Beschreibung
Produktdetails
Einband
Gebundene Ausgabe
Erscheinungsdatum
06.07.2026
Abbildungen
28 b/w and 18 col. ill.
Verlag
De GruyterSeitenzahl
390
Maße (L/B/H)
23,4/16,1/3,4 cm
Gewicht
777 g
Auflage
1
Sprache
Deutsch
ISBN
978-3-11-162585-0
Im Zentrum der Studie stehen die Prozessberichte von G. Tergit, Colette und E. Feldmann, die in der Zwischenkriegszeit in Berlin, Paris und Wien als Gerichtsreporterinnen tätig waren. Ihre Texte nehmen Momente der Dummheit in den Blick – sei es in Gestalt der Prozessbeteiligten selbst, sei es in Form ihrer kalkulierten Reden. Während die Kriminalanthropologie die angebliche intellektuelle und moralische Unterlegenheit von Frauen untermauerte und ihnen damit den Zugang zu juristischen Ämtern weiterhin versperrte, profilierten sich erste Gerichtsreporterinnen in der Tagespresse. Dort nahmen sie nicht selten – auf strategische Weise – ihre vermeintliche Dummheit oder bêtise in Anspruch, um die eigene Arbeit auf dem juristischen Feld zu legitimieren. Besonders empfänglich zeigten sich die drei genannten Reporterinnen für Grenzfälle der Zurechenbarkeit, in denen verwirrte Frauen, verhungerte Kinder oder auch Geisteskranke die Gerichte beschäftigten. Die Studie untersucht, wie ihre bisher kaum erforschten feuilletonistischen Berichte, die in der Tradition des literarischen Journalismus stehen, sich der Dummheitsemantik bedienen, um die Routinen des Justizsystems und die diskursiven Blockaden der forensischen Psychiatrie zu unterlaufen.
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