Jonathan erwacht nach einer durchzechten Nacht mit einem Kater und findet einen Abschiedsbrief seiner Freundin Mariella vor. Sie wirft ihm vor, ihr ein Foto geschickt zu haben, das ihn beim Küssen einer fremden Frau zeigt. Sein Handy ist verschwunden. Als weitere verstörende Fotos auftauchen - darunter ein Deepfake, das Mariella gefesselt und geknebelt zeigt - wird klar, dass ein Unbekannter Jonathans digitale Identität missbraucht. Die Kriminalbeamtin Gisela Reinhardt erkennt Parallelen zu einem alten Fall und befürchtet, dass der Sadist "Kussmund" zurückgekehrt ist. Ein Spitzenthriller aus Österreich. Autor Mart Schreiber schafft es, auch ohne drastische Schockmomente eine fesselnde Spannung zu erzeugen.
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Die Majorin Gisela Reinhardt hat eigentlich gemeint, der Fall Kussmund wäre abgeschlossen, der sie vier Jahren an den Rand ihrer Möglichkeiten gebracht hatte.
Und nun geht es von vorne los.
Auslöser ist "a besoffene Gschicht", wie man in Wien zu sagen pflegt.
Jonathan und Marielle sind ein Paar, aber sie hat ihm die Rute ins Fenster gestellt, weil er zu oft und zu viel trinkt. Für Jonathan offenbar ein weiterer Grund, weiter zu trinken.
Er verliert sein Handy, sein Kumpel Konrad nimmt es mit und weil das Handy nicht gesichert ist, schaut sich Konrad ein bisschen um, findet ein Foto, auf dem zu sehen ist, wie Jonathan eine andere Frau küsst, und sendet es an Mariella. Die zieht daraufhin aus.
Konrad, wieder nüchtern, sucht sein Handy, aber das ist bei Konrad, der es in einem Cafe liegen läßt, weil er merkt, dass er zu weit gegangen ist.
Dort sitzt ein Mann mit besonders auffallenden blauen Augen und einer schrillen Stimme, dann ist das Handy weg.
Kurz darauf geht es los, Mariella will bei Konrad Unterschlupf finden, kommt aber dort nie an.
Außerdem kursiert in Jonathans Kontakten ein Foto, auf dem Mari, wie sie genannt wird, gefesselt gezeigt wird.
Und dann brennt Konrads Haus, er kommt in den Flammen um.
Nun weiss die Majorin, was da los ist. Es gibt zwar keine Lösegeldforderung, wie damals, aber kurz danach noch einen Doppelmord. Niemand verbindet die Verbrechen. Und dann kommt die Kellnerin des Cafe´s, wo Konrad das Handy vergessen hat, nicht zum Dienst.
Gisela und ihr Kollege Max rotieren, der Chef kann nur wenige Personen als Unterstützung abstellen, alles ist total chaotisch.
Wird Gisela diesen Fall "Kussmund" wieder nicht aufklären, oder gelingt es ihr.
Für fortlaufende Spannung ist hier ausreichend gesorgt.
Sehr gut gefällt mir das Cover mit dem titelgebenden Kussmund.
Autor: Mart Schreiber.
Bewertung
aus Bispingen
4/5
14.07.2026
Buch (Taschenbuch)
Digitale Bedrohung - sie könnte jedem passieren
Mart Schreiber schreibt seinen Thriller flüssig und schnörkellos, geradeaus.
Das Thema ist spannend und gut erdacht, allerdings fehlt es mir etwas an den Ausführungen.
Die Ermittlungsarbeiten stießen mir ein bisschen auf, so fährt das Ermittlerteam beispielsweise mal eben mitten im Fall in die Berge zum Wandern.
Die Charaktere lassen an Tiefe vermissen, so habe ich es empfunden, ich konnte sie nicht direkt vor mir sehen.
Ich habe das Buch gern gelesen, aber so richtig begeistert bin ich leider nicht.
Die Lesemöwe
4/5
09.07.2026
Buch (Taschenbuch)
Spannender Grundgedanke mit Luft nach oben.
Ein übler Täter treibt sein Unwesen. Er entführt junge Frauen, quält und verstümmelt sie, setzt sie für groteske Aufnahmen in Szene. Die Ermittler Gisela und Max werden mit dem Fall betraut.
Die Geschichte an sich hat mir gut gefallen. Die Idee ist spannend und hat Potenzial nach oben. Das Ende hat mich leider nicht zufrieden gestellt.
