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Drei Kameradinnen Roman | Die Buchvorlage zum gleichnamigen Film von Milena Aboyan

145

22,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

15.04.2021

Verlag

Kiepenheuer & Witsch

Seitenzahl

352

Maße (L/B/H)

20,8/13,1/3,2 cm

Gewicht

429 g

Farbe

Terracotta / Schwarz

Auflage

3. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-462-05276-3

Beschreibung

Rezension

»Eine starke Geschichte feministischer Solidarität.« ("Zeit Wissen")
»Es geht um die Frage nach der Wahrheit und wer eigentlich bestimmt, was wahr ist.
»Der Text zeugt von Intelligenz und politischem Wissen, er scheint atemlos und wie in einem Guss geschrieben, er klingt wütend, kraftvoll, drängend und auch anklagend.« ("Rheinische Post")
»Bazyar entfaltet aus dieser Wiederbegegnung mit zahlreichen Rückblenden ein
eindringliches Porträt (post-)migrantischen Lebens in Deutschland, aber auch vom
Erwachsenwerden und Jungsein überhaupt. Besonders stark ist ihr Text in den
Alltagsszenen, der Begegnung mit der Familie des (weißen) Freundes, dem
Gespräch mit einer inkompetenten Chefin.« ("Der Freitag")
»Wütend, scharfsichtig und präzise. [...] Der Roman ist eine
radikale Form die Deutungshoheit an sich zu reißen und die Erzählmacht umzukehren.« ("Deutschlandfunk Büchermarkt")
»Ein satirisch-wütender Roman über Alltagsrassismus. [...] Ein radikales Buch mit einem wahnsinnig langen Nachhall.« ("WDR 2 Buchtipp")
»Ein großartiges Buch mit einer beeindruckenden Erzählweise, obendrein spannend wie ein Krimi. Vor allem aber ist es ein Buch, das man lesen sollte, weil es die Sichtweiseverändert – die eigene.« ("Oberösterreichische Nachrichten")
»Die Erzählerin spricht die Leserinnen und Leser direkt an, vermischt Fakten und Fiktion, verunsichert. Das hat Methode. Man muss nachdenken, über seine Haltung.« ("Südwest Presse")
»Ich habe das Buch geliebt. […] Aber das liegt nicht daran, dass es leicht verdaulich wäre, ganz im Gegenteil. Es lässt die Lesenden die eigenen Annahmen immer wieder hinterfragen.« ("SRF 1 Literaturclub")
»[Ein] geschickt erzählter Roman.« ("Deutschlandfunk Kultur")

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

15.04.2021

Verlag

Kiepenheuer & Witsch

Seitenzahl

352

Maße (L/B/H)

20,8/13,1/3,2 cm

Gewicht

429 g

Farbe

Terracotta / Schwarz

Auflage

3. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-462-05276-3

Herstelleradresse

Kiepenheuer & Witsch GmbH
Bahnhofsvorplatz 1
50667 Köln
DE

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  • Bewertung

    5/5

    20.07.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Dieser Roman ist insensiv, schwindelerreng...

    Dieser Roman ist insensiv, schwindelerreng und verwirrend. Sehr gute Lektüre!

