Eine Frau, ein Fluss, eine ganze Epoche – und ein Geheimnis, das der Strom für immer bewahrt
Der Fluss kennt keine Gnade – und genau deshalb liebt Lis ihn. Als ihr Mann bei einem Schiffsunglück ertrinkt, trifft die junge Anneliese in den späten 1950ern eine Entscheidung, die alle für unmöglich halten: Sie wird Kapitänin. In einer von Männern dominierten Welt kämpft sie sich auf ihrem Lastenkahn durch Widerstände und Vorurteile – bis sie auf dem Wasser endlich die Freiheit findet, die ihr an Land versagt blieb. Dann tritt der griechische Schiffsmechaniker Vassili in ihr Leben und weckt in ihr eine Liebe, die alles verändert. Tanja Weber erzählt in eindringlichen Bildern von einer außergewöhnlichen Frau, die von ihrem Kahn aus beobachtet, wie sich Deutschland über Jahrzehnte wandelt – und die tief in ihrem Herzen ein dunkles Geheimnis bewahrt, das nur der Fluss kennt.
Ein neues Kapitel für Ihre Bücher
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Die Flussfrau ist ein dichter und stimmungsvoller Roman über eine starke Frau, die ihr Leben als Kapitänin in der Welt der dominierenden Männer selbst in die Hand nimmt. Ihre Geschichte ist geprägt von den Ereignissen des 2. Weltkrieges und der Zeit des Wiederaufbaus. Vieles ist im Umbruch aber die alten Denkmuster sind noch tief verankert.
Als arbeitsame und arbeitswillige junge Frau findet sie in dem Lastkahnführer Horst einen Partner, der ihre Stärke scheinbar zu schätzen weiß, sie aber im Ehealltag misshandelt und unterdrückt. Sie erduldet viel aber dann nimmt sie ihr Leben selbst in die Hand.
Ein eindrucksvoller Roman, der in lebendigen Bildern und einfühlsamer Sprache die Geschichte von Lis erzählt. Die Charaktere sind sehr lebendig und dem Leser nahe. Die zwiespältigen Emotionen einer charakterstarken Frau, die sich lange Zeit anpasst, sind beeindruckend und berührend dargestellt. Ein lohnenswerter Roman, der sich nicht mit Oberflächlichkeiten zufrieden gibt, sondern hinter die Geschichte blickt.
Bewertung
5/5
04.09.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Lis und das Gefühl von Freiheit auf dem Fluss
Der Roman „Die Flussfrau“ erzählt Annelieses, genannt Lis, Leben als erste Kapitänin auf dem Fluss in den 1950er Jahren. Die Geschichte ist aufgebaut in fünf Lebensabschnitte, beginnend bei Lis Kinderzeit. Sie wächst mit drei Brüdern und ihrer Freundin Edtih während des zweiten Weltkrieges unter schweren Bedingungen und harter Arbeit auf dem elterlichen Bauernhof auf. Auch nach dem Krieg sind die Entbehrungen groß und als die Amerikaner nach der Besetzung auf dem Hof erscheinen, erweist sich ausgerechnet der kleine Bruder Heini, der während der NS-Zeit nicht den deutschen Normen entsprach und sich immer verstecken musste, als sehr nützlich, da er englisch sprechen kann. Es ist auch ein Engländer, von dem Anneliese den Kurznamen Lis erhält. Als Lis mit einem Bauern, der deutlich älter ist als sie, verheiratet werden soll, ist sie froh, dass Horst in ihr Leben tritt. Er ist Schiffer und die beiden heiraten. Sein Schiff heisst Heidi und Lis fühlt sich schnell wohl und kann sich zügig auf ein Leben auf dem Fluss einlassen. Dieser Fluss wird zu Lis Sehnsuchtsort und sie fühlt sich das erste Mal im Leben frei. Es folgt ein ebenfalls schweres und hartes Leben auf dem Fluss und während des weiteren Verlaufes der ergreifenden Geschichte stirbt Horst durch ein großes Unglück. Lis macht ihr Kapitänspatent als erste Frau zu der damaligen Zeit und muss sich nun in dieser Männerdomäne behaupten. Es folgt ein lange gehegtes Geheimnis ihrer Freundin Edith und öffnet Lis die Augen, was ihren verstorbenen Mann angeht. Im Laufe der vielen Jahre, die Lis mit ihrem Schiff auf dem Fluss unterwegs ist, gibt es sehr viele Veränderungen. Unter anderem ändern sich die Schiffe, die Brücken und auch die Natur und natürlich auch Lis und ihr Leben auf der Heidi. Aber sie bleibt Zeit ihres Lebens immer herzlich verbunden mit ihrem Fluss, freut sich über das Wasser um sie herum und vor allem ihrer Freiheit. Ich habe mich gut in Lis hinein versetzen können, war sehr beeindruckt von ihrer Einstellung zum Leben und wie sie auch in harten Zeiten immer ihren Mann gestanden hat. Der flüssige Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Das Cover finde ich auch sehr gelungen, nachdem ich den Roman zu Ende gelesen habe, denn der Vogel steht für mich als Symbolik der Freiheit, die für Lis besonders wichtig ist. Auch die Unterteilung in chronologischer Reihenfolge finde ich sehr gelungen. Ich gebe gerne fünf Sterne und kann dieses Buch als beeindruckende Lektüre sehr empfehlen.
