Meine letzte RezensionKlassenfoto 1937von Kristina Milz
Ein Klassenfoto aus dem Jahr 1937 – 48 Kinder, die gemeinsam die dritte Klasse der Jüdischen Volksschule in München besuchen. Was aus ihnen geworden ist, erzählen Kristina Milz und Julia Schneidawind in diesem beeindruckenden Buch. Dabei gelingt es den beiden Autorinnen, durch ihre Forschung die einzelnen Menschen hinter den historischen Ereignissen der damaligen Zeit sichtbar zu machen.
Sie erzählen nicht einfach die Geschichte einer jüdischen Schulklasse im Nationalsozialismus, sondern spüren den Lebenswegen der Kinder nach: ihren Familien, ihren Hoffnungen, ihrer Flucht, ihrem Überleben – und auch ihrem Tod. Dadurch bekommt das Buch eine ganz unmittelbare, persönliche Dimension.
Dabei ist das Buch ausgesprochen gut recherchiert, ohne je trocken oder schwer zugänglich zu werden. Die Autorinnen schreiben sachlich und präzise, gleichzeitig aber so anschaulich und gut lesbar, sodass man den einzelnen Lebensgeschichten sehr gerne folgt.
„Klassenfoto 1937“ ist nicht nur ein wichtiges historisches Buch, sondern auch ein sehr eindringliches Buch über Menschen und ihre individuellen Schicksale in Zeiten, wie sie schwerer kaum vorstellbar sind. Eine beeindruckende Erinnerungsarbeit, die zeigt, wie wichtig es ist, den Menschen hinter den historischen Zahlen und Fakten ein Gesicht zu geben.