Sichtbare Gebrauchsspuren auf einigen Seiten z.B. leichte Knicke oder vereinzelte Markierungen möglich. Die gelieferte Auflage und das Cover können ggf. abweichen.
Eine bezaubernde Liebeserklärung an eine Maschine – und an einen ganz besonderen Jungen.
Gus ist 13 Jahre alt und Autist. Seine große Leidenschaft sind Wetterbeobachtungen, doch mit seinen Fragen überfordert er seine Mutter regelmäßig. Bis diese zufällig auf Siri stößt, Apples persönliche iPhone-Assistentin. Nicht lange, und Siri wird Gus‘ beste Freundin – immer ansprechbar, stets freundlich und nie um eine Antwort verlegen. Doch Siri stillt nicht nur Gus‘ Hunger nach Daten und Fakten, sondern sie hilft ihm auch, besser zu kommunizieren …
Ein ungewöhnlich ergreifendes und bewegendes Buch … brillant geschrieben … es wird die Leser dazu bringen zu lachen – laut zu lachen …
NEW YORK TIMES BOOK REVIEW
Ein neues Kapitel für Ihre Bücher
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"Hey Siri, willst du mich heiraten?" ist ein authentischer Auszug aus einem Leben mit einem Sohn, der eine Autismus Spektrum Störung hat. Mir hat es sehr gefallen in das Familienleben einzutauchen und "das Spektrum" näher kennen zu lernen. Aufgrund meiner Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin habe ich ein Jahr lang in einer Wohngruppe junger Männer mit dem Asperger Syndrom gearbeitet und empfand es mitunter als sehr schwierig, da jeder ein anderes Päckchen mit sich trägt. Während der eine sehr offen zu seinen Mitmenschen ist, ist dem anderen Berührungen komplett verhasst. Gus hat von allem etwas und ich hatte mitunter wirklich Freude daran ihn ein kurzes Stück begleiten zu dürfen. Ich gestehe, dass mir Judith Newman manchmal auch zu offen war, was die Probleme ihrer Söhne betrifft, denn manches, gerade im Bezug auf die Sexualität war es fast schon eine Bloßstellung von Tatsachen. Mein Sohn würde mich mit Verachtung bestrafen, wenn ich intime Dinge von ihm preisgeben würde.
Interessant ist der Vergleich der beiden Söhne (Zwillinge im übrigen), der eine mit und der andere ohne eine Behinderung. Die Entwicklung der beiden ist natürlich komplett unterschiedlich und meinen Respekt an die Eltern beide Kinder gleichwertig zu erziehen und dabei das gesunde Kind nicht zu überfordern. Gus wirkt oft sehr kindlich, was ihn wirklich sehr liebenswert macht, trotzdem lese ich heraus, dass es eine große tägliche Herausforderung an Eltern ist ein Kind mit Autismus zu einem "gesunden" Erwachsenen zu erziehen. Im Fall von Gus kommt hinzu, dass Judith Newman eine sogenannte Spätgebärende ist und sein Vater 30 Jahre älter als seine Mutter, was natürlich noch andere Ängste entstehen lässt. Wird Gus jemals so selbstständig sein, dass er für sich alleine sorgen kann? Wie wird sein Leben ohne den Rückhalt seiner Eltern?
Der Roman, der in die Genre Sachbuch eingeordnet ist, beschreibt schonungslos und in all seinen Facetten den Alltag eines jungen Menschen mit Autismus. Viele "Verrücktheiten" von Gus waren mir durch den Umgang innerhalb meines FSJ bekannt, daher konnten sie mich nicht überraschen.
Der Titel erzählt nur einen kurzen Augenblick aus dem Leben von Gus. Der Umgang mit dem Handy wird schon sehr intensiv beleuchtet, ist aber nicht der Fokus. Im Fokus steht ganz alleine Gus und das Spektrum in dem er sich befindet. Meine Wahl darauf, meine Rezension "Im Spektrum" zu nennen, erkläre ich dadurch, das Autismus nicht gleich Autismus ist und sich auf jeden Erkrankten (soll jetzt bitte nicht bösartig klingen) eine andere Auswirkung hat. Ich fand es sehr spannend Gus zu begleiten und es hat mich wirklich begeistern können. Manche bewusste Entscheidungen ein Buch zu lesen gestalten sich als sehr wertvoll, lehrreich und bereichernd. Von mir eine absolute Leseempfehlung an ein Sachbuch, welches detailgetreu ein Leben beschreibt, welches doch außergewöhnlich ist und auch wenn mir manches doch zu intim war, mir eine gelungene Lesezeit geschenkt hat.
Ein lehrreicher und lebhaft geschriebener Erfahrungsbericht
Der Duft von Büchern und Kaffee am 11.01.2021
Bewertungsnummer: 1151684
Bewertet: Buch (Paperback)
Inhalt:
In „Hey Siri, willst du mich heiraten“, erzählt die Autorin Judith Newman von ihrem Leben mit ihren zwei Zwillingssöhnen, Henry und Gus. Es ist eine Geschichte rund um eine Familie, deren Sohn Gus mit Autismus diagnostiziert wurde. Die Autorin liefert nicht nur eine autobiografische Reportage über die Entwicklung eines autistischen Kindes, sondern beleuchtet alle relevanten Aspekte zum Thema.
Das Leben mit einem autistischen Jungen ist anders. Es stellt einen einerseits vor Probleme, dann aber gibt es wieder diese besonderen Momente, die andere Mütter wohl nie erfahren werden.