Andrea Karminrot
aus Berlin
5/5
02.09.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Lebensgeschichte einer Kapitänin
Anneliese oder besser Lis wird zur Flussfrau, nachdem sie dem Bauernhof ihrer Eltern entkommen ist. Sie sollte einen doppelt so alten Bauern heiraten, damit die Allianz geschlossen werden konnte. Lis war nicht begeistert denn, nachdem sie und ihrer Mutter Gudrun den Krieg über den Macken-Hof bewirtschaftet haben, war Lis der Meinung, dass sie keinen Mann braucht um weiterzumachen.
Das Buch beginnt als die Menschen noch die kleinen roten Fähnchen mit dem Hakenkreuz bewunderten. Im Dorf hat der Müller das Sagen und wer nicht dazu gehört, der bekommt es zu spüren. Bei einer Veranstaltung fällt Otto der kleinste der Geschwister in den nahen Fluss und Anneliese kann ihn retten, indem sie ihm in das eiskalte Flusswasser hinterher springt. Damals merkt sie schon, das Wasser ihr Element ist. Jahre später, als der Krieg verloren und die Männer rar sind, der Vater zurückgekehrt ist und dem siebzehnjährigen Mädchen erklärte, sie müssen den alten Schweinebauern Liebrecht heiraten, trifft Lis einen jungen Mann. Jeder ist der Siebzehnjährigen lieber als dieser Schweinebauer. Horst ist einer dieser mutigen jungen Männer. Er wird in die Fußstapfen seines Kapitänsvaters steigen und eine Péniche sein Eigen nennen. Kurzerhand wollen die Beiden heiraten.
Die Welt von gestern war tot, etwas Neues hatte begonnen, hier auf dem Boden der Mackens und auch in Ediths Leben
Seite 208
Frauenverachtend stehen die Schleuser und Auftraggeber vor Lis, trauen ihr keine Männerarbeit zu, nachdem Horst zu Tode kam und Lis sich gewagt hatte selber das Schiff zu steuern. Dabei haben ihre Mutter und ihre beste Freundin Edith schon während des Krieges, als die Männer nicht da waren alles auf dem Hof gemacht, was angefallen ist. Und auch noch einige Zeit danach, wieso sollte die erwachse Frau Lis jetzt nicht das können, was "nur" Männer können? Lis trägt eine Schuld mit sich herum, die sie immer wieder einholt. Und doch ist sie, die starke Persönlichkeit, die sich durch die Jahre schlägt. Ihre Freundin unterstützt eine neue Liebe findet und einen vierbeinigen Gesellen.
Eine Lebensgeschichte
Mir war Lis die Flussfrau sofort sympathisch. Sie hat eine Lebensgeschichte, die mich wirklich mitgerissen hat. Lis schlägt sich durch die Jahre bis sie einen Weg findet ihren Lebensabend nach ihren Vorstellungen zu beschließen. Dazwischen liegen viel Arbeit, Vertrauen, Missachtung, Frauenfeindlichkeiten, eine große Liebe, ein normales Auf und Ab dem ein Leben so begeht und doch hat es so viel Emotionen in mir geweckt, dass ich diesen Roman in einem besonderen Tempo gelesen habe. Die Autorin Tanja Weber lebt an einem Fluss und hatte mit einer Kurzgeschichte über eine alte Frau an einem Schreibwettbewerb teilgenommen und diesen auch noch gewonnen. Diese Protagonistin ließ Tanja Weber nicht mehr los. Die Autorin wollte die ganze Geschichte aufschreiben und hat hiermit einen ganz wunderbaren, feinfühligen und spannenden Roman geschrieben. Nicht nur die Lebensgeschichte von Anneliese, Lis, ist spannend, sondern auch die Wandlung des Flusses, die Zeiten und die Menschen, die in diesem Roman eine besondere Rolle spielen.
