Liebe unter Freunden
Roman - Der neue große Roman der Autorin des New-York-Times-Bestsellers »Pineapple Street« – »Charmant, clever und die perfekte Urlaubslektüre.« Caro Claire Burke (»Yesteryear«)
Der neue Roman von der Autorin des NEW-YORK-TIMES-Bestsellers »Pineapple Street« – »Einsame Klasse.« BrigitteAls die junge ambitionierte New Yorkerin Caroline Lash in dem malerischen Küstendorf Greenhead, Massachusetts, ankommt, verliebt sie sich Hals über Kopf in Van Whittaker, einen sanftmütigen, Fleece-tragenden Kajak-Enthusiasten. Van ist Teil einer eingeschworenen Clique: Bailey, eine ehemalige High-School-Schönheit; Augusta, die aus einer angesehenen Familie stammt und Pferde liebt; und Fran, die von mehr Brüdern umgeben ist, als ihr jemals lieb sein könnte. Anfangs noch misstrauisch beäugt, wird Caroline bald Teil der Gruppe. Als Bailey jedoch ein Kind von Van erwartet, gerät das empfindliche Gleichgewicht der Freundschaft aus den Fugen. Caroline wird wieder zur Außenseiterin – und tut in ihrer Gekränktheit etwas, das für alle ungeahnte Konsequenzen haben wird …Gekürzte Lesung mit Yara Blümel10h 18min
Kundinnen und Kunden meinen
4.0/5.0
Europeantravelgirl
5/5
16.09.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
The Shampoo effect
Hat uns Jenny Jackson in „Pineapple Street“ nach Brooklyn Heights entführt, nimmt sie uns nun mit an die Küste von Massachusetts. Dort hat Caroline ein Schreibstipendium angenommen, den sie muss dringend raus. Weg von ihrer berühmten Schriftstellermutter, weg vom Literaturbetrieb, weg vom berechnenden neuen Agenten ihrer Mom, mit dem sie geschlafen hat – einfach weg! Kaum im beschaulichen Küstenort Greenhead angekommen, trifft sie Van. Den Mann, der so ganz anders ist, jedoch auf wundersame Weise das fehlende Puzzleteil in ihrem Leben darstellt. Wenn da nur nicht seine eingefahrene Clique wäre und seine Ex, die nach einem One-Night-Stand ein Kind mit ihm erwartet.
Erneut greift die Autorin zum bewährten Aufbau, die Geschichte aus der Perspektive von vier Frauen zu erzählen, nämlich Carolines, zwei der Freundinnen aus der Clique und Baileys, der schwangeren Ex. Genau diese unterschiedlichen Sichtweisen und Wahrnehmungen beleuchten die Geschehnisse rundum bis in die dunkelsten Ecken. Es geht um alte Freundschaften, die nicht hinterfragt, sondern als feststehend angenommen werden. Auch um fragwürdige Verhaltensweisen, die von ebendiesen Freundschaften gedeckt werden. So jedenfalls Carolines Sicht. Umso spannender die Entwicklung der Clique mit ihrem ausgrenzenden Verhalten, hinter dem doch das tiefe Bedürfnis nach Sicherheit steckt. Auch familiäre Konstellationen werden ausgelotet, und da geht es beileibe nicht zimperlich zu, wenn Eltern Zuflucht in Substanzen oder Alkohol suchen.
Bestens zusammengefasst ist das Phänomen im titelgebenden „Shampoo effect“, der den Effekt des wiederholten Aufschäumens mit zwischenmenschlichen Beziehungen gleichsetzt. Zu schade, dass der sinngebende Originaltitel dem blutleeren Titel „Liebe unter Freunden“ weichen musste, da wurde Potenzial verschenkt.
Mich hat dieser Roman mitgerissen und in seinen Bann gezogen. Ich mochte die klugen Beobachtungen, die feine Charakterzeichnung und kann diese so durchdacht geschilderte Geschichte von Herzen empfehlen. Allerdings freue ich mich, wenn Jenny Jackson bei ihrem nächsten Roman den Schritt ins Neue wagt und sich an einer anderen Plotstruktur versucht.
Lena
aus Köln
5/5
20.08.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Wenn langjährige Freund- und Partnerschaften ins Wanken geraten - scharfsinnig beobachtet und mit trockenem Humor
Nach Jahren in der New Yorker Verlagsbranche wagt Caroline den mutigen Schritt und zieht für ein Schreibstipendium nach Greenhead, einen Küstenort in Massachusetts. Schon auf der Fahrt dorthin lernt sie Van kennen und verliebt sich Hals über Kopf in den unkomplizierten Umweltwissenschaftler und Naturburschen.
