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Jasmin Lipp Buchhandlung: Buchland Bad Wildungen
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Meine letzte Rezension 22 Bahnen von Caroline Wahl
22 Bahnen von Caroline Wahl hat mich von der ersten Seite an gefesselt und ich habe es innerhalb von einem Tag durchgelesen. Die Art und Weise, wie die Thematik der Alkoholkrankheit der Mutter dargestellt wird, ist beklemmend und authentisch. Allerdings konnte ich nichts mit dem Schreibstil anfangen. Die Dialoge wirkten banal und schwer verständlich und die Figuren blieben oberflächlich. Auch die akademische Laufbahn der Protagonistin Tilda wirkte unglaubwürdig. Es schien, als ob alle Figuren nur dazu da wären, Tildas Genialität hervorzuheben. Auch das Armutsthema wirkte aufgesetzt, da Tildas Verhalten nicht zu ihren ständigen Klagen über ihre finanzielle Situation passte. Insgesamt hatte ich den Eindruck, dass das Buch seinen Fokus verloren hat. Die Alkoholthematik und die Beziehung zu ihrer kleinen Schwester hätten als Grundlage für die Geschichte ausgereicht. Durch die unnötige Einbindung einer Liebesgeschichte mit Vicktor wurde die Handlung jedoch verwässert und unglaubwürdig. Die starke Gewichtung der Liebesbeziehung und die Abhängigkeit von einer männlichen Figur schwächen Tildas zuvor dargestellte Selbstständigkeit. Schade, ich habe mehr erwartet!
ab 14,00 €
Produktbild 22 Bahnen
3/5
  • Jasmin Lipp
  • Buchhändler/-in

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3/5

22 Bahnen

22 Bahnen von Caroline Wahl hat mich von der ersten Seite an gefesselt und ich habe es innerhalb von einem Tag durchgelesen. Die Art und Weise, wie die Thematik der Alkoholkrankheit der Mutter dargestellt wird, ist beklemmend und authentisch. Allerdings konnte ich nichts mit dem Schreibstil anfangen. Die Dialoge wirkten banal und schwer verständlich und die Figuren blieben oberflächlich. Auch die akademische Laufbahn der Protagonistin Tilda wirkte unglaubwürdig. Es schien, als ob alle Figuren nur dazu da wären, Tildas Genialität hervorzuheben. Auch das Armutsthema wirkte aufgesetzt, da Tildas Verhalten nicht zu ihren ständigen Klagen über ihre finanzielle Situation passte. Insgesamt hatte ich den Eindruck, dass das Buch seinen Fokus verloren hat. Die Alkoholthematik und die Beziehung zu ihrer kleinen Schwester hätten als Grundlage für die Geschichte ausgereicht. Durch die unnötige Einbindung einer Liebesgeschichte mit Vicktor wurde die Handlung jedoch verwässert und unglaubwürdig. Die starke Gewichtung der Liebesbeziehung und die Abhängigkeit von einer männlichen Figur schwächen Tildas zuvor dargestellte Selbstständigkeit. Schade, ich habe mehr erwartet!

Meine Lieblingswerke

  • Produktbild Das Schwarz an den Händen meines Vaters
    • Jasmin Lipp
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    5/5

    Das Schwarz an den Händen meines Vaters

    Lena Schätte erzählt in ihrem Roman schonungslos über eine Familie, die bestimmt ist von Suchtverhalten. Gleich in den ersten Kapiteln lernen wir die Ich-Erzählerin "Motte" und ihr Leben im Jetzt und davor kennen. Ihr Vater ist Arbeiter, Spieler und Trinker. Vor allem will er aber ein guter Vater für Motte sein. Später trinkt Motte selbst, möchte wissen, wieso ihr Vater so großen Gefallen daran hatte, rutscht dann langsam aber sicher in dieselbe Krankheit. Mir hat besonders die Art gefallen, wie Lena Schätte dieses schwere Thema in leichte, aber sehr nachhallende Worte fasst. Beim Lesen hinterlässt sie ein Gefühl von Unbehagen und Betroffenheit. Wem ein ähnliches Schicksal passiert ist, der fällt wohl tief in den Sog dieses Buches. Wem nicht, wird danach exakt wissen, wie es sich anfühlt, in diesen Verhältnissen aufzuwachsen. Auch wenn dieses Buch relativ schmal ist, wird alles Wichtige in diesen 192 Seiten auf den Punkt gebracht. Absolute Leseempfehlung und zu Unrecht nicht auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises gelandet!

  • Produktbild Trophäe
    • Jasmin Lipp
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    5/5

    Trophäe

    "Trophäe" von Gaea Schoeters führt den Leser in das dunkle Herz Afrikas. Die Geschichte dreht sich um Hunter White, einen reichen Amerikaner auf der Jagd nach den Big Five (Elefant, Nashorn, Kaffernbüffel, Löwe, Leopard). Nachdem er endlich eine der raren Jagdlizenzen ergattert, ist ihm der letzte finale Abschuss eines Nashorns erlaubt. Doch Wilderer kommen ihm zuvor und schnappen sich seine "Trophäe". Er möchte Rache ausüben und sein Freund Van Heeren weiht ihn dann in die BIG SIX ein. Hunter begreift, dass in Afrika ein Menschenleben genauso viel wert ist, wie die Schuhe die er trägt... Schoeters gelingt es meisterhaft, die Argumentation für die Großwildjagd aus Hunters Perspektive nachvollziehbar zu machen, obwohl man diese eigentlich ablehnt. Das Buch fesselt von der ersten bis zur letzten Seite, ohne Längen oder Übertreibungen. Die Charaktere sind hervorragend gezeichnet und die Spannung bleibt durchgehend hoch. Auch als Hörbuch überzeugt der Roman. Johann von Bülow verleiht der Geschichte mit seiner eindringlichen Stimme eine zusätzliche Tiefe.

  • Produktbild Kleine Probleme
    • Jasmin Lipp
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    5/5

    Kleine Probleme

    Nele Pollatscheks Roman "Kleine Probleme" entführt uns in das Leben von Lars, einem 49-jährigen Denker und angehenden Schriftsteller, der eher durch Grübeln als durch Handeln auffällt. Als seine Frau verreist, sieht Lars die Chance, liegengebliebene Aufgaben wie Wohnungsputz, Steuererklärung und den Aufbau des Bettes seiner Tochter anzugehen. Doch die Woche vergeht schneller als gedacht und so bleibt ihm nur noch Silvester, um seine Pläne in die Tat umzusetzen - natürlich auf seine ganz eigene, etwas verpeilte Art. Pollatscheks wortgewandter Erzählstil fängt Lars Alltagsprobleme auf humorvolle und liebevolle Weise ein, wobei sie auch philosophische Exkurse nicht scheut. Anfangs gewöhnungsbedürftig, entpuppen sich die endlosen Schachtelsätze als Spiegelbild von Lars passivem Dauerdenken. Die Geschichte balanciert zwischen Tragik und Komik, denn wer kennt es nicht, das schlechte Gewissen, das sich vor dem Jahreswechsel meldet? Lars Versuch, seiner Familie zu beweisen, dass er mehr als nur ein Träumer ist, führt zu urkomischen Situationen. Ein Buch, das zum Lachen und Nachdenken anregt und uns daran erinnert, dass es nie zu spät ist, etwas zu verändern.

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