Ich bin von diesem Roman so überzeugt, dass ich ihm gerne geben möchte. Sprachlich ein wunderbarer Roman, mit einem kleinen Fingerzeig darauf, wie wir mit unserer Umwelt umgehen. Wie sich die Frauen nach dem Krieg behaupten mussten und wie sie sich verbogen um zu bestehen.
Jessy1968
aus Penzberg
5/5
01.09.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Biografie einer bemerkenswerten Frau
Die Farben des Covers und das tolle Motiv gefallen mir sehr gut. Im Gegenteil zu all Ihren bisherigen Covern überrascht mir die Autorin hier im positiven Sinn. Allerdings wäre wohl ein Storch passender gewesen, da von solchen immer wieder die Rede ist. Der Titel selbst machte mich neugierig und ich war gespannt, welchen Eindruck das Buch letztendlich auf mich macht.
Die Geschichte beginnt, als Anneliese, auch Lis genannt, als kleines Mädchen zusammen mit ihrer besten Freundin Edith den Krieg erlebt. Die Familien werden zerrissen, Väter und Brüder in den Krieg geschickt uns sie muss mit Ihrer Mutter und einem nicht für die Front geeigneten kleinen Bruder den Hof alleine bewirtschaften.
Die Autorin bring sehr ausdrucksstark die Atmosphäre des Geschehens wieder und obwohl ich den Krieg Gott sei Dank nur von Erzählungen her kenne, sehe ich alles sehr bildhaft vor mir. Die Geschichte ist sehr lebendig und die Charaktere wirken mir sehr vertraut. Ein bisschen habe ich gebraucht um in die Handlung reinzukommen. Dann jedoch wollte ich das Buch nicht mehr aus den Händen legen. Generell finde ich Bücher über die (Nach-)Kriegszeit nicht einfach zu lesen. Hier punktet die Autorin mit einer sehr flüssigen Schreibweise und einem angenehmen Schriftbild.
Die Geschichte wird zu Lis‘ Biografie. Sie erzählt, wie sie ihren Mann verliert und seine Nachfolge auf dem Lastenkahn übernimmt. Jenseits aller Vorstellungen in den 50-er Jahren, dass eine Frau solch einen Platz einnehmen könnet. Was dann folgt ist die großartige Erzählung über eine bemerkenswerte und starke Frau, deren Leben nicht einfach ist, die aber gelernt hat das Leben genauso anzunehmen, wie es kommt und uns damit mit gutem Beispiel vorausgeht.
Großartiges Buch! Klare Leseempfehlung für alle, die teilhaben möchten an Lis‘ bewegtem Leben.
Bewertung
Thalia Book Circle Community
5/5
01.09.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
In der Strömung
Frei zu sein wie ein Vogel, der sich auf dem ausdrucksvollen Buchcover zeigt, und frei zu sein wie der Fluss – dieses Lebensmotto hat Tanja Weber ihrem Roman “Die Flussfrau” zugrunde gelegt. Die Autorin nimmt die Lesenden mit von den furchtbaren Kriegsjahren bis in die Gegenwart, um sie zu Begleitern eines ungewöhnlichen Frauenlebens zu machen.
Lis ist eine Bauerntochter, die mit drei Brüdern auf einem großen Hof aufwächst. Schon von ihrer Kindheit an kennt sie nichts als harte Arbeit, in den Kriegsjahren dann Hunger, Not und Naziterror. Ein Bruder ist gefallen, der Vater sprachlos und einbeinig aus dem Krieg zurückgekehrt. Doch Lis klebt nicht an der Scholle, sie ist eine Frau des Wassers. Als sie den Binnenschiffer Horst heiratet und mit ihm die deutschen Flüsse befährt, scheint sich ihr Glück zu erfüllen. Liebe ist es nicht, aber Kameradschaft und Vertrauen. Obwohl Deutschland sich nach den Kriegsjahren wirtschaftlich erholt, wird das Frachtgeschäft zunehmend unlukrativ. Horst lässt seine Enttäuschung an Lis aus, und sie erträgt es. Doch ihre Hand zuckt zurück, greift nicht zum Rettungsring, als ein Kopf in der Strömung auf und ab taucht.
