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Berenice Gottong Buchhandlung: Thalia Hamburg – EKZ Hamburger Meile
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Meine letzte Rezension Mujina into the Deep, Band 01 von Inio Asano
...und zwar überraschend gut. Mit »Mujina into the Deep« zeigt er, dass er nicht nur für ruhige, dramatische Charakterdramen bekannt ist, sondern auch eine spannende und temporeiche Geschichte inszenieren kann. Die düstere Zukunftswelt wirkt faszinierend und wirft bereits im ersten Band einiges an Fragen auf, die neugierig auf die Fortsetzung machen. Besonders beeindruckend waren für mich die Zeichnungen. Wer bereits »Gute Nacht, Punpun« kennt, wird Asanos Liebe zum Detail sofort wiedererkennen. Hintergründe, Architektur und kleine Bilddetails sind mit enormer Sorgfalt ausgearbeitet. Gleichzeitig sorgen die dynamischen Perspektiven und ungewöhnlichen Blickwinkel dafür, dass die Actionszenen viel Energie entwickeln und wahnsinnig viel Spaß beim Betrachten machen. Noch hält sich die Geschichte mit Antworten zurück, doch als Auftaktband funktioniert »Mujina into the Deep« hervorragend: atmosphärisch, visuell beeindruckend und mit genug Geheimnissen, um unbedingt weiterlesen zu wollen.
ab 6,49 €
Produktbild Mujina into the Deep, Band 01
5/5
  • Berenice Gottong
  • Buchhändler/-in

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5/5

Mujina into the Deep, Band 01

...und zwar überraschend gut. Mit »Mujina into the Deep« zeigt er, dass er nicht nur für ruhige, dramatische Charakterdramen bekannt ist, sondern auch eine spannende und temporeiche Geschichte inszenieren kann. Die düstere Zukunftswelt wirkt faszinierend und wirft bereits im ersten Band einiges an Fragen auf, die neugierig auf die Fortsetzung machen. Besonders beeindruckend waren für mich die Zeichnungen. Wer bereits »Gute Nacht, Punpun« kennt, wird Asanos Liebe zum Detail sofort wiedererkennen. Hintergründe, Architektur und kleine Bilddetails sind mit enormer Sorgfalt ausgearbeitet. Gleichzeitig sorgen die dynamischen Perspektiven und ungewöhnlichen Blickwinkel dafür, dass die Actionszenen viel Energie entwickeln und wahnsinnig viel Spaß beim Betrachten machen. Noch hält sich die Geschichte mit Antworten zurück, doch als Auftaktband funktioniert »Mujina into the Deep« hervorragend: atmosphärisch, visuell beeindruckend und mit genug Geheimnissen, um unbedingt weiterlesen zu wollen.

Meine Lieblingswerke

  • Produktbild Die Erfindung der Hausfrau - Geschichte einer Entwertung
    • Berenice Gottong
    • Buchhändler/-in

