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Ein Herrenhaus in Mecklenburg, ein Palais am Bosporus … Frauen waren seine Leidenschaft. Inmitten zweier unterschiedlicher Kulturen wächst der junge Feridun auf. Als Sohn des Dardanellen-Helden Cevat Pascha wird er im Kadettenkorps in Berlin zum Gardejäger gedrillt und ist Gast auf den Gütern adliger Familien in Preußen. Als Diplomat, protegiert von Atatürk, Frauenheld und charmanter Exot erlebt er die bewegende Weltgeschichte zwischen 1920 und 1960. Sein Sohn Hasan, wie der Vater weder in der Türkei noch in Deutschland wirklich zu Hause, erzählt diese wechselvolle Familiengeschichte und schlägt den Bogen über hundert Jahre bis in das Jahr 2013, als er am Gezi-Park eine unerwartete und berührende Bekanntschaft mit einer jungen Demonstrantin macht …
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Feridun Cobanlis Leben gleicht einem Kinofilm. 1915 wird er fern der türkischen Heimat im Berliner Kadettenkorp ausgebildet und findet Aufnahme bei der preußischen Adelsfamilie Roon. Obwohl sein Vater ein Kriegsheld ist, wendet sich Feridun lieber der Diplomatie zu. Als Protegé Atatürks genießt er sein Leben und die Frauen. Erzählt wird diese beeindruckende Familiengeschichte bis zum Jahr 2013 von Feriduns Sohn Hasan Cobanli. Das Autorenduo Hasan Cobanli und Stephan Reichenberger hat eine wundervolle authentische Familiengeschichte zu Papier gebracht. Der Schreibstil ist fesselnd und humorvoll, man vergisst, dass es sich tatsächlich um eine wahre Familiengeschichte handelt. Hasan Cobanli ist es gelungen, seine Familie über ein Jahrhundert hinweg wieder lebendig werden zu lassen und den Leser in eine andere Zeit zu entführen. Im Mittelpunkt steht das Leben des charmanten und leidenschaftlichen Feridun Cobanli. Als "Prinz aus dem Morgenland" wird er während seiner zehnjährigen Ausbildung in Deutschland als Exot von den Frauen geliebt und ist ein gern gesehener Gast bei preußischen Adelsfamilien. Sein Vater, der Dardanellen-Helden Cevat Pascha, beendet das lockere Junggesellenleben mit einer arrangierten Ehe. Doch auch an der Seite seiner Frau wird der inzwischen als Diplomat tätige Feridun nicht ruhiger. Es gibt noch so viele Herzen zu erobern und Abenteuer zu erleben. Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Unterhaltung kreuzen seine Wege. So u.a. auch die 17-jährige ZsaZsa Gabor, die aber mehr Interesse an einem Pass hat. Nicht nur die persönliche und sehr emotionale Geschichte hat mich begeistert, sondern auch die facettenreiche und beeindruckende Schilderung der Örtlichkeiten. Der Konvak, der Familiensitz der Cobanlis in Istanbul, der Landsitz der Familie Roon in Preußen oder ein Jagdabenteuer in den albanischen Bergen. Fast so, als würde man einen Film anschauen. Die Dardanellen-Schlacht und der geschichtsträchtige 18. März werden intensiv beschrieben und man bekommt eine sehr persönliche Schilderung der Geschehnisse. Als Leser erlebt man praktisch aus erster Hand die Entstehung der Türkei. Die Begegnung mit Kemal Atatürk in jungen Jahren und die anschließenden Jahre unter seiner Regierung vermitteln Details, die man in Geschichtsbüchern so nicht findet. Interessant die deutsch-türkische Beziehung vom 1. Weltkrieg bis zur heutigen Zeit. Gefehlt haben mir Informationen rund um den 2. Weltkrieg. Als Diplomat hätte Feridun in irgendeiner Weise dazu doch Stellung nehmen müssen. Lediglich die Flüchtlingsströme jüdischer Emigranten finden Erwähnung. Hasan Cobanli agiert nicht nur als Erzähler sondern auch als Teil der Geschichte. Seine Spurensuche führt ihn nach Istanbul und endet im Jahr 2013 mit einer Begegnung während der Unruhen im Gezi-Park mit einer bis dahin unbekannten Verwandten. Diese Familiengeschichte musste einfach erzählt werden. Vielen Dank Herr Cobanli.
Hasan Cobanli gewährt tolle…
Wuestentraum am 17.08.2015
Bewertungsnummer: 2704516
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Hasan Cobanli gewährt tolle Einblicke in seine Familiengeschichte, angefangen bei seinem Großvater Cevat Pascha, der als Held der Dardanellenschlacht gefeiert wird. Feridun, sein Sohn wird bereits mit 10 Jahren nach Deutschland in eine Kadettenschule geschickt, um zu lernen. Dort findet er eine Ersatzfamilie, die Roon’s. Nach 10 Jahren kehrt er nach Hause zurück. Leider ist das Verhältnis von Feridun zu seinem Vater Cevat nicht herzlich, dafür musste er zu früh das Heim verlassen, um solch eine enge Beziehung aufbauen zu können. Feridun sucht seine Liebe bei den Frauen. In eine Ehe mit Selma gedrängt, wird er nicht glücklich, sie reicht ihm nicht aus, um glücklich zu sein. Auch in seiner zweiten Ehe mit Benita, der Mutter von Hasan, scheint er nicht „angekommen" zu sein. Seine Leidenschaft ist das Jagen und die Frauen. Doch Benita bleibt bei ihm. Hasan Cobanli hat wahrscheinlich eine ähnliche Beziehung zu seinem Vater Feridun gehabt, wie dieser zu seinem Vater. Da Feridun auch nicht wirklich viel Zeit zu Hause mit seinem Sohn verbrachte, wird auch Hasan sicher keine so enge Beziehung zu seinem Vater aufgebaut haben können. Er berichtet hierüber eher distanziert, was ich gut nachvollziehen kann, denn negativ geäußert wird sich hier persönlich auf keinen Fall über Feridun. Sehr interessant und lehrreich fand ich die politischen Geschehnisse, angefangen bei der Dardanellenschlacht und vielen weiteren informativen Aktionen, die mich zu angeleitet haben, weiter zu recherchieren, da es so viele Dinge gab, die mir nicht bekannt und bewusst waren. Hasan Cobanli und Stephan Reichenberger haben mit „Der halbe Mond" ein äußerst interessantes wie lehrreiches Buch erstellt, mit der Familiengeschichte des Hasan Cobanli mit vielen tollen Ereignissen, Erlebnissen sowie informativem politischen Geschehen. Eine sehr persönliche Offenlegung dieser Familiengeschichte und dass es sich um eine wahre Geschichte handelt, macht dieses Buch für mich zu etwas ganz Besonderem. Mir hat es mehr als nur schöne Lesestunden bereitet, ich war oft mit Feridun unterwegs und konnte mir Dank des sehr schönen, klaren und flüssigen Schreibstils vieles bildlich vorstellen und miterleben. Ein Buch, welches man unbedingt gelesen haben sollte.
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