Produktbild: Vom Krähenjungen
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Vom Krähenjungen Roman

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Beschreibung

Produktdetails

Zustand

Gut

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

19.02.2024

Verlag

Edition W GmbH

Seitenzahl

223

Maße (L/B/H)

20,5/13/2,4 cm

Gewicht

348 g

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

2710004815101

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Zustand

Gut

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

19.02.2024

Verlag

Edition W GmbH

Seitenzahl

223

Maße (L/B/H)

20,5/13/2,4 cm

Gewicht

348 g

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

2710004815101

Herstelleradresse

Edition W GmbH
Waldstraße 12a
63263 Neu-Isenburg
DE

Email: info@westendverlag.de

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  • Bewertung

    5/5

    21.08.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Düstere, fesselnde Atmosphäre

    Es war einmal … … ein See, der nie zufriert, in dem nichts lebt, in dem nie jemand schwimmt. Dort draußen in dem toten Wald, in dem ein toter Wolf vor einer einsamen Hütte wacht. »Geh nicht hin, sagen sie, aber hier bist du und wirst wiederkommen, du weißt es. Der See hat seine Fäden um dich gesponnen, du bist ihm ins Netz gegangen.« S.14 Doch Karoline wird magisch davon angezogen und von Sam, der zurückgekehrt ist. Sam, der Krähenjunge, der gar kein Junge ist und nie einer war, den eine seltsame Stille umgibt. Von dem alle in der Bäckerei reden und doch schweigen. Der Enkel von der Anna, die vor vielen Jahren von einem reichen Münchner im Cabrio mitgenommen wurde. Märchen, denkt sich Karolina, sie erzählen nichts als Märchen. Doch dann spürt sie Sams unheimliche Aura, der sie sich nicht entziehen kann. Auch wir Leser*innen können uns nicht dem unheimlichen, schaurigen Sog entziehen, der entsteht, wenn die Autorin viele Stimmen zu Wort kommen lässt. Menschen, die Sam kannten oder auch nur die Gerüchte über ihn, dem scheinbar alles gelingt, der auftaucht und verschwindet, der die Gabe hat, Menschen anzuziehen. »Und dann hat er mich angesehen, mit diesem ganz speziellen Sam-Blick, bei dem du automatisch die Arme hochreißen willst zur Abwehr. Aber es hilft ja nichts, du kommst nicht von ihm los, nicht weiter als die Motten vom Licht. Nur das Sam kein Licht gibt, nicht die kleinste Spur davon.« S.127 Menschen sterben und die Leute wissen, dass Sam der Schuldige ist, allein, weil er in ihrer Nähe war. Oder wollen sie es nur wissen? Sie legen die Fährte, der die Polizei folgen soll, nur damit alles wieder so wird, wie es war, bevor das Gewitter den See erschaffen hat, von dem es heißt, gefrorene Blitze lägen noch immer auf dessen Grund. Es ist ein atmosphärisches Debüt, dass hier die Autorin auf unkonventionelle, poetische Weise erzählt. In vielen Perspektiven versucht sie Sams Geschichte und seinem Wesen auf den Grund zu gehen. Spinnt viele Fäden, die sich verknüpfen oder auch nicht, hebt die Chronologie der Ereignisse auf und lüftet doch nie den Nebelschleier ganz. Etwas Mystisches, Dunkles schwebt beim Lesen ständig über einem, greift nach einem und irgendwann lässt man sich einfach treiben. Alte Familiengeschichten, wabernde Gerüchte, Tod, Verlust und Leid – um all das dreht sich die Geschichte und lässt sich doch nicht greifen. Ebenso wenig lässt es sich in irgendein Genre einordnen – muss es auch gar nicht. Ob nun Schauergeschichte, modernes Märchen oder Krimi, man muss sich nur drauf einlassen. Wer die Atmosphäre von Tannöd mochte, oder Geschichten, die die Grenzen zur Wirklichkeit aufheben, mit der Wahrnehmung spielen, findet im Krähenjungen eine sehr lesenswerte Geschichte. Mich hat sie absolut gefesselt.

  • Bewertung

    5/5

    26.02.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Dunkles Erbe

    Fernhalten solle man sich. Vom Krähenjungen, vom Samuel Johann Weidenkamp. Dem Enkel des alten Weidenkamp aus München, der vor Jahren die Anna einfach aus Moosbruck quasi weggeheiratet hatte. Dem Jungen, mit Augen so schwarz wie der scheinbar bodenlose See im Dorf, der selbst im Winter niemals zufriert. Doch ist es, trotz aller Warnungen, gar nicht so einfach, Sam zu widerstehen. Vielleicht gerade wegen der Dunkelheit und tiefen Stille, die ihn unentwegt umgeben. Meisterhaft erzählt Sonja Kettenring mit einer knappen, präzisen Sprache Sams Geschichte, wobei sie das Unausgesprochene und Unaussprechliche gekonnt zwischen den Zeilen mitschwingen lässt. Was für ein beeindruckendes Debüt!