Van ist Teil einer Clique, einer verschworenen Gemeinschaft, die sich seit ihrer Kindheit kennt und inzwischen Familien gegründet haben. Caroline muss sich notgedrungen darin einfinden, fühlt sich jedoch wenig willkommen. Problematisch ist das Verhältnis zu Bailey, Vans On-Off-Freundin, aber auch zu Augusta, die lieber Bailey und Van als Paar sehen würde.
Während sie Stunden am Strand, beim Sport oder auf Sommerpartys verbringen, sehen sie sich mit unterschiedlichen Schwierigkeiten konfrontiert, die das Erwachsenenleben als Ehefrauen, Mütter, Töchter und Freundinnen mit sich bringen. Bailey muss ihre Gefühle zu Van neu sortieren, Augusta hat den Verdacht, dass ihr Ehemann sie betrügt und Fran hat es satt, immer für alle verantwortlich zu sein, ohne selbst einmal an ihre eigenen Bedürfnisse zu denken. Und dann ist es ausgerechnet Caroline, die als Ausgeschlossene die Leben der anderen ins Wanken bringt.
Der Roman wird abwechselnd aus den Perspektiven der vier weiblichen Hauptfiguren geschildert. Während Caroline mit ihrem Umzug nach Greenhead vor einem beruflichen und privaten Neuanfang steht und auch für Bailey ein neuer Lebensabschnitt beginnt, sind Augusta und Fran in festen Beziehungen, haben Kinder und stellen sich den Herausforderungen des Familienalltags.
Durch die unterschiedlichen Persönlichkeiten und Lebenserfahrungen entwickelt sich die Geschichte kurzweilig und interessant, auch wenn es zunächst Alltagsszenen über Liebe, Freundschaft, Beziehungen und Familie sind. Doch je tiefer man in die Geschichte eintaucht und je mehr die Charaktere selbst über sich preisgeben, desto stärker ist zu spüren, dass in allen Leben etwas im Argen liegt und dass in der Freundesclique versucht wird, den Schein zu wahren, dass nach außen hin alles in Ordnung ist.
Die Charaktere wirken häufig jünger als Mittdreißiger und scheinen krampfhaft an einem sorgenlosen, chaotischem Leben von Jugendlichen festhalten zu wollen. Trotz der Verantwortung für Kinder kommt es zu Alkoholexzessen und zu einer Verharmlosung des Konsums pflanzlicher Drogen. Mit ihrer Überforderung und ihren Fehlern wirken die Charaktere jedoch menschlich und nahbar.
Was als Sommerroman beginnt, entwickelt sich zu keinem leichten Beachread. Es werden Entscheidungen getroffen, die verheerende Auswirkungen haben und über Jahrzehnte gepflegte Freundschaften und Beziehungen in Frage stellen lassen.
Die Geschichte ist stark charaktergesteuert, bis ein Ereignis für Spannung und Dramatik sorgt, indem jede Beziehung auf den Prüfstand gestellt wird. Es ist eine Dynamik, die für Unordnung sorgt, aber letztlich reinigend wirkt.
"Liebe unter Freunden" handelt von Geheimnissen, Verrat und Demütigung, aber auch von Vertrauen, Loyalität und Versöhnung. In den knapp zwei Jahren, in denen die Geschichte mit scharfsinniger Beobachtungsgabe und trockenem Humor erzählt wird, macht jedes Mitglied der Clique eine sichtbare und glaubwürdige Entwicklung durch. Trotz ihrer Sehnsucht nach dem Lebensgefühl der Zwanziger erscheinen sie nun endlich bereit, erwachsen werden zu wollen.
Bewertung
aus Göppingen
3/5
05.09.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Gutes Konzept mit einigen Schwächen
Das Cover und der Klappentext haben mich sofort neugierig gemacht. Ich hatte Lust auf einen sommerlichen Roman und das Cover strahlte genau diese Vibes aus. Besonders interessant fand ich zunächst die vier unterschiedlichen Perspektiven. Caroline, Bailey, Augusta und Fran stecken jeweils an ganz unterschiedlichen Punkten ihres Lebens und bringen ihre eigenen Probleme und Unsicherheiten mit. Dadurch bekommt man einen ziemlich umfassenden Einblick in diese eingeschworene Freundesgruppe. Mir hat gefallen, dass die Figuren nicht einfach sympathisch oder unsympathisch sind, sondern immer wieder Entscheidungen treffen, bei denen ich den Kopf schütteln, sie aber gleichzeitig irgendwie nachvollziehen konnte.
