Chronisch entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa stellen das Leben auf den Kopf. Wiederkehrende Schmerzen und Durchfälle können einem jegliche Lust rauben, überhaupt das Haus zu verlassen.
Gastroenterologe und CED-Experte Dr. Markus Escher klärt über Ursache, Verlauf und aktuelle Therapien auf und begleitet Sie auf Ihrem Weg zu weniger Schmerzen und einer besseren Lebensqualität.
Verstehen Sie Ihre Erkrankung: Erfahren Sie alles über die Entstehung, Diagnose und Therapie von CED. Von den neuesten Forschungsergebnissen bis hin zu komplementären Methoden.
Gesunde Ernährung: Entdecken Sie, wie Ihre Ernährung Ihre Darmbeschwerden positiv beeinflussen kann. Mit leckeren Rezepten gegen Entzündung und Schmerzen.
Aktiv werden: Praktische Tipps zum Umgang mit akuten Beschwerden, zu Reisen, Sexualität und psychosozialen Aspekten helfen Ihnen, mit Ihrer Erkrankung gut zu leben.
Spannende Extras: Was bedeuten meine Laborwerte, was ist bei Frauen und Männern anders, welche digitalen Helfer gibt es, an welchen Innovationen wird geforscht?
Finden Sie Schritt für Schritt zu einer besseren Darmgesundheit und mehr Lebensfreude.
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Jeder Morbus Crohn ist anders
VolkerM am 27.05.2026
Bewertungsnummer: 3150722
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Chronisch entzündliche Darmerkrankungen zwingen Betroffene oft dazu, sich mit einem Körper auseinanderzusetzen, der unberechenbar geworden ist: Schmerzen, Durchfälle, Erschöpfung – und dazu ein Dschungel aus Halbwissen, gut gemeinten Ratschlägen und veralteten Empfehlungen. Wer dann zu einem Ratgeber greift, sucht nicht nur Trost, sondern vor allem belastbare Orientierung und das Gefühl, die eigene Erkrankung endlich wirklich zu verstehen.
„Expertenwissen CED: Morbus Crohn & Colitis ulcerosa“ von Markus Escher setzt genau an diesem Punkt an und unterscheidet sich damit deutlich von vielen gängigen Patientenratgebern. Das Buch erklärt nicht nur, was Morbus Crohn und Colitis ulcerosa sind, sondern wie sich Entzündung, Immunreaktion, Darmbarriere und Mikrobiom gegenseitig beeinflussen. Diagnostik wird nicht als Liste von Untersuchungen abgehandelt, sondern als evidenzbasiertes Instrumentarium, mit dem sich die Krankheitsaktivität objektiv messen lässt. Besonders stark ist die Darstellung der modernen medikamentösen Therapie: Biologika, neue Wirkprinzipien und Strategien wie „treat to target“ werden verständlich, aber ohne Verharmlosung ihrer Risiken erläutert. Statt reiner Symptomkontrolle plädiert Escher für eine vorausschauende, individualisierte Behandlung, die sich an klar definierten Zielen orientiert – etwa Schleimhautheilung und Vermeidung von Komplikationen.
Auffällig ist der ganzheitliche Blick. Ernährung, Lebensstil, Stress, Rauchen, Bewegung und psychische Faktoren werden als Bausteine eines Gesamtkonzepts gesehen. Die Ernährungskapitel gehen über pauschale Verbote hinaus und versuchen, Mechanismen zu erklären, ohne in dogmatische Diätvorschriften zu verfallen. Ergänzt wird dies durch alltagsnahe Themen wie Reisen, Beruf, Familienplanung und Sexualität, was den Eindruck verstärkt, dass hier nicht nur der Darm, sondern der Mensch im Mittelpunkt steht.
Escher möchte Patienten aus der passiven Rolle holen. Wenn er dazu rät, sozialen Rückzug zu vermeiden, offen über die Erkrankung zu sprechen und „in die Offensive“ zu gehen, meint er eine aktive, informierte Auseinandersetzung mit der eigenen CED. Die Erkrankung soll das Leben nicht dominieren, aber man soll ihr fachlich gewachsen sein – über Wesen und Verlauf, Diagnostik und Therapie gut informiert, um Entscheidungen mittragen zu können. Ich fand diese Ermutigung angenehm nüchtern und frei von billigen Durchhalteparolen, denn jede CED ist anders.
Besonders gelungen ist die Tiefe der Informationen bei gleichzeitig klarer Sprache. Wer bisher (wie ich) an oberflächlichen Ratgebern verzweifelt ist, findet hier deutlich mehr Substanz und Aktualität. Eine kleine Schwäche liegt darin, dass der Text stellenweise recht dicht und fachlich ist. Leser, die vor allem schnelle Handlungsanweisungen suchen, müssen sich konzentriert einlesen.
Mein Fazit: „Expertenwissen: CED“ ist ein ungewöhnlich substanzreicher Ratgeber, der Betroffene ernst nimmt und ihnen zutraut, komplexe Zusammenhänge zu verstehen. Für alle, die ihre CED nicht nur erdulden, sondern informiert mitgestalten wollen, ist es eine sehr empfehlenswerte Lektüre. Das Buch wird mir eine wertvolle Hilfe bei der Kommunikation mit meinem Arzt sein.
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