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Besser als nie Roman | Eine Stadt im Ausnahmezustand – es wird wieder »Grenzgang« gefeiert

4

28,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

10651

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

21.07.2026

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

490

Maße (L/B/H)

20,9/13,3/4,2 cm

Gewicht

617 g

Farbe

Graublau / Tabak

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-518-43313-3

Beschreibung

Rezension


»[Thome] fächert geschickt ein Panorama kleinstädtischer Verbindungen, Interessen und Intrigen auf.« ("Tages-Anzeiger")
»[E]ine kluge Gesellschaftsanalyse ...« ("Kleine Zeitung")
»Ein Gesellschaftsroman, der die großen Fragen der Gegenwart im Mikrokosmos der Kleinstadt verhandelt.« ("Dresdner Morgenpost")
»[Ein] farbiges Kaleidoskop. Thome legt es als elegantes Konstrukt an, aus unterschiedlichen Perspektiven, gespickt mit Rückblicken, die die Vorgeschichte aus „Grenzgang“ wie beiläufig einflechten.Eine große Stärke sind zudem die klaren, tiefgehenden Dialoge, in denen die Charaktere miteinander um ihre Positionen ringen ...« ("Weser-Kurier")
»Stephan Thome ist, das zeigt er in diesem Roman erneut mit viel Gespür, ein Spezialist für die kritische, aber auch liebevolle Zeichnung von Menschen im nicht-großstädtischen Hier und Jetzt.« ("Deutschlandfunk Kultur")
»Es geht um Veränderungsprozesse in diesem Roman, darum, etwas zu tun, anstatt es zu lassen. Sein Thema ist in erster Linie Zuwendung, Versöhnung und Akzeptanz und ein Loslassen mit Blick auf einen wie auch immer gearteten Neubeginn. Dafür, das wird in diesem tiefgründigen Buch deutlich, ist es nie zu spät.« ("hr2")
»Es sind ganz ganz lebendige Figuren, die Thome da schildert. Das hat mir sehr gut gefallen. ... Der Roman ist vielschichtig und er erzählt von dem bürgerlichen, kleinstädtischen Milieu mit einem verschmizten Lächeln, ohne sich lustig zu machen.« ("rbb")
»Thome ist ein so präziser Erzähler, dass er sich dabei als Stilist nicht aufreiben muss. Er schreibt geradeaus. ... Besser als nie dokumentiert ..., wie klar man sich über die schwebenden, ambivalenten Dinge des Lebens und der gesellschaftlichen Debatten verständigen kann. Könnte.« ("Frankfurter Rundschau")
»Einmal mehr erweist sich Stephan Thome als Meister des Dialogs und des universellen Dorfromans, in dem die zentralen Fragen unserer Gegenwart in einem Mikrokosmos zusammengefasst werden ...« ("NDR Kultur")

Produktdetails

Verkaufsrang

10651

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

21.07.2026

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

490

Maße (L/B/H)

20,9/13,3/4,2 cm

Gewicht

617 g

Farbe

Graublau / Tabak

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-518-43313-3

Herstelleradresse

Suhrkamp Verlag
Torstraße 44
10119 Berlin
DE

Email: info@suhrkamp.de

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  • Literaturhexle

    aus Baden-Württemberg

    5/5

    09.09.2026

    Hörbuch-Download (MP3)

    Brillanter Familien- und Gesellschaftsroman rund um den traditionellen Grenzgang (Hörbuch)