  • Bewertung

    aus Borgentreich

    5/5

    05.07.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Brandbuch

    Kameradinnen erzählt die Geschichte von drei Freundinnen, Hani, Saya und Kasih. Sie kennen sich seit immer schon und entwicklens ich zwar unterschiedlich, aber sind trotzdem immer miteinander Verbunden, treffen sich und tauschen sich aus. Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht von Kasih. Dabei erzählt sie nicht stringent, sondern springt gerne hier und dorthin. Dabei spricht sie den Leser auch direkt an, dass das eben ihre Art ist und sie nicht anders kann. Muss man sich schon ein paar Seiten rein finden, aber dann geht es wirklich gut. Thema in dem Buch ist ganz klar Rassismus. Nach einem Brandanschlag wird Saya verhaftet. Für die Polizei klar: Sie muss die Täterin sein. Kasih erzählt, was alles in den Tagen zuvor passiert ist, sodass man als Leser ein Bild von allen für Kasih wichtigen Personen bekommt. Doch dabei trügt sie den Leser und legt offen, wie schnell wir in Klischees denken und uns beeinflussen lassen. Immer wieder trifft die Autorin Shida Bazyar genau diese Stelle. Weiße Menschen haben eine Normalität die für sie klar in Ordnung ist. Doch diese Normalität erleben viele Menschen nicht. Sie erleben Rassismus in Dingen, die für andere nicht so wahrgenommen werden. Das zeigt, dass unsere Normalität anders werden muss, besser werden kann bzw. sein muss. Alle haben ein Herz und alle haben Augen, Hände und wollen einfach nur leben. Wir dürfen keine Angst haben vor unseren eigenen Fehlern, sollten sie erkennen und daraus lernen. Wir sollten die Chance bekommen und nutzen daraus für die Zukunft zu lernen.

  • Bewertung

    aus Rostock

    5/5

    10.10.2021

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Thematik wichtig, Umsetzung so lala

    Die drei Protagonistinnen kennen sich schon seit ihrer Kindheit. Sie sind Flüchtlinge und haben mit viel Rassismus und Vorurteilen zu kämpfen. Das Cover hätte sicherlich meine Aufmerksamkeit im Buchladen erregt. Es wirkt aufgeregt und aggressiv und eben auch der Thematik angemessen. Die Handlung lebt von Zeitsprüngen, die leider jedoch auch ganz schön überfordern. Mehr als einmal ging ich im Zeitstrudel verloren und musste die Handlung rekapitulieren. Die Charaktere sind mir unsympathisch. Vor allem die doch recht schnodderige Ich- Erzählerin. Sie ist, mit Recht sicherlich, sehr wütend und das bemerkt man auch. Aber ich empfinde sie als vollkommen überzeichnet. Ich muss gestehen, dass mir die Thematik zwar am Herzen liegt, die Leseprobe und der Klappentext mich sogar sehr angesprochen haben. Allerdings enttäuschte mich das Buch, vor allem jedoch die Auflösung, die irgendwie schlüssig aber auch total enttäuschend war. Der Schreibstil ist mir zu schnodderig und irgendwie belehrend. Alles in Allem kein Buch für mich und auch keine leichte Unterhaltung.

  • sada65

    5/5

    04.10.2021

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Das Cover ist ein Blickfang…

    Das Cover ist ein Blickfang und weckt grosses Interesse an die Geschichte. Die Autorin Shida Bazyar schreibt über wichtige Themen, die man in unserem Alltag leider immer wieder erlebt. Es wird ausschliesslich über rassistische, feministische und ausländerfeindliche Vorurteile und Benachteiligungen geschrieben. Drei Freundinnen mit unterschiedlichen Migrationshintergrund und täglichen Rassismus. Obwohl die Inhaltsangabe auf dem Cover mein Interesse geweckt hatte, konnte ich leider von Beginn an mich nicht an den sprunghaften und übergangslosen Schreibstil der Autorin gewöhnen. Während sie bei den drei Hauptcharaktere das sogenannte Schubladendenken bei der weißen Bevölkerung anprangert, macht sie genau das gleiche. Alle drei Protagonistinnen waren mir mehr oder weniger unsympathisch, daher konnte ich während der gesamten Geschichte nicht zu ihnen durchringen, obwohl ich mit ihnen mitgelitten habe. Leider habe ich bis zum Schluss nicht herausgefunden aus welchen Ländern die jungen Frauen mit ihren Familien geflohen sind. Es wurde meiner Meinung etwas zu hart ausschliesslich über rassistische, feministische und ausländerfeindliche Vorurteile und Benachteiligungen geschrieben. Es ist zwar leider immer noch ein grosses Problem und es soll auch nicht verharmlost werden, aber es war mir trotzdem etwas zuviel.

