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Middlemarch

Aus dem Leben der Provinz

George Elliot

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Beschreibung

Als der junge Arzt Tertius Lydgate aus Paris nach England zurückkehrt und sich in der kleinen Stadt Middlemarch in den Midlands niederlässt, ist er erfüllt von ehrgeizigen Plänen und großen Hoffnungen. Denn um 1830 sind in England nicht nur Wirtschaft und Industrie im Umbruch, auch die Politik ist durch Reformbewegungen unter Druck, während in der Medizin noch Ansichten und Praktiken herrschen, die dem aufstrebenden Arzt geradezu barbarisch anmuten. Lydgate findet in dem reichen Bankier Nicholas Bulstrode einen Gleichgesinnten, der, wenn auch aus ganz anderen Motiven, ebenfalls der Meinung ist, dass die Verhältnisse dringend der Verbesserung und Reform bedürfen. Doch je mehr Einblick Lydgate in die zwar provinziellen, aber komplexen Middlemarcher Kreise bekommt, umso klarer wird ihm, dass auch in einer Kleinstadt die großen Themen den Lauf der Dinge bestimmen, denn Neid, Missgunst und Intrigen, religiöser Eifer, reaktionäre und fortschrittsfeindliche Ansichten, familiäre und romantische Beziehungen, Standesdünkel und nicht zuletzt das liebe Geld lassen in Lydgate die Erkenntnis reifen, dass nur mit hehren Zielen und Idealismus noch nichts erreicht ist. Als dann sein Förderer Bulstrode von seiner Vergangenheit eingeholt wird, die mit dem religiös-moralisierenden Wesen des Bankiers so gar nicht in Einklang zu bringen ist, muss Lydgate zum ersten Mal fürchten, dass seine Pläne, Wünsche und Ziele trotz allen Ehrgeizes und Geschicks möglicherweise doch unerreichbar bleiben. Und auch andere Middlemarcher Persönlichkeiten stellen fest, dass das Rütteln an bestehenden Verhältnissen sich nicht so einfach gestaltet wie gedacht.

George Eliot (bürgerlich Mary Ann Evans) veröffentlichte "Middlemarch" ursprünglich zwischen 1871 und 72 in acht einzelnen Büchern. Heute gilt der Roman über die fiktive Kleinstadt mit ihren zahlreichen Protagonisten, der meisterlichen Charakterdarstellung und den vielfach ineinander verwobenen Handlungssträngen, in dem die Autorin auf zeitlose Art die großen Themen und Probleme ihrer Zeit verarbeitet, als bestes Werk Eliots und als eines der wichtigsten Bücher der viktorianischen Literatur. Die BBC verfilmte "Middlemarch" zuletzt 1994 mit großem Erfolg.

Überarbeitete Fassung auf Basis der Übersetzung von Emil Lehmann.

Produktdetails

Format ePUB i
Kopierschutz Nein i
Family Sharing Ja i
Text-to-Speech Ja i
Seitenzahl 1635 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 31.03.2015
Sprache Deutsch
EAN 9788490079720
Verlag Red ediciones
Dateigröße 1225 KB
Verkaufsrang 51882

