Beschreibung
Produktdetails
Einband
Taschenbuch
Erscheinungsdatum
01.11.2026
Abbildungen
mit 10 Farb- und 30 schwarzweissen -Abbildungen
Herausgeber
Anna-Dorothea Ludewig + weitereVerlag
NeofelisSeitenzahl
260
Maße (L/B)
21/21 cm
Auflage
1
Sprache
Deutsch
ISBN
978-3-95808-532-9
Angesichts einer traditionsreichen und regen jüdischen Filmkultur, die vom jiddischen Kino der 1920er Jahre bis zu internationalen Produktionen der Gegenwart reicht, wird jüdische Repräsentation und jüdische Filmgeschichte seit einigen Jahren verstärkt interdisziplinär beforscht – was allerdings fehlt, ist eine fundierte wissenschaftliche und gesellschaftliche Auseinandersetzung mit einem jüdischen Filmerbe. Fragen danach, was unter jüdischem Filmerbe zu verstehen wäre und welche filmkulturellen, kuratorischen oder archivarischen Praxen sich daraus ergeben könnten, sind bislang weitgehend ungeklärt.
Insbesondere mit Blick auf die Bedeutung und vielfach geführten Diskurse um ein jüdisches Kulturerbe einerseits und um Filmerbe andererseits fällt die Distanz zwischen den beiden Erbe-Diskursen auf: Während Filmerbe in den meisten Fällen von Institutionen mit Schwerpunkt auf einem Nationalkino erhalten und gepflegt wird und in den letzten 25 Jahren von den Herausforderungen der Digitalisierung beherrscht wurde, umfasst jüdisches Kulturerbe die materiellen ebenso wie immateriellen Zeugnisse dessen, was von der langen Geschichte des Judentums in Europa geblieben ist. Filme werden allerdings fast nie als Teil von jüdischem Kulturerbe bewahrt, umgekehrt widmet sich keine Filmerbe-Institution explizit dem jüdischen Kulturerbe.
Wie also stellen sich die kulturellen, historischen und wissenschaftlichen Schnittstellen von Film und Jüdischkeit dar, wenn man sie aus der Perspektive des Kulturerbes betrachtet? Dieser Frage geht der vorliegende Band auf unterschiedlichen Ebenen nach und versammelt theoretische Zugänge, Filmanalysen, Werkstattberichte, Interviews mit Filmschaffenden und historische Quellen. Der weite historische Rahmen und die thematische Vielfalt der Beiträge verweisen bereits auf die Interdisziplinarität des (Forschungs-)Felds und die Diversität seiner Akteur*innen: Jüdisches Filmerbe ist nicht nur zwischen Theorie und Praxis angesiedelt, sondern auch einem steten Diskurs, einem Aushandlungsprozess unterworfen, in den unterschiedlichste Perspektiven einfließen. Diese abzubilden und damit eine erste Annährung an die Konturen eines jüdischen Filmerbes zu unternehmen, ist Anliegen dieses Bandes.
Mit Beiträgen von Marie Ch. Behrendt, Christina von Braun, Laura Brüggemann, Kevin Clarke, Klaus Davidowicz, Tobias Ebbrecht-Hartmann, Nina Goslar, Oliver Hanley, Heike Klapdor, Elisa Kriza, Mathieu Lericq, Angelika Levi, Dani Levy, Ronny Loewy, Anna-Dorothea Ludewig, Pem, Johannes Praetorius-Rhein, Yael Reuveny, Ulrike Schneider, Philipp Stiasny und Lea Wohl von Haselberg.
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