  • Circlestones Books Blog

    5/5

    18.09.2021

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Eindrücklich und facettenreich

    „Ihr werdet alles, was ich sage, ein wenig anzweifeln und euch vergewissern, dass ihr es besser wisst. Ihr habt vielleicht recht, genauso wie ich. Ich habe recht, und ich habe beim Schreiben manchmal gelogen, okay, aber ich habe trotzdem recht, denn lügen und recht haben, das schließt sich nicht aus, auch bei mir nicht.“ (Zitat Pos. 4193) Inhalt Kasih kennt Hani und Saya schon seit ihrer Kindheit und Jugend in einer hauptsächlich von Menschen mit Migrationshintergrund bewohnten Problemsiedlung am Stadtrand. Inzwischen haben sie studiert, Saya ist beruflich viel auf Reisen, doch ihre Freundschaft ist beständig. Nun treffen sie einander nach sechs Jahren wieder, Saya kommt für einige Tage zu Kasih auf Besuch, da eine gemeinsame Freundin heiratet. Dann kommt diese besondere Nacht, in der Kasih alles niederschreibt, wie es ist, als Deutsche mit den täglichen Diskriminierungen und Vorurteilen zu leben, die sich allein durch das Aussehen ergeben. Es sind Erinnerungen und aktuelle Ereignisse in einer Zeit, in welcher Ausländerhass und Rassismus stärker werden, statt zu verschwinden. Thema und Genre In diesem Roman geht es um die Kraft der Freundschaft, den Alltag von Frauen und Familien mit Migrationshintergrund, um Alltagsrassismus, Rechtsruck in der Politik, Vorurteile und Missverständnisse. Charaktere Kasih ist studierte Soziologin, arbeitslos, kritisch und dennoch der Ruhepol zwischen der pragmatischen Hani und der zornigen, aufbrausenden Saya, deren innere Wut und Solidarität dazu führen, dass sie keine Konfrontation auslässt. „Damit war die Diskussion beendet und erst Jahre später, wirklich viele Jahre später, sagen wir, in diesem Jahr, war Saya aufgefallen, dass sie in solchen Diskussionen nie eine Chance gehabt hatte, denn alle, auch sie selbst, sahen ihre Rolle lediglich darin, provozierende Dinge in die Runde zu werfen und allen inbrünstig zu widersprechen, aber ihre Rolle sah nicht vor, recht zu haben.“ (Zitat Pos. 702) Handlung und Schreibstil Dieser Roman besticht neben Inhalt und Handlung durch seine moderne Erzählform, in Verbindung mit einer modernen, aber gleichzeitig eindrücklichen Sprache. Wir Lesende sind „Ihr“, viele von uns sicher die „Weißen“, während die drei Frauen Kasih, Hani und Saya „wir“ sind. Es sind Episoden, Ereignisse, kurze Szenen, die hauptsächlich Kasih als Ich-Erzählerin schildert, Erinnerungen an die Kindheit und Jugend, an ihre Beziehungen als Erwachsene. Eingebettet sind diese Rückblicke, in die ebenfalls knapp und rasch aufeinanderfolgend skizzierten aktuellen Ereignisse innerhalb von wenigen Tagen. Wenn es sich um Situationen handelt, in denen Kasih nicht anwesend ist, wechselt die Autorin in eine personale Erzählperspektive. Diese Vielfalt, die raschen Gedankensprünge, die geballte, zornige Kraft der Aussagen und Inhalte der Ich-Erzählerin machen diesen Roman packend, intensiv, und gleichzeitig regt jede Seite zu neuem Nachdenken an, zu Änderungen der eigenen Erfahrungen und Sichtweisen. Auch ich musste ein persönliches Vorurteil revidieren, denn ich hätte dieses Buch längst lesen können, aber die für mich negative Wortwahl des Titels schreckte mich ab, bis ich durch die Longlist-Broschüre eine längere Leseprobe lesen konnte, zusammen mit mehr Informationen. Fazit Eine intensive Geschichte über Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, bewusst, oder im Alltag unbewusst, über gegenseitige Vorurteile und Missverständnisse, die einen normalen, unverkrampften Umgang miteinander verhindern. Es geht um eine einfach Frage: Jobsuche, Wohnungsnot, Beziehungen – es sind Probleme, die wir alle kennen, egal, ob unsere Haut etwas heller oder dunkler ist. Warum aber macht das immer noch einen Unterschied?