    Vor rund 16 Jahren erschien Thomes Debüt „Grenzgang“, das den Grundstein für seinen bemerkenswerten erzählerischen Erfolg legte. In „Besser als nie“ erfahren wir Leser nun, wie es mit den damaligen Protagonisten weitergeht. Der Autor schließt gekonnt Wissens- und Erinnerungslücken, so dass man den neuen Roman eigenständig ohne Kenntnis des Vorgängers genießen kann. Zweimal musste der traditionelle Grenzgang, ein Fest, das nur alle sieben Jahre im mittelhessischen Bergenstadt mit Leidenschaft gefeiert wird, wegen der Pandemie verschoben werden. Nun ist es in wenigen Wochen so weit. Die Traditionalisten planen das Fest genau so, wie es immer stattgefunden hat. Kritische Stimmen stören die Vorbereitungen: Darf man den so genannten Mohr, eine an sich positiv besetzte Figur in der Tradition des Grenzgangs, mit schwarzer Farbe anmalen (Blackfacing)? Ist ein Fest, an dem zahlreiche Männergesellschaften und Burschenschaften zusammenkommen, noch zeitgemäß? Warum dürfen Frauen nicht in der Prozession mitreiten oder wichtige Ämter bekleiden? Wäre es nicht Zeit für ein Ende der Diskriminierungen und grundsätzliche Veränderungen am Festablauf? Diese Fragen werden aus unterschiedlichen Perspektiven verhandelt. Bürgermeister Jürgen Bamberger, der jetzt mit Andrea verheiratet ist und mit ihr zwei Kinder im Teenageralter hat, versucht diplomatisch, die Balance zwischen den beiden kontroversen Lagern zu halten und zu vermitteln. Seine Exfrau Kerstin Werner, nun mit Schulleiter Thomas Weidmann liiert (beide Beziehungen begannen maßgeblich beim Grenzgangsfest vor 16 Jahren), engagiert sich in der Flüchtlingshilfe, was einen eigenen Blick auf die Problematik des Blackfacings mit sich bringt. Bambergers Tochter Janina unterstützt die Kritiker, hat aber auch Probleme mit ihrer eigenen Identität als junge Frau, was Mutter Andrea nicht tolerieren will. Es werden also viele gesellschaftlich aktuelle Inhalte im Roman verhandelt. Das Besondere dabei: Thome gelingt es, diese Themen völlig selbstverständlich in die Handlung zu integrieren. Die unterschiedlichen Standpunkte passen zu den Charakteren. Dialoge und Diskussionen wirken absolut glaubwürdig vor dem ländlichen Hintergrund, wo jeder jeden kennt und jovial beim Du ist. Natürlich schaut die Presse vorbei, ebenso wie ein Fernsehteam des HR aus Frankfurt. Die Medien wittern einen Skandal und fragen kritisch nach. Auch der Ausländerbeauftragte der Universitätsstadt Marburg hat eine Meinung zum Geschehen. Das Schöne: Thome bezieht keinerlei Stellung, streut keine Botschaften, sondern überlässt es dem Leser, sich eine Meinung zu bilden. Der Grenzgang bildet ein konstantes Hintergrundrauschen. Die darum herum drapierten vielfältigen Familiengeschichten bilden die Haupthandlung. Vieles scheint aus dem Leben gegriffen. So hat Karin Preiss nach der Scheidung gemeinsam mit Kerstin eine Tanzschule gegründet. Nach erfolgreichen Anfangsjahren zeigen sich nun Spannungen zwischen den beiden Partnerinnen. Karins alleinerziehende Tochter Linda ist mit ihrem kleinen Sohn Matti zurück nach Bergenstadt gezogen. Kerstins und Jürgens Sohn Daniel hat wenig Kontakt mit den Eltern und lebt als Spieleprogrammierer in Tallinn. Es geht also immer um das ganz normale Leben, das in vielen Facetten durchgespielt wird. Wir dürfen vielen Figuren auch bei der nachdenklichen Rückbetrachtung ihres Lebens folgen: Gab es Versäumnisse, ausgelassene Chancen, falsche Entscheidungen? Oft blitzen vergangene Grenzgänge als richtunggebend auf. Spannend sind auch die beruflichen Herausforderungen eines Bürgermeisters oder eines Schulleiters im Wandel der Zeiten. Das Hörbuch wurde sehr aufwändig mit insgesamt neun Sprechern inszeniert. Jede einzelne Stimme klingt angenehm und interpretiert den Text perfekt. Schnell hat man die Stimmen den verschiedenen Figuren zugeordnet, so dass man sich völlig auf die Handlung konzentrieren kann. Mich hat dieses Hörbuch von der ersten Minute an begeistert. Stephan Thome ist ein brillanter Erzähler, der es versteht, seine unterschiedlichen Handlungsstränge in einer konstant ruhigen Spannung miteinander zu verzahnen. Die Figuren sind nahbar und brillieren durch glaubwürdige, vielschichtige Charaktere. Ein wunderbarer Roman, der grandios als Hörbuch umgesetzt wurde – dicke Hör- oder Leseempfehlung!

