Produktbild: Die letzten Tage
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Die letzten Tage Roman

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Beschreibung

Produktdetails

Zustand

Sehr gut

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

27.02.2025

Verlag

Jung u. Jung

Seitenzahl

272

Maße (L/B/H)

20,9/13,1/2,8 cm

Gewicht

396 g

Farbe

Dunkelgrün

Auflage

4. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

2710006030212

Beschreibung

Rezension

»Dieses Buch hat eine Wucht, der man sich nicht entziehen kann, genauso wie es eine Wut auslöst, der man sich nicht entziehen kann.«  Valerie Fritsch
»Es ist ein Tatsachenroman im besten Sinne, weil er das Tatsächliche auch so greifbar und nachlebbar macht. Und das, obwohl die Sprache eine einzige Einvernahme ist.«  David Schalko

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Sehr gut

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

27.02.2025

Verlag

Jung u. Jung

Seitenzahl

272

Maße (L/B/H)

20,9/13,1/2,8 cm

Gewicht

396 g

Farbe

Dunkelgrün

Auflage

4. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

2710006030212

Herstelleradresse

Jung und Jung Verlag GmbH
Hubert-Sattler-Gasse 1
5020 Salzburg
AT

Email: office@jungundjung.at

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  • Edith Berger

    aus Graz

    5/5

    27.10.2025

    eBook (ePUB 3)

    Fesselndes Leseerlebnis aber kaum auszuhalten

    Das Ende des Krieges ist bereits abzusehen. Und dennoch wird die Bevölkerung von, in Machtpositionen gehobene, gehässigen Personen weiterhin drangsaliert und in Angst und Schrecken gehalten. Der Kreisleiter Johann Braun zeichnet sich durch besondere Niedertracht und Bösartigkeit aus. An eifrigen Komplizen und Sinnesgenossen mangelt es nicht. Obwohl der Krieg ganz offensichtlich schon verloren ist, lässt er ein vollkommen persönlich motiviertes Standgericht abhalten. Ganz ohne Prozess. Willkürlich trifft es Männer und Frauen, Jüngere wie Ältere. Die Opfer sind Menschen die zur falschen Zeit am falschen Ort sind, politisch Andersdenkende, vermeintliche Deserteure, Menschen mit denen diese Verbrecher noch eine Rechnung offen haben. Die Kaltblütigkeit und Heimtücke mit der diese Mörder vorgehen macht fassungslos. Die Unverfrorenheit mit der sie sich vor Gericht von ihren Verbrechen aus der Verantwortung ziehen wollen macht vor allem wütend.

  • Christopher Bahn

    Book Circle Community

    5/5

    18.09.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Kriegsende in Österreich

    Ein aufwühlender Roman über die letzten Kriegstage in der Nähe von Wien, in der ein Standgericht und die Verurteilung der Täter nach dem Krieg den Inhalt bilden. Die Geschichte wechselt zwischen Tätern und Opfern, vor und nach dem Krieg immer hin und her, was die Lektüre sehr spannend macht. Sehr empfehlenswert.

  • Fred

    aus Linz

    5/5

    22.04.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Blick in den Abgrund

    Beim Semmering denkt man primär an Sommerfrische und Kultur. Wieviel Schöngeister haben dort nicht schon ihre Spuren hinterlassen. Gerne werden diese konserviert. Es gibt aber auch andere Spuren, die in diesem Buch schmerzhaft sichtbar werden. Es ist weder ein Roman, der sich als Urlaubslektüre eignet, noch ein Sachbuch. Es ruft körperliche Abwehrreaktionen hervor und ist trotzdem unbedingt zu lesen. Da es nach dem Krieg über die schrecklichen Geschehnisse ein Strafverfahren vor dem Volksgericht gegeben hat, existieren Protokolle über die jeweiligen Einvernahmen. Dem Autor kommt das Verdienst zu, diese unverfälscht in einer kompakten, sprachlich dichte und schnörkellosen Form nachlesbar gemacht zu haben. Dieses Beispiel eines sogenannten Endphaseverbrechens, das, wenn man so will, gut ausgegangen ist, weil die Hauptakteure hingerichtet wurden, sollte Mahnung sein, die Niedertracht von autoritären Systemen und Menschen nicht zu unterschätzen.

  • Johanna

    aus München

    5/5

    17.04.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Eine Geschichte über Niedertracht, Feigheit, Nicht-Wissen-Wollen und „Schwamm drüber“

    Die Landschaft: Sommerfrischen-Idylle südlich von Wien, zwischen Semmering und Rax. Hier haben schon Stefan Zweig und Schnitzler Urlaub gemacht. Im April 1945, also vor genau 80 Jahren allerdings ist die Gegend Schauplatz von Hinrichtungen, Erschießungen, grausamen Morden. Später nennt man das Endphase-Verbrechen. Eine der Ermordeten: die Enkelin der Geliebten Schnitzlers, Olga Waissnix, eine Widerstandkämpferin. Die Opfer werden zufällig, aus nichtigen Anlässen, aus Bosheit, Rachegelüsten, Fanatismus aufgegriffen. In Kellern erschossen, an Masten aufgehängt mit Schildern um den Hals: „Ich war ein fahnenflüchtiges Schwein.“ Drei Haupttäter werden 1947 zum Tode verurteilt und hingerichtet, andere nie gefasst oder nach kurzer Haft begnadigt. Im Prozess streiten sie die Verantwortung für ihre Handlungen ab, belasten ihre Mordkumpane, lügen, reden sich heraus. "Man könnte schnell was Blutrünstiges, Spannendes und Furchtbares schreiben", sagt Prinz. "Das darf man aber nicht, finde ich. Ich habe mich entschieden: Ich muss das Geschehen anhand der Sprache dingfest machen." (Martin Prinz im Interview der Salzburger Nachrichten) Seinem Roman stellt er Ilse Aichingers Satz voran: „Was wir einsetzen können, ist Nüchternheit.“ Nur mit dieser Art von Distanz kann man dem Schrecklichen und der Niedertracht begegnen, meint er und schreibt einen Tatsachenroman anhand von Gerichtsprotokollen. Es ist der Konjunktiv der Distanz für die Täter und ihre Verbrechen. Für die Opfer und Überlebenden ändert sich die Sprache, wird poetischer, nähert sich den Frauen, Männern und halben Kindern. Ergreifend, erschütternd gerade wegen dieser besonderen Sprache. Zu Beginn ist das etwas verwirrend, denn Martin Prinz erklärt nichts. Er lässt die Geschehnisse, die Akten für sich sprachen. Eine Geschichte über Niedertracht, Feigheit, Nicht-Wissen-Wollen und „Schwamm drüber“. Insofern sehr heutig. Gar keine leichte Lektüre, aber sehr empfehlenswert.

  • Gertie G.

    aus Wien

    5/5

    23.03.2025

    eBook (ePUB 3)

    Keine leichte Lektüre

    „Es war eine Zeit, in der Niedertracht und Bosheit keine Befehle mehr brauchten, um aus Mitbürgern und Kollegen Täter zu machen.“ Dieses Buch, das nach einem Tatsachenbericht verfasst ist, führt uns in das Frühjahr von 1945: Während die nationalsozialistische Propaganda den „Endsieg“ und den Einsatz von Wunderwaffen propagiert sowie Durchhalteparolen verkündet, ahnen viele Österreicherinnen und Österreicher, dass der Zweite Weltkrieg und die nationalsozialistische Gewaltherrschaft bald zu Ende sein würde. Doch für ein Tal am Fuße von Rax und Schneeberg bäumt sich die Schreckensherrschaft noch einmal auf. Kreisleiter Johann Braun, ehemaliger Bäckergehilfe und fanatischer Nazi der ersten Stunde errichtet gemeinsam mit Johann Wallner und Josef Weninger ein Terrorregime innerhalb eines Unrechtsstaates, das in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges Jagd auf Menschen macht. In den Tagen des April 1945 hat dieses „Standgericht von eigenen Gnaden“ scheinbar willkürlich 24 Personen, darunter zahlreiche Frauen, verhaftet, abgeurteilt und hingerichtet. Es stellt sich im Nachhinein heraus, dass Braun mit einigen der Ermordeten eine persönliche Rechnung offen zu haben schien. Anschließend setzen sich die drei Männer ab, werden aber in Radstadt aufgespürt. 1947 macht man ihnen de Prozess. Keiner von ihnen zeigt auch nur den Ansatz von Reue. Dafür verlangen sie alle jene juristischen Kunstkniffe bis zum erhofften Freispruch, die sie jenen Personen verweigert haben, die sie selbst verurteilt und ermordet haben. So verweisen die Anwälte darauf, dass der Tag der Hinrichtung, der Pfingstmontag, ein katholischer Feiertag, sei, an dem aus religiösen Gründen kein Urteil vollstreckt werden dürfe. Auch die seelischen Qualen der Verurteilten, den sie erleiden müssen, weil die Hinrichtung durch ein von ihnen gestelltes Wiederaufnahmeverfahren, zunächst ausgesetzt worden ist, führen sie ins Treffen. So viel Chuzpe muss man erst einmal haben! Wer von ihnen hat sich um die seelischen und körperlichen Qualen der von dem Trio Ermordeten gekümmert? Die Urteile werden am frühen Morgen des 15. Mai 1948 vollstreckt. Meine Meinung: Es ist dem dem pensionierten Juristen Dr. Alois Kermer (1913-2006) zu verdanken, dass dieses Buch entstehen konnte. Er hat als Zeitzeuge diese Tage des Terrors miterlebt. Ab 1993 hat er begonnen, diese Verbrechen für die Schwarzataler Chronik zu beforschen. Denn der Name einer Frau fehlt auf allen Listen und Gedenktafeln: Marie Landskorn. Kermer wird mit deren Tochter, Leopoldine Landskorn, Ende der 1990er Jahre sprechen. Die sterblichen Überreste einer Frau, die 1952 gefunden werden, können nicht eindeutig Maria Landskorn zugeordnet werden. Mögliche Zeugen sind bereits verstorben, andere können oder wollen sich nicht mehr erinnern. Das Typoskript der Ereignisse landet 2014 bei Autor Martin Prinz. Der Leiter des Standesamtes von Reichenau an der Rax, Hermann Scherzer, hat es seinerzeit von Dr. Kermer erhalten. Neun Jahre später beginnt Martin Prinz mit seinen Nachforschungen ... Das Buch listet Zahlen, Daten und Fakten penibel auf. Die Selbstgefälligkeit mit der Braun & Co. ihre Taten vor Gericht schildern, ist den Verhandlungsschriften und Gerichtsprotokollen zu entnehmen, die Martin Prinz hier ausgiebig zitiert und ist nur schwer auszuhalten. Man habe ja nur Befehle befolgt - dieser Satz wird nach wie vor als Rechtfertigung von ehemaligen und neuen Anhängern des NS-Regimes verwendet. Das Buch ist nicht leicht zu lesen, denn Martin Prinz verzichtet zur Gänze auf die direkte Rede. Der Autor erzählt das Ungeheuerliche, das Monströse nüchtern und den Tatsachen verpflichtet. Einige Namen, der von diesem selbst ernannten Standgericht ermordeten Personen, wie die Schwestern Olga (1918-1945) und Elisabeth Waissnix (1917-1945) oder dem Gendarmen Oskar Wammerl (1907-1945) sind mir aus anderen Büchern bekannt. Fazit: Gerne gebe ich diesem aufwühlenden und wütend machenden Zeitdokument, das nicht einfach zu lesen ist, 5 Sterne.

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