Beschreibung
Produktdetails
Einband
Taschenbuch
Erscheinungsdatum
07.03.2026
Verlag
GRINSeitenzahl
80
Maße (L/B/H)
21/14,8/0,6 cm
Gewicht
129 g
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
ISBN
978-3-389-18266-6
Magisterarbeit aus dem Jahr 1987 im Fachbereich Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik, Note: 2,0, Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover (Germanistik), Veranstaltung: Das Nibelungenlied, Sprache: Deutsch, Abstract: Die Arbeit untersucht die Zusammenhänge zwischen dem Nibelungenlied und der höfischen Gesellschaft, indem sie das Werk mit anderen Nibelungendichtungen vergleicht und seine Einbettung in den höfischen Kontext analysiert. Ziel ist es, die Bedeutung des Nibelungenliedes für die höfische Gesellschaft zu erhellen, insbesondere im Hinblick auf zeitgenössische Problematiken und soziale Normen. Das Nibelungenlied, von dem 35 Handschriften erhalten sind, zeugt von großem Interesse und ist untrennbar mit dem höfischen Umfeld verbunden, was eine Analyse im historischen Kontext erfordert. Die Arbeit vergleicht das Nibelungenlied mit nordischen Nibelungendichtungen und der Klage, um markante Unterschiede herauszuarbeiten und die Neuerungen des Nibelungendichters für die Einschätzung seiner Bedeutung für die höfische Gesellschaft zu bewerten. Die Untersuchung behandelt grundlegende Fragen nach Dichter, Zeit und Ort der Entstehung, was das Problem der Mäzenatenschaft impliziert, da mittelalterliche Literatur ohne die Unterstützung von Gönnern an Fürstenhöfen undenkbar war. Die Forschung betont die Vielschichtigkeit des Nibelungenliedes, was sich in den verschiedenen Gattungsbezeichnungen widerspiegelt, und zielt darauf ab, die Beziehung zum Ethos der höfischen Gesellschaft sowie Einflüsse zeitgenössischer, mittelalterlicher Literatur, insbesondere des Minnesangs, aufzuzeigen. Außerdem wird untersucht, inwieweit das Nibelungenlied ein christlich geprägtes Werk ist. Im Hauptteil wird analysiert, wie zeitgenössische Problematiken wie Lehnswesen, soziale Identität und Blutrache den Handlungsverlauf beeinflussen, beginnend mit der Standeslüge Siegfrieds als Vehikel der Katastrophe und der daraus resultierenden Rache Kriemhilds. Das Verhältnis von Königen und Vasallen, insbesondere die Figuren Hagen und Rüdiger, wird beleuchtet, ebenso wie die Rolle Dietrichs, der erst spät, aber entscheidend eingreift. Es erhebt sich die Frage, welche Gruppen der höfischen Gesellschaft sich über die Normen ihres sozialen Handelns verständigen. Das Nibelungenlied ist Vortragsdichtung, wahrscheinlich sogar gesungen, und sein Publikum war an den Höfen zu suchen.
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