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Produktbild: Chronik eines angekündigten Todes
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Chronik eines angekündigten Todes Roman

Aus der Reihe Fischer Klassik
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Beschreibung

Produktdetails

Zustand

Gut

Verkaufsrang

38509

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

26.06.2019

Verlag

Fischer Taschenbuch Verlag

Seitenzahl

128

Maße (L/B/H)

18,7/12,3/1,2 cm

Gewicht

134 g

Auflage

4. Auflage

Originaltitel

Crónica de una muerta anunciada

Übersetzt von

Curt Meyer-Clason

Sprache

Deutsch

EAN

2710005493834

Warnhinweis

nicht erforderlich.

Beschreibung

Produktdetails

Zustand

Gut

Verkaufsrang

38509

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

26.06.2019

Verlag

Fischer Taschenbuch Verlag

Seitenzahl

128

Maße (L/B/H)

18,7/12,3/1,2 cm

Gewicht

134 g

Auflage

4. Auflage

Originaltitel

Crónica de una muerta anunciada

Übersetzt von

Curt Meyer-Clason

Sprache

Deutsch

EAN

2710005493834

Herstelleradresse

FISCHER Taschenbuch
Hedderichstr. 114
60596 Frankfurt
DE

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  • Polar

    aus Aachen

    5/5

    19.02.2021

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Verstoßen

    Mit Márquez wird immer der Begriff der Magie verbunden. Magie ist etwas, was uns zu verzaubern vermag, ohne dass wir ahnen, wie sie zustande kommt. Bei Márquez jedoch vermögen wir es festzumachen: Es ist die Sprache, die bilderreich eine überbordende Atmosphäre schafft, vor allem jedoch ist es auch der scharfe Blick auf die Wurzeln Lateinamerikas. Wer glaubt, dass Vorkommnisse wie in Chronik eines angekündigten Todes nur noch in Büchern und Filmen auftauchen, sollte sich von den Zentren überall auf der Welt wegbewegen, um vermehrt auf Menschen zu treffen, bei denen die Ehre ein Begriff ist, dem sie alles unterstellen. Wie absurd das Schicksal dabei Regie führt, zeigt Márquez in seinem Roman. Die Braut ist nicht unberührt, ob der Mann es ist, spielt in diesem Dorf keine Rolle. Es gilt, den Ritualen Genugtuung zu verschaffen. Was sich bewährt hat, als Voraussetzung für eine Ehe angesehen wird, darf nicht mit Nachsicht bedeckt werden. Und so treten die Brüder auf, um sich zu rächen. Wir sind bei Shakespeare angekommen. Wessen Ehre ist die höhere? Am Ende nur jene, die überlebt. Ein kurzer Roman, dessen Bilderreichtum, dessen Abgründe mitten in Gabriel Garciá Marquez Magie führen.

  • Bories vom Berg

    aus München

    4/5

    11.02.2021

    Buch (Taschenbuch)