  • Bewertung

    4/5

    21.04.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Düsterer Heimatroman, Schauermärchen und Liebesgeschichte in EINEM

    „Es war einmal …“ So beginnt das „poetisch-düstere Erwachsenenmärchen“ in einer unbestimmten Zeit im fiktiven bayerischen Dorf Moosbruck. Es liegt am Rande eines dunklen toten Waldes, der so dicht ist, dass der Schnee nicht bis auf den Boden dringt. In dem etwas Schreckliches passiert ist. Die Dorfbewohner schweigen, bekreuzigen und bemühen sich abergläubisch, nicht mit dem Vergangenen in Berührung zu kommen. Viele Protagonist:innen betreten die Bühne und lassen ihren Blick über das Dorf schweifen. Es wird unübersichtlich. Weiß man doch nicht, wer eine Bedeutung für die Geschichte haben wird und wie sie zueinander in Verbindung stehen. Doch bald und immer schärfer richtet sich der Fokus auf Karolina, ihre kleine Tochter Emmi und auf IHN, den KRÄHENJUNGEN, der inzwischen ein Mann ist. Sie sind ANDERS. Vor allem Sam, der Krähenjunge mit den dunklen Augen bringt mit seiner Rückkehr auch düstere Vorahnungen ins Dorf. Ist nicht alles, was bisher an Unheil geschah seine oder die Schuld seiner Familie? Er ist der Einzige, der in dem See, der niemals zufriert, schwimmen geht. Es heißt, der See gebe niemanden, der mit ihm in Berührung kommt, wieder her. Und Karolina? Sie schwimmt auch – und ertrinkt - in seinen dunklen Augen. „Geh nicht hin, sagen sie, aber hier bist du und du wirst wiederkommen, du weißt es. Der See hat seine Fäden um dich gesponnen, du bist ihm ins Netz gegangen.“ S.14 Und dann geschieht ein Verbrechen. Zwei Polizisten kommen ins Dorf. Beginnen zu ermitteln und sich zu verstricken. Wo ist die Grenze zwischen Gut und Böse? Gibt es sie überhaupt? „Du tauchst wieder auf, denkst, dass man sie vielleicht doch abstreifen kann, die Dinge. Sich häuten. Aber das Messer, nie ist es scharf genug und alles was bleibt, sind Narben.“ S.46 Sonja Kettenring hat hier einen poetisch und reduziert erzählten Text geschaffen, der Heimatroman, Liebesgeschichte, Krimi und Schauermärchen, in einem ist. Er erinnert mich an einen dieser dunklen, leisen „Tatort“e, in denen es mehr um das Zeigen archaischer Naturgewalten, zerrütteter Familien und konservativer ländlicher Rückständigkeit geht, als um den Fall. Es bleibt unkonkret und entwickelt trotzdem einen Sog, dem ich mich irgendwann nicht mehr entziehen kann. Und doch bleib ich wachsam, um nichts zu verpassen. Und am Ende beschleicht mich das Gefühl, nichts geschnallt zu haben. Oder alles. Da bin ich echt unsicher. Ich finde, es ist ein spannendes Debüt. Sonja Kettenring wird als Informatikerin, die heute als Postbotin arbeitet und „viel lieber Geschichten als Programme“ schreibt, vorgestellt. Was mich sehr neugierig gemacht hat. Es ist eine besondere Geschichte aus einem besonderen Verlag, der seit Februar 2022 am Start ist. „Mit Büchern, die mit den Mitteln des Erzählens politische Prozesse und gesellschaftliche Veränderungen begleiten. Vornehmlich von Frauen, die etwas zu sagen, besser: zu erzählen haben.“ – Verlags-Homepage

  • Klaus

    4/5

    15.04.2024

    eBook (ePUB 3)