Mir fehlt die emotionale Tiefe der Figuren, weshalb ich keinen Zugang zu ihnen fand, sowie eine Aufklärung offener Ansätze. Manche Protagonisten wirkten nach anfänglichem Schock völlig unbeeindruckt. Das Ermittlerteam hat nicht sehr gründlich gearbeitet, finde ich. Einblicke in die Ermittlungsarbeit kamen für meinem Geschmack zu kurz.
Die Vorgehensweise des Täters ist bildhaft dargestellt. An diesen Stellen nahm der Spannungsbogen rasant zu. Eine Erklärung zu den Beweggründen des Täters hätte ich gut gefunden, vielleicht ein paar Einblicke in sein Tun aus Täterperspektive. Für mich blieb Kussmund beim Lesen ein Phantom, das ich nicht richtig zu fassen bekam.
Das Ende kam dann sehr abrupt, aber auch unerwartet.
Alles in allem hat das Buch mich dennoch gut unterhalten. Der Schreibstil ist flüssig und angenehm zu lesen. Lediglich mehr Tiefe bei den Figuren hätte ich mir gewünscht und eine intensivere Aufklärung loser Fäden.
antjep78
aus Haldensleben
4/5
03.07.2026
Buch (Taschenbuch)
Fesselnd von der ersten bis zur letzten Seite
Ein stechender Schmerz im Kopf, Übelkeit und der Geschmack von abgestandenem Bier – so beginnt Jonathans Tag. Doch der eigentliche Horror wartet erst noch auf ihn. Als er aufwacht, ist seine Freundin verschwunden, sein Handy weg und sein Leben bricht innerhalb weniger Minuten in sich zusammen.
Der Fall Kussmund ist ein rasanter Thriller, der mich von der ersten Seite an gepackt hat. Die Geschichte entwickelte einen solchen Sog, dass ich mein Vorhaben, „nur kurz reinzulesen“, schnell aufgeben musste. Die Spannung war einfach zu hoch.
Worum geht es?
Als Jonathan aufwacht, findet er einen Abschiedsbrief seiner Freundin Mariella. Sie beschuldigt ihn, ihr ein Foto geschickt zu haben, auf dem er eine andere Frau küsst. Schnell wird klar, dass Jonathans Handy verschwunden ist und jemand seine digitale Identität übernommen hat.
Die Situation eskaliert, als ein Deepfake auftaucht, das Mariella gefesselt und geknebelt zeigt. Was zunächst wie ein digitaler Albtraum beginnt, entwickelt sich rasend schnell zu einer realen Hetzjagd, denn die Bedrohung durch einen Sadisten rückt immer näher – und der kennt keine Grenzen.
Majorin Gisela Reinhardt übernimmt den Fall. Ihr Kollege Max erkennt Parallelen zu einer früheren Ermittlung, die Gisela selbst geleitet, jedoch nie abschließen konnte. Schon bald wächst die Befürchtung, dass der Sadist „Kussmund“ zurückgekehrt ist.
Der Roman beschäftigt sich intensiv mit den Themen digitale Manipulation, Identitätsdiebstahl und der Frage, wie schnell moderne Technologien ein Leben völlig aus den Fugen geraten lassen können. Der Handlungsstrang rund um den Täter „Kussmund“ überzeugt dabei durch seine düstere Konsequenz: Er setzt sein perfides Spiel exakt so fort wie bereits sieben Jahre zuvor und schreckt nicht davor zurück, seine Verbrechen durch Fotos öffentlich zu inszenieren.
Meine Meinung
Besonders gelungen fand ich, dass neben dem spannenden Katz-und-Maus-Spiel auch Giselas Psyche in den Mittelpunkt rückt. Ihre inneren Konflikte und das Hadern mit dem ungelösten Fall machen sie zu einer nahbaren und verletzlichen Figur. Gerade diese menschliche Seite ließ sie für mich besonders authentisch wirken.
Auch die Dynamik zwischen ihr und ihrem Kollegen Max hat mir sehr gut gefallen. Es bleibt bis zum Schluss spannend zu beobachten, wie sich beide gegenseitig den Rücken stärken und gemeinsam versuchen, den Täter zu stoppen.
Mart Schreiber schreibt schnörkellos und präzise. Er verliert sich nicht in Nebensächlichkeiten, sondern hält das Tempo konstant hoch und versteht es, seine Leserinnen und Leser immer wieder auf falsche Fährten zu führen. Erzählt wird die Geschichte aus der Perspektive eines allwissenden Erzählers, der den Überblick über alle Ereignisse behält und die verschiedenen Handlungsstränge geschickt miteinander verknüpft. Dadurch entsteht ein umfassendes Bild der Geschehnisse, ohne dass die Spannung darunter leidet.
