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Ausgerechnet an Milka Mayrs 35. Geburtstag stürzt der Kunstsachverständige Max Holl mit seinem Ultraleichtflugzeug auf Milkas elterlichem Hofgut bei Schwäbisch Hall ab. Tot. Unfall, sagt Hauptkommissar Eichert knapp. Nie und nimmer, protestiert Milka und recherchiert auf eigene Faust. So offen die Motive im privaten Umfeld scheinen, so undurchsichtig erweist sich die Kunstszene, in der sich Max beruflich bewegte. Wie gefährlich es ist, Verdächtigen zu nahe zu kommen, muss auch Milka am eigenen Leib erfahren …
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Rundum gelungen - tolles und humoriges Regionalkrimidébut im Schwabenländle ;)
Sagota aus Saarbrücken am 04.08.2019
Bewertungsnummer: 1234658
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Milka Mayr, genannt Milky, hat schon zu Schulzeiten einen ausgeprägten Widerspruchsgeist, der sich oftmals im Aufstampfen mit dem linken Fuß äußert: Max Holl, der links hinter ihr in der nächsten Reihe sitzt, freundet sich mit ihr an - und die Freundschaft hält auch über die Schulzeit hinaus... Beide stammen aus der idyllischen Gegend bei Schwäbisch Hall und sind Kinder von Landwirten: So wundert es nicht, dass Milka im elterlichen Hof mithilft (und zwar sehr tatkräftig und vielseitig); Max hingegen sich mittels eines Kunststudiums der bäuerlichen Zukunftsperspektive entzieht; nicht zum Wohlwollen der Familie Holl, da die beiden Brüder Tim und Lukas nach dem Tod des Vaters nun die betriebliche Arbeit teilen....
Max betätigt sich stattdessen in der Erstellung von Gutachten, das er für Versicherungen und Kunsthändler anfertigt, da er über ein eidetisches Gedächtnis verfügt und wahre Kunst von einer Fälschung zu unterscheiden vermag....
An Milka's 35. Geburtstag ruft Christoph, Milkas Bruder, diese in ihrer Werkstatt, in der sie versucht, den 1200er VW-Käfer (Bj. 1964) wieder flott zu machen: Max ist auf der angrenzenden Wiese zum Wald in seinem Trike (Ultraleichtflieger) abgestürzt. Jede Hilfe kommt zu spät..... Ein Unfall, wie die Polizei vermutet - oder wurde nachgeholfen? War es gar geplanter Mord?
Dieser Frage und der sich anschließenden interessanten Ermittlungen nimmt sich Milka mit Hauptkommissar Paul Eichert in diesem sehr gelungenen Regionalkrimi an: Wo ist das Motiv zu finden, das Max Holl abstürzen und seinen Tod finden ließ? Zählen besonders Bruder Lukas oder der benachbarte Landwirt Feldmeier zu den Verdächtigen oder ist der Mörder in der Kunstszene bzw. deren mafiösen Strukturen zu finden?
Der Leser erhält genügend Raum vom Autor, mitzuermitteln: Die Spannung baut sich nach und nach auf und nimmt am Ende an Fahrt auf; auch trägt der Kriminalroman um Milka Mayrs 1. Fall feine humoristische Züge, die mir sehr gut gefallen haben. Erkennbar ist dies z.B. in Dialogen mit dem ehrenwerten Prof. Lothar Ebert, der Milka durch sein Sachverständnis in kunsthistorischen Fragen zur Seite steht und großen Gefallen daran findet; auch das Lokalkolorit ist idyllisch und atmosphärisch beschrieben: Wer Hohenlohe kennt mit Kirchberg an der Jagst oder "Hall" - oder gar bald mal wieder in diese schönen Gefilde reisen möchte: Dies ist eine Einladung dazu!
Die historischen (und auch lukullinarischen) Ausflüge fand ich sehr interessant, Letzteres gar appetitanregend und auch an kritischen Seitenhieben auf die schwierige, prekäre Situation von Landwirten, der Veränderung des Klimas, das diesen seit 2018 in besonderer Weise zusetzt, mangelte es nicht: Informativ fand ich diesen Krimi, da er auch aktuelle Einblicke in die Polizeiarbeit, die DNA-Forschung und Kriminalitätszweige ermöglicht, die sehr interessant zu lesen sind: So ist die Kriminalität mit gefälschter Kunst direkt hinter dem Drogen- und Waffenhandel zu finden.