Kundenbewertungen

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Gelungene Gesellschaftsstudie mit Fokus auf den weiblichen Charakteren
von Kaffeeelse am 26.01.2020
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Das ist ein Buch, welches mich sehr lange beschäftigt hat. Ich hatte anfänglich so meine Probleme mit "Middlemarch", die aber nicht mit diesem Buch, sondern eher mit mir zu tun hatten. Meine Konzentrationsfähigkeit war nicht so gut im ersten Viertel dieses Buches und dies gepaart mit manchen etwas schwierig zu lesenden Sätzen di... Das ist ein Buch, welches mich sehr lange beschäftigt hat. Ich hatte anfänglich so meine Probleme mit "Middlemarch", die aber nicht mit diesem Buch, sondern eher mit mir zu tun hatten. Meine Konzentrationsfähigkeit war nicht so gut im ersten Viertel dieses Buches und dies gepaart mit manchen etwas schwierig zu lesenden Sätzen dieses Buches war eine gewisse Herausforderung. Das besserte sich dann aber nach und nach und ich konnte schließlich zum Genuss dieses Buches kommen. Denn einen Genuss bietet dieses Buch in vielen Sätzen dieser Ausnahmeautorin. War sie doch ihrer Zeit deutlich voraus und erschuf hier mit "Middlemarch" eine Gesellschaftsstudie allererster Güte. Eine Studie über das Leben in der Provinz wurde dieses Buch von George Eliot genannt, aber eigentlich geht es fast nur um die höher gestellten Schichten der Provinz und genau das ist es, eine Studie über das Leben der höher gestellten Schichten in der Provinz. Und gleichzeitig in diese Gesellschaftskritik eingebettet ist auch eine wirklich interessante Darstellung weiblicher Verhaltensweisen in damaliger Zeit mittels verschieden dargestellter weiblicher Charaktere und ihrem Umgang mit dem anderen Geschlecht und ihrem Umgang mit den Normen ihrer Zeit. Durch eben diese verschieden dargestellten Charaktere wird hier ein großes Spektrum abgebildet und als Leserin ist man definitiv froh jetzt zu leben, denn diese konservative Zeit lädt nicht zum Verweilen ein. Dabei zeugt die Darstellung der verschiedenen Charaktere von einer perfekten Beobachtungsgabe der Autorin, denn sie beschreibt die menschlichen Eigenschaften ausgezeichnet und psychologisch durchdacht. Und bei vielem Beschriebenem kann der Leser Vergleiche ziehen, weil vieles von dem Verhalten der Menschen im Buch in heutiges Geschehen transferierbar ist. Beurteilen konnte die Autorin dies nicht nur durch Beobachten,. sondern auch durch eigene Erlebnisse, wie im Nachwort deutlich wird, es ist wirklich einiges an biographischen Daten in dieses Buch eingeflossen. Die Autorin hat eine bemerkenswerte Beobachtungsgabe und präsentiert ihre Erkenntnisse mit einer recht spitzen Zunge, wobei man sich als Leser dann sicher sein kann, dass die Autorin wahrscheinlich in ihrer Zeit mit ihren Ansichten angeeckt sein wird. Hier ist das Nachwort sehr erhellend und es ist nachvollziehbar, warum die Autorin ihr Buch unter einem männlichen Pseudonym herausgebracht hat. Insgesamt ist "Middlemarch" ein wirklich gutes Buch, dass man lesen sollte, allerdings muss ich den letzten Stern noch zurückhalten, denn richtig angeknipst hat es mich dann doch nicht.

Eine englische Provinzstadt im 19. Jhd.
von Mag aus Berlin am 09.08.2010
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

"Middlemarch" ist eine sozial-kritische Schilderung eines typischen englischen Ortes im 19. Jahrhundert, wobei George Eliot sich nicht der satirischen Schwarz-Weiß-Malerei eines Charles Dickens bedient, sondern ihre Kritik unterschwellig durch genaue Personen- und Situationsschilderungen an den Leser bringt. Die beiden Hauptakte... "Middlemarch" ist eine sozial-kritische Schilderung eines typischen englischen Ortes im 19. Jahrhundert, wobei George Eliot sich nicht der satirischen Schwarz-Weiß-Malerei eines Charles Dickens bedient, sondern ihre Kritik unterschwellig durch genaue Personen- und Situationsschilderungen an den Leser bringt. Die beiden Hauptakteure in dem sehr umfangreichen Werk sind Dorothea Brooke und Dr. Lydgate. Dorothea Brooke hat so gar nichts mit den überheblichen, gelangweilten Damen der oberen englischen Gesellschaft gemein: Statt sich für Kleidung und Schmuck zu interessieren engagiert sie sich lieber für sozial Schwache und entwirft Wohnungen für ihre Landarbeiter. Als sie den zurückhaltenden, aber mit dem Verfassen eines weltbewegenden Lehrwerks beschäftigten Gelehrten Casaubon kennenlernt, hofft sie auf einen Gleichgesinnten getroffen zu sein, sie verliebt sich in ihn und bald wird geheiratet. Doch diese Ehe ist zum Scheitern verurteilt, nachdem Dorothea erkennen muss, dass sie die Fähigkeiten ihres Mannes maßlos überschätzt hat. Als sie sich seinem leichtlebigen, künstlerisch begabten Cousin freundschaftlich annähert, quittiert ihr Mann dies mit einem recht böswilligen Testament. Die zweite Hauptperson, Dr. Lydgate, ist ein ambitionierter junger Arzt, der die Medizin durch seine wissenschaftlichen Studien voranbringen will und sich, ähnlich wie Dorothea, auch dem Elend der ärmeren Bevölkerungsschichten nicht verschließt. Doch seine hochtrabenden Ideen scheitern an seiner engstirnigen und korrupten Umgebung und den selbstsüchtigen Forderungen seiner schönen, aber egoistischen und an gesellschaftlichem Aufstieg interessierten Ehefrau. George Eliot beschreibt nicht nur ein paar Personen, sondern eine ganze Kleinstadt, mit vielen verschiedenen Charakteren, Ambitionen, Problemen, Hintergrund und Lebensbewältigung, die alle durch ihren Wohnort und die darin notwendigen Interaktionen mehr oder weniger verflochten sind, so dass ein umfassendes Gesellschaftsbild Englands im 19. Jahrhundert entsteht. Das führt zu einem sehr umfangreichen Werk, das sich aber zu lesen lohnt. (Der Kommentar bezieht sich auf eine andere Ausgabe des Buches.)

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