Von der Beobachtung zur Simulation. Die Rolle Künstlicher Intelligenz in der Transformation soziologischer Erkenntnisprozesse
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- Deutsch ausgewählt
47,95 €
inkl. gesetzl. MwSt.,
Beschreibung
Produktdetails
Einband
Taschenbuch
Erscheinungsdatum
01.03.2026
Verlag
GRINSeitenzahl
112
Maße (L/B/H)
21/14,8/0,9 cm
Gewicht
174 g
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
ISBN
978-3-389-18236-9
Masterarbeit aus dem Jahr 2025 im Fachbereich Soziologie - Sonstiges, Note: 1,5, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Sprache: Deutsch, Abstract: Diese Masterarbeit untersucht den Wandel der soziologischen Erkenntnisproduktion im Zeitalter der Künstlicher Intelligenz. Im Zentrum steht die Frage, welche epistemischen und normativen Dynamiken entstehen, wenn traditionelle Beobachtungsverfahren zunehmend durch KI-basierte Simulationen ergänzt oder ersetzt werden. Anstatt KI-Systeme lediglich als technische Werkzeuge zu betrachten, wird analysiert, wie sie eine eigenständige epistemische Praxis konstituieren, die soziale Wirklichkeit nicht nur abbildet, sondern aktiv hervorbringt. Die Arbeit wählt einen doppelten theoretischen Zugriff, der strukturtheoretische und praxeologische Perspektiven miteinander verbindet. Auf der einen Seite wird mithilfe von Niklas Luhmanns Systemtheorie, Karin Knorr-Cetinas "Epistemic Cultures" und Luciano Floridis Informationsphilosophie die Transformation wissenschaftlicher Beobachtungsstrukturen und der Übergang in die "Infosphäre" untersucht. Auf der anderen Seite erlauben die Ansätze Pierre Bourdieus, Bruno Latours und Donna Haraways eine Analyse der konkreten, verkörperten Praktiken und der Rolle nicht-menschlicher Akteure in hybriden Wissensnetzwerken. Die Ergebnisse zeigen eine Verschiebung weg von der kausalen soziologischen Erklärung hin zur algorithmischen Vorhersage und Performanz, was die Disziplin herausfordert. Anhand von Fallrekonstruktionen zu Predictive Policing, dem Recruiting Tool großer Konzerne und LLMs (Large Language Models) im Gesundheitskontext wird dargelegt, wie algorithmische Systeme soziale Ungleichheiten und Bias oft unreflektiert stabilisieren oder sogar verstärken. Die Arbeit schließt mit der Forderung nach epistemischer Gerechtigkeit und einer aktiven Positionierung der Soziologie als Gestaltungswissenschaft, die die demokratische und gerechte Ausrichtung digitaler Wissensordnungen aktiv mitverantwortet.
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