  • Nele33

    5/5

    16.08.2026

    Hörbuch-Download (MP3)

    Hörgenuss

    Mit "Besser als nie" hat Stephan Thome eine mehr als gelungene Fortsetzung zu seinem Roman "Grenzgang" veröffentlicht. Auch hier spielt wider der fiktive Ort Bergenstadt und sein traditionelles Volksfest der Grenzgang die Hauptrolle. Die für das Hörbuch ausgewählten Sprecher*innen Claudia Michelsen, Harald Schrott, Luise Wolfram, Timur Işık, Achim Buch, Viola Müller, Maria Hartmann und Chantal Buss geben der Geschichte eine außergewöhnliche Lebendigkeit. Da der "Mohr" de Grenzgang anführt entfacht eine Debatte über die Bedeutung des Mohren, die teilweise mehr als skurrile Formen annimmt. Wie von Thome gewohnt nimmt er sich in seinem Roman wieder aktuelle Themen an, die mehr als Grenzgängig zu sein scheinen. Es geht um politische Zusammenhänge, die Flüchtlingskrise, Familienkonstrukte, die schwer zu durchschauen sind. Dabei bleibt der Autor seinen prägnanten und klaren Schreibstil treu, sodass ich einen guten Einblick in das "idyllische Dorfleben" abseits des Großstadtlebens bekommen habe. Der schwarze Humor und die Satire die dahintersteckte haben es mir sehr angetan und ließen mich trotz der Schwere der Thematik häufig schmunzeln. Ein absoluter Hörgenuss.

  • Eternal-Hope

    aus Österreich

    5/5

    03.08.2026

    Hörbuch-Download (MP3)

    Multiperspektivisch

    Im Jahr 2009 hat der Autor Stephan Thome sein Romandebüt "Grenzgang" veröffentlicht, in dem er anhand des Anlasses des Grenzgang-Festes in einer hessischen Kleinstadt aktuelle gesellschaftliche Themen und Konfliktfelder aufgezeigt hat. Nun folgt 17 Jahre später eine Art Fortsetzung: auch in "Besser als nie" geht es wiederum um eine Grenzgang-Fest in einer hessischen Kleinstadt und die gesellschaftlichen Herausforderungen, die der Umgang damit aufzeigt. Da geht es zum Beispiel um die Frage, inwieweit es legitim ist, alte Traditionen zu bewahren, wenn diese bedeuten, dass Frauen keine Reiterinnen sein dürfen. Und so etwas im Jahr 2026! Obwohl sich kaum genug Männer für die Tradition finden! Aus den Perspektiven verschiedener Figuren entwickelt sich das Geschehen. Besonders gut hat mir gefallen, dass der Audioverlag bei der Erstellung des Hörbuches keine Kosten und Mühen gescheut hat, und nicht etwa, wie bei vielen anderen Hörbüchern, alles von einer Person mit teilweise verstellter Stimme eingelesen wird, sondern tatsächlich verschiedene Sprecher die verschiedenen Perspektiven lesen. Dadurch gewinnt das Hörbuch sehr an Authentizität und wird zu einem umso größeren Hörvergnügen. Inhaltlich ist es eine interessante Geschichte, die auch gut verstanden werden kann, ohne das Vorgängerwerk zu kennen.

  • Jürg K.

    4/5

    21.07.2026

    Hörbuch-Download (MP3)