Tanja Weber zeichnet ein eindringliches Bild einer Frau, die jede Abhängigkeit hasst und ihr hartes und unstetes Leben liebt, das Freundschaften unmöglich macht. Doch aus ihrer Jugend gibt es Edith, die fast wie eine Schwester für sie war. Dann ist zwischen ihnen etwas vorgefallen, das Lis lange nicht begreift. Erst als sie Ediths Tochter Karin kennenlernt, erkennt sie, dass sie betrogen wurde. Dennoch bleibt Edith ihr Herzensmensch. Und als ein kleines Wesen in der Strömung verzweifelt um sein Leben kämpft, kehrt auch das Glück zu Lis zurück.
“Die Flussfrau” ist ein Roman über eine Frau, die sich in einer Männerwelt gegen alle Vorurteile und Ressentiments durchsetzt. Ihr Leben zieht an den Lesenden vorüber wie die Ufer des Flusses, den die Menschen zu begradigen und in ein Bett zu zwingen versuchen und der doch seine Freiheit bewahrt. Die Autorin schreibt unprätentiös, ruhig, manchmal fast bedächtig, aber immer ausdrucksvoll uns präzise. Große Gefühle liegen ihrer Hauptfigur nicht. Lis steht für ein Wertesystem, das Geradlinigkeit symbolisiert, das es versteht, das Wenige zu schätzen und das Glück in der Unabhängigkeit zu finden. Sie sieht den ziehenden Störchen nach, die doch immer wieder in dasselbe Nest zurückkehren. Dieses Nest hat sie sich auf ihrem kleinen Lastkahn geschaffen und gibt es auch nicht auf, als das Schicksal sie vor die Wahl stellt, auf ihr Boot oder ihre Liebe zu verzichten. Trost findet sie immer wieder im Fluss, in dessen Strömung sie sich geborgen fühlt, der ihrem Leben stets die Richtung vorgegeben hat und ohne den sie nicht sein kann.
Tanja Weber hat die Geschichte einer Lebensreise geschrieben. Sie lässt die Lesenden teilnehmen am Schicksal einer Frau, das in der Zeit des Wirtschaftswunders außergewöhnlich verläuft. Soziale Strukturen verändern sich, aus Wiesen wird Bauland, die Menschen ziehen in die Städte. Nur die alten Nazis sind noch am Werk.
Doch das alles kümmert Liz auf ihrem Schiff kaum. Unbeeindruckt von den menschlichen Schicksalen fließen die Zeit und der Fluss, in den Lis glücklich lächelnd steigt, um sich sicher umarmt von seiner Strömung forttragen zu lassen.
Mein Fazit:
“Die Flussfrau” ist ein tiefgründiger, stimmungsvoller Roman. Tanja Weber zeichnet mit feinen Strichen das Bild eines freien und selbstbestimmten Lebens. Die Hauptfigur Lis dabei begleiten zu dürfen, ist ein faszinierendes und beglückendes Leseerlebnis.
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5/5
19.08.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eine außergewöhnliche Frau und ihr Kampf um Selbstbestimmung
In den 50ger Jahren entscheidet sich Lis dafür auf dem Fluß zu leben und wird schließlich Kapitänin für Binnenschifffahrt gegen alle Widerstände und Vorurteile. Vm Fluß aus beobachtet sie im Lauf der Jahre nicht nur die Veränderungen von Natur und Klima sondern auch die rasante wirtschaftliche und politische Entwicklung Deutschlands.
Ein fesselndes Buch über eine starke Frau, das ich sehr gerne weiterempfehle.
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3/5
02.09.2026
eBook (ePUB)
Eine Frau und ihr Schiff
Anneliese, genannt Lis, hält nicht viel von der traditionellen Rolle einer Frau. Nach dem Krieg geht sie eine Zweckehe mit einem Kapitän ein, der sie zur Matrosin ernennt. Das Leben in Freiheit hat seinen Preis, doch Lis bleibt standhaft und behauptet sich in einem von Männern dominierten Berufsfeld. Es dauert etwas, bis der eigentliche Plot der Geschichte beginnt. Da nicht nur ein Ausschnitt, sondern das ganze Leben von Lis beschrieben wird, war es manchmal schon etwas langweilig. Zum Ende hin hat mich das Buch dann nicht mehr ganz so begeistert, aber die erste Hälfte hat mir gut gefallen.
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