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Unsere Meinungen

  • Zum Bewerterprofil von Peter Zielke

    Peter Zielke

    Thalia Leipzig – Grimmaische Straße

    Buchhändler*in

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    5/5

    04.03.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Als es brannte...

    Shida Bazyar spielt in diesem Werk mit Vorurteilen und hält auf bewundernswerte Weise einen Spiegel vor das Gesicht der Lesenden. Es ist ein Buch über Rassismus, ein Buch über Freundschaft. Mit Intelligenz geschrieben und von einer guten Story zusammengehalten gehörte "Drei Kameradinnen" im Jahr 2021 zu meinen Lieblingsbüchern. Es ist politisch, es ist notwendig und schlicht und ergreifend großartig.
  • Zum Bewerterprofil von Kevin Beckmann

    Kevin Beckmann

    Thalia Mayersche Wuppertal-Barmen

    Buchhändler*in

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    5/5

    11.09.2021

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Dieses Buch hat mich sprachlos...

    Dieses Buch hat mich sprachlos gemacht. Die Intensität und Wut, mit der Bazyar die Lebensrealität von so vielen Menschen in Deutschland beschreibt, ist unglaublich. Völlig verdient auf der Longlist des Buchpreises. Lesen und wirken lassen!
  • Zum Bewerterprofil von Ingbert Edenhofer

    Ingbert Edenhofer

    Thalia Mayersche Bottrop

    Buchhändler*in

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    5/5

    10.09.2021

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein dringendes Buch der Zeit

    Ich bin sicherlich nicht die perfekte Person, um eine verbindliche Empfehlung für "Drei Kameradinnen" auszusprechen. Mindestens zwei der Protagonistinnen - Erzählerin Kasih und Auslöserin Saya - würden mich sicherlich als jemanden wahrnehmen, der ohne bedeutende systemische Steine im Weg durchs Leben gegangen ist, und damit haben sie Recht. Trotzdem spricht "Drei Kameradinnen" auch mich sehr an. Kasih, Saya und die weniger forsche Hani sind drei Frauen mit Migrationshintergrund, den sie aber nicht für einen deutschen Blick komplett erklären. Shida Bazyar entwickelt drei komplexe Frauen, die untereinander parallel und auch wieder komplett gegensätzlich sind und nicht auf konsequente Persönlichkeiten heruntergebrochen werden können, was sie besonders lebensnah macht. Auch lässt Bazyar immer wieder offen, wo etwas innerhalb der Geschichte Fakt ist und was dann doch eine Fiktion innerhalb der Fiktion ist. Manchmal weiß Kasih Dinge, die sie nicht wissen kann, ist aber Autorin und nimmt sich dadurch Freiheiten. Das hält allerdings auch Saya nicht davon ab, Wahrheit aktiv umzugestalten. Was Bazyar ganz deutlich macht - sowohl thematisch als auch stilistisch: Überall sind Geschichten, nichts ist so einfach, wie man es wahrnehmen möchte. Selbst die internen Logiken von Nazis werden aufgezeigt - sehr schnell entkräftet, aber aufgezeigt. Eine Mail einer sehr rechten Figur ist eine beeindruckende Erinnerung daran, dass auch Person in dieser politischen Richtung einen moralischen Kompass haben, den sie für richtig halten. Und gerade der Umstand, dass ein Großteil der Alltagsrassisten keine durch und durch bösen Menschen sind, sondern Leute, deren Werte von außen problematisch, aber von innen in sich stimmig sind, macht es so schwer, aus der Xenophobie auszubrechen. Ich vermute, dass die Leute, die dieses Buch lesen sollten, die Protagonistinnen eher anstrengend fänden, aber für diejenigen, denen schon klar ist, wo die Probleme der Gesellschaft liegen, ist es dennoch ein wunderbarer Roman.
  • Zum Bewerterprofil von Miriam Effertz

