Meine letzte RezensionDie Bäumevon Percival Everett
Es beginnt in dem armen aber ironischerweise mit dem Namen "Money" versehenen Städtchen in den Südstaaten der USA: Weiße Männer werden brutal ermordet, ihre Hoden abgeschnitten und in den toten Händen einer schwarzen Männerleiche entdeckt. Dieses bedeutungsvoll kreierte Bild eines Tatorts findet sich wachsend in verschiedenen umliegenden Städten wieder. Die etwas stupiden Redneck-Polizisten von Money kommen mit so viel echter Polizeiarbeit nicht klar, dass zwei erfahrene Ermittler aus der nächst größeren Stadt zu ihnen abgesandt werden. Beide schwarz, beide bis ins Mark voll Sarkasmus, Witz und sich God-damn bewusst, dass alle um sie herum rassistisch sind. Kleines Highlight ist das Treffen des lokalen KKK-Clubs. Es ist natürlich per se nicht witzig aber die Mitglieder sind so dumm, dass es war einfach nur zum Lachen ist. Weitere Personen sind eine über hundertjährige Mama Z, die pfiffige Kellnerin Gertrude, eine CIA Agentin, ein überintelligenter Student und allesamt schwarz.
Dieses Buch hat eine Wucht, die mich umgehauen hat. Das Thema sind Lynchmorde an nicht-weißen Menschen in den USA. Das Buch führt einen Kampf gegen das Vergessen. Und das so unterhaltsam, so spannend, dass es mich umgehauen hat. Ganz große Literatur, kein bisschen trocken, kein bisschen langweilig. Lesen, bitte.