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    5/5

    Die Erfindung der Hausfrau - Geschichte einer Entwertung

    Das Buch von Rulffes bietet eine fundierte und gut recherchierte Auseinandersetzung mit der gesellschaftlichen Konstruktion der Rolle der Hausfrau und Mutter. Dabei zeigt sie auf, wie dieses Idealbild von Frauen in der Geschichte entstanden ist und wie es bis heute präsent ist. Ein zentrales Thema ist die Bedeutung von Werbung und Medien für die Konstruktion von Geschlechterrollen. Rulffes untersucht in ihrem Buch, wie diese Bereiche das Idealbild der Hausfrau und Mutter geprägt haben und wie es bis heute in der Werbung und den Medien präsent ist. Sie zeigt auf, wie die stereotypen Darstellungen von Frauen in der Werbung und den Medien dazu beitragen, bestimmte Rollenbilder in der Gesellschaft zu festigen. Ausgehend von der Ratgeberliteratur der Spätaufklärung – namentlich der »Hausmutter in allen ihren Geschäfften« von Christian Friedrich Germershausen – legt sie die Gedankenstrukturen offen, die das gedankliche Grundgerüst für die Rechtfertigungen der Verdrängung der Hausmutter, die gleichberechtigt(er) neben ihrem Ehemann die häuslichen und gewerblichen Geschäfte führte, in die Rolle der Hausfrau, die unbeachtet und wenig wertgeschätzt sämtliche Arbeit im Haushalt übernimmt, darstellt. Ein weiterer wichtiger Aspekt, den Rulffes beleuchtet, sind die politischen Rahmenbedingungen, die zur Entstehung des Idealbildes der Hausfrau beigetragen haben. Sie beschreibt, wie politische Entscheidungen und gesellschaftliche Normen die Rolle der Hausfrau und Mutter geformt haben und wie sich dies bis heute auswirkt. Es wird auf wichtige Gesetzestexte eingegangen und man ist schockiert zu lesen, wie lange es allein in der BRD rechtliche Grundlagen gab, die es einem Ehemann ermöglichten, seine Ehefrau komplett zu entmündigen. Zudem regt das Buch zur kritischen Reflexion der eigenen Einstellungen und gesellschaftlichen Normen an. Die Autorin zeigt auf, wie tief stellenweise die Vorstellungen von Geschlechterrollen in der Gesellschaft verankert sind und wie wir dazu beitragen können, diese Normen zu hinterfragen und zu verändern. Dabei betont sie, dass jeder Einzelne dazu beitragen kann, die Gleichstellung von Frauen und Männern voranzutreiben. Dieses Buch kann geradezu augenöffnend sein. Immer wieder werden Dinge angesprochen, die man so auch bei seinen Großeltern, Eltern oder bei sich selbst bemerkt hat und man endlich erkennt, wie diskriminierend, benachteiligend oder auch einfach unsinnig bestimmte Verhaltensstrukturen und anerzogene Geschlechtsspezifika eigentlich sind. Dieses Buch ist auch ohne Weiteres für Leser ohne fachlichen Hintergrund verständlich. Rulffes schreibt klar und strukturiert und macht die komplexe Thematik für ein breites Publikum zugänglich. Sie verzichtet dabei auf zu wissenschaftliche Ausdrücke und bringt die Inhalte auf eine verständliche Art und Weise pointiert rüber. Ihren Ausführungen und dem logischen Aufbau zu folgen, ist leichtfüßig und macht zudem noch Spaß, da die Erkenntnisse wirklich erhellend sind. Dabei scheinen zwar einige überbordend wirkenden Ausführungen, wie ein ganzes Kapitel über die Zubereitung der Speisen oder das Führen des Personals durch die Hausmutter (in den Zeiten der Spätaufklärung waren der Hausmutter zahlreiche Bedienstete unterstellt, die für verschiedene Aspekte der Wirtschaft zuständig waren und angeleitet werden mußten), als würde die Autorin ihren Fokus verlieren, aber man wird immer wieder zur zentralen Fragestellung zurückgeführt und am Ende sorgen all‘ diese Informationen nur zu einem abgerundeteren Bild. Zusammenfassend bietet das Buch »Die Erfindung der Hausfrau« von Evke Rulffes eine umfassende und fundierte Auseinandersetzung mit einem wichtigen Thema und regt dazu an, die eigenen Vorstellungen und gesellschaftlichen Normen kritisch zu hinterfragen. Es ist eine wichtige Lektüre für alle, die sich für Feminismus und soziale Gerechtigkeit interessieren und für mich ein unfaßbar erhellendes Buch, daß ich nur jedem ans Herz legen will, zu lesen.

    • Die Erfindung der Hausfrau - Geschichte einer Entwertung
    • Evke Rulffes
    • ab 9,99 €
  • Produktbild Frauen Literatur
    • Berenice Gottong
    • Buchhändler/-in