    Miriam Effertz

    Thalia Mayersche Bergheim

    Buchhändler*in

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    5/5

    02.09.2021

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Zurecht auf der Longlist des Deutschen Buchpreises 2021

    Dies ist eine leidenschaftliche Geschichte von und über drei Freundinnen, die augenscheinlich nicht in Deutschland geboren wurden, aber hier aufgewachsen sind, von denen eine nach einem Brandanschlag im Gefängnis sitzt. Kasih erzählt über Saya, sich und die gemeinsame Freundin Hani in einem eindringlichen Ton. Erläutert uns Hintergründe der unterschiedlichen Familien und deren Geschichte, ohne jedoch zu verraten, woher diese genau stammen. Immer wieder wendet sie sich auch an den Leser direkt und scheint bis in unsere Gedanken schauen zu können. Wir erfahren, was Saya so wütend gemacht hat. Können nachfühlen, wie sich die Geschichte entwickelt hat. An keiner Stelle allerdings soll die Erzählung eine Entschuldigung bieten - und gerade das macht dieses Buch so fesselnd. Shida Bazyar brennt mit ihren drei Protagonistinnen - jede auf ihre Weise durch die Herkunft mit Vorurteilen konfrontiert. Sie nimmt kein Blatt vor den Mund und gibt diesen Mädchen eine Stimme.
  • Zum Bewerterprofil von Matthias Kesper

    Matthias Kesper

    Thalia Kassel

    Buchhändler*in

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    5/5

    28.07.2021

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    "Seid ihr entsetzt, dass ich euch das unterstelle? Aber man kann euch nun mal nur halb vertrauen..."

    Da hat man also ein Buch gelesen, das einen von der ersten bis zur letzten Seite völlig gefesselt hat. Das provokant ist, fast rechthaberisch wirkt, und doch nur die Wahrheit transportiert, verpackt in die Geschichte dreier Frauen, ihrer Freundschaft seit Kindertagen "in der Siedlung", der Beschreibung einer ungeheuerlichen Tat und der letzten Tage davor - und einem für den Leser beschämenden großartigen Twist am Ende des Buchs. Einem Twist, der eines Krimis würdig wäre, und der hier noch viel passender die Geschichte abschliesst! Sie werden in diesem Fall, bei dieser Rezension, mir einfach tatsächlich vertrauen müssen: Lesen Sie dieses Buch! Es wird ihren Horizont erweitern, sie werden viele alltägliche Situationen und Verhaltensweisen ihrer Mitmenschen wiedererkennen, für die es keine Entschuldigungen, höchstens Erklärungen, gibt. Und die Pflicht, wir lieben doch hier diesen Ausdruck, etwas zu ändern - im Miteinander, im gemeinsamen Leben! Shida Bazyars Roman ist sprachlich einfach gewaltig, er ist dicht, ehrlich und unter die Haut gehend - und er sollte Pflichtlektüre werden. Nicht nur an den Schulen, wobei man den großen Vorteil hätte, dass alle Schüler Spaß am lesen hätten (Es ist doch ein weiter Weg von Werthers Selbstmord zu Sayas Tat, so recht kann sich mit Herrn Goethe heute denn doch wohl niemand mehr identifizieren...)! Nein, dieser Roman kann auch Mauern in den Köpfen Erwachsener, vielleicht sogar in denen "weißer alter Männer" (zu denen der Rezensent ja auch irgendwie denn doch schon zählt...)einreissen, er ist einfach unglaublich gut! Also, erwerben, lesen, verstehen, begeistert weiter reichen, drüber reden - nötig ist es!!!

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