Ein GenX Girl in der Midlife-Crisis. Ein wortgewandter Fremder. Ein heimlicher Chat. Leeloo ist 44 – eine Zahl, die gleichermaßen Alter wie Kleidergröße beschreibt – und hat’s grad echt nicht leicht. Ihr Mann schlägt nach 25 Jahren eine offene Ehe vor und als wäre das nicht genug, kommentiert neuerdings auch noch ihr sarkastisches Gewissen ständig ungefragt ihre Gedanken. Via Social Media begegnet Leeloo dem just nach Thailand versetzten Gekko und träumt – Chat um Chat mehr verknallt – bald von ihm als „Märchenprinz 2.0“. Doch die 10.000 Kilometer, die bis auf Weiteres zwischen ihnen liegen, sind längst nicht der einzige Haken. Ein rationaler Ingenieur und ein esoterisches GenX Girl, das sein Horoskop analysiert? Seriously, wie soll das gutgehen? Der Auftakt der „Feuermann & Venusfrau“-Trilogie bringt Selbstfindung, Lebensmitte und digitale Liebe authentisch zusammen. Eine gleichermaßen witzige wie tiefgehende Chat-Lovestory zwischen Bayern und Bangkok. Mit Schach, Astrologie und Cyber…dings. Eine kleine "Warnung" vorab: Leeloo, Alter Ego der Autorin und Ich-Erzählerin, durchbricht gelegentlich die vierte Wand und spricht die Leser*innen direkt an. Davon abgesehen flucht sie oft, manchmal sogar auf Französisch, wirft mit Denglisch nur so um sich, raucht, trinkt vermutlich zu viel Elbling und isst gerne, egal ob Thaifood oder Lebkuchen. Trotz allem ist sie eine geradezu schrecklich romantische Person die, obwohl schon hart am Rande der Wechseljahre, unbeirrt an die Liebe auf den ersten Bli... äh, Chat glaubt. Na ja und an Horoskope. Sicher ganz gut, dass die Stimme ihres sarkastisches "Gewissens" sich gerade jetzt dazu entschieden hat, in ihrem Kopf aufzutauchen und Leeloo hin und wieder ein wenig einzunorden. Für alle, die schon mal in ein Profil verliebt waren. 2., geringfügig überarbeitete Ausgabe 2026
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"Liebe auf den ersten Chat" – Erotische Romanze über virtuelle Sehnsucht.
Man muss kein Fan von Astrologie sein, um sich in dieses Buch zu verlieben. Und man muss auch keine digitale Affäre hinter sich haben, um die Magie dieser Geschichte zu spüren. Liane Louck – ein Pseudonym, hinter dem sich offenbar eine Autorin mit viel autobiografischem Mut verbirgt – erzählt von einer Frau, die nach 25 Jahren Ehe plötzlich ihr Männer-Radar wieder einschaltet. Nicht weil sie muss, sondern weil ihr Mann es ihr erlaubt. Was dann passiert, ist eine der bemerkenswertesten und ehrlichsten Liebesgeschichten der letzten Jahre – und sie spielt sich fast ausschließlich in Chatverläufen ab.
Das Besondere an "Cyberdings wie vom anderen Stern" ist die radikale Reduktion auf das Wesentliche: zwei Menschen, die sich nur über Worte kennenlernen. Keine Blicke, keine Berührungen, kein gemeinsamer Raum – nur Text. Und doch entsteht hier eine Spannung, die manchem Krimi alle Ehre machen würde. Die Autorin versteht es meisterhaft, die Sehnsucht zwischen den Zeilen brennen zu lassen. Jedes "Upps", jedes zögerliche Smiley, jedes nächtliche "Du bist dran" beim Schachspiel wird zum kleinen Ereignis. Man fiebert mit, wenn die beiden sich endlich ihre Nummern austauschen, wenn sie zum ersten Mal telefonieren, wenn sie sich im Münchner Flughafen endlich gegenüberstehen.
Der Schreibstil ist ein Genuss: direkt, witzig, voller Denglisch und Selbstironie. Die Ich-Erzählerin Leeloo – ein Alter Ego der Autorin – ist so sympathisch nervig, so klug und so verletzlich, dass man sie einfach mögen muss. Sie flucht auf Französisch, trinkt zu viel Weißwein, liebt ihre Hunde und hat panische Angst davor, dass das reale Treffen ihre Fantasie zerstören könnte. Gekko, der Ingenieur aus Bangkok, ist ihr perfektes Gegenstück: wortgewandt, aber emotional verschlossen, voller Selbstzweifel und doch bereit, sich fallen zu lassen. Ihre Chats sind ein einziges Feuerwerk aus Wortspielen, erotischer Spannung und philosophischen Gedanken über Liebe, Karma und den richtigen Zeitpunkt.
Besonders gelungen ist die Art, wie Louck die Grenze zwischen virtueller und realer Welt verschwimmen lässt. Man vergisst beim Lesen fast, dass diese beiden sich noch nie gesehen haben – so intensiv ist ihre Verbindung. Die Sexszenen sind explizit, aber nie peinlich oder aufgesetzt. Sie sind notwendig, um die Intensität dieser Beziehung zu zeigen. Und sie sind vor allem eins: verdammt erotisch.
Das Buch hat mich bestens unterhalten. Es ist flüssig, kurzweilig und voller überraschender Wendungen – nicht in der Handlung, sondern in den Gefühlen. Meine Lieblingsszene ist die Begegnung am Flughafen: nach all den Chats, all der Sehnsucht, endlich dieses erste Umarmen, dieser erste Kuss. Man spürt jede Sekunde dieser Erlösung.
Eine Verfilmung als Serie oder Film wäre nicht nur möglich, sondern wünschenswert – am besten als romantische Dramedy mit viel Wortwitz und echten Gefühlen. Man müsste kaum etwas hinzudichten, so bildhaft sind die Dialoge bereits.
Ich vergebe 4 von 5 Sternen
Ein Punkt Abzug, weil sich die Chats gelegentlich wiederholen und die Nebenfiguren – allen voran der Ehemann Nick – etwas blass bleiben. Auch die Handlung hätte an der ein oder Stelle etwas straffer sein können. Was den fünften Stern betrifft: Es fehlt noch die ganz große Überraschung, der unerwartete Kniff, der die Geschichte über das Genre hinaushebt. Doch was bleibt, ist ein kluges, sinnliches und unfassbar unterhaltsames Debüt. Eine Empfehlung für alle, die glauben, dass Liebe auch im Digitalen zu Hause sein kann.
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