Im Detail:
Judith Newmann ist fast 40, ihr Mann 69 Jahre alt, als es nach sieben Jahren und 70.000 Dollar Investitionen endlich mit einer Schwangerschaft klappt. Die kleine Familie wird nach dieser langen Zeit mit Zwillingen belohnt. Henry und Gus. Bald schon stellt sich heraus, dass die Kinder sich mit ihren Eigenarten sehr voneinander unterscheiden. Gus wirkt als Baby sehr pflegeleicht. Er fordert nichts, er ist ruhig und zufrieden. Henry hingegen ist wesentlich lebhafter.
Es wird bald klar, dass Gus Verhalten sich auch von dem anderer Kinder stark unterscheidet. Er benötigt bei Tests eine deutlich längere Reaktionszeit. Er entwickelt absolut keinen Entdeckungsdrang, hat noch keinerlei Dinge in den Mund gesteckt, auch kann er immer nur ein Nahrungsmittel auf einmal zu sich nehmen. Er duldet keine zwei verschiedenen Speisen auf seinem Teller. Mit achtzehn Monaten spricht Gus immer noch kein einziges Wort. Stattdessen ist er in der Lage, Geräusche täuschend echt zu immitieren. Gus erster Satz, der wie aus dem Nichts herausgeschossen kam, lautete: „Die Sendung Bill Nye the Science Guy wurde zu großen Teilen von der National Science Foundation, der Corporation for Public Broadcasting und Zuschauern wie ihnen finanziert.“
Nachts sorgt Gus für schlaflose Nächte. Er steigt in das elterliche Bett und knetet sämtliche Körperteile der Mutter durch. Diese Angewohnheit ist ihm, bei aller Mühe nicht abzugewöhnen. Selbst abgeschlossene Türen umgeht er mit gewissen Tricks.
Gus denkt und handelt anders als die Menschen in seinem Umfeld. Er widerholt Sätze oder Geräusche gerne immer und immer wieder, er liebt Musik und kann es gar nicht leiden, wenn jemand falsch singt. Räumliches Denken fällt ihm schwer, was dafür sorgt, dass er manchmal nur wenige Zentimeter vor seinem Gegenüber steht und ihm lautstark etwas erzählt. Auch die Aktionen in der Nacht, bei denen er den Körper der Mutter durchknetet, haben mit dem Verlust des räumlichen Denkvermögens zu tun. Er versucht mit diesem Verhalten herauszubekommen, wo sein Körper endet und der nächste beginnt.
Judith Newman stellt sich in diesem Buch, die Frage, wie es dazu kommen konnte, dass eines ihrer Kinder mit Autismus geboren wurden. Dazu gibt es allerhand Thesen. Jede einzelne trifft in einem bestimmten Maße auf sie zu. Babys, die kurz nach der Geburt keine körperliche Nähe erfahren, so ist bewiesen, gehen zu Grunde. Babys hingegen, die lediglich emotional vernachlässigt werden, entwickeln oft autistische Züge. Auch das Alter, in dem Judith und John ihr Kind geboren haben, war vielleicht nicht ganz optimal. Ebenso können Körpergewicht und Ernährung der Mutter ein Grund für die autistische Entwicklung des Sohnes gewesen sein.
Neben einigen Lebensausschnitten, misslungenen Versuchen in den Urlaub zu fahren, Erlebnissen bei Ausflügen und ähnlichem, stellt die Autorin in ihrem Buch auch andere namhafte Autisten vor. Sie erklärt, warum autistische Menschen eine Vorliebe für Filmbösewichte haben und warum sie in der Musik Ruhe und Entspannung finden können.
Der Titel des Buches „Hey Siri, willst du mich heiraten“, ist ein wenig irreführend. In diesem Werk geht es, wie man vielleicht annehmen möchte, nicht in erster Linie um die Beziehung zwischen Gus und seinem Handy. Es gibt aber zwei kurze Abschnitte, in denen die Autorin erläutert, warum die virtuelle Freundin so wichtig für ihren Sohn ist.
Fazit:
„Hey Siri, willst du mich heiraten?“ ist eine autobiografische Reportage über die Entwicklung eines autistischen Kindes. In dem Buch berichtet Judith Newmann vom Leben mit ihren Zwillingskindern und ihrem älteren Mann, einem Opernsänger, dessen Interessen sich stark von ihren eigenen unterscheiden.
Sie zeigt an konkreten Beispielen wie schwer es ist, als Mittlerin zwischen autistischer und nicht-autistischer Welt zu leben. Prägnant und für Laien gut verständlich wird Autismus vielgestaltig erklärt. Man erkennt schnell, dass man von Autismus - trotz zunehmender medialer Popularität – jenseits von vielen Klischees wenig weiß.
Dieses Buch ist äüßerst lehrreich, dabei sehr lebhaft und alles andere als trocken. Eine wichtige und hilfreiche Lektüre für diejenigen, die Autismus besser verstehen wollen.
Buchzitate:
Es dreht sich darum, dass Säuglinge, die vom Menschen total im Stich gelassen werden, bevor sie sich aus eigener Kraft entwickelt können, den Tod finden. Wird jedoch körperlich in einer Weise für sie gesorgt, die ihr Überleben ermöglicht, während sie in emotionaler Hinsicht im Stich gelassen oder überfordert werden, so werden sie autistisch.
Das Geräusch der Toilettenspülung war für ihn ein Elefant, der in der Schüssel saß, nach ihm griff und ihn hinunterzuziehen versuchte.
Meinung aus der Buchhandlung
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Bewegend und emotional erzählt eine Mutter über das Leben ihres Sohnes - und dessen Beziehung zu Siri. Als Leser ist man fasziniert und schmunzelt über manch eine Siri-Anekdote.
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Mein sehr berührender erster Eindruck vom Thema Autismus.
Sehr viele Fragen bleiben am Ende offen, weil sie nur mit der Zeit beantwortet werden können.
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