Barlaam und Josaphat Eine mittelalterliche Buddha-Legende
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- Deutsch ausgewählt
24,95 €
inkl. gesetzl. MwSt.,
Beschreibung
Produktdetails
Einband
Taschenbuch
Erscheinungsdatum
14.10.2027
Herausgeber
Mathias HerwegVerlag
De GruyterSeitenzahl
700
Maße (B/H)
17/24 cm
Gewicht
500 g
Auflage
1
Sprache
Deutsch
ISBN
978-3-11-134124-8
Rudolfs von Ems 'Barlaam und Josaphat' (um 1220) ist die verbreitetste deutschsprachige Version der christianisierten Buddha-Legende im Mittelalter. Der Roman steht am Ende einer langen ost-westlichen Stofftradition, die im Indien des 5. vorchristlichen Jahrhunderts mit dem Leben und den Lehren des Siddhartha Gautama begann und im ersten Jahrtausend unserer Zeit über persische, arabische, georgische, griechische und lateinische Zwischenstufen in die europäischen Volkssprachen gelangte. Auf diesem Weg kultureller Anverwandlung war aus dem vorchristlichen Stoff eine christliche Heiligenvita geworden. Literarisch und kulturhistorisch ist der 'Legendenroman' daher auch über die engere Fachwelt hinaus von Interesse.
Der Dichter erzählt die Wandlung eines jungen, verwöhnten Prinzen zum Asketen. Sein Helfer gegen alle Widerstände des Hofes und seines Vaters ist sein Mentor Barlaam, der ihn durch Belehrungen, aber auch durch zahlreiche novellistische Erzählungen orientalischer Herkunft begleitet. Man kann die Geschichte sehr unterschiedlich lesen: als 'coming of age' eines jungen Sinnsuchers; als Versuch eines vielseitigen Dichters, eine geistlich-asketische Bekehrung auch für höfische Milieus attraktiv zu erzählen; als vorläufigen Abschluss eines weltliterarischen Kulturtransfers, der das vorchristliche Indien bruchlos mit dem vorkolonialen Europa verbindet und im raum-zeitlichen Radius sonst nur mit Alexander dem Großen vergleichbar ist; schließlich als Frühphase der bis heute anhaltenden westlichen Faszination am Buddhismus, in der sich der Westen noch gar nicht bewusst war, dass sich hinter dem scheinbar christlichen Heiligen der Stifter einer anderen Religion verbirgt.
Die Neuedition auf leithandschriftlicher Basis (nach der Handschrift der UB Freiburg, Hs. 480, um 1280) bietet erstmals auch eine Übersetzung ins moderne Deutsch und einen umfassenden Text- und Sachkommentar. Sie orientiert sich als Studienausgabe an den Bedürfnissen der universitären Forschung und Lehre, bietet aber als Leseausgabe auch außerfachlich Interessierten einen Zugang zum 'mittelalterlichen Buddha'.
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