    Düster

    Ein kleines Dorf in Bayern, ein paar Häuser, ein einsamer Wald und ein See, um dessen Entstehung sich eine düstere Geschichte rankt. Kein Wind kräuselt das Wasser, keine Tiere leben im, oder auf dem See, die Öberfläche friert selbst in den eisigsten Wintern nicht zu und nie, unter keinen Umständen würde jemand aus dem Ort hier schwimmen. Bis auf den Krähenjungen, der immer wieder im Dorf auftaucht und Unglück bringt. Sonja Kettenring erzählt hier eine Art modernes Märchen. Ihr Erzählstil ist dabei eher ungewöhnlich, fast etwas gewöhnungsbedürftig. In teils recht kurzen Kapiteln, in denen immer eine andere Person zu Wort kommt, wird die Geschichte um Sam, den Krähenjungen erzählt. Wie sein Großvater einst mit dem Cabrio ins Dorf kam und die anna direkt vom Tresen der Bäckerrei wegholte und wie nun sein Enkel immer wieder das Dorf besucht, ängstlich beäugt von den Dorfbewohnern. Der Leser lernt so die junge Mutter Karolina kennen, die heute in der Bäckerei im Dorf arbeitet, oder Lissi, die Schwester von Jan, der Sam in der Schule angehimmelt hat und natürlich später auch Gärtner, den Münchner Polizisten. Durch die Augen der verschieden Figuren lernt man den Krähenjungen kennen und auch er selbst bekommt seinen Auftritt und nimmt den Leser mit in seine düstere Kindheit unter der Hand des Großvaters. Die Atmosphäre die hier beschrieben wird ist dicht und bedrückend, ohne, dass die Autorin ins Detail geht. Vieles wird angedeutet, aber letztlich bleibt es dem Leser überlassen das Bild zusammenzufügen. So im Nebel wie die Kindheit des Jungen, der eigentlich gar kein Junge mehr ist, bleiben auch die Gründe für die Ängste, die im Dorf umgehen. Ängste, die genährt werden durch Aberglaube und Vorurteile und denen einzig ein kleines Mädchen vollkommen unbedarft gegenübertritt. Als Leser kann man sich der Anziehungskraft des Krähenjungen nicht entziehen, ohne das eigentlich wirklich klar wird, worin diese Anziehungskraft besteht. Die Geschichte beginnt zwar wie ein klassisches Märchen mit "Es war einmal" entwickelt sich dann aber in verschiedene Richtungen und lässt sich nicht richtig fassen. Man findet leichte Grusel/Horrorelemente neben Mystischem und einem klassischen Kriminalfall. Auf ein "und sie lebten glücklich bis an ihr Ende" wartet man allerdings vergeblich. Das Buch lässt sich in keine Schublade einordnen und irgendwie bin ich mir auch gar nicht sicher, ob ich die Story tatsächlich so verstanden habe, wie sie von der Autorin gemeint ist, aber das ist am Ende gar nicht so wichtig, denn ich fand sie gut.

  • clematis

    4/5

    19.02.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Schweres Erbe

    Moosbruck ist ein kleines Dorf, jeder kennt jeden, und jeder kennt den See, der nie zufriert, auch im tiefen Winter nicht. Geschichten ranken sich um das Stück Wald mit schwarzer Erde, fernhalten solle man sich von dort, besonders von der kleinen Hütte – und vom Krähenjungen, dem Enkel des Städters, der dazumal die Anna aus dem Dorf geholt hat. Mystisch mutet dieses moderne Märchen an, die Sprache, derer sich Kettenring bedient ist malerisch, ja fast poetisch, wie sie die weißen Schneedecken der Wiesen beschreibt, welche mit dem schmutzigen Grau des Himmels verschwimmen (kindle, Pos. 64). Sofort bin ich gefesselt von der Geschichte, welche ganz klassisch mit „Es war einmal“ beginnt und eine Familientragödie zum Inhalt hat. Die Erbfolge reicht vom Urgroßvater bis hin zum kleinen Johannes, dem eine schwere Last aufgebürdet wird. Allerdings geht die Autorin knapp und sparsam um mit ihren Worten, nicht alles wird ans Licht gezerrt, sondern bleibt Mutmaßungen überlassen. So bin ich am Ende des Buches nicht sicher, ob ich tatsächlich die Botschaft Kettenrings ganz verstanden habe, ob ich meine Fantasie spielen lassen soll oder ob ich schlicht etwas überlesen habe im Text, denn dem Sog, welcher immer wieder entsteht, sollte man sich nicht bedingungslos hingeben, vielmehr muss man sich konzentriert auf nichts als auf diese Geschichte einlassen. Fazit: ein bemerkenswertes Buch mit einem beeindruckenden, faszinierenden Schreibstil, welches mich völlig in seinen Bann gezogen hat, auch wenn – für mich – wohl durch die stark verdichtete Handlung noch ein paar Fragen offen geblieben sind.

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