thema Heimat und Identität zu sprechen.
Vogelsang hat, so ist zu vermuten, die Absicht gehabt, eine Bestandsaufnahme zum Thema Heimat zu machen. Gerade dieses Thema wird in der heutigen Zeit mit Furcht vor Veränderung und Überfremdung recht einseitig verwendet. Vogelsang lüftet den Schleier und stellt fest, dass es auch nur Menschen sind, die da in den Bezirken wohnen und wie leicht es ist, mit ihnen ins Gespräch zu kommen.
Die inhaltliche Gesamthandlung erscheint sehr glaubwürdig. Alle Protagonisten leben noch und könnten jederzeit den Inhalt ihrer Geschichte bestätigen oder dementieren. Die Geschichten sind in sich stimmig. Die Charaktere sind sauber gezeichnet, authentisch und nachvollziehbar. Mitunter auch streitbar.
Jeder, der sich diese Geschichten durchliest, wird sicherlich eine, oder zwei Geschichten als seine Lieblingsgeschichte ausmachen. Migranten aus dem nahen Osten werden hier eine andere Präferenz haben, als die Vietnamesen, die einen der Ihren in einer der Geschichten entdecken können.
Der Leser wird mitunter auch in die Situation versetzt, sich zu überlegen, ob er Taten der Protagonisten, oder deren Leben wirklich bewerten sollte, oder ob er es lediglich so "stehen lässt".
Aus meiner Sicht ist diese Geschichtensammlung gelungen. Eben der Querschnitt macht dieses Buch lesenswert. Rund 21% der Bevölkerung in Deutschland hat einen Migrationshintergrund. Der Anteil der Migranten steigt stetig. Dies ist auch dem demografischen Wandel geschuldet. Es war längst überfällig, auch diesem Fünftel auch mal eine Stimme zu verleihen und sie in den Lichtkegel zu rücken.
Man sagt von Vogelsang, dass er eine lebendige Sprache hat, wenn er Geschichten erzählt. Meinem Eindruck nach ist er ein Geschichtenerzähler der alten Art. Jede Geschichte vor einer Gruppe am Lagerfeuer gelesen, kann einen nur in den Bann ziehen.
Vogelsang interpretiert nichts in die Aussagen seiner Protagonisten. Er lässt sie zu Wort kommen.
Das Buch ist lesenswert. Eignet sich für jeden, der lesen kann. Das schließt alle Personen ein, die 12 Jahre und älter sind. Darunter würde ich sagen, dass für einige Geschichten Hintergrundwissen nötig wäre, welches vorher zu vermitteln ist
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