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    5/5

    Frauen Literatur

    Daß Frauen durchgestrichen auf dem Cover erscheint, hat durchaus seine Berechtigung und die beginnt sich bei der Frage nach dem geschlechtlichen Gegenpart: Männerliteratur. Geht nicht so leicht von der Zunge, oder? Und wenn man an diesen Begriff überhaupt dachte, dann wohl nur im Bezug auf erotische Literatur. Aber bei Frauenliteratur geht es um Abwertung. Wer Frauenliteratur sagt, meint meistens emotionale, oberflächliche, nichtssagende Belletristik. Leicht konsumierbar und oft ohne inhaltliche Tiefe. Und meist von Frauen für Frauen. Wer etwas auf sich hält, liest so etwas nicht. Nicole Seifert räumt mit diesen sehr schlecht gealterten Vorurteilen auf. Eines der ersten Dinge, die mir bei der Lektüre auffielen: es ist weniger ein Fachbuch, denn mehr ein Begleiten der Autorin auf dem Weg ihrer Erkenntnisse. Sie beschreibt, wie sie erstmals im Studium damit konfrontiert war, ihre eigene Lesehistorie genauer zu betrachten und dabei feststellte, daß der Großteil des literarischen Kanons, den sie bis dahin gelesen hatten und der aus Empfehlungen von Schule und Elternhaus sowie kanonisierter Leselisten bestand, fast vorrangig Männer beinhielt. Und wenn ich mich mal zurückerinnere, dann fallen auch mir Brecht, Sophokles, Süßkind, Grünbein, Goethe und Dürrenmatt ein. Und als Vertreterinnen lediglich Droste-Hülshoff und Seghers. Und ich denke, so geht es vielen. Und dieser rote Faden, an dem sich die Autorin entlangbewegt – dieses Entdecken – macht es auch dem Leser sehr einfach, ihren Gedanken zu folgen; man erlebt es ja quasi in Echtzeit selbst mit und fragt sich mit Seifert: Was macht Literatur für oder von Frauen aus? Schreiben sie einfach schlechter, sodaß sie weniger rezipiert werden oder interessieren die von ihnen behandelten Themen einfach die Leser nicht? Oder schrieben Frauen der Unterdrückung wegen einfach weniger? All diesen naheliegenden Fragen wird nachgegangen und Seifert zeigt anhand zahlreicher Textbeispiele, daß wir durchaus mit diesen Vorurteilen aufräumen können. Frauen schrieben nie weniger als ihre männlichen Kollegen, aber da vieles von Autorinnen nie oder nur unzureichend lang rezipiert wurde, fand es keinen Zugang zum Kanon. Und was nicht wahrgenommen und dem Erinnern zugetragen wird, das wird vergessen werden. Also, nicht die Nicht-Existenz der Werke, sondern das schlichte Vergessen macht die Literatur der Frauen unsichtbar. Außerdem waren die Schreibgrundlagen der Frauen meistens viel schlechter, sie mußten im Verborgenen schreiben, hatten oft nicht einmal ein eigenes Schreibzimmer oder gar die die Zeit neben all den häuslichen Verpflichtungen. Seifert zieht zum Vergleich zwei sich inhaltlich recht ähnliche Werke heran, an denen sie nicht nur die unterschiedlichen Lebenswelten und Wahrnehmungen abarbeitet und daran auch zeigt, warum man sich an das eine Werk erinnert, das andere aber nur noch sporadisch in Literaturwissenschaftskreisen behandelt wird: Theodor Fontanes Effi Briest und Gabriele Reuters Aus guter Famile. Anhand der Sichtweisen der Protagonistinnen – einmal von einem Mann und einmal von einer Frau erdacht – zeigt Seifert, wie unterschiedlich dieses Thema angegangen wurde und wie unterschiedlich die Lebenswelten beider Geschlechter waren. Im weiteren Verlauf zieht Seifert noch weitere spannende Vergleiche, wie den Fall von Emily Brontë, die 1847 ihren ersten Roman Wuthering Heights unter dem Pseudonym Ellis Bell veröffentlichte. Die Kritiken fielen von den vorwiegend männlichen Rezensenten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung unter dem männlichen Pseudonym größtenteils positiv aus. Kaum war aber die echte Autorenschaft bekannt, wandelt sich der Ton in den Besprechungen: so war nun eher von der emotionalen Instabilität und dem zarten Gemüt der Autorin die Rede. Zahlreiche Lektüretipps runden das Buch durchaus ab. Ich habe das Buch auch Freunden zu lesen gegeben und es war nicht unüblich, daß man mir das Buch zurückgeben wollte, aber kurz vorher noch rief: »Oh, warte, ich muß mir noch die Bücher abschreiben, damit ich sie mir holen kann«. Ich denke, das kann nur im Sinne der Autorin sein. Dabei ist es Seifert wichtig, daß man jetzt nicht ins andere Extrem verkehrt und Literatur von Männern nicht mehr rezipieren soll. Im Grunde wäre der Idealzustand einfach, daß das Geschlecht bei der Rezeption gar keine Rolle mehr spielen sollte, doch wenn das überhaupt erreichbar ist, so wird das noch eine zeitlang dauern. Währenddessen sollten wir die jahrzehntelang kanonisierten Leselisten und Literaturaufstellungen, was immer wieder in Schulen und Studium gelesen wird, überdenken und vielleicht auch mal erneuern und austauschen. Seifert kann da einen Einblick in den amerikanischen Buchmarkt geben, wo das Umdenken schon vor Jahren stattgefunden hat und darauf fußend Ratschläge erteilen, wie wir in Deutschland auch mal unseren literarischen Fokus verrücken, um neue Eindrücke und Erfahrungen zu sammeln. Und so möchte ich jedem dieses Buch nur wärmstens empfehlen. Es läßt sich leicht und schnell lesen und am Ende hat Seifert es geschafft, dem Leser neue Einblicke zu geben und das Thema »Literatur von/für Frauen interessant und lesenswert zu machen.

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