    Mord und Moral Zu den…

    Mord und Moral Zu den bekanntesten Werken des kolumbianischen Schriftstellers Gabriel Garcia Márquez gehört der 1981 erschienene Roman «Chronik eines angekündigten Todes». Die Geschichte geht auf eine wahre Begebenheit zurück. Im Stil des Magischen Realismus geschrieben, zu deren wichtigsten Vertretern der ein Jahr später mit dem Nobelpreis ausgezeichnete Autor zählt, gehört der schmale Band inzwischen zu den südamerikanischen Klassikern. «An dem Tag, an dem sie ihn töten sollten, stand Santiago Nasar um fünf Uhr dreißig morgens auf, um das Schiff zu erwarten, mit dem der Bischoff kam». In diesem ersten Satz steckt bereits ein Teil der beißenden Kritik des Autors, Bischoff und Töten werden in einem Atemzug genannt, Ursache und Wirkung also einer rigiden katholischen Sexualmoral, die dem fragwürdigen Ehrenkodex einer naiven, dörflichen Bevölkerung zugrunde liegt. Es ist die Geschichte einer pompösen Hochzeitsfeier und ihrer Folgen. Der erst vor wenigen Monaten in das Dorf gekommene, reiche und charismatische Bräutigam hat sich spontan ein schönes, junges Mädchen zu Braut erwählt. Die ist aber gar nicht begeistert, da sie ihn kaum kenne und nicht liebe. «Auch die Liebe lässt sich lernen», hält ihr die resolute Mutter entgegen, die Eltern stimmen der geplanten Ehe erfreut zu. Als die Schöne ihrer Mutter gesteht, dass sie keine Jungfrau mehr sei, werden ihre Bedenken dahingehend zerstreut, es gäbe da einschlägige Hebammen-Tricks, um dem meist ja ziemlich betrunkenen Bräutigam die geforderte Unberührtheit vorzugaukeln. Die Sache geht schief, nach der Hochzeitsnacht bringt der Bräutigam seine Braut zu den Eltern zurück, als Reklamation quasi. Die wütende Mutter prügelt aus ihr den Namen des Verführers heraus, Santiago Nasar sei es gewesen, ein arabisch-stämmiger junger Mann aus der Nachbarschaft. Die Zwillingsbrüder der Braut führen sich verpflichtet, die Familienehre wieder herzustellen, indem sie den Verführer töten. Der Skandal ist da, jeder im Dorf weiß davon, und jeder weiß auch, was nun geschehen wird. Der Ich-Erzähler kommt 27 Jahre später in sein Heimatdorf zurück und spricht mit vielen Beteiligten über das noch fest in der gemeinsamen Erinnerung verankerte Geschehen von damals. Die aus seiner Perspektive erzählte Geschichte erscheint nicht nur im Nachhinein völlig grotesk, es bleiben auch viele Fragen offen. Niemand habe das ahnungslose Opfer nachdrücklich vor den auf ihn lauernden Zwillingen gewarnt, keiner habe versucht, die Tat zu verhindern, die meisten aber nahmen die Drohung überhaupt nicht ernst. Die journalistisch knappe Erzählweise klammert beispielsweise die Vorgeschichte der Entjungferung ebenso aus wie das Geschehen in der Hochzeitsnacht. Nur vage wird angedeutet, dass der mit einer andern Frau verlobte Santiago Nasar mutmaßlich nicht der Verführer gewesen sei, was seine Sorglosigkeit erklärt, als er wenige Minuten vor dem Mord doch noch von der Drohung der Zwillinge erfährt. Garcia Márquez legt den Fokus seiner Erzählung konsequent auf die Umstände vor der Tat, er blendet also alle für die Tat selbst nicht relevanten, voraus gegangenen Geschehnisse bewusst aus. Eine puristische, auf jegliche Spannung verzichtende Erzählweise, die den religiös indizierten, moralischen Irrwitz, der hier geradezu satirisch thematisiert wird, genau deshalb umso deutlicher bloßlegt. Dazu tragen insbesondere auch seine allesamt recht einfältig wirkenden Figuren bei, deren oft verschrobene, undurchsichtige Charaktere er nicht beschreibt, sondern durch ihr irreales Handeln verdeutlicht. Selbst die beiden Täter haben Zweifel an ihrer vermeintlichen Ehrenpflicht. Sie tun alles, um ihr zu entgehen, indem sie ihre Absicht lautstark ankündigen in der Hoffnung, jemand würde beherzt eingreifen und sie vom Tatzwang befreien. Ein fast kammerspielartiges Setting macht diesen kleinen Roman zu einem nachwirkenden Leseerlebnis, dessen offene Fragen den Leser noch lange beschäftigen, gerade weil sie so abstrus erscheinen.

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  • Zum Bewerterprofil von R. Tappenbeck

    R. Tappenbeck

    Thalia Berlin – Tauentzienstraße

    Buchhändler*in

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    5/5

    23.07.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Der Name ist Programm

    Ein Ehrenmord, ein Dorf in Aufruhr und ein Erzähler, der retrospektiv versucht ein möglichst vollständiges Bild des Tathergangs zu erstellen. Aus diesen Zutaten schafft es Gabriel Garcia Marquez hier eine Geschichte mit einem besonderen erzählerischen Sog zu schaffen, die mich auf ganzer Linie überzeugt hat.
  • Zum Bewerterprofil von Vreni Haider

    Vreni Haider

    Thalia Bad Reichenhall

    Buchhändler*in

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    5/5

    09.06.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ehrenmord mit Ansage

    Kurz, prägnant, erschütternd und dazwischen schimmert ein wenig Ironie und auch Humor durch. So schnell könnte man dieses Buch beschreiben, aber bei Marquez funktioniert das nicht so einfach. Denn Marquez ist der Bildhauer der Worte. Jeder Satz klingt wie Musik, jedes Wort ist reine Poesie. Einer der genialsten Schriftsteller unserer Zeit, beleuchtet auf seine unvergleichliche Art das Schicksal eines Mannes, der womöglich unschuldig zum Opfer eines angekündigten Mordes wird. Die Braut, als nicht unberührt enttarnt, wird vom Bräutigam noch in der Hochzeitsnacht zurück nach Hause geschickt. Ihre Brüder, wild entschlossen die Familienehre wiederherstellen zu müssen, ziehen mit gewetzten Messern los, den Schänder zu töten. Das Ende ist von Anfang an klar. Die Moral dahinter auch - alle sehen schweigend zu, obwohl das Unrecht sichtbar ist. Der Mensch duckt sich, lässt sich willig Gift ins Ohr träufeln und akzeptiert das grausame Schicksal des anderen, solange es nicht das seine ist. Sprachlich ein rauschendes Lesefest!

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