Die unangepasste, toughe, vielseitig begabte und sympathische Ermittlerin wie auch Paul Eichert, der sie so gut es ihm möglich ist, in seine kriminalpolizeilichen Ermittlungen einbezieht und von ihrer Widerspenstigkeit mehr als begeistert ist (wie auch von ihrem durchaus kriminalistischen Spürsinn), sind Sympathieträger. Dem Autor gelingt es, einerseits vom Erzählstil her unaufgeregt zu sein, so dass der Krimi durchaus im Genre "cosy crime" beheimatet ist; zum anderen jedoch den Spannungsbogen und damit das Interesse des Lesers bis zum Ende hochhalten zu können. Der Verlauf der Handlung ist ebenso wie der unvorhersehbare Plot stimmig.
Fazit:
Ein interessanter, informativer, spannender Regionalkrimi, der mir durch seine oftmals mit feinem Sinn für Humor erzählte Handlung und die sympathische Ermittlerin Milka sehr gut gefallen hat! Voller Lokalkolorit; etwas Cosy-Crime, mit gutem Spannungsaufbau und -bogen: Genau wie ich es mag! Gerne spreche ich eine Buchempfehlung aus und vergebe 4,5* - 92° auf der "Krimi-Couch".
Gegen eine Fortsetzung bzw. weitere Fälle dieses Ermittler-Duos hätte ich ganz und gar nichts einzuwenden ;)
Milka und die Kühe ermitteln...
Bewertung aus Hamburg am 31.07.2019
Bewertungsnummer: 1233681
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Nein, die Kühe ermitteln natürlich nicht – und wenn man es genau nimmt: auch Milka darf eigentlich nicht ermitteln, das ist der Beruf von Kommissar Paul Eichert, „dessen Fürsorglichkeit und hohe Toleranzgrenzen sie allerdings aufs Äußerste strapaziert.“ (Klappentext), in dem sich Milka immer und ständig in seine Arbeit einmischt...
Bernd Gunthers ist mit seinem Buch „Die Kuh kennt keinen Feiertag“ ein wunderbarer Krimi gelungen, der mich mit seinem feinsinnigen Humor, viel Lokalkolorit aus dem anscheinend idyllischem Hohenlohe (ich als Norddeutsche musste erst mal googeln, wo das überhaupt liegt!) überzeugen konnte. Last but not least gibt es einen Mord, viel Einblick in die Kunstszene und eine Lösung des Falles, bei dem zum Schluss alle losen Enden fein säuberlich verknüpft waren. Und natürlich das Essen: ich habe den Eindruck, ich kenne alle regionalen Gerichte und Spezialitäten, von den Maultaschen kenne ich sogar den Spitznamen “Herrgottsbescheißerle“ und „Bubaspitzla“ sind mir jetzt auch ein Begriff!
An vielen Stellen des Buches musste ich schmunzeln, so z.B. „Zunächst war da noch ein verpacktes Smartphone eines bekannten Unternehmens aus Cupertino, das sich Milka auch wegen des Logos, das unmittelbar Bezug auf die hinter der Scheune liegende Streuobstwiese nimmt, gewünscht hatte.“ (S. 12) oder „Allerdings blieb die Antwort so vage wie die eines Bahnbediensteten zur Zugverspätung.“ (S. 52) oder die Antwort von Professor Ebert (eine meiner Lieblingsfiguren):“Das müssen Sie mir erklären, Frau Mayr. Mir fehlt eine Anlegestelle für meine Gedanken.“ (S. 161) Und ich könnte noch viele weitere zitieren, auf solche Formulierungen muss man erst mal kommen, Chapeau, Herr Gunthers!
Von der Krimihandlung möchte ich eigentlich gar nicht viel erzählen: Max, ein früherer Klassenkamerad und guter Freund von Milka, stürzt mit seinem Ultraleichtflugzeug ab. Unfall oder Mord? Milka geht sofort von Mord aus und überzeugt von ihrer Theorie auch KHK (Kriminalhauptkommissar) Paul Eichert. Motive könnten in Familienstreitigkeiten oder Max beruflichen Umfeld, dem Kunsthandel, zu finden sein. So, dies in Kurzform – alles weitere muss leider selbst gelesen werden...
Ich war traurig, als ich dieses Buch beendet hatte, hatte ich doch die mitwirkenden Personen so gut kennengelernt... Deshalb war ich wirklich erfreut, dass es anscheinend bereits im nächsten Jahr ein Folgeband geben soll!
Für Liebhaber von gekonntem Wortwitz, dem Hohenloher Land (macht nichts, wenn man zuerst nicht weiß, wo das liegt – am Ende möchte man sofort hinfahren!) und einem interessanten Kriminalfall gibt es von mir hier eine absolute Leseempfehlung!
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