Gerade die zwischenmenschlichen Beziehungen waren für mich auch die stärkste Seite des Buches. Freundschaften, Ehe, Familie, Erwartungen und die Frage, ob man mit Mitte dreißig eigentlich schon genau wissen sollte, wo man im Leben steht - all das wird immer wieder aufgegriffen. Ich mochte, dass die Geschichte zeigt, wie unterschiedlich Menschen mit diesen Veränderungen umgehen. Leider konnte mich die Handlung nicht durchgehend bei der Stange halten. Über weite Strecken passiert wenig und ich hatte immer wieder das Gefühl, auf den großen Wendepunkt zu warten.
Auch mit den Charakteren bin ich nur teilweise warm geworden. Grundsätzlich finde ich es spannend, wenn Protagonisten Fehler machen oder moralisch fragwürdige Entscheidungen treffen - perfekt müssen sie für mich überhaupt nicht sein. Hier hat mir allerdings eine Figur gefehlt, deren Geschichte mich so richtig emotional mitgezogen hätte. Ich wollte zwar wissen, wie es mit allen weitergeht, aber bei keiner der vier hatte ich dieses dringende Gefühl, unbedingt weiterlesen zu müssen. Besonders die Frage, wie lange man an einem Leben festhält, das nach außen perfekt aussieht, obwohl es innerlich längst bröckelt, fand ich spannend. Auch der eher trockene Humor hat für mich an einigen Stellen gut funktioniert.
Unterm Strich hatte das Buch für mich also definitiv seine guten Seiten, konnte mein Potenzial für einen richtig großen Sommer-Read aber nicht ganz ausschöpfen. Für mich ist "Liebe unter Freunden" deshalb ein Buch mit einigen wirklich interessanten Ansätzen, das mich aber leider nicht so sehr berühren oder mitreißen konnte, wie ich es mir gewünscht hätte.
Olivia Grove
3/5
11.08.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Irgendwann wollte ich einfach, dass etwas Schlimmes passiert. Dass es endlich eskaliert.
Das wunderschöne Cover und der Klappentext haben mich leider deutlich stärker gecatcht als die Geschichte dahinter. Sagen wir es so: Ich hätte das Buch gern genauso hypnotisiert gesuchtet, wie ich es hübsch fand.
Ich wollte eigentlich einen tiefgründigen, chaotischen Summer Read. Bekommen habe ich eine Clique privilegierter Amerikaner mit erstaunlich viel Geld, erstaunlich wenig Selbstreflexion, die emotional irgendwo zwischen Highschool-Mentalität und Midlife-Crisis festhängen. Die sich ständig betrinken, Gras und Magic Mushrooms konsumieren und dabei überraschend wenig wirklich Interessantes erleben.
„Genau so überlebten sie das Elternsein und das Leben mit kleinen Kindern: Sie gönnten sich abwechselnd ein bisschen Gras, Magic Mushrooms oder Alkohol – alles, was die Umrisse des Lebens weicher machte.“ (S. 118, Fran)
Ich liebe messy unsympathische Protagonisten, aber hier fehlte mir irgendwann schlicht die eine Person, bei der ich dachte: Ja, dir möchte ich noch ein bisschen länger zuschauen.
Einiges war so vorhersehbar, dass ich ständig darauf gewartet habe, dass endlich noch etwas wirklich Schlimmes passiert. Auf den großen Knall.
Das Ganze fühlte sich für mich irgendwann so an, als würde ich einer abgeschotteten Kleinstadt-Bubble beim Nachbarschaftsklatsch zuschauen. Vielleicht spannend, wenn man die Leute persönlich kennt, ansonsten eher: Ah ja. Und?
Dabei blitzt zwischendurch durchaus Potenzial auf, gerade wenn Beziehungen, Freundschaften und das Erwachsenwerden thematisiert werden. Aber am Ende blieb bei mir vor allem heiße Luft, kaum Plot und noch weniger emotionaler Payoff. Und als kleines Sahnehäubchen gab es auch noch einige Rechtschreibfehler. Irgendwo zwischen Übersetzung und Veröffentlichung ist das Lektorat offenbar verloren gegangen.
„ […] und tippte energisch auf ihrem Laptop herum, doch alles, was sie schrieb, war Müll, und das Koffein zündete nach und nach immer mehr Anxiety-Kerzen auf ihrem mentalen Weihnachtsbaum an.“ (S. 35, Caroline)
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