    Interessantes Thema, gut verarbeitet

    Von diesem Hörbuch wurde ich sehr schnell in den Bann gezogen. Wegen der Pandemie musste das Fest verschoben werden. Doch jetzt soll im oberhessischen Bergenstadt wieder Grenzgang gefeiert werden, doch plötzlich wird das traditionelle Heimatfest zum Streitfall. Der Konflikt um den Grenzgang zeigt, wie Traditionen zu Identitätsankern werden aber auch, wie schnell sie zu Ausschlussmechanismen versteinern, wenn man sie nicht weiterentwickelt. Der Streit um den Grenzgang wirkt wie ein Brennglas für ein grösseres Problem. Wenn Traditionen wichtiger genommen werden als Menschen. Dass Linda Preiss als Reiterin ausgeschlossen werden soll, nur weil sie eine Frau ist, zeigt eine Haltung, die nicht bewahrend, sondern rückwärtsgewandt ist. Ein Fest, das angeblich Gemeinschaft feiern will, verliert seine Glaubwürdigkeit, wenn es Menschen aus genau dieser Gemeinschaft ausschliesst. Gleichzeitig zeigt Jürgen Bambergers Situation, wie schwer es ist, zwischen Tradition, öffentlicher Erwartung und persönlicher Überzeugung zu vermitteln. Dass ihm der Ort fremd wird, ist für mich nachvollziehbar. Wer sein Leben lang Teil einer Gemeinschaft war, erlebt es als schmerzhaft, wenn diese Gemeinschaft sich nicht weiterentwickeln will. Für mich ist klar, eine Tradition, die Frauen ausschliesst oder rassistische Symbole verteidigt, ist keine Tradition, sondern ein Anachronismus. Heimat entsteht nicht durch Rituale, sondern durch Menschen, die sich respektieren. Wenn ein Fest, das nicht schafft, muss es sich ändern oder es verliert seinen Sinn.

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    Helene Pawelczynski

    Thalia Sulzbach – Main-Taunus-Zentrum

    Buchhändler*in

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    5/5

    13.08.2026

    Hörbuch-Download (MP3)

    Großartiger Gesellschaftsroman

    Nach 17 Jahren kehren wir mit Stefan Thome in das Städtchen Bergenstadt zurück. Wie schon bei seinem Debüt Grenzgang (2009) war ich von dem zugleich distanzierten und empathischen Blick des Autors auf seine Figuren fasziniert. Thome zeichnet seine Figuren – wie den abwiegelnden Bürgermeister oder die sozial engagierte Kerstin – nie eindimensional. Alle seine Figuren haben Gründe für ihr Verhalten, wenn auch nicht immer gute. Stefan Thomes Roman spiegelt Typen, Haltungen und Zerrissenheiten wider, die wir alle kennen. Im echten Leben begegnen wir ihnen allerdings selten so klug und differenziert wie in diesem großartigem Roman.
  • Zum Bewerterprofil von Catrin Buchhauser

    Catrin Buchhauser

    Thalia Nürnberg

    Buchhändler*in

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    5/5

    21.07.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ist das noch zeitgemäß?

    Siebzehn Jahre, nachdem Stephan Thome für sein Debut “Grenzgang” den Aspekte Literaturpreis erhalten hat, nimmt er uns wieder mit ins hessische Bergenstadt. “Besser als Nie” taucht in den Kleinstadt-Mikrokosmos 2022 ein, irgendwo zwischen Tradition, Zeitgeist und Alltag. Alle sieben Jahre (aber durch Corona zweimal verschoben) findet der traditionelle Grenzgang statt, eine Mischung aus Volksfest und Begehung von Bergenstadts Grenzsteinen, inklusive jeder Menge Rituale. Und genau hier beginnen die Reibungspunkte. Während man früher die Tradition und die Heimat feierte, stellt sich nun natürlich die Frage: ist das noch zeitgemäß? Kann eine Frau den Part des Reiters übernehmen? Eher nicht, auch wenn sie die einzige mit den entsprechenden Reitkenntnissen und Pferd ist. Und dass die Figur des Mohren plötzlich mit dem Vorwurf des Blackfacings belastet sein soll, schwer verständlich, wenn es doch schon immer so war. Auch abseits der Festvorbereitung bestimmen aktuelle Themen die Stimmung zwischen den Bewohnern: Genderfragen und Flüchtlingspolitik sind genauso präsent wie die Macht der Medien und die Krisen in der Welt. Vielleicht ein paar Themen zu viel, aber Stephan Thome bestückt seinen Gesellschaftsroman mit so viel Liebe zum Detail und seine Protagonisten mit so vielen Ecken und Kanten, Stärken und Schwächen, dass man sich tatsächlich mittendrin befindet, in den Vorbereitungen zum großen Ereignis. Und natürlich auch in den großen Fragen unserer Zeit. Großartiger Spiegel der Gesellschaft!

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