Ein paar kleinere Schwächen gibt es dennoch. Den Einstieg empfand ich als etwas zu rasant. Ich hätte mir gewünscht, Jonathan und die anderen Figuren zunächst etwas besser kennenzulernen, bevor die Ereignisse förmlich über sie hereinbrechen. Dadurch hätten ihre Beziehungen zueinander noch greifbarer gewirkt.
Außerdem hätten klarere optische Trennungen zwischen den einzelnen Szenen oder Handlungsabschnitten den Lesefluss verbessert. An manchen Stellen brauchte ich einen kurzen Moment, um mich in der neuen Situation zurechtzufinden.
Fazit
Wer temporeiche Thriller mit aktuellen Themen, hoher Spannung und einer clever miteinander verwobenen Handlung mag, wird hier definitiv auf seine Kosten kommen. Der Fall Kussmund verbindet digitale Bedrohungen mit psychologischem Nervenkitzel und schafft es, den Schrecken Schritt für Schritt in die reale Welt zu übertragen. Auch nach der letzten Seite wirkt die Geschichte nach und hinterlässt genau die Art von Unbehagen, die ein guter Thriller auslösen sollte.
rewareni
aus wien
3/5
23.07.2026
Buch (Taschenbuch)
Ein perfides Katz-und Mausspiel
Majorin Gisela Reinhardt und ihr Kollege Max bekommen es nicht nur mit einem Toten zu tun, sondern auch mit der Entführung der jungen Mariella, wo bei Gisela gleich die Alarmglocken schrillen, da sie das Fotos der Entführten an einen früheren Fall erinnert. Damals hatte der Täter, der nur ,,Kussmund“ genannt wurde, eine junge Frau grausam verstümmelt und konnte aber der Polizei entwischen. Auch dieses Mal scheint es so, als ob der Täter immer einen Schritt voraus ist und zeigt, dass er technisch versiert ist und Gisela immer wieder an der Nase herumführt. Als eine junge Kellnerin verschwindet und kurz darauf verstörende Bilder auftauchen wissen die Ermittler, dass sie nicht mehr viel Zeit haben, wenn sie den Täter stoppen wollen um noch schlimmeres zu verhindern.
Der Thriller ,,Der Fall Kussmund“ zeigt ein Katz-und Mausspiel zwischen den Ermittlern und dem Täter, der scheinbar immer einen Schritt voraus ist und weiß, wie er speziell Gisela demütigen kann, die schon vor Jahren an einem Fall gescheitert ist und Kussmund fliehen konnte.
Der Autor Mart Schreiber zeichnet dabei ein verstörendes und sadistisches Bild des Täters, wo manche Szenen unter die Haut gehen. Was mich ein wenig gestört hat war, dass man von Beginn weg mit ,,Kussmund“ konfrontiert war, aber man erst auf den letzten Seiten erfahren hat, warum er so genannt wird. Dadurch hatte ich immer das Gefühl, dass mir eine Vorgeschichte fehlt.
Gisela als Charakter ist auch nicht immer leicht zu verstehen, da sie gerade gegenüber ihrem Partner sehr widersprüchlich denkt und handelt. Einmal geht er ihr auf die Nerven, dann überlegt sie ob sie nicht eine Affäre mit ihm anfangen soll und kaum kommt eine neue Kollegin ist sie schon eifersüchtig.
Interessant war, wie einfach es scheinbar heutzutage ist sich in fremde Handys und Accounts einzuloggen und wie man in dem Roman gesehen hat, wie hilflos das Opfer dabei ist, wo selbst die Polizei nicht wirklich dabei helfen kann.
Schade ist, dass wichtige Personen, wie z.b. Mariellas Freund Jonathan am Ende nicht mehr auftauchen oder dass man erfährt, warum Kussmund die Taten wirklich begangen hat. Auch das Schicksal der entführten Frauen lässt der Autor offen, wo ich mir schon ein paar Ergänzungen dazu gewünscht hätte.
Die Ermittler haben scheinbar nicht immer mit dem nötigen Biss gearbeitet und es hat einige Szenen gegeben, wo das Treffen in einem Restaurant viel Platz eingenommen hat. Dabei geben sie selber zu, dass sie viel früher auf die richtige Spur hätten kommen sollen.
Im Großen und Ganzen ist es ein solider Thriller, den man leicht lesen kann und wo man als Leser speziell bei Themen wie Sicherheit im Internet oder Bildschirm- und SIM Sperre am Handy mehr Aufmerksamkeit schenken sollte.
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