Manchmal kommt alles ganz anders. Am Ende ist es keine Schlacht der Mächtigen und auch nicht der Klimawandel, der das Antlitz der Welt unwiederbringlich verändert. Es ist ein Meteorit, Krishna genannt, der die Menschheit erledigt - und das gründlich.
Die 26-jährige Kore hat jedoch überlebt. Ob das wirklich ein Glück ist, weiß sie nicht, zu groß ist die Verzweiflung und zu gespenstig die neue Welt. Während sie um jeden einzelnen Menschen trauert, den sie jemals kannte, kämpft sie fortan Tag für Tag um ihre Existenz. In ständiger Gefahr, zu verhungern oder zu erfrieren, verstrahlt oder verschüttet zu werden, beginnt die junge Frau eine strapaziöse Reise. Die Suche nach erträglichen Klimabedingungen, Nahrung und anderen Überlebenden führt sie quer durch die Welt. Kann sie es schaffen? Und sind andere Menschen in der neuen Welt wirklich etwas Gutes?
Findet es heraus ...
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ElenasZeilenZauber aus Hamburg am 05.02.2021
Bewertungsnummer: 1436468
Bewertet: eBook (ePUB)
‘*‘ Meine Meinung ‘*‘
Nachdem ein Meteorit die Menschheit vernichtet hat, wandern wir mit Kore durch diese apokalyptische Welt. Wir suchen anderen Menschen, aber vor allem Nahrung, Wasser und Überleben. Zu Beginn erfahren wir in rückblickenden Kapiteln, wie es dazu kam. Dabei wurden die Retrospektiven geschickt und passend mit der Gegenwart verbunden und ergeben eine Einheit. So weiß ich als Leser auch, wie es zur aktuellen Situation kommt.
Die Spannung ist bis auf wenige Momente eher subtil und spiegelt haargenau die gespenstische Stimmung wider. Casement nimmt auch kein Blatt vor den Mund und zeigt Abgründe der Menschen auf. Doch verzichtet sie dabei auf Splattereffekte und erzeugt die Gänsehaut mit ihren angedeuteten Beschreibungen und dem damit angekurbelten Kopfkino.
Kore, wie auch die Figuren, die unterwegs ihren Weg kreuzen, wurden realistisch geschaffen und die Handlungen waren nachvollziehbar. Nicht unbedingt meine Handlungsweise, aber logisch. Stellenweise wurde ich an „The Walking Dead“ erinnert (natürlich ohne Zombies). Diese Einsamkeit, die Suche nach anderen Menschen, die Abgründe, die sich auftun, vor allem die Sehnsucht nach einem Platz, wo man hingehört und einem geregelten Leben ohne Kampf ums Überleben.
All das hat die Autorin in einem dichten Schreibstil präsentiert. Kein Wort zuviel, kein Geschwafel, nur das, was für den Aufbau der Welt und die Stimmung wichtig ist. Ich war Kore und erlebte Hunger, Kälte und sonstige Entbehrungen. Ich konnte mich dem Sog der Story nicht entziehen.
Dieser postapokalyptische Roadtrip nimmt den Leser mit auf eine beklemmende wie spannende Reise und ich vergebe 5 Postapokalypsen-Sterne.
‘*‘ Klappentext ‘*‘
Manchmal kommt alles ganz anders. Am Ende ist es doch keine Schlacht der Mächtigen und auch nicht der Klimawandel, der das Antlitz der Welt unwiederbringlich verändert. Es ist ein Meteorit, Krishna genannt, der die Menschheit erledigt - und das gründlich.
Die 26-jährige Kore jedoch hat überlebt. Ob das wirklich ein Glück ist, weiß sie nicht, zu groß ist die Verzweiflung und zu gespenstig die neue Welt. Während sie um jeden einzelnen Menschen trauert, den sie jemals kannte, kämpft sie fortan Tag für Tag um ihre Existenz. In ständiger Gefahr, zu verhungern oder zu erfrieren, verstrahlt oder verschüttet zu werden, beginnt die junge Frau eine strapaziöse Reise. Die Suche nach erträglichen Klimabedingungen, Nahrung und anderen Überlebenden führt sie quer durch die Welt. Kann sie es schaffen? Und sind andere Menschen in der neuen Welt wirklich etwas Gutes?
Findet es heraus ...
Realistische und bedrückende Dystopie
Ashelia am 10.12.2020
Bewertungsnummer: 1413085
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Schon aus Nina Casements erstem Roman kannte ich ihre ruhige, auf die passende Atmosphäre bezogene Erzählart. Und auch in "Wild Card" liegt der Fokus vor allem auf der Stimmung des Geschehens, was man mögen muss. Mir jedenfalls gefiel die ruhige, aber dennoch stimmungsvolle Geschichte total gut!
Kore überlebt einen Meteoriteneinschlag, der die Erdoberfläche nachhaltig verändert, nur durch viel Glück in einem Bunker. Als sie sich nach Monaten der Einsamkeit wieder an die Oberfläche traut, ist alles verwüstet und von anderen Überlebenden erstmal keine Spur. Im Versuch, zu überleben, macht Kore sich auf den Weg, andere Menschen und eine neue Heimat zu finden.
Man begleitet Kore - und ihre zweite Persönlichkeit Chloe, die aus der Einsamkeit unter der Erde entstanden ist - auf dem Weg durch Europa bis nach Afrika. Nina Casement gelingt es dabei, ein anschauliches und realistisches Bild der Erde nach dieser verheerenden Katastrophe beim Leser zu erzeugen. Man sieht die ganze Zeit über die karge, zerstörte Landschaft vor sich und wandert quasi gemeinsam mit Kore durch die neue Welt. Hauptaugenmerk liegt auf dem Überleben, denn Nahrung und Medikamente sind knapp. Fast alle Tiere und Pflanzen sind tot und auch die meisten Menschen sind entweder beim Einschlag oder in der Zeit direkt danach gestorben. Immer wieder stolpert Kore über Leichen, entdeckt nur selten andere Überlebende. Ihre Reise ist wenig actionlastig, dafür umso bedrückender und man bangt ein ums andere Mal mit Kore mit und ist fasziniert, wie lange ein Mensch mit wenig bis gar keiner Nahrung auskommen kann.
Entsprechend wenige Dialoge gibt es im Roman. Das Geschehen wird aus Sicht von Kore erzählt, gelegentlich unterbrochen durch bissige Kommentare von Chloe. Aber genau das unterstützt den Eindruck der Einsamkeit noch zusätzlich.
Um den Handlungsverlauf etwas aufzulockern, wechseln sich zudem zu Beginn zwei Erzählzeiten ab: Kores aktuelle Lage und der Beginn der Krise, wo auch auf den Einfluss der Medien und dem Handeln der Politik vor dem Einschlag eingegangen wird. Beide Erzählstränge laufen irgendwann zusammen. Mir gefiel die Abwechslung gut, da dadurch nicht zu viele indirekte Rückblenden eingebaut wurden und man nicht das ganze Geschenhen von Anfang an "durchkauen" muss.
Soweit ich das beurteilen kann, waren die Handlung und die einzelnen Geschenhnisse gut recherchiert und nachvollziehbar beschrieben. Nichts wirkt an den Haaren herbeigezogen oder übertrieben. Und das macht den Roman so authentisch und fesselnd. Man ist als Leser*in einfach froh, nicht in so einer Situation zu stecken - merkt aber zeitgleich, wie schnell das Leben auf der Erde komplett auf den Kopf gestellt werden kann.
Wie eingangs gesagt, muss man die ruhige Erzählart mögen, manchen werden sicherlich die Action oder die Zombies fehlen (oder beides). Aber wer sich auf die Handlung einlassen kann, wird eine bedrückende, realistische und dennoch hoffnungsvolle Geschichte über ein junges Mädchen, das über sich selbst hinauswächst